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Bierschinken-News

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News Fr, 06.05.2016: Interview mit The Tips

Foto: André Symann


Am Rande eines Konzertes in Duisburg ergab es sich, dass der größte Punkrocker Dortmunds die Symbiose von Hansa, Bierschinken und Tips einleitete. Das war dann ungefähr so:

Zwen: Hallooo!
Faf: Mach doch erstmal dein Bier auf! Moment, ich mach dir mal dein Bier auf.

Zwen: Welch ein Luxus!
Faf: Biertrinken ist nämlich wichtig, deshalb Prost!

Zwen: Prost! *klirrende Flaschen*
Faf: Mhhhmmm..Hansa.

Zwen: Ist das hier eigentlich das Backstagebier?
Faf: Ja, wir wurden gerade sogar gefragt, ob wenn wir kein Hansa trinken möchten....Ich nur: "Wie kein Hansa?!"
Wir hatten das mal in unserem Rider stehen, dass wir lieber Hansa als Becks wollen.

Zwen: Das finde ich vernünftig, denn Becks schmeckt auch einfach nicht.
Ali: Hansa schmeckt auf jeden Fall besser als Becks.

Zwen: Hattet ihr das auch schon mal, dass ihr in Köln gespielt habt und dass es dann nur Becks und Kölsch gab?
Ali: Ganz oft sogar.
Faf: Naja, ich meine das geht ja auch immer noch rein. Das Kölsch geht so gut runter.
Jay: Man trinkt's ja immer trotzdem.

Zwen: Wenn man fünf getrunken hat, ist es ja auch egal.
Faf: Am besten ist das im Sonic Ballroom, da gibt's nur diese 0,5-Sion-Kölsch, wo du dir 500 von reinkippen kannst.

Zwen: Ja, vor allem da gibt's dann diesen Kühlschrank und der ist immer voll.
Faf: Genau, es gibt aber kein Wasser. Da muss man dann erst mal nachfragen.

Zwen: Ja, da weiß man halt noch, wie man Prioritäten setzt.
Na gut, ich fange dann mal wirklich an euch Fragen zu stellen:
Wer kam eigentlich auf die Idee mit THE TIPS und warum habe ich euch das Publikum noch nie nach Trinkgeld anschnorren sehen?
...Sorry, ich musste diese pseudo-lustige Frage stellen.
Faf: Okay, vorne weg: Das hat nichts mit Trinkgeld zu tun. Nein, vorne weg möchte ich sagen: Ich freue mich wirklich sehr von Bierschinken interviewt zu werden.
Jay: Ein Traum geht in Erfüllung.
Faf: Wirklich! Das sage ich nicht nur so, das ist so.

Zwen: Okay, ja Matze hat mir das schon erklärt und wahrscheinlich dürfen wir über den wahren Grund, warum ihr so heißt, gar nicht schreiben.
Faf: Matze? Der größte Punkrocker von Dortmund? Der kennt uns?
Ali: Ja, ich hab die Band damals mit unserem alten Bassisten, dem Frank, gegründet und dann kam auch schon der Jay, der Drummer dazu und irgendwann später auch der nette Faf.
Faf: Da war der Frank dann schon nicht mehr dabei und irgendwann brauchten die Tips, diese bekifften Tips, halt Tips und so kam der Name. Aufregend, oder?

Zwen: Spannend!
So, Achtung, jetzt kommt die provokative Frage.
Faf: Oh Gott!

Zwen: Es gibt ja Leute *hust* Bierschinken *hust* Redaktion *hust*, die sagen, dass ihr nur eine Kopie einer gewissen amerikanischen Band seid.
Faf: Die Bierschinken-Redaktion kann mich mal.
Faf und Jay: LÜGENPRESSE! LÜGENPRESSE!!!111
Jay: Das ist meine Antwort und mehr sage ich dazu nicht.
Ali: Ja, keine Ahnung. Am Anfang war das vielleicht noch so, aber mittlerweile sind wir davon weg. Das erste Album klingt schon sehr nach Sublime, aber mittlerweile nicht mehr.
Faf: Wir klingen nämlich jetzt wie die Red Hot Chili Peppers.
Jay: Ist das so?

Zwen: Ja, das hab ich auch gelesen.
Jay: Oder wie Rage Against The Machine.
Ali: Ja, das konnte man auch lesen.

Zwen: Also, mit eigener Musik habt ihr's nicht so?
Ali: Wir covern von allem. Wir nehmen von den Besten.
Faf: Ja, gestern haben wir ein Akustik-Set gespielt und haben total den Willy Nelson-Rip-Off gemacht. Alles in Country, voll geil.
Jay: Ja, und Dire Straits und Queen haben wir auch gemacht.
Faf: Habe ich schon gesagt, dass die Bierschinken-Redaktion mich am Arsch lecken kann?

Zwen: Ne, gerade hast du noch betont, wie geil du uns findest.
Matze: Zwen, ich hab' deine Kamera kaputt gemacht.
Faf: Fürs Protokoll: Matze, der größte Punkrocker Dortmunds, hat die Kamera kaputt gemacht.

Zwen: Ja, aber das ist nicht schlimm. Da Matze der größte Punkrocker von Dortmund ist, impliziert das natürlich auch, dass er sehr viel Geld hat und deswegen werde ich schon morgen eine neue, viel bessere Kamera haben.
Ihr wart ja schon ziemlich früh relativ erfolgreich und hattet direkt ein Label und alles. War das für euch zunächst ein bisschen krass oder wie lief das?
Jay: War eigentlich immer das Ziel was am Start zu haben. Der Lars von Rotlicht Records hat uns direkt angeschrieben, obwohl wir eigentlich nur gespielt hatten. Das war schon ein bisschen krass.
Ali: Damals gab's noch MySpace. Da hatten wir mal ziemlich viele Follower.
Faf: Jetzt fangen wir schon mit den guten, alten Zeiten an. Wenn man sonst nix mehr zu erzählen hat...

Zwen: Und bei MySpace kann man immer noch eure erste Platte oder eure ersten Demos hören?
Faf: Ja, ich versuche das immer abzuspielen, aber es funktioniert nicht.

Zwen: Naja, vielleicht hat MySpace, wenn das Interview draußen ist, wieder zwei neue User und freut sich total und dankt uns deswegen.
Faf: Ihr könnt mich auch adden bei MySpace. "Faf" heiß ich.

Zwen: Und wie siehts aus mit Touren?
Jay: Mit Prosecution waren wir schon auf Tour, mit Jaya The Cat und noch einigen anderen. Momentan versuchen wir aber mehr die Wochenenden voll zu kriegen. Ist halt geiler, wenn man am Wochenende einen vollen Club spielt, als dann an einem Montag vor fünf Leuten zu stehen.
Faf: Außerdem müssen wir ja auch noch dieser ätzenden Lohnarbeit nachgehen. Wir sind ja nicht, wie Matze, der größte Punkrocker von Dortmund.

