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Patti Smith, 09.06.2022 in Dresden, Junge Garde - Bericht von verSemmelt

Patti Smith, 09.06.2022 in Dresden

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PATTI SMITH (and her Band) beginnt dann mit einem ruhigen Stück und unfassbar guter Stimme. Die Gute ist schließlich 75 Jahre alt und man kann da die Performance schon in der Einheit Charlie Harper messen. Charlie Harper steht ja bekanntermaßen für 1 und drumherum bewegt sich auch Patti. Ich würd gern in die Köpfe der ABBA-Truppenteile schauen, wenn die dieses hier mit ihrem Avatar-Hologram-Bums vergleichen. Anyway. Ein ruhiger Song namens "Grateful", mag ich, es folgt ein Gedicht von Allen Ginsberg, wo Patti vor 25 Jahren am Sterbebett weilte. Und es war nicht der einzige sentimentale oder mitunter morbide Moment. Bob Dylan wird mit nem Song gehuldigt, dem Sohn und Bandmitglied Jackson eine Anekdote über/mit ihrem zeitig verstorbenen Ehemann gewidmet. Ich bilde mir ein, dass währenddessen ein Baby schrie, welches den Altersdurchschnitt zumindest etwas senkte, als auch mal die Szenerie etwas lockerte. Ansonsten roch es auch mal "Gras" (4 mal) und vollgepisster (Erwachsenen-)Windel (1 mal). Keine Ahnung warum ich das erzähle. Ich glaub das gehört einfach dazu. Ein paar komische Momente gab es auch bei so Mitklatschaktionen und innerlich fehl am Platz fühl ich mich wenn dann so Whooohooohooos vom Publikum ausgepackt werden, wenn da paar Takte des jeweiligen Songs erklingen. Außerdem sah ich auch mal Freudentränen im berührten Publikum...

In der Mitte des Sets verschwindet Patti für 2 Songs und lässt den Rest (Drummer und Gitarrist sind nebenbei auch noch Leute von der ersten Platte) irgendwas covern. Kam mir bekannt vor, aber Sachen, die ich nicht brauch. Da kann man gut pinkeln gehen. Die Damentoiletten derweil mit einer sehr sehr langen Schlange.

"Because The Night" dann mit Einbrechen der Dunkelheit ist halt einfach ein Hit, gefolgt von einen ebenso tollen "Gloria". Zum Abschluss gab es eine geplante Zugabe mit "People Have The Power". Nach insgesamt 105 Minuten ist dann auch Sendeschluss mit der Aufforderung, doch noch dem anderen Konzert beizuwohnen. Wir fahren lieber nach Hause...Samstag spielt in der Stadt ja auch schon wieder Telekoma!*

Fazit: Großartiger Sound mit einer starken Stimme, die mal viel Einfluss hat(te). Deswegen wohl auch der geprägte Begriff  "Godmother Of Punk". 2-3 Songs fand ich anstrengend, sonst wars ganz brauchbar. Punk suchte man hier ansonsten vergeblich... Zwischen den Songs blitzen manchmal so weirde spirituelle oder religiöse Ansichten durch, dazu für meinen Geschmack etwas viel Pathos? Aber man (also ich) sollte vielleicht auch ansatzweise eine gewisse Beziehung mit dem Vorgetragenen haben oder zumindest mehr als einen Song im Voraus kennen. So ist das etwas Bauchgefühl. Immerhin fühl ich mich heute mal wieder richtig jung...

PS: Wer einen ironie- und sarkasmusbefreiten Bericht lesen will, findet bestimmt was in irgendeinem Feuilleton. Die Sächsische Zeitung wird derweil Patti Smith ignorieren und einen Bericht über die Aktion drüben im Stadion schreiben, ohne ein einziges Wort über die Vorbands zu verlieren. Banausen.

*oder auch nicht

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