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La Banda Bessy, New York Ska Jazz Ensemble am 13.12.2006 im Gleis 22, Münster

La Banda Bessy, New York Ska Jazz Ensemble am 13.12.06 in Münster

"Ska Jazz"-Musikanten scheinen ja sehr stolz auf ihren Stil und ihre Herkunft zu sein, merkt man zumindest an der bezeichnenden Namensähnlichkeit des "St. Petersburg Ska Jazz Review", der "Rotterdam Ska Jazz Foundation" und zu guter Letzt das "New York Ska Jazz Ensemble" - Gibts noch mehr? Aber trotzdem hört man bei den genannten Namen auf, und wenn die New Yorker in Münster spielen fahr ich da doch gerne hin! Daniel lässt sich spontan überreden, mich zu begleiten - also ab nach Münster, den Hö zuhause abholen und weiter zum Gleis 22. Und anders als Astra Kid uns zu warnen versuchen, findet man doch einen Parkplatz in Münster...
Das Gleis 22 is ein recht schicker Laden, war ich noch nie. Man hört nur immer wieder davon weil der in sämtlichen Musikgazetten bei der Wahl des besten Clubs ganz oben steht. Soso. Als Vorband begrüßen uns heute La Banda Bessy, die Vorankündigung las sich schon etwas irritierend: 80er auf Bossanova! Was uns da wohl erwartet?
Ja, genau wies da stand. 80er-Jahre Hits neu interpretiert zwischen Fahrstuhlmusik, Samba und Las-Vegas-Revue. Soweit ne ganz "nette" Idee, aber muss man wirklich schon wieder Europes "Final Countdown" covern