Zwen: Ne, der braucht das nicht.
Ali: Also, ich mag meinen Job.
Faf: Ja, ich mag meinen Job auch, wurde nur Montag mit Ziegelsteinen beworfen.
Lohnarbeit und Ziegelsteine...und deswegen spielen wir nur am Wochenende. Ab und an ja auch mal so, wenn sich das anbietet, wenn z.B. eine Support-Tour ansteht. Ansonsten am Wochenende.
Jay: Ja, demnächst sind wir unter der Woche mit den Bennies unterwegs.
Ali: Ach, das ist ja jetzt schon.
Faf: Ja, das ist jetzt schon Ali.
Außerdem ist das am Wochenende ganz gut, weil wir ja eh schon ein Alkoholproblem haben.

Zwen: Also trinkt ihr jetzt nur noch am Wochenende?
Faf: Ja...hmmmm...mhhmmm...

Zwen: Das ist zumindest das Ziel.
Faf: Ja, man kann das dann seiner Mama besser erzählen.
Jay: Die liest ja auch bestimmt das Interview.

Zwen: Ja, klar. Mütter und Schwiegermütter. Unser Hauptpublikum.
Faf: Meine Mama kommt gleich.
Ali: Echt? Krass!

Zwen: Wie sieht das denn aus mit Skaten. Ist das immer noch wichtig für euch?
Faf: Ja, auf jeden Fall.
Jay: Wir veranstalten halt zwei Mal im Jahr einen Contest in Neuss und gucken dass wir damit Netzwerke schaffen. Wir machen den Contest und danach ein Konzert und die ganzen Skater können dann kostenlos mit aufs Konzert. Außerdem machen wir mit Reel und Pavel so eine Kollaboration für ein Skatedeck.
Faf: Fahren tun wir auch noch.
Jay: Bald kommt auch ein Skateview.
Faf: Ja, wir sind da was am planen dran, damit die Leute sehen, der Ali kann einen Olli.
Ali: Ich wollte gerade sagen. Eigentlich kann ich nicht skaten. Also, ich kann rumfahren, ich kann einen Olli und manchmal schaffe ich es sogar die Mini-Ramp runter.
Faf: Letztens haste einen Rock to Fakie gelernt.
Ali: Ich weiß nicht, was das ist.
Faf: Ja, in Düsseldorf gibt es halt eine ziemlich große Skateszene, weil auch viele Leute von außerhalb hierher kommen, was wahrscheinlich an der alten Halle liegt, die es jetzt nicht mehr gibt.
Jay: Da haben wir auch vor zwei Jahren bei einem Benefiz mitgespielt.
Faf: Dadurch kamen dann auch die Connections, auch zum Titus.
Jay: Im letzten Jahr haben wir das Auftakt-Konzert bei Titus im Shop gespielt.
Faf: Man trifft sich dann zum Fahren und fährt Skateboard. Das macht nämlich Spaß, kann ich dir sagen. Fährst du auch?

Zwen: Ne, weil mein Skateboard untenrum komplett verrostet ist und ich die Achse nicht mehr verstellen kann. Das hat jetzt immer so'n Rechtsdrall.
Faf: Voll das Nazi-Skateboard!
Dann solltest du es mal reparieren und dann anfangen.

Zwen: Oder ich sollte es mit dem Rechtsdrall mal ein bisschen ins AZ schicken.
Jay: Fitness wird ja auch sehr groß bei uns geschrieben.
Faf: Ja, Fitness ist wichtig.
Ali: Das wusste ich bis jetzt noch nicht.
Faf: Ich habe wieder Waden aus Stahl, weil ich wieder mit dem Board zur Arbeit fahre.
Ali: Wenn ich mit meinem Board zur Arbeit fahren würde, würde das nichts bringen, weil ich ca. fünf Minuten brauche, nicht mal, wohl eher eine Minute.

Zwen: Ich wollte mal zum neuen Album fragen: Der Sound ist ja ziemlich fett und ihr arbeitet ja auch mit verschiedenen Gitarren. Live habt ihr nur eine Gitarre und Studio kann man ja immer etwas tricksen. Wie macht ihr das, dass es nicht total leer klingt live?
Ali: Also, wir haben das Album live eingespielt. Im Studio hatte ich zwar zwei Verstärker bei denen ich umschalten konnte, aber trotzdem klappt das live auch ganz gut. Es ist natürlich nicht immer genau das, was auch auf Platte ist, aber das Meiste kann man ganz gut regeln. Zur Not wird es ein wenig anders gespielt, aber es klappt gut. Glaube ich.
Jay: Hast du uns denn schon mal live gesehen?

Zwen: Ja, ein Mal auf dem Back To Future und ein Mal im Rattenloch, daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern.
Jay: Ich auch nicht.
Faf: Warst du einer von den nackten Idioten?

Zwen: Ne, ich weiß es nicht, vielleicht.
Ali: Erinnerst du dich denn daran dass nackte Leute da waren?

Zwen: Ne.
Ali: Ohoh.

Zwen: Aber ich war auf dem Back To Future und daran erinnere ich mich noch. Aber ihr habt ja auch früh gespielt. Das war dann einfach für mich.
Faf: Früher spielen, mehr saufen.
Jay: Alles für die Fitness.

Zwen: Wo seht ihr euch denn? Wärt ihr lieber auf dem Zeltplatz vom Back To Future mit literweise Bier, in einem Club Backstage in Düsseldorf oder auf einem Reggae-Festival?
Ali: Alles mal. Es kommt drauf an.
Faf: Also, sagen wir mal so. Am besten läuft es, wenn man auf einem Festival spielt, den Backstage voller Bier hat, da auch Reggae-Bands spielen und man dann noch zum Zeltplatz laufen kann, wo die Leute tonnenweise Bier haben und man die Bierbong mit denen ausprobieren kann, aber wenn man so wählen müsste, würde ich wohl den Backstage wählen, weil es da Bier gibt.
Jay: Aber aufm Zeltplatz doch auch.

Zwen: Festival oder Clubkonzert?
Ali: Es kommt drauf an.
Jay: Volles Clubkonzert ist immer cooler als Festival mit zwei Leuten.
Wir haben mal beim Open Flair gespielt und da haben die bei unserem zweiten Song erst die Schleuse geöffnet. Und dann bisse fertig und dann stehen da die Ersten.
Faf: Dafür war das Bier gut. Es ist natürlich geil, wenn du einen schwitzigen Club hast, wo alles voll ist, aber es ist auch geil, wenn man bei einem Festival über tausend Leute guckt. Hat beides was. Ich wollte mich nicht entscheiden müssen.
Ali: Ist ja auch zu schwierig.
Faf: Echt mal, kannste nicht was einfaches fragen? 1+1, oder so?

