Start Shows Berichte Rezis Kalender Members Kontakt
Login: BS-Nummer oder Email: Passwort: | | Passwort vergessen?
Open Flair Festival 2006 in Eschwege vom 11.-13.08.2006

Open Flair Festival vom 11.-13.08.06 in Eschwege

Ich bin ja bekanntlich nich aus Pappe, also spricht absolut nix dagegen, mal eben auf das dritte Festival in Folge zu fahren. Dachte ich zumindest. Mittwoch steh ich plötzlich alleine da, keiner will mehr mit, nur Helena und Martin, aber alleine anreisen kann ja auch nix. Und Auto habbich grad auch nich. Unüberwindbare Probleme quasi. Aber egal, Spontanfestivals sind die geilsten, das finden auch Katja, Chrissi und Markus, damit wär schonmal ne heitere Truppe zusammengestellt. Und Anne leiht Katja gar ihr Auto, geil! Also Donnerstag Abend steht dann alles, Freitag früh noch schnell auffer Arbeit angerufen dass ich nich komm, einkaufen, Chrissi vonner Arbeit abholen und ab gen Eschwege!
Zum Open Flair gehts, war ich noch nie und soll sehr athmosphärisch sein, na da bin ich ja mal gespannt. So athmosphärisch dass ich sogar ne Presseakkreditierung gekriegt hab und von Chrissis Schwester ne geilere Kamera für geilere Fotos, yeah! Los gehts, Katja tritt aufs Gas, alle Hindernisse werden mit lauten "Hupen! Hupen!"-Rufen beiseitegefegt, wir konnten ja nich ahnen dass das Wort Hupen noch wichtigere Bedeutung erlangen sollte...
Wir kommen trotzdem deutlich zu spät an. LebensWeGe und Olli Schulz verpasst, ich beiß mir innen Arsch. Jetz aber Beeilung, Martins Pavillon finden, Zelte aufbauen, Martin und Helena schnappen, Bändchen und Pass holen, La Vela Puerca spielen! Ich schaffs grad eben so noch für ein Lied in den Fotograben zu kommen, reicht fürn paar exklusive Pics der Helden aus Uruguay
Wat soll ich sagen, großartiger Auftritt und genau das Richtige, um das Festival angemessen zu beginnen. Lecker Latin-Ska-Rock allerfeinster Güte mit zwei agilen Frontmännern, schöne Bläsersätze und schnelle Gitarrenrythmen, da zuckt das Bein automatisch mit
Die Stimmung im Publikum is aber irgendwie mehr zweigeteilt, son paar Bauern im Publikum stehn eher so da und gucken sich das befremdet an, andere können doch tatsächlich die spanischen Texte mitsingen, tanzen und klatschen artig und setzen zu lauten "Vela Puerca"-Sprechchören an
Martin und Helena sind ja schon seit heute morgen hier, ham Olli Schulz gesehn (neid!) und schon mächtig uppgemacht, da hamwa einiges zu tun biswa die aufgeholt haben! Ding der Unmöglichkeit!
Irgendwann merken wir, wie auf der Bühne sone Snare aufgebaut wird mit Mikro drauf. Was kommt jetz? Juhu, Percussion-Action! Nebenbei schüttet der Sänger auch noch teures wertvolles Bier da druff, also sowas. Dann doch lieber Spiritus.
Neben uns tanzt ein kleiner Junge ganz euphorisch, süß! Allgemein auch sonst äußerst bunt gemischtes Publikum, jung und alt, schwarz und bunt, ganze Familien halt! Hängt wohl damit zusammen dasses auch Kinderbühne und Kleinkunstzelt sowie weitere Aktionen im Programm gibt, außerdem is das Festival ja direkt neben dem Ortskern, herrlich
La Vela Puerca vorbei, wir checken die andere Bühne. Is hier nämlich so schön geregelt dass wenn die Band auf der einen Bühne aufhört, die andere anfangen kann. Und weil das alles so schön gemütlich is gibbet auch kaum Gedränge aufm Weg zwischen den Bühnen. Nunja, die andere Bühne das is die große, die HR3-Bühne, da spielen jetz Tomte!
