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TZID:Europe/Berlin
LOCATION:Bastard Club (bis 2025)\, Buersche Straße 8\, 49074 Osnabrück
SUMMARY:Radio Havanna in Osnabrück
DESCRIPTION:http://www.bierschinken.net/event/65967-radio-havanna-osnabrueck

Zwischen Pfeffi am Späti und den Kater nach der WG-Party passt immer noch eine geballte Faust. Es gibt wohl keine bessere Zeit für wütende\, bis in die Knochen motivierte Politpunk-Bands wie Radio Havanna\, die sich mit ganzer Kraft für politische und soziale Zwecke einsetzen: Ganz Europa schwankt nach rechts außen und erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sitzt eine offen rechtsextreme Partei im Bundestag. Dass die Hoffnung zuletzt stirbt will das Berliner Quartett mit seinem neuen\, am 12. Januar erscheinenden Album „Utopia“ beweisen\, das die Band über ihr frisch gegründetes eigenes Label Dynamit Records veröffentlicht.

„Jetzt sind wir da und hier ist nichts mehr wie es wahr/ Willkommen in Utopia/ In einem Traum der uns gehört haben wir zerstört was uns zerstört/ Willkommen in Utopia“ – mit dem wuchtigen Halftime- Chorus\, der sich zwischen gleichzeitig tanzbare und kraftvoll nach vorne preschende Strophen schiebt\, nimmt die Punk-Band schon im nach dem Album benannten Opener alle Träumer an die Hand und versichert\, dass selbst in dunkelsten Zeiten ein Silberstreifen am Horizont bleibt. Diese positive Note zieht sich durch die gesamte Platte\, besonders durch wütende Protesthymnen wie das von einem nervösen HiHat-Beat getriebene „Faust hoch“. Dabei geht es Radio Havanna allerdings um mehr als nur leere Worte. Das zeigt der gleichnamige Künstlerverbund\, in dem sich befreundete Bands wie ZSK\, Itchy\, Von Brücken\, Slime oder Kmpfsprt deutlich gegen die AfD und ihre braunen Parolen positionieren. Was allerdings ebenso zu Radio Havanna gehört wie Gesellschaftskritik: die ironische Brechung von Klischees und der politische Fingerzeig mit Augenzwinkern. So dreht sich „Homophobes Arschloch“\, das dem raspelig-melodischen Gesang von Christian „Fichte“ Fichtner satte Whoa-Oh-Chöre entgegensetzt\, um hypermaskuline\, rechtsoffene Hooligans\, die insgeheim doch eigentlich nur die neueste Chart-Pop- Platte hören und mit Klaus statt Claudi kuscheln wollen – ein spiritueller Nachfolger zu „Schrei nach Liebe“\, der wie gemacht für Singalongs ist.
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