Zwen: Na gut, ich schenk euch mal eine Frage: Habt ihr am Ende selbst noch was zu sagen?
Faf: Wir liebe Bierschinken! Den Bierschinken.

Zwen: Also nicht unser Zine.
Faf: Doch, doch, ich bin wirklich großer Fan. Das sage ich jetzt nicht um dir Honig ums Maul zu schmieren. Und jetzt habe ich auch endlich mal ein Gesicht zu den Berichten.

Zwen: Ja, zu meinen. Ich kriege ja manchmal auch Ärger für Berichte, die ich gar nicht geschrieben habe. "Eye, du hast meine Band kaputt geschrieben!"
Ali: Aber das ist ja gerade das schöne.
Faf: Ja, genau, deswegen lese ich euch ja so gerne. Wenn ihr schreibt die Band ist scheiße, dann wird das wohl stimmen. Wenn ihr schreibt die Tips sind scheiße...

Zwen: Immerhin wisst ihr nicht, wo ich wohne.
Faf: Da könnte ich ja mal den größten Rockstar Dortmunds fragen.

Matze: Scharnhorst! Scharnhorst!
Zwen: Da wohne ich gar nicht.
Faf: Da will ja auch keiner wohnen.

Zwen: Och naja...
Gut, das wars dann schon. Ich danke vielmals und ich seh' euch dann auf der Bühne.
Faf: Ja, tschüü.


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Ramoetry ist der pfiffige Name einer Ausstellung, die derzeit (29.04.-13.05.2016 im Bochumer Neuland läuft. Macher Stefan kennen wir sonst als Moderator bei punkrockers-radio.de, heute darf er selbst mal die Position des Interviewten einnehmen...



Zwen: Erste Frage: Du wirst heute interviewt. Fühlst du dich unwohl?
Stefan: Weil ich jetzt interviewt werde? Nö, ich kenne das ja. Miteinander sitzen, Bier trinken, quatschen...

Zwen: Ja, aber ich stell' jetzt die Fragen.
Stefan: Kein Problem.

Zwen: Okay, vorweg mal: Bei geschriebenen Interviews lesen die Leute eh nicht so weit, deswegen erklär' unseren Lesern doch mal kurz, worum es bei Ramoetry geht.
Stefan: Ich habe vor drei Jahren angefangen bei Interviews, die ich für punkrockers-radio.de mache, die Leute einfach mal Texte der Ramones lesen zu lassen. In der Regel interviewt man ja die Sänger und ich fand es cool, Sänger die Texte lesen zu lassen. Dann habe ich überlegt, welche Band man nehmen kann und dann kam ich auf die Ramones. Die kennen alle. Die Texte sind kurz und die meisten Leute mögen sie und viele verehren sie. Die erste Idee war ein Interview anders zu gestalten und nicht immer nur nach dem neuen Album zu fragen, sondern einfach mit den Texten eine neue Komponente reinzubringen. Irgendwann kam dann die Idee mit der Ausstellung. Es gibt 40 Aufnahmen von Leuten aus aller Welt, die Ramones-Texte lesen und davon habe ich zehn für die Ausstellung ausgewählt. Bei der Ausstellung gibt es zehn Stationen, wo man sich den Original-Titel anhören kann und die Interpretationen der Leute. Es gibt zu den Stationen Plakate, da stehen die Songtexte drauf und da sind Informationen zu den Leuten drauf, die gelesen haben. Die Aufnahmen sind übrigens alle auf Kassette, die man dann individuell abspielen kann.

Zwen: Außerdem sind auf den Plakaten noch Autogramme/Verewigungen der Interpreten.
Stefan: Das stimmt. Das habe ich aber nicht durchgängig gemacht. Bei einigen habe ich's vergessen und als ich mit den Interviews angefangen habe, da war die Idee zur Ausstellung noch gar nicht da.
Deswegen habe ich nicht daran gedacht alle unterschreiben zu lassen.

Zwen: Aber es ist schon interessant, dass man eine solche Ausstellung gerade mit den Ramones macht. Textlich bzw. lyrisch ist das ja alles sehr simpel.
Stefan: Ja, klar, aber den Ausschlag hat damals gegeben, dass alle die Band kennen. Zumindest kennt doch jeder, der Punk-Musik hört, die Ramones. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass jemand Punk hört und die Ramones nicht kennt. Es gibt eine große Textauswahl und die Texte sind kurz. Gerade zum Lesen ist das natürlich gut und wenn die Texte zu kompliziert sind, passt das dann vielleicht auch nicht.

Zwen: Ja, man merkt ja bei einigen Leuten, dass das nicht so passt.
Stefan: Das ist ja auch cool. Man merkt immer, ob die Leute da Bock drauf haben, oder nicht. Da sind Texte dabei, die über fünf Zeilen gehen und bei denen man dann nach 10 Sekunden fertig ist und dann gibt es wieder Texte die dann über 1 ½ Seiten gehen.

Zwen: Ich finde das auch spannend, dass es Leute gibt, die wirklich den Text komplett lesen, obwohl zehn Mal „Oh Baby!“ kommt und andere die dann sagen „Skip this“.
Stefan: Da waren schon gute Leute dabei. Teilweise gibt es einen kurzen Text einfach nur runtergeleiert und teilweise gibt es richtige Performances. Was Karl Nagel da zum Beispiel abzieht, das ist ja schon Theater.

Zwen: Ja, das ist schon stark, wie die Texte neu interpretiert werden. Karl Nagel ist da auch für mich ein Highlight. Dann finde ich noch Get Dead mit „Pet Semetery“ richtig geil und ich finde cool, dass Justin Sane die Geschichte hinter „The KKK took my Baby away“ erzählt. Die Geschichte sollte jeder Ramones-Fan kennen.
Was ist denn für dich noch so ein Highlight?
Stefan: Für mich ist, dass CJ Ramone gelesen hat, wichtig. Ich meine, der hat bei den Ramones gespielt. Den zu interviewen war geil und der fand die Idee super. Der Typ ist spitze. CJ hat „Born to die in Berlin“ gelesen. Ich hatte das gar nicht auf dem Schirm. In dem Song ist eine Passage auf Deutsch und er hat sich da durchgehangelt.

Zwen: Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich den Song vorher gar nicht kannte.
Stefan: Ich auch nicht. Von den 30 Songs, die ich ausgewählt hatte, kannte ich auch nicht alle, aber passte.