Begrüßung von Thees: "Hallo wir sind Tomte und unser erstes Lied heißt Age of Pamparius", irre lustig, kann aber keinen begeistern. Tomte-Fans kennen Turbonegro nich und Turbojünger finden Tomte kacke. Jammerschade
Ansonsten gibts von Tomte gewohnten seichten Deutschpop mit herrlich schönen Texten und schiefer Stimme. Viel am Set wurde wohl seit der Tour nich geändert, aber wir sind ja eh wegen den Ansagen da, da macht Thees keiner was vor! So erzählt er von seiner Mutter, die vor ner Woche in nem Zug mit Langhaarigen saß. Ich brülle laut "WACKÖÖN!", woraufhin mich die annern Leute im Fotograben verwirrt anschauen
Aber Thees redet tatsächlich von Wacken. Und von seiner Mutter, deren Namen geschrien werden soll. Ute oder so. Das Publikum schreit aber auch andere Sachen, so böse Dinge weil Tomte langweilige Studenten und Popschwuchteln sind, Thees freut sich schon Abends von der Dorfjugend aufgeschlitzt zu werden.
Weiteres Highlight: Tomte covern tatsächlich Are You Ready For Some Darkness von den übermächtigen TURBONEGRO! Naja, nich komplett, nur so angespielt, im klassischen Tomte-Sound, ich bin begeistert! Nur die Turbojugend schaut mal wieder verwirrt...Tomte polarisieren und Thees sieht aus wie Brad Pitt.
Sodele, zurück zum Zelt, uppmaachen! Ham ja wie gesacht was nachzuholen. Und natürlich bewusst auf die Donots verzichten, da schau ich ja lieber nem Grashalm beim Wachsen zu. Ich tausch die Kameras und lass die gute Proficam im Auto, schließlich wird jetz uppgemaacht, außerdem spielt jetzt die Bloodhound Gang, nich dass die da draufpissen oder Jägermeister drauf spucken...
Also Bloodhound Gang, ewig nich gesehn aber irgendwie hamse mich auch lange Zeit nich gereizt. Dafür hab ich jetz umso höhere Erwartungen! Wat soll ich sagen, super Show! Im Hintergrund ein riesiges Banner auf dem ein Typ mit Sprechblase abgebildet is, und inner Sprechblase werden immer Sprüche abgebildet. Sowas wie "Wisst ihr wieviele Döner ihr statt eines Tickets hättet kaufen können?"
Größtenteils wird aber gerne das Publikum verarscht weil nur kleine Mädchen und Bauern da sind oder weil die sich sone schlechte Band wie die Bloodhound Gang anschauen. Kommt anscheinend ziemlich gut an, die Meute is begeistert. Zumindest bei den bekannten Songs. Bei "Foxtrot Uniform Charlie Kilo" beobachte ich lauter kleine Mädchen die begeistert nach vorne stürmen und nachm Song zurückkehren. Süß. Kennen die die Texte?
Nachdem ich nich mehr im Fotograben bleiben darf, check ich kurz mal den Backstage, gibts aber für Presseleute nich viel. Billigeres Bier und sauberere Dixies. Und der Tomte-Thees steht da rum, wir unterhalten uns über Turbonegro und Social Distortion und er meint ich habe die gleichen Sommersprossen wie sein Bruder. Hach...naja, weiter Bloodhound Gang gucken
Die ganze Bühne is ja gesäumt von Jägermeister-Werbung, Ehrensache dass Evil Jared irgendwann auf die Idee kommt, ebenjenen trinken zu wollen. Zunächst wird ihm ein Trichter gebracht, das geht ihm aber zu langsam, also kriegt er ne große Wasserpistole, die begierig mit Jägermeister gefüllt wird. Lecker. Das folgende Rülps-"SCHULZ!"-Spielchen is auch recht amüsant...
