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Zur Wilden Hilde Tag 2: A Wilhelm Scream, Udo Butter & das Team, Blackout Problems, Explisz, False Lefty, Tim Vantol, 01.08.2026 in Viersen, Hoher Busch - Bericht von der Redaktion

Zur Wilden Hilde Tag 2, 01.08.2026 in Viersen

Zwen: Nachdem gestern von Hochkarätern wie Jaya The Cat und Bad Cop / Bad Cop der Hohe Bush gemäht wurde, geht es heute an den zweiten Tag. Meine Freunde finden es größtenteils nicht so spannend, aber immerhin gibt es eine Person auf die ich bei A Wilhelm Scream immer zählen kann.
Götz: Der erste Tag war schon schwer zu übertreffen, aber AWS in Gartenparty-Atmosphäre zu sehen ist natürlich ein Muss. Und das Wetter spielt heute weiterhin mit!
Götz: Während Zwen alles richtig gemacht hat und sich in sein Sauerlandmobil gelegt hat, muss ich erstmal wieder den Weg mit den Öffis herfinden.
Sowohl gestern Nacht als auch heute zeigt sich, dass die Anbindung an den Hohen Busch leider nicht so optimal ist, (obwohl zumindest tagsüber der Zug von Ddorf nach Viersen durchfährt).
Da alle anderen das anscheinend schon wussten, war der Bus aber immerhin schön leer.
Von der Reise erschöpft tanke ich mich erstmal an der mobilen Bar auf.
Zwen: Ich glaube ich hatte im Vorfeld ein bisschen Druck auf Götz gemacht insofern als das man UDO BUTTER UND DAS TEAM trotz des natürlich sehr beschissenen Namens nicht verpassen dürfe. Also, wie ist Ihr Urteil, Götz?
Götz: Der Name weckt wirklich die schlimmsten Erwartungen (vermutlich ironisch gewählt?) aber umso positiver dann die Überraschung dass Zwen Recht hat und das Team eine super Show abliefert. Zum einen ist es noch recht jung, aber weiß auch bereits wie man ein Festival spielt. Stabile Texte, viel Energie. Sympathisch!
Zwen: Mir macht die Band tatsächlich ganz gut Laune und auch wenn das deutschsprachiger Ska ist, bringen die Berliner doch ganz gute Messages ans Mikro. Anders als vor einem Jahr im Sauerland wird jedoch heute nicht der Vorschlag erörtert, die komplette Gegend mit Asphalt zuzuschütten. Ich bin irritiert, hielt ich dies damals doch für eine sehr gute Idee. Nun ja, nach ein paar Partyspielen und einem Cover von "Nur ein Wort" wird die Bühne besenrein an A Wilhelm Scream übergeben. 
Götz: "Geb mir ne Uniform" natürlich auch eingängig.
Zwen: Weiter also zu A WILHELM SCREAM. Das Publikum ist noch ein wenig verhalten, aber die Band vollführt ihr Handwerk. Soweit ein qualitativ gewohnt sehr stabiler Auftritt, aber auch definitiv nicht der beste Auftritt der Typen aus New Bedford. Sicherlich hat es auch daran gelegen, dass man keine Sitzgelegenheiten mit ins Infield nehmen durfte. Außerdem gab es nachträglich wohl etwas schlechtes Karma, weil sich AWS für ihre Verhältnisse doch eher wenig bedankt haben. Eine gute Ausrede ist natürlich, dass sie den Namen der vorherigen Band nicht aussprechen konnten, aber Ausreden jucken die Bedankungs- und Zugaben-Götter nicht.
Götz: So viele Songs und so viel Dankbarkeitsansagen, ganz schön tricky. Vor allem da noch ein paar Songs mehr vom neuesten Album "Cheap Heat" hinzugekommen sind. Die früheren Werke sind schwer zu toppen, aber z.B. "Midnight Ghost" ist eine schöne Ergänzung. Ansonsten gibt es die Standard-Setlist melodischer Banger. Vorne bleibt es noch relativ leer, aber spielfreudig sind sie ja eh. Die gute Laune passt dann wieder dazu, dass sie so oft mit Ska-Bands auf Tour gehen.
Götz: Nebenan wird auch Torwarttraining angeboten. Wie kann man sich nur nicht für Fußball interessieren?
Zwen: Als nächstes spielen die BLACKOUT PROBLEMS. Die Hälfte des Auftritts schaffe ich zu verpassen, die andere Hälfte muss ich mir zusammen mit GSS wohl oder übel reintun. Musikalisch ist das so wohlfühl Indie-Pop-Punk. Dementsprechend also schon mal nicht meins.
Götz: Für mich klingt das auf jeden Fall nach "modernem" Alternative-Rock. Poppig und durchproduziert, stellenweise auch düster und edgy. Im Moment schwer zu sagen wie gut die Songs altern werden. Einen oder zwei davon kann ich ganz gut mitsingen, aber auf ein Einzelkonzert müsste ich auch nicht unbedingt.
Zwen: Trotzdem muss man ihnen aber zugestehen, dass der Sänger wirklich überall ist. Irgendwann steht er sogar auf dem Container und ruft den Leute im Biergarten zu, dass sie gerade etwas verpassen würden. Showtechnisch ist das also schon vorne mit dabei. Musikalisch kann es mich leider nicht abholen. 
Götz: Das ständige Suchspiel hingegen ist tatsächlich schon sehr unterhaltsam. Inklusive Campino-würdigen Free-Climbing-Einlagen auf diverse Traversen. Der Sänger gibt wirklich 100%.
Zwen: Kurze und letzte Hydration Break für mich am Sauerland-Mobil. Mir ist von den ganzen Wimmelbildern gerade ein bisschen schlecht geworden und so fülle ich innerhalb von Sekunden fast zwei Liter Wasser in mich rein und danach vielleicht noch schnell ein kleines Spaßgetränk.
Zwen: Bleiben wir bei Musik zu der ich überhaupt nichts sagen kann. KADAVER spielen so sehr ausgedehnte Rockmusik mit für mich deutlich zu wenig 1, 2, 3, 4. Keine Ahnung, weder mein Bart noch meine Haare sind lang genug hierfür.
Götz: So jam-lastigen Psychedlic-Sachen bin ich grundsätzlich nicht abgeneigt (hab ja auch lange Haare), und Abwechslung ist was gutes; aber hier fühlt es sich auch für mich eher als Begleitmusik bzw. Rausschmeißer als ein Headliner an. Die Punker um mich rum bekunden ebenfalls ihre Langeweile, weshalb ich mit ihnen in der Limousine zurück nach Düsseldorf fahre um dort laut Grönemeyer-Tracks zu singen bis ich einschlafe.
Götz: Auch wenn es zu den Abendstunden ein bisschen voller wurde, wäre an beiden Tagen noch reichlich Platz bei Hilde gewesen. Etwas schade. Aber schön dass das Festival durchgezogen werden konnte. Auch wenn vermutlich die meisten Bands vorher noch nie von Viersen gehört haben.
Ich hoffe dass es nächstes Jahr ebenfalls klappt!
Zwen: Das Festival muss sich halt erstmal einbürgern, dann werden im nächsten Jahr schon ein paar Punks in Viersen spawnen. Außerdem großen Shoutout an den EDEKA-Stand bzw. die Beschäftigten, die frisch geschnittene Wassermelone im Pit gereicht haben.


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