Zwen: Wie war das denn bei dir mit den Ramones? Wann hast du deine Liebe zu denen entdeckt, weil ich denke mal, dass sie auch in deinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben.
Stefan: Jein, also ich habe die Ramones gehört, aber ich habe mir die Ramones live, obwohl ich die Chance hatte, nicht angesehen. Die waren mir damals einfach zu groß. Eigentlich habe ich jetzt erst durch die Ausstellung so richtig Zugang zu der Band bekommen. Der Sinn der Ausstellung ist ja auch nicht, dass ich ein totaler Ramones-Fan bin. Mit dem Ramones habe ich eher versucht, einen Common Sense im Punk zu finden, trotzdem bin ich definitiv kein Die-Hard-Fan, aber heute ärger ich mich schon, dass ich sie nicht gesehen habe.

Zwen: Hast du denn zum Ende noch was zu sagen?
Stefan: Ja, kommt vorbei!

Zwen: Genau, ist eine wirklich tolle Ausstellung mit sehr viel Liebe gemacht. Ich bin hellauf begeistert und habe sogar ganz das Biertrinken darüber vergessen. Das heißt was. Kommt vorbei und nicht nur Ramones-Fans, kommt alle!
Stefan: Ja, würde mich freuen. Es gibt auch ein Rahmenprogramm. Am Dienstag (03.05.2016, Anm. d. Red.) ist hier ein Konzert. Die Ramones spielen zwar nicht, aber immerhin The Rattenpack. Am Mittwoch (04.05.2016, Anm. d. Red.) ist dann noch eine Lesung von den Leuten, die Punk im Ruhrgebiet geschrieben haben und ich werde noch ein paar Drum-Herum-Geschichten zu den Interviews erzählen, von CJ Ramone, Get Dead und vom Punk Rock Holiday.

Zwen: Wie lange läuft die Ausstellung noch?
Stefan: Die läuft bis zum 13. Mai. Vielleicht mache ich die dann noch wo anders, mal schauen.

Zwen: Und in welchem Rhythmus?
Stefan: Eigentlich ist jeden Abend geöffnet, außer montags. Steht aber auch alles auf der Website (http://www.ramoetry.net/)


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Diejenigen unter euch mit Langzeitgedächtnis werden sich erinnern: Vor anderthalb Jahren hatten wir Arliss Nancy und Travels & Trunks zu Gast beim Bierschinken eats FZW und alle Flanellhemdenträger schwangen ihre Jutebeutel im Takt, während sie laut "Howdy" frohlockten. Das alles, ohne diese ganzen anderen Bands dazwischen, könnte sich am 25. April wiederholen, wenn beide Bands im Sissikingkong zu Dortmund gastieren! Das wird toll! Einlass auch für Leute ohne Bartwuchs!


Und damit ihr geldbörsenschonend dem Event beiwohnen könnt, verlosen wir 2x2 Tickets für diesen Abend! Was ihr machen müsst: Uns schreiben, was ihr mit einer Schere und viel Kreativität aus einem zentnerschweren Kinnbart zaubern würdet. Gerne hier in die Kommentare, bei Facebook oder übers Kontaktformular.
Einsendeschluss: Samstag, 23.04.2016!
+

Das Gewinnspiel ist beendet!
Gewonnen haben (verkürzt): Gitarrensaiten, Blöcke zur Hausabsperrung, Fensterisolierung. Sehr praktisch veranlagt, unsere Leser!

(FB und G+ nicht mehr anzeigen?)


Die prächtigen Dudes von Astairre haben soeben ihre neue EP "So lange wir noch funktionieren" veröffentlicht.
Ein ausführliches Review zur Platte lest ihr hier.


Und weil sie am 8.4. Releaseparty in Köln feiern, dürfen wir 2x2 Tickets verlosen. Was ihr machen müsst? Uns übers Kontaktformular euren Namen schreiben. Außerdem, sagen wir mal, das schönste Wort mit dem Doppelkonsonant "ll", das ihr kennt.
Einsendeschluss ist Dienstag, der 05.04.2016!
das Gewinnspiel ist beendet!

(FB und G+ nicht mehr anzeigen?)


Mr. Irish Bastard (das Mr. steht nicht für Münster!) begeistern nun schon seit einiger Zeit auf sämtlichen Bühnen sämtliche Fans von irisch geprägtem Folkpunk, auf der aktuellen Tour hatte Herr Irish Bastard himself sogar zwischen zwei Pints noch Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten...

Zwen: Ich wollte jetzt eigentlich fragen, wie die Tour läuft, aber so richtig seid ihr ja noch gar nicht auf Tour.
MIB: Wir sind im April mit Saltatio Mortis auf Tour. Da spielen wir 12 oder 13 Konzerte. Landauf landab. Die ersten Läden sind auch schon ausverkauft. Karlsruhe ist ausverkauft und irgendwas wird umverlegt.

Zwen: Also, doch auf Tour. Habt ihr denn bis hierhin irgendwelche Verluste gemacht?
MIB: Nö, alles gut.

Zwen: Also, immer noch fit? Gestern habt ihr euch ja auch geschont, wie ich gehört habe.
MIB: Genau, ne, alles gut. Fit und munter.
Morgen spielen wir in München, Backstage, mittlere Halle. Da sind wir einmal im Jahr.

Zwen: Ihr stoßt ja mit eurer Musik schon eher in eine Lücke. Also, ich kenne zumindest in unserem Raum, also NRW, eher wenige Bands, die Punk machen und das mit Irish Folk verbinden. Ich meine in Amerika gibt es das ja schon mehr und es scheint ja auch angenommen zu werden. Würdet ihr euch mehr Bands wünschen, die solche Musik machen, damit ihr nicht so alleine seid?
MIB: Es gibt ja schon viele andere Bands, die in dem Genre unterwegs sind. Wir sind vielleicht etwas gitarrenlastiger und in dem Fahrwasser der großen amerikanischen Bands unterwegs. Außerdem gibt es ja schon ein paar Bands, die auch die Musik machen. Fiddlers Green zum Beispiel. Aber du hast Recht, es ist ein relativ dünn besetztes Genre.

Zwen: Liegt das vielleicht auch daran, dass diese Musik zu machen erstmal von der ganzen Organisation her sehr schwierig ist. Ich meine bei einer Punkband ist das ja noch relativ einfach. Du brauchst Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang, haste alles zusammen. Bei euch stelle ich mir das schwierig vor erstmal die Leute zusammen zu kriegen.
MIB: Absolut, ich meine, komischerweise kannten wir uns ja aus der Vergangenheit. Bevor wir mit Mr. Irish Bastard angefangen haben, spielten wir ja alle in einer Band, die soundtechnisch gar nicht so weit entfernt war von dem was wir jetzt machen. Dann haben wir uns aber alle in verschiedene Windrichtungen verteilt und dann habe ich 2005 Pogues in Dublin gesehen. Dann hatte ich Lust wieder was zu machen und habe die Leute mit denen ich vorher zu tun hatte angerufen und gefragt "Sag' mal haste Bock was zu machen?". Weil, wie du auch sagst, ist natürlich ungewöhnlich, dass man Banjo oder Tin Whistle am Start hat, weil das sind wirklich seltene Instrumente. Von daher einen guten Tipp an jeden, der in einer Band spielen möchte: Lernt verrückte Instrumente, dann kommt ihr immer rein.

