AZ Meva Sommerfest: Attrappe, Primitive Men, Habgier, Nahrung 22.08.2026 in Ostritz, AZ Meva - Bericht von verSemmelt
AZ Meva Sommerfest, 22.08.2026 in Ostritz
NAHRUNG aus Berlin. Da heißt es im Song Pilze "Ich möchte ein Pilz sein Dann könnt ich machen was mir gefällt Ich möchte ein Pilz sein Dann wär ich wichtig auf dieser Welt Ich könnt alles möglich abbaun und auch zersetzen Was die andern nicht verdaun." Kommt direkt in meine Pilzplaylist. Ansonsten gibt´s schrägen Synthpunk, einerseits vom Band und dazu gibt´s live Gesang und Bass. Das außergewöhnliche ist, dass jeder Song 55 Sekunden lang ist und das Set einfach hintereinander durchgezogen wird. Das könnte echt fast Deckungsgleich mit dem Bandcamp-Output sein?! Auf eine merkwürdige Art beeindruckend und gefiel mir auch gut. Länger dürfte diese monotone Struktur aber nicht unbedingt gehen.
Dann kommt PRIMITIVE MEN aus Dresden, und schön dass seit einigen Veranstaltungen auch endlich stets sehr guter Sound im Gewölbe herrscht. Stilistisch gibt´s ganz klassischen Surf, davon ein paar eigene und wenn ich mich nicht ganz irre "Pipeline", der durch The Lively Ones berühmt wurde. Es kommt ebenso klassischer Rock'n'Roll aber auch paar ganz coole Garagensongs. Schöne Mucke, sehr gut gespielt, kann man machen!
Dann sehe ich mal wieder HABGIER, die heute ihr Set auflockern mit unnötigen (?) Fakten. Somit war ich bei jedem 48sten Konzert von der Band anwesend - damit hätte ich auch noch einen überflüssigen Fakt zu bieten. So erfährt man ganz schön vieles aus der Bandhistorie. Eine gewisse parasoziale Sympathie erschleicht mich direkt. Das haben die bestimmt von ihrem Ex-Mitglied gelernt, der wohl als Twitch-Streamer in diesem Internet fungiert. Irre. Vielleicht haben die den Move auch schon mal gemacht, aber dann hatte ich kaum was von den Anekdoten verstanden. Habgier macht ansonsten solide ihr Ding. Ich kenne mittlerweile einiges wieder und insgesamt gefiel es mir richtig gut.
Mittlerweile jammern 3 von 3 meiner Autobesatzung rum aus ganz unterschiedlichen Gründen. Einmal wäre da nach Primitive Men eine gewisse cannabiole Überforderung mit den Zitat "Besser wirds nicht - machen wir los" zu verzeichnen, dann starke Rückenschmerzen und beim dritten im Bunde war beim Soundcheck und dem Song "Es gibt kein Bier mehr auf Hawaii" ein gewisser Fluchtreflex in den Augen abzulesen. Also echt jetzt. ATTRAPPE selbst machen ganz schön Alarm mit professionell gespielten und garagigem Deutschpunk. Manchmal klingen auch so Bands wie Pascow durch. Selbst der Begriff Muff Potter fiel. Hm. Die Texte sind dagegen übelst redundant. Ein Song besteht ausschließlich aus gesungenen Hundegebell. Mein Highlight ist der Drummer, wo auf Kniehöhe alles zerschossen wird was geht. Ich muss so etwas vor geraumer Zeit schonmal gesehen haben. Meine Recherche spuckt Dikloud aus. Ohne Gewähr und Schusswaffen. Ich bin jedenfalls ganz wohlwollend gegenüber Attrappe ähnlich dem Grüppchen in der Sitzecke, was nach dem Song "Kein Bier auf Hawaii" einfach weitergesungen hat. Einziges Manko heute: Die Besucherzahl war zu überschaubar.











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