Oh, das da is wohl die Pyroshow. Bei welchem Lied? Fire Water Burn. Einleuchtend. Politisch wird die Bloodhound Gang auch, verarschen schön den neuen deutschen WM-gefärbten Patriotismus indem sie die Nationalhymne anstimmen und tatsächlich einige mitsingen - aber keiner den Text kann. Höhö. Und am Ende des Sets zieht Evil Jared seine Schnellfickerhose aus, zum Vorschein kommt eine Deutschlandfahne und ein schwarzrotgoldener Schwanz. Toll.
So langsam habbich aber genug von Musik, will saufen! Egal, einer geht noch, ab zur kleinen Bühne, die "Sounds-For-Nature"-Bühne nämlich, da spielen die Monsters of Liedermaching, die empfiehlt irgendwie jeder und ich kennse nich. Noch nich! 6 heitere Leute auf der Bühne, meist singt aber nur einer und spielt dazu Akustikgitarre, dazu Background von den annern
Oder auch mal Kazoo. Toll. Die Monsters spielen nich zum ersten Mal hier, merkt man an der Euphorie im Publikum und daran dass wirklich alle die ziemlich humorvollen Texte mitsingen - wir stehn eher so da und keinen kein Lied
Das einzige Lied was ich kenne is von den Schröders "Frösche weinen nie", is ja nich umsonst Burger von den Schröders bei den Monsters. Gibt bestimmt noch andere Klassiker von den Schröders, aber die kenn ich ja eh nich. Egal, Monsters of Liedermaching sind eine verdammte Empfehlung wert, super Set, geile Stimmung, lustige Leute! Wer rockt wie sonstwas? MONSTAS!
So, Rückweg zum Zelt. Versuchen wir zumindest, vorm Ausgang is uns n anderes Zelt im Weg, nämlich die Kleinkunstbühne, auftreten sollen die "U-Bahn-Kontrolleure in tiefgefrorenen Frauenkleidern"! Schicker Name, wir entschließen uns einfach mal reinzugehen und zu gucken was das für Freaks sind
Und es sind wirklich Freaks! Absolute! A-Capella-Freaks mit bunten ulkigen Kostümen und wirren Liedern mit wirren Texten oder aber auch Cover Songs zwischen Farin Urlaub, Biene Maja, Pink Floyd und Depeche Mode - ganz groß! Findet auch das Publikum, das is nämlich ziemlich zahlreich und besteht aus denen die nich schon total besoffen aufm Boden liegen sondern noch sitzen können, Kleinkunstbühne is nämlich bestuhlt...
bestuhlt is auch unser Pavillon! Martin und Helena können sogar noch sitzen, aber viel kriegen die nich mehr mit. Ham halt ALLES gegeben! Aber während die so am Pennen waren wurd doch tatsächlich der Ghettoblaster geklaut, was für ARSCHLÖCHER laufen hier eigentlich rum?? Sowieso komische Leute aufm Campingplatz - Diebe, Pseudonazis, Bayern sowie Iroträger die Wizo hören und silberne BMW's fahren...da sind Leute in irgendwelchen Landsmannschaften ja noch harmlos
Nächster Tag, Samstag. Aufstehen. Frühstücken. Zeitung lesen. Is zwar die Zeitung von gestern, aber gestern kam ich ja nich dazu die komplett zu lesen. Chrissi meinte inner WAZ is IMMER auf der ersten Seite irgendwo ein Fehler, also suchen wir die komplette Seite ab, bis Helena schließlich irgendwann fragt "Wird Passsagiere wirklich mit drei s geschrieben?"
Die annern sind grad einkaufen, also überlegen Helena, Markus und ich, ob es wirklich sein muss, das deutschlandfarbene Pavillon zu verbrennen, schließlich hat Martin ja dafür Geld ausgegeben und wir sind ja keine Unmenschen. Die Lösung finden wir dann in Chrissis Zeltplanen, die kann man prima dadrübertun. Ha!
