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Radio Dead Ones, Shock Nagasaki, Antidote am 08.12.2006 im Rattenloch, Schwerte

Radio Dead Ones, Shock Nagasaki, Antidote am 08.12.06 in Schwerte

Wir ham die Wahl: Iron Maiden inner Westfalenhalle oder Antidote im Rattenloch. 50 Euro oder 5 Euro. Also ab nach Schwerte, Kiki fährt und wir fahren schön früh, um uns in Schwerte nochn Glühwein aufm Weihnachtsmarkt zu genehmigen. Okay, hallo Schwerte, hier sind wir! Nur kein Weihnachtsmarkt. Leere Straßen, leere Plätze. Matthes meint, das läge wohl daran, dass den Schwertern der Weihnachtsmarkt nicht Working Class genug ist. Zu dieser Theorie kam er wohl durch ein älteres Ehepaar, deren Konversation zum Wetter aus "Oi" und "Oi Oi Oi" bestand. Wieder was dazugelernt
Drei Bands spielen heute, und was für Kaliber! Radio Dead Ones aus Berlin, Shock Nagasaki ausm Amiland und Antidote aus Holland. Sehr exklusives Line-Up. Normalerweise is im Rattenloch ja immer irgendne lokale Band dabei, den lokalen Part dürfen dann wohl die Radio Dead Ones übernehmen, auch nich schlecht
Das Schwerter Publikum is ja immer wieder ne Augenweide, wo stecken die ganzen Nietenpunks eigentlich wenn grad nix im Rattenloch los is? Wahnsinn. Endlich normale Leute! Gut gefüllt is der Laden auch, was wohl einerseits an Antidote (dem Killernietenpunkmagnet) liegt, andererseits wohl an der Kälte, wer will schon draußen rumasseln wenn er sich hier im warmen Rattenloch abschießen kann
Nagut, ma schauen wie die mit allen Wassern gewaschenen (Mist, ich schaffs immer wieder, lustige Redensarten an absolut unpassender Stelle zu verwenden. Also weiter: ma schauen wie die ungewaschenen) Punks auf den Poserzirkus auf der Bühne reagieren. Is ja nich leicht, sich in soner Szene als Poser zu behaupten.
Wir beschließen, die Radio Dead Ones als "Backyard Babies auf Streetpunk" zu bezeichnen. Können sich aber durchaus sehen und hören lassen, stark 77er inspirierter Straßenpunk mit äußerst rauem Gesang (selbst bei den Ansagen!) und ein wenig Rocknroll-Gitarre.
Dazwischen gibts die üblichen "uhuhu"- und "ohoho"-Chorusse, gefolgt von einem "yeah!" und "fuck yeah!". Der Gitarrist sieht vorzeigemäßig nach viel Rocknroll, Koks und Kajal (und aufgespritzten Lippen) aus, dazu springt er auch mal rum und schrammelt lässig seine Soli runter.
Insgesamt recht guter Auftritt, amtlich nach vorne und viel Vollgas. Ohne Höhepunkte, klang alles ziemlich ähnlich, 77 halt. Und waren im Vorprogramm der Beatsteaks, dann mal Hut ab.
Nee, Hut bleibt drauf. Scheint wohl in zu sein son Hütchen! Nächste Band is Shock Nagasaki aus New York, musikalisch absolut dieselbe Ecke wie die Radio Dead Ones, rotziger Straßenpunk zum Mitgrölen und Abfeiern, wenn ich denn die Lieder kennen würde. Und wenn ich das richtig verstanden hab solls auch noch ne Split dieser beiden Bands geben
Wahrscheinlich tauschen die deshalb so gern ihre T-Shirts. Aber gut, sollnse halt. Dafür können die schon mehr Leute begeistern, lustige Pogorunden kreisen durchs Schwimmbecken. Die Band is geil rotzig und der Sänger zerschmeißt auch mal ne Bierflasche auffer Bühne
Highlights bleiben auch hier aus, aber darauf bracht man nu echt nich rumzuhacken, muss man auch nicht erwarten, will man vielleicht auch garnicht, sonst wär die Musik ja nich dreckig genug. Dreckig isse, aber kurz. Geschätzte Spielzeit von 25 Minuten, und nichmal ne Zugabe gönnen uns die Amis. Auch wenn Matthes all seine verbalen Überredungskünste rauslässt, die ihm so auffer Zunge liegen