Zwen: Ja klar, es gibt ja auch 3000 Gitarristen, aber Banjo spielt wohl echt nicht jeder.
Wie ist das denn bei euch? Ihr habt ja keinen Dudelsack. Liegt das daran, dass in eurem Bekanntenkreis das keiner spielt oder habt ihr euch gesagt, das machen alle und deswegen wollen wir das nicht.
MIB: Ich glaube wir mögen einfach keinen Dudelsack.
Das könnte auch sehr viel damit zu tun haben.

Zwen: Ist auch ein Argument. Ihr feiert ja demnächst schon euer 10-jähriges in Münster. Würdet ihr Münster auch als eure Homebase bezeichnen?
MIB: Ich weiß gar nicht, ob ich das so sagen würde. Früher haben wir ja sehr selten in Münster gespielt, da waren wir in China, in Japan, in England, in der Ukraine, in der Schweiz und in Österreich. Deswegen haben wir Münster nie so als Homebase empfunden. Aber jetzt kommen wir natürlich gerne wieder nach Hause und deswegen ist das schon ein gutes Gefühl.

Zwen: Homebase und Touren ist ein gutes Stichwort. Ihr wart also schon in Asien unterwegs. Wie ist das mit Amerika. Kommt ihr da gut an, oder gibt es da einfach schon zu viele Bands wie Dropkick Murphys oder Flogging Molly? Werdet ihr da überhaupt wahrgenommen?
MIB: Durch Facebook sind wir schon in Brasilien und den USA präsent. Außerdem haben wir Zeit und machen es für den halben Eintrittspreis wie Flogging Molly und Dropkick Murphys. Wir sind die günstige Variante. Muss uns nur jemand hinkarren.

Zwen: Ich hoffe nicht, dass das jetzt das einzige Argument ist und sich die Leute sagen: "Gut, Dropkick Murphys wären schon geiler gewesen, aber halt auch teurer". Im Ox war es glaube ich, dass du gesagt hast, dass es für euch wahrscheinlich schwierig wäre in Irland zu spielen.
MIB: Ist halt eine andere Musikszene. In Japan gibt es zum Beispiel eine lebendige Irish Folk-Szene. Das gibt es da jetzt in der Form nicht. Ich sag immer, wenn wir aus Münster wären und Allgäuer Blasmusik machen würden, wäre das Allgäu nicht unser erstes Ziel.

Zwen: Ist vielleicht auch eine Frage der Authentizität, wenn ihr jetzt als Münsteraner den Iren erzählen wollt, wie man Irish Folk macht.
MIB: Ich bin ja insofern vorbelastet, als dass meine Familie aus Irland kommt. Es liegt halt auch viel daran, ob man richtig englisch spricht. Dann klingt es auch - im Gegensatz zu anderen Bands, ohne jetzt zu negativ zu sein - anders und dann hat man auch ganz andere Möglichkeiten in anderen Ländern anzukommen.

Zwen: Und grundsätzlich Irland? Wärt ihr da abgeneigt?
MIB: Nee, Belfast wäre schön, Dublin wäre schön. Auf jeden Fall. Ich würde aber lieber New York und Boston spielen.

Zwen: Was war denn zuerst da? Dein Name oder der Name der Band?
MIB: Das Huhn oder das Ei?
(Zuruf aus einer dunklen Ecke: Eier!!)
Ich glaube es war wichtig für die Band eine logische Klammer zu finden, wo man weiß, dass wir eine Punk- und keine Pop-Band sind. Dadurch, dass wir die Höflichkeitsform "Mister" und dann noch das andere, das "Irish Bastard", drin haben, hat das schön zwei Polaritäten. Deswegen fand ich den Namen sehr griffig. Hat was.

Zwen: Also, können wir uns für die Frage darauf einigen, dass beides ungefähr zeitgleich kam?
MIB: Ich glaube, während die Idee gärte, kam der Name. Das war schon ein organischer Prozess. Ich glaube der Name definiert viel wer du bist und was du machst. Wenn du einen scheiß Namen hast, dann definiert dich das halt anders und durch einen guten Namen hat man mehr Möglichkeiten.

Zwen: Würdet ihr lieber vor 100 besoffenen Punks spielen, die total abreißen, aber am nächsten Tag nichts mehr wissen, oder vor einem kleinen Kreis Musikkritikern, die anerkennend mit dem Kopf nicken?
MIB: Das ist eine Fangfrage, weil die Musikkritiker berichten natürlich alle in ihren Medien. Das ist ja schon mal gut. Bei den 100 besoffenen Punks...hmm...es gibt ja den Solo-Pogo. Der Solo-Pogo ist für jedes Konzert der absolute Tod. Da haste drei Leute vor der Bühne, die besoffen Pogo machen und den Rest zurückdrängen. Das ist der schlechteste Fall. Bei 100 besoffenen Punks, die das Gegenteil machen - also Gruppenpogo - wäre das natürlich ganz geil und wenn die dann noch alle schreiben würden, wäre das natürlich das Optimum.

Zwen: Am besten 100 besoffene Punks, die alle für Bierschinken schreiben.
MIB: Das wäre natürlich das Maximum.

Zwen: Ich glaube wir haben nicht 100 Leute, die für uns aktiv schreiben....
Wie überlebt man eigentlich so eine Show vor 100 besoffenen Punks, wenn man im Anzug spielt?
MIB: Das ist unser Banjospieler. Ich trage immer schwarzes Hemd und schwarze Hose. Der spielt im Anzug.

Zwen: Ich habe mich gefragt: Wie schafft man das? Ist doch bestimmt super anstrengend, außerdem sind Anzüge ja nun nicht so super atmungsaktiv.
MIB: Ich glaube es verlangt einfach von den Bandkollegen viel Toleranz und das lasse ich jetzt mal so stehen.

Zwen: Aber ihr macht das nicht so wie andere Bands, dass ihr auf Tour bei den Shows immer die gleichen Klamotten tragt?
MIB: Dazu kann ich unmöglich was sagen.

Zwen: Okay, ihr müsst ja auch nicht alles beantworten.
MIB: Mysteriös bleiben.

Zwen: Genau.
MIB: Wir sind mysteriös. Zumindest, was unsere Klamotten angeht.