Endlich sind die annern wieder da, also ab zur Bühne! Julia spielen (nee, nich Juli), kennich bisher nur vom Namen aber nur Gutes gehört, yeah! Fotograben geht nich mehr klar weil zu spät, egal, kamman die Show besser genießen
Und Julia geben richtig geil Gas! Aus Österreich kommen die, erinnern an Billy Talent und Beatsteaks, dieses melodieverliebte Punkrockding mit Schmackes halt, gefällt uns! Und wohl bald auf Deutschlandtour, aber wenn die wirklich Richtung Billy Talent und Beatsteaks gehen wollen wird das bestimmt zu teuer für mich. ätsch.
Aber würd ich mir gern nochma anschauen, ebenso wie der Großteil des Publikums hier. Julia werden gut abgefeiert und dürfen sogar ne Zugabe spielen. Oder ham ihr Set extra kurz gemacht um noch ne Zugabe machen zu können. Die wird natürlich im grandiosen und total rockigen Österreicher Slang angekündigt, lustig
Danach heißt es dann rumlatschen. Am Billy Boy stand wollen Martin, Markus und ich heiraten und müssen dafür ein Gedicht komponieren. Kein Problem für uns. Dann schlendern wir noch am St. Pauli-Stand vorbei, da gibts den Live-Ticker, der tickt vor sich hin aber passiert irgendwie nix, schade
Mal kurz zur Sounds for Nature Bühne. The Alpine sind da am Start, die hatte ich als furchtbar lahme Emoband im Kopp eingespeichert aber wohl mit Archive verwechselt. Alpine jedenfalls sind durchaus hörbar. Kein Retro, kein Emo, kein Punk, kein Wave, aber irgendwie so im Kielwasser ebenjener Stilrichtungen, gefällt.
Zurück zum Zelt! Wir präsentieren der versammelten Meute unseren gedichteten 9-Zeiler: Ich hör so gerne Silbermond | Doch Silbermond hat mich oft verschont | Ich wohne auf nem großen Thron | und esse gerne rote Bohnen | Denn wenn der Mond silber ist | Hab ich gegen den Baum gepisst | Ich fuhr nach Tokio in ein Hotel | und habe mir ein Bier bestellt | Das Ende vom Gedicht, einen Sinn ergibt es nicht
Nach dieser lyrischen und poetischen Glanzleistung erstmal ab zur Lesung im Kleinkunstzelt! Besonders Thomas Gsella dürfte als Chefredakteur der Titanic bekannt sein, kann auch mit seinen herrlich diskriminierenden Texten am meisten begeistern. Gsella for President! Bernd Gieseking spielt Moderator und liest auch lustige Textchen, Katinka Buddenkotte is wohl Köchin im Sonic Ballroom (!!!), liest aber viel zu schnell, da könnenwa nich mithalten
Mithalten bei Culcha Candela is da schon einfacher. Einfach nur so smooth die Hände hoch und runter, so down mit der Musik und so. An sich ganz nett, irgendwie Seeed für Arme mit mehreren Räppern auffer Bühne und nen Plattenschleifer hinten
Aber Stimmung machen könnense! Zumindest is die Masse vor der Bühne begeistert! "Zeigt mir eure Pissfinger!" wird zum geflügelten Spruch des Wochenendes. Frisch vom Dixie und Pissfinger zeigen, so muss dat sein auf nem Festival.
Weiterer Mitsinghit: So-So-La-La-Solarenergie oder so ähnlich. Man, wer da nich mitsingt is doch sellba schuld! Ja, Culcha Candela, mehrsprachiger Reggae-Dancehall-Salsa-Kram. Nett.
Nett auch Millencolin, die, wie wir feststellen, in den letzten Jahren an Popularität ziemlich eingebüßt haben. Waren sie anfangs noch ne vielversprechende Skatepunkhoffnung, sindse dann gemeinsam mit dem Musikstil runtergefallen, erholten sich mit catchy Punkrocksongs und sind trotzdem nur irgendwie eine Band von vielen
Wiedererkennungsfaktor Nummer eins: die prägnant-näselnde Stimme des Sängers. Ebenso prägnant wie auf Dauer nervig. Aber is wohl im Powerpop so üblich
Größtenteils gibts neue Songs zu hören, also so von den letzten beiden Alben. Schade, die alten Sachen warn doch teilweise noch recht skalastig und stachen grade dadurch aus der Masse hervor, heute werden selbst die alten Sachen ohne Offbeat gespielt
Aber den Fans gefällts, und das is ja wohl die Hauptsache! Mächtig Stimmung vor der Bühne, wir hingegen stehen eher weiter hinten und machen uns auch irgendwann ausm Staub, sind ja nich zum Spass hier
Wofür dann? Zum Saufen! Und Grundlage fürs Saufen schaffen! Irgendwie gabs zuwenig Schnaps am Wochenende, dafür immerhin lecker Dosenbier. Und Dosenfrass, ob kalt ob warm, passt in jeden Darm. Oder so.
Genug gestärkt, zurück zur Bühne! Seeed spielen, die Dancehallkings aus Berlin, da hört jede Queen Seeed, geiler Auftritt, super Stimmung! Aber anscheinend wird ihnen die Seele geklaut, wenn man mit Blitz fotografiert, also werd ich aufgefordert, das doch bitte zu unterlassen
Nagut, also ohne Blitz. Geht ja auch. Kommen auch die Bewegungen besser rüber, denn um die gehts ja bei ner Seeed-Show, so routinierte und flüssige Choreographien darf man selten auf deutschen Festivalbühnen bewundern!
Besonders wenn die Ladies auf die Bühne kommen, verdammt wie lecker! Tja, einziger Nachteil der wirklich professionellen Show: wirkt alles zu routiniert und wir als Profis können sagen, dass die Show so ziemlich die gleiche war wie aufm Hurricane Festival. Sogar teilweise die Ansagen
neue Remixe diverser Songs gabs auch, von Tight Pants über What you deserve is what you get bis hin zu dickes B, geile Remixe aaaber halt dieselben wie aufm Hurricane...naja schade aber egal, Show oder nich, was gefällt das gefällt! und Seeed sind geil!
Drum hamse auch das Publikum so im Griff. Auch wenn die meisten eh nur die aktuellen Sachen mitsingen können. Das neue Album find ich ja eh eher schwach, hätt mich echt gefreut wennse so geile Scheiße wie Papa Noah gespielt hätten, yeah, aber nö, nönö...nö...
Danach sollte man eigentlich total berauscht von der rauschenden Seeed-Show zum Zelt gehn, sich eine rauschen (hö) und so weiter, aaaber angelockt durch die nette Ankündigung ausm Open-Flair-Programmheft wollenwa uns noch Transe Express anschauen! Straßentheater, blablabla, also paar Leute laufen durchs Publikum und trommeln die ganze Zeit wild rum, quer übern Platz
Jaha, und irgendwann sindse dann wech, große Scheinwerfer suchen die Umgebung ab - und man merkt, dass der gigantische Kran neben der Bühne sich bewegt. Da schweben die munteren Gesellen nun über uns, als menschliches Mobilé, trommeln weiter und über ihnen turnt eine Akrobatin rum. Beeindruckend, wirklich! Im Gegensatz zu den Shooting Stars, die sind schrecklich und überhaupt nich lustig. Selbstverliebte Möchtegern-Comedians.
genug gestaunt, ab zum Zelt! Dicke Party is heute bei den Nachbarn, es geht um Hupen, sehr netter Ausklang für den Samstag - nach und nach fallen dann alle ins Zelt...
Sonntag morgen, Frühstück! Die Leber hat ja bekanntlich eine innere Uhr, weil sie zwischen 5 und 6 Uhr am wenigsten arbeitet. Und zwar auf die Sekunde genau! Will uns zumindest sone Broschüre gegens Saufen weismachen. Da kann man sich nur gegen wehren, wenn man sich Brottüten auf den Kopf stülpt.
Irgendwann dann aber mal zur Bühne, es spielen Massendefekt, und da wollt ich dann schon mal schauen wie die so vor großen Publikum ankommen. Für Fotograben bin ich mal wieder zu spät, egal. Naja Massendefekt halt wie immer, nur halt vor größeren Publikum, von denen sogar bachtlich viele mitsingen können und für die frühe Zeit auch artig getanzt wird
Ole hat jetz nen Pferdeschwanz und trägt schwarz, meine Güte. Dafür schmeißt er sich sogar mal ins Publikum und lässt sich auf Händen tragen. Nett. Neue Platte gibts auch demnächst, mein Lieblingszeltkumpane Flo darf CDs von der Bühne werfen. Nur nich zu mir. Och.
Hm, weiteres Highlight wohl der Luftgitarrenkontest, bei der der Sieger die CD und ne Bravo mit Christina Stürmer drin kriegt. Oder die Polonaise bei 5 Amigos, wasn Partyknaller. Ansonsten halt Massendefekt, klingt alles ziemlich gleich und wenn nich das dann nach den Hosen.
Besagte Christina Stürmer soll auch noch spielen, schauenwa uns aber (leider!) nich an, weil ham kein Bock auf die (och). Dafür gucken wir mal im Kleinkunstzelt, was denn Philip Simon für Kleinkunst macht. Aha, Comedian. Wir schauen uns nur den Anfang an, könnenwa nich richtig mit warm werden, Leute die eh nur über ihre eigenen Witze lachen sind mir ja eh suspekt.
Habbich die Ortschaft schon erwähnt? Eschwege könnte auch Fachwerkhausen heißen. Wunderschön und ästhetisch die Straßenkulisse hier, mal echt was ganz Anderes, kennt man ja im Ruhrpott nich, hehe. Und an den schönen Häusern muss man auch noch ständig vorbeilaufen aufm Weg vonner Bühne zum Campingplatz und zurück...Aber weit isset nich, alles ganz gemütlich
Am Zeltplatz kriegen erstmal unsere Nachbarn was zu hören, die wollen nämlich schon früh abhauen und sich Turbonegro nich mehr anschauen. Samma gehts noch? Für die bin ich hier! Egal, sie besänftigen uns mit Grillgut, da trifft es mich doch glatt wie der Schlag, noch garnich gegrillt dies Wochenende! Yeah, kriegen Grill und Kohle und Würstchen von ihnen, supi. Und Spiritus von den Onkelz-Fans.
Danach sind wir aber selbst mit Packen beschäftigt. Außer Helena und Martin, die bleiben bis morgen. Wir hingegen schnell alles einpacken und Auto woanders packen, bitte beeilen weil the BossHoss spielen! Wir kommen trotzdem erst zum Schluss an, zum Glück überziehen die lustigen Jungs.
Das hat den Vorteil dass die Stimmung bereits jetzt am Kochen is und jeder der Musiker schomma sein Abschiedssolo zum Besten geben kann. Der Drummer zum Beispiel auf tausenden von Stühlen und Dingen. Ansonsten BossHoss halt wie man sie kennt, Charthits in Countrymanier, Yeeehaw!
Alfons steht auch ganz oben auf unseren Wunschlisten! Den kennt der eine oder andere vielleicht vom NDR fernsehen, wo er mit französischem Akzent auf sympathische Art Leute auffer Straße verarscht. Mit lustigen Interviews. Davon zeigt er ein paar, erzählt zwischendurch auch noch und wird von Natalie musikalisch begleitet. Super Typ, da können sich die ganzen annern Comedians aufm Open Flair n paar dicke Scheiben von Abschneiden! Schlimm...schlimm...
Wir sind ja eigentlich wegen Silbermond hier, aber als wir dann gehört ham dass die gar nich spielen mussten wir uns auf Revolverheld fixieren. Deren Sänger is ja gegen Rauchen und so. Jedes Lied klingt wie der eine Hit mit dem Freunde bleiben, also kann man auch prima bei jedem Lied mitsingen "...und scheiß auf Freunde bleiben", ohne das es auffällt
Und anscheinend hamse sogar Fans. Die meisten Fans unter 1,60. Muss an der Musik liegen, kleinemädchenschmachtrock von Pseudorockern. Schmierlappenpoprock. Möchtegernposer.
Nagut, das mit dem Posen geht manchmal schon gut klar, wie auf dem Schnappschuss hier. Wirkt halt nur alles so schmierig und absolut untrue, kannich mich nich mit anfreunden. Martin will aber warten bis se den Hit gespielt haben. Bei jedem Lied, was angespielt wird, dreh ich mich schomma um und will gehn, hab mich aber doch geirrt und war n anderes. manno.
Dafür gibts Stagediver. Dass die überhaupt gehalten werden, wahnsinn. Wir schaffens trotzdem nich bis zum Hit, das muss Martin dann vom Zelt aus hören, aus Gruppenzwang schließt er sich uns an, als wir gehen
die T-Com hat so lustige Einwegkameras verteilt, kamman 15 Fotos mit machen, abgeben und dann im Internet abrufen. Weil ich eh schon mit zwei Kameras rumlaufe, benutze ich die halt, um Schuhe zu fotografieren. Schön oder?
Am Zeltplatz entwerfen wir dann lustige Stilleben mit rumstehenden Sachen, damit die Autos da nich mehr durchkönnen. Ha! Damit wir Wegezoll nehmen können! Ha! Zahlt aber keiner was. Manno.
Immer dieses ewige Hin und Her, ohman...nächste Band: Die Schröders! Sollten eigentlich erst nach Turbonegro spielen und hättenwa somit nich mehr gesehn, aber durch die Absage von Towers of London rutschten sie nen Slot nach vorne, sehr schön, die habbich nämlich auch noch nie gesehn. Auch wenn ich nur Frösche weinen nie kenne, und das singt heute mal nur das Publikum, auch schön
Nagut, n paar andere Sachen kenn ich dann doch. Aber nich so viel wie das Publikum, das singt laut und begeistert alles mit. Ich kenn ja nur die bekannteren Stücke. Hm. So wie "Ich und Frau Schmidt", da wird auch noch ganz passend der Wolf gecovert: Gibts doch garnicht. haha. lustig. Und Funnys Saufen gibts noch als Zugabe...die zweite Zugabe sparenwa uns, ab zur annern Bühne
damitwa JA keine Sekunde von TURBONEGRO verpassen! Jawoll! Turbo ficken Negro! Die Megapimmel aus Oslo lassen auf sich warten, zunächst erklingt das Intro der aktuellen Scheibe "Party Animals", gefolgt vom ersten Smasher "All my friends are dead" - da bleibt keine Kehle still!
Selbstverständlich is die Turbojugend anwesend, aus allen erdenklichen und unerdenklichen Orten. Von Meerbusch bis Shelbyville, für die Deathpunkgötter is kein Weg zu weit. Auch wenn mir persönlich viele Turbojünger suspekt sind, Spaß dürfense haben!
Und nich nur die! Nie ein Konzert gesehn wo selbst im Fotograben begeistert mitgegrölt wird. Und das nicht nur vom Fö! Jawoll! Hit nach hit! Seid ihr alle scheissegeil??? Hank van Helvete in absoluter Topform, radebrecht sich schön durch deutsch und englisch, macht kurzerhand die Turbojugend zu Prostituierten und scheißt darauf, dass dies ein Festival für die Familie is. Sell your body to the night!
Bassist Happy Tom ("Ich bin Alkoholiker") wird ebenfalls von den Massen bejubelt, sieht auch mal wieder total schnieke aus im Homo-Matrosen-Look. Hach, gut aussehen tunse alle! die sexy Biester! Sexy Turbobiester!
Der eine wie der andere einfach nur ne Augenweide, wie kann eine Band nur so verdammt sexy sein, ich fasses nich! Und dazu einfach nur Hits! Alte wie neue Hits. Isja eh unmöglich ALLE Hits zu spielen. An älteren Sachen gibbet zeux wie Prince Of the Rodeo, Sailor Man (jawoll, das ham Tocotronic mal gecovert!) und was man halt so kennt
Get it on geht heute raus gegen das Establishment, jawoll wir können auch politisch! Und brav gegen Medien hetzen, gegen die deutsche "City of Satan" Cologne und gegen sowieso die ganze Scheiß Welt, herrliche Rockhymnen mit mächtig dicken behaarten Eiern dran, yeah!
Und Hank schwitzt sogar annen Eiern. Wenn das mal nix heißt! Hat selbstverständlich seinen makellosen Bauch entblöst. Ich konnte direkt darunterstehen! Wer wünscht sich das verdammt nochmal nich? Im Schatten von Hanks Bauch. Mit seinem Hodenschweiß. Schweiß gibts hier eh viel, wir sind ja alle scheissegeil!
Geiles Foto wa? Gitarrist Euroboy scheut nicht die Nähe zum Publikum, fidelt seine Gitarrentöne runter als hätte er dafür seine Seele verkauft, I got Erection!
Fotostunde vorbei, schade, war so schön da vorne! Aber hier hinten is auch gut stehen, is nämlich leerer geworden, weil die ganzen Kostverächter Turbonegro nich zu würdigen wissen. Pf, mir solls egal sein. Immerhin is Katja noch da, Zeit fürs obligatorische Katja-Fö-Foto
Martin verbringt die Zeit lieber mit Banane essen. Das macht er gerne, wenn er nich grad Cocktails klaut. Helena hingegen genießt die Musik, gucken geht nich mehr so. Schade, dabei ham Turbonegro doch die absolute Einheit aus Optik und Akustik geschaffen. Mal wieder!
Statt Zugabe brüllt das Publikum "ooohohohoo I got Erection", weil anders gehts ja mal garnich! Und die Zugabe kriegt auch n eigenes Intro verpasst, nämlich von der Apocalypse Dudes: Age of Pamparius reiht sich nahtlos in die Fülle an Hits ein, die uns heute geboten wird, ich will nie mehr hier weg!
  I got Erection habbich sogar aufgenommen, etwas dunkel aber gut! hier gucken!
Hm, irgendwann is dann wohl doch Schluss...Dabei hättense noch 15 Minuten zu spielen gehabt. Und außerdem is ja ne Band ausgefallen, da is noch genug Zeit! Scheisse! Egal, ab zum Auto! Der Korn wartet auf uns! Und jede Aktion wird mit nem kräftigen ooohohohoo begleitet. Ooohohohoo Chrissi is am Pennen.
Die brave Katja fährt uns heim nach Dortmund. Hm auf dem Foto sieht man nich viel, außer das Frauenparkplatz is. Die umgefahrenen Stoppsteine die da rumstehn sieht man nich so, aber kann sich sicherlich jeder vorstellen der Frauenparkplätze kennt.
Halb vier im Bett, gleich aufstehen und zur Arbeit.
Super Wochenende! Super Open Flair!
Super Turbonegro! I got Erection!

Bitte hier klicken, um diese Seite bei Facebook zu liken oder zu teilen. Mehr Infos, wie wir mit Einbettungen von externen Anbietern umgehen, hier.

Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentar eintragen:

bisher keine Einträge

Kommentar eintragen - Anmerkung, Kritik, Ergänzung

Name:

e-Mail:

Kommentar:
Deine Eingaben werden bis auf Widerruf gespeichert und für Nutzer der Seite sichtbar.
Die Angabe der Email-Adresse ist freiwillig und sie bleibt nur sichtbar für eingeloggte Nutzer.
Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.

Location:

Zu den meisten Berichten werden nur ausgewählte Fotos verwendet.
Falls du mehr oder größere Bilder haben willst, wende dich an den Autor () oder nutze das Kontaktformular.
Dort kannst du dich auch melden, falls du mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen du zu sehen bist, nicht einverstanden sein solltest oder dich gar die Kommentare persönlich verletzen...
part of bierschinken.net
Impressum | Datenschutz