Zwei Bands gesehen, bleibt noch eine: Antidote! Treten an, um zu beweisen, dass in Holland nicht nur lahme Schleicher und Kiffer rumlaufen, sondern auch mal Highspeed-Punkrocker der besten Sorte. Der Bassist hat sich sogar 1977 aufm Unterarm tätowiert
Im Publikum gibts kein Halten mehr, nu wunderts mich auch nicht mehr dass Antidote Headliner sind. Anscheinend hat das Rattenloch den Spielplan an die Nachtexpress-Zeiten angepasst, damit alle brav um halb eins abhauen. Vielleicht deswegen Shock Nagasaki nur so kurz? Nagut, bleibt mehr Zeit für Antidote, und die nutzt die Meute für ausgelassenen Pogo mit viel Bier
Zwei Sachen fallen auf diesem Bild auf: Ne blutende Wunde am Kopp (die offensichtlich nichts ausmacht) und Matthes mitten im Pogokreis. Ob da ein Zusammenhang besteht? Wohl nicht. Hauptsache alle haben Spaß. Das Bier wie üblich unschlagbare 1.50 Euro billig, die Betrinke-Karten wie üblich sinnlos weil man eh irgendwann bar zahlen kann und Kronen Ex wie üblich irgendwann alle. Aber Hansa tuts ja auch.
Den Gesang bei Antidote teilen sich diese beiden jungen Herren (der Gitarrist mit Pestpocken-Shirt, uh yeah!) und lassen schön brachiale Punkrock-Feger auf das Publikum los, einige mit Mitgrölfaktor, andere weniger, aber mitgegrölt wird trotzdem durchgehend
Ruben meint, es sei angebracht, auch heute mal wieder ein obligatorisches Fussel-Foto zu schießen. Gut, wenn er meint. Dann aber bitte auch mit Band im Hintergrund. Und Schütte darf auch noch aufs Bild. Gucken ja beide ziemlich begeistert. Hm.
Just in dem Moment, wo man denkt, auch bei Antidote seien ja keine Höhepunkte mehr zu erwarten, kommt ein Tier mit "Fat Punks Not Dead" aufm Rücken auf die Bühne und übernimmt das Mikrofon. Yeah!
Da holt das Pack vor der Bühne nochmal alle Energiereserven raus und feiert schön. Der fette Punk zieht ne geile Show ab, kommt fast schon so rüber als wären Antidote zwei Bands: Eine mit und eine ohne fetten Sänger. Und beide Bands spielen heute, geil!
Um mal auf die Musik selbst zu sprechen zu kommen, die weicht ein wenig vom US-Streetpunk-inspirierten Sound der Vorbands ab und orientiert sich eher an britischen Punkbands, irgendwie Richtung Crass und Exploited, die Straßen-Attitüde bleibt jedoch bestehen und darum gehts ja heute auch irgendwie.
Abschließen möchte ich den heutigen Bericht mit diesem Foto.
Nachdem Matthes seine Teufelslocke wieder gerichtet hat, machen wir uns auf den Rückweg. Wie bereits vermutet, endet das Konzert kurz bevor der Nachtexpress eintrudelt, wir ham heute aber den Luxus und mit Kiki einen Fahrer dabei, der Matthes nach Hörde und mich nach Wellinghofen bringt. So sind wir dann alle glücklich
Was gibts noch zu sagen, war zwar nicht Iron Maiden aber geiler Abend, Rattenloch lohnt sich halt irgendwie doch immer...

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nenja

27.02.2007 10:55
Heya! Is doch immer wieder geil eure Konzertberichte zu lesen!
Der fette Sänger gehörte übrigens zur Band und war bei der aftershowparty äusserst unterhaltsam!
Ich glaub gefeiert hamwa dann noch so bis 6,7,8 Uhr, also nix mit Nachtexpress angepasste Veranstaltungen...;-)
Freu mich schon auf den Bericht vom Shocks Konzert!
Also dann Hoch die Tassen!
Gruß
Nenja

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