Zwen: Ich habe ja gerade auch schon gehört, dass ihr euch gestern ein bisschen geschont habt. Trotzdem die Frage: Wie viel Guinness vernichtet ihr so auf einer Tour?
MIB: Wir haben so eine Evolution durchgemacht, wo wir verschiedene Getränke ausprobiert haben. In unserer Anfangszeit hatten wir zum Beispiel eine Eierlikörphase. Was daran lag, dass wir zu der Zeit sehr viel Helge Schneider gehört haben und es gibt da so eine Helge Schneider-Geschichte mit Eierlikör. Als dann unsere Magenwände durch waren, haben wir dann was anderes ausprobiert. Ein bunter Strauss an Gift.

Zwen: Also, seid ihr nicht so festgefahren auf Guinness? Ein bisschen gewinnt man ja den Eindruck, oder ist das so ein Irish Klischee?
MIB: Ja klar, wenn es Guinness gibt - heute Abend gibt es das ja - dann trinken wir das gerne nach der Show. Manche Veranstalter sind auch total lieb und stellen uns Guinness hin. Manchmal gibt es die billige Lokalplörre, was ganz gut ist, weil es lokal ist, wäre aber schöner, wenn es nicht die Billig-Plörre wäre.

Zwen: Heute gibt's Krombacher. Ist das okay?
MIB: Oberes Mittelfeld. Aber ist okay.

Zwen: Auch nicht so mein Bier, aber besser als kein Bier.
MIB: Das ist das Schlimmste.

Zwen: Hattet ihr das schon mal?
MIB: In den Anfängen haben wir schon mal in Läden gespielt, wo der Promoter etwas restriktiver war und wir dann auch ein wenig um Bier betteln mussten.

Zwen: So in Jugendzentren, wo es nur drei Biermarken pro Person gibt.
MIB: Die Biermarke ist natürlich total verhasst. Aber inzwischen ist das okay, die Veranstalter passen immer auf, dass wir gut gepegelt den Ort verlassen.

Zwen: Das ist dann wohl der Vorteil an dem Klischee. Da wissen die Leute schon, okay da kommen die Iren, da müssen wir ordentlich was kaltstellen.
MIB: Genau, unser Publikum ist ja auch ein bisschen trinkfreudiger. Dann haben sie auch die Bar gut bestückt. Dann kommen auch alle auf ihre Kosten. Klar, das klingt jetzt sehr nach Klischee, aber ein bisschen ist es wohl auch einfach so.

Zwen: Ist ja auch gut, wenn man das Klischee ein bisschen pflegt.
MIB: Jaaaa, wenn man manche Bands fragt, sagen die: "Wir passen in keine Schublade".
Wir haben halt eine Schublade und bewohnen die auch gerne.

Zwen: Ist halt auch immer die Frage, wenn solche Bands das sagen, ob das dann auch wirklich stimmt.
MIB: Ja, das ist das andere. Dann hörst du die und denkst dir, och, ich hätte da schon eine Schublade.

Zwen: In einem älteren Artikel habe ich gelesen, dass ihr euch mehr oder weniger selbst verwaltet. Jetzt seid ihr bei Uncle M, also schon 'nem ziemlich fetten Label...
MIB: Ne, wir pflegen zu Uncle M freundschaftliche Beziehungen und um unser Booking kümmert sich auch eine Agentur, aber was Platten und Produktion angeht, betreiben wir mit Reedoo immer noch unser eigenes Label. Wir sind also immer noch ein selbst verwaltetes Jugendzentrum.

Zwen: Also immer noch D.I.Y. und Punkrock-Spirit?
MIB: Absolut. Du kannst ja auch viel alleine machen. Das Internet stellt dir halt viele Möglichkeiten. Es stellt dich auch vor einige Probleme. Wie du den ganzen Kram bezahlen willst zum Beispiel, aber es gibt dir eine Plattform. Das heißt du bist unabhängig. Ich finde, wenn du Musik machst, ist das das wichtigste, dass du unabhängig bleibst. Wir haben halt völlige künstlerische Freiheit.

Zwen: Ihr wollt das dann wohl auch nicht abgeben, dass ihr sagt, wäre zwar weniger Arbeit, aber...
MIB: Also, wenn da draußen jetzt jemand ist, der Bierschinken liest und ein unwiderstehliches Angebot hat, werden wir das gerne nehmen.

Zwen: Ich bin ja etwas pessimistisch, dass die großen Label-Bosse unser kleines Fanzine lesen, aber wer weiß....
Jetzt haben wir noch gar nicht gar nicht über das neue Album geredet. Das ist für mich immer ein bisschen schwierig, dazu Fragen zu formulieren, deswegen würde ich einfach mal sagen, dass du drei, vier Sätze dazu sagst.
MIB: Für uns war das letzte Album, dass im Mai letzten Jahres erschienen ist, ein wichtiger Evolutionsschritt, da wir unsere Arbeitsweise geändert haben. Wir sind in ein anderes Studio gegangen und haben uns einen Produzenten dazu geholt. Das ist auch ganz wichtig, dass jemand anderes noch seine Meinung zu der Musik abgibt. In einer Band ist das ja meist so, dass der eine sagt, die Welt ist eine Kugel und der nächste sagt, die Welt ist flach und dann einigt man sich darauf, dass die Welt ein Tetraeder ist. Die Welt ist aber kein Tetraeder. Deswegen war es für uns wichtig, dass noch jemand dabei ist, der dann auch mal sagt, dass diese oder jene Idee Kappes ist. Deswegen war das für uns auch eine wichtige Entwicklung.

Zwen: Abschließende Worte?
MIB: Trinkt euer lokales Bier.

Zwen: Was ist denn das lokale Bier hier in Essen? Ich komm ja aus Dortmund.
MIB: Das weiß ich auch nicht.

Zwen: Ja, im Ruhrgebiet ist das ja auch sehr traurig. Die ganzen Brauereien, die es hier noch zu Kohlezeiten gab, wurden ja alle mehr oder weniger von Großkonzernen übernommen. In Dortmund gehört ja jetzt alles zu DAB und die gehören wiederum zu Radeberger-Gruppe. Eigentlich gibt es nur noch Bergmann Bier. Das ist so eine ganz kleine Hausbrauerei.
MIB: Aber es gibt ja im Süddeutschen viele Mini-Brauerein. Ich weiß nicht wie's im Ruhrgebiet aussieht.

Zwen: Relativ schlecht.
MIB: Also, in Süddeutschland trinken wir immer das lokale Bier. Manchmal ist das etwas gewöhnungsbedürftig. Schwere Plörre. Ist aber schön die lokale Braukunst zu unterstützen, muss ja nicht immer das ganz Große sein.

Zwen: Ja, dann bedanke ich mich mal für das Interview.
MIB: Ich hab' zu danken.


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Montagabend 20.30h. Proberaumzeit für den Dummen August. Und heute auch mal Interview-Zeit. Schließlich gibt es eine Menge Dinge zur neuen Platte zu klären. Wir treffen uns in den Katakomben eines Proberaumblocks mitten in Köln-Ehrenfeld und bilden einen schönen Stuhlkreis, damit mir Dani, Berten, Achim und Emre jede noch so blöde Frage beantworten können.
Alles Wichtige habe ich dann mal für euch zusammengefasst.


Mariella: Was war zuerst da? Der Bandname oder die Texte? Ich finde ja beides sehr gut aufeinander abgestimmt.
Berten: Soweit ich mich erinnere waren zuerst einige Texte und dann der Bandname. Und dann die restlichen Texte.

Mariella: Aber finde ich das jetzt nur, dass das gut aufeinander abgestimmt ist, oder ist der Name auch ein bisschen das Konzept? Der dumme August ist schließlich eine Figur, die scheitert.
Achim: Ah! Der Wikipedia-Text.

Mariella: Klar. Ich habe mich natürlich informiert. Und die meisten Songs sind ja Momentaufnahmen, die nicht gut ausgehen. Oder wo man davon ausgeht, dass es nicht gut ausgehen kann. Ob das Mädchen aus der Bar ihn dann nächsten Samstag küsst, das weiß man ja als Zuhörer nicht.
Achim: Ich glaube, das liegt am Emsland, dass da nichts gut ausgeht. Der Name kam eigentlich recht spät. Wir haben ziemlich lange rumgeiert. "Autobahn" war ein möglicher Name. Und auch: "Rhythmusgruppe Innenstadt".
Berten: Ich schätze, dass wir 5 Songs hatten, und dann kam der Bandname.

Mariella: Aber Name und Songs hatten nichts miteinander zu tun?
Dani: Ich denke doch, schon. Also, ich war nicht dabei. Aber muss ja.
Berten: Auf alle Fälle. Wir brauchten halt einen Bandnamen, der auch Sinn macht. Wir haben ja jetzt nicht einfach ein Buch aufgemacht, und da stand dann der Name. Wir haben uns schon überlegt, wie wir heißen wollen. Achim hatte "Der dumme August" vorgeschlagen und wir fanden, das passt sehr gut.
Achim: Ja, so war das damals.

Mariella: Nachdem wir das nun geklärt hätten: Ihr spielt alle noch in anderen Bands. Warum wurde der dumme August gegründet? Würdet ihr euch eher als Band oder als Projekt sehen?
Achim: Das war mal als Projekt gedacht. Weil der Berten diese Mädchensongs hatte und die nicht so richtig zu "Kommando Petermann" passten. Und da habe ich mir mit dem Hasan seinerzeit gedacht: So. Wir nehmen das jetzt einmal mit dem Berten schön auf, damit er mal eine Rhythmusgruppe hat und seine Mädchensongs schön poppig machen kann. Dann hat er die Aufnahmen und dann soll er sehen, was er damit anfängt. So war das eigentlich geplant. Und dann kam aber der Emre noch dazu und so ist es letztlich eine Band geworden.

Mariella: Da du das gerade ansprichst mit den Mädchensongs? Ihr wisst schon, dass ihr damit auf einer Linie mit sämtlichen Schlagerbands der 80er seid? Auch was die Frauennamen an sich angeht.
Berten: Ja. Habe ich in einem ersten Review auch schon so gelesen. Und da wurden wir gemeinsam mit Dieter Bohlen genannt. Vermutlich wegen der Frauennamen.
Das ist keine Absicht oder groß geplant. Das ist eher einfach mal auf Punkrock Attitüde scheißen und ein Mädchenlied schreiben. Und irgendwann hat uns das dann einfach so gut gefallen, dass wir uns gedacht haben: Lass das einfach mal durchziehen.
Achim: Das sollte ja eigentlich auch alles viel poppiger werden. Aber das können wir halt nicht. Geht halt nur ufta, ufta. Jeder so, wie er kann.

Mariella: In dem Presseinfo von Bakraufarfita werdet ihr als Pop Punk definiert. Damit habe ich eher Bands wie Blink 182 besetzt. In einer Rezension wiederum wird von Fun Punk gesprochen, welcher aber doch eher wie die Abstürzenden Brieftauben klingt.
Achim: Gibt es doch gar nicht mehr. Also Fun Punk.
Berten: Wir würden das bestimmt nicht als Fun Punk bezeichnen. Poppiger Punkrock vielleicht.

Mariella: Beim Hören habe ich mir gedacht, das ist "gelebte Musik". Ich kann mir nicht vorstellen, dass Erstsemester wirklich was mit euch anfangen können. Wie sehr ihr das?
Berten: Du meinst also, unsere Musik ist für Leute "um die Vierzig"?

Mariella: Dreißig bis Vierzig. Vielleicht auch Mitte Zwanzig. Ich bin jedenfalls gespannt, ob ich 19Jährige auf euren Konzerten treffen werde.
Berten: Glaube ich nicht. Die hören ja alle Hip Hop. Und Hardcore.
Dani: Da gab es noch nicht genug Enttäuschungen in deren Leben. Da ist noch alles voll mit rosa Wölkchen.

Mariella: Ich stelle mir das gerade vor, wie die sich Berten ansehen und denken: Ach. Der traurige, alte Mann auf der Bühne?
Dani: ... der hat schon einiges mitgemacht, viel erlebt.
Berten: Wir haben uns keine Zielgruppe ausgedacht, als wir die Lieder gemacht haben. Aber es kann schon sein, dass das eher für Leute in unserem Alter geeignet ist. Möglicherweise sagen die halt eher: Kenne ich. Ich weiß genau, was der da erzählt.

Mariella: Für Freunde von rotweingeschwängerter, bissiger Melancholie.
Achim: Also, Rotwein schon. Aber zwischendurch auch mal einen Schnaps.

Mariella: Wer schreibt denn die Texte?
Berten: Unterschiedlich. Aber die meisten habe ich geschrieben. Liebeslieder finde ich einfach.

Mariella: Aber bei Liebesliedern besteht doch ganz leicht die Gefahr, auf die Revolverheld-Schiene abzurutschen.
Dani: Ja. Das finde ich auch.
Berten: Da habe ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, ob das schnulzig wird oder nicht.
Achim: Können wir an dieser Stelle mal festhalten, dass Revolverheld die allerletzte Scheiße ist?

Mariella: Sehr gerne!
Dani: Mir rollt sich jetzt schon der Zehennagel hoch!
Achim: Die haben eine Zielgruppe. Das ist Musik für Leute, die eigentlich keine Lust auf Musik haben. Musikgeschmack: Eigentlich alles.
Berten: Distelmeyer hat schon in den 90ern gesungen: "Viel zu früh und immer wieder Liebeslieder." Und jetzt macht er das selber.

Mariella: Ich habe ja nichts gegen Liebeslieder. Ich finde auch, dass das bei euch gut gelungen ist. Man fühlt sich nicht unwohl und peinlich berührt beim Hören. Ich mag die Platte wirklich!
Achim: Schreib das da rein! Und: Alter, trauriger Fun Punk.

Mariella: Kommen wir zu einer nervigen Frage: Was passiert dieses Jahr noch?
Emre: Wir werden reich und berühmt. Werden nicht mehr arbeiten und machen nur noch Musik.
Berten: Erst einmal muss die Platte ja erscheinen.
Achim: Angedacht ist, dass, wenn Supernichts Konzertanfragen bekommen, wir dann fragen, ob wir mit dem Dummen August mitfahren können. Tut ja keinem weh und das würde ganz gut passen.

Mariella: Gibt es eigentlich musikalische Vorbilder für den Dummen August?
Berten: Nö. Ich mag gerne Melodien.
Achim: Alles was einfach ist und nach vorne geht.
Emre: Supernichts, Knochenfabrik und Kommando Petermann.

Mariella: Was sind denn eure persönlichen Lieblingssongs vom Album?
Achim: "Deine beste Freundin." Der ist als einziger so richtig arrangiert.
Berten: Ja. Ist eigentlich auch meiner. Und "Sven".
Emre: "Das klappt so nie."
Dani: "Sven."

Mariella: Ihr seid ja noch eher unbekannt. Konzerte gab es auch noch nicht so richtig. Warum dann Vinyl zur Veröffentlichung? Das kostet doch!
Berten: Weil es schöner ist. Ich habe gerne eine Platte in der Hand! Platten von Lieblingsbands kaufe ich mir auch immer auf Vinyl. Und für mich war es auch ein kleiner, persönlicher Wunsch, Vinyl rauszubringen.
Achim: Außerdem kauf kein Mensch mehr CDs, und nur ein Download-Code ist ja auch irgendwie doof. Bei Bakraufarfita gibt es ja eh keine andere Form. Vinyl ist einfach das schönste Format.

Mariella: Gibt der Dumme August euch etwas, was euch in euren anderen Bands fehlt? Berten sagte ja schon, dass er die Mädchensongs machen kann.
Berten: Und ich kann singen.
Dani: Ich kann Bier trinken.
Emre: Mir geht es in erster Linie um die Freundschaft - und hier sind meine Freunde. Kommando Petermann sind ja nur Arschlöcher. Vor allem der Gitarrist.
Achim: Es hat tatsächlich eine Menge mit Freundschaft zu tun.

Mariella: So. Das war es schon fast. Irgendwelche letzten Worte?
Achim: Man sollte definitiv den Bönx lobend erwähnen, der sich ziemlich super um alles kümmert. Coole Sache, Bönx!




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Der dumme August, das ist ne frische Band mit alten Hasen und Häschen, die wir ziemlich schnell ins Herz geschlossen haben. Deswegen freuen wir uns sehr, euch das erste offizielle Video hier als Premiere zeigen zu dürfen!

Der dumme August - Das klappt so nie
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News Do, 14.01.2016: The Offenders im Interview!


Nach einem missglückten Vor-Ort-Termin auf der letzten Tour konnten uns The Offenders zumindest auf dem digitalen Wege nicht mehr davon laufen. Hier Zwens Email-Interview mit den Exil-Italienern! Das englische Original gibt's weiter unten.
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Nach 2014 und 2013 auch dieses Jahr wieder: Unser Jahresrückblick!
Zur Eingewöhnung ein wenig Vorgeplänkel, wir listen hier mal ganz objektiv die meist gelesenen Artikel des Jahres auf! Um das einigermaßen gerecht zu halten, sind wir danach gegangen, wie oft der Artikel in den ersten 30 Tagen nach Erscheinen gelesen wurde, andernfalls wären die Artikel vom Anfang des Jahres doch arg im Vorteil...

Top 5 der meist gelesenen Konzertberichte:
Platz 5: Ruhrpott Rodeo
Platz 4: Tank mit Frank Fest, Münster
Platz 3: Adam Angst, Köln
Platz 2: 15 Jahre und ein paar zerquetschte Bierschinken, Dortmund
Platz 1: Punk im Pott 2014
So viel zur Gerechtigkeit, ein Artikel von 2014 (aber eben in 2015 veröffentlicht) auf Platz 1. Dazu sei erwähnt, dass der Bericht von Punk im Pott 2015 erst vor ner Woche erschienen ist, sich aber immerhin schon auf Platz 7 hochgekämpft hat.

Top 5 der meist gelesenen Plattenkritiken:
Platz 5: Kotzreiz - die Stadt gehört den Ratten
Platz 4: Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen - Die Biellmann-Pirouette
Platz 3: Adam Angst - Adam Angst
Platz 2: Donots - Karacho
Platz 1: Radio Havanna - Unsere Stadt brennt

Was fällt auf? Die Hype-Band Adam Angst schneidet in beiden Kategorien ganz gut ab (unter den Konzertberichten gar der einzige Nicht-Festival-Bericht). Um das zu feiern, hat uns Lux einen "Egon Forever"-Comic zur Verfügung gestellt, der von sämtlichen anderen Magazinen abgelehnt wurde. Aber wir nehmen ja alles:


Nun aber, ohne weitere Umschweife, zum eigentlichen Jahresrückblick:

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Gelangweilt von Bierschinken?
Da wir immer noch versuchen, das Konzept von Web 2.0 zu erforschen, haben wir jetzt was Neues entdeckt: Links! Die sind total super, nicht nur um den Betrachter auf der eigenen Seite hin und her klicken zu lassen, nee, man kann ihn auch ganz woanders hinschicken!

Wir haben ja schon vor einiger Zeit unterhalb einiger Konzertberichte und auch im Terminkalender etwas Platz geschaffen, damit auch Konzertberichte und Fotogalerien von anderen Seiten verlinkt werden können. Diese Funktion ergänzen wir jetzt durch ne praktische Übersicht:

Unter http://www.bierschinken.net/berichte/extern/ seht ihr die gewohnte Konzertbericht-Liste ergänzt durch Links zu anderen Seiten, die über das gleiche Konzert geschrieben haben. Natürlich sind auch Konzerte aufgeführt, zu denen es bei uns selbst noch nichts gibt, aber wozu die Konkurrenz was hinterlassen hat. Wird doch Zeit, dass die ganzen Onlinezines sich etwas mehr vernetzen!

Das lebt natürlich nur durch eure Mitarbeit! Um selbst Links einzutragen, müsst ihr im Terminkalender das entsprechende Konzert suchen und dort auf das klicken. Falls das Konzert noch nicht angelegt ist - auch das kann man dort erledigen - geht auch ohne nen Account bei uns zu haben.
Beachtet, dass Links und Konzerttermine unter Umständen noch von uns freigeschaltet werden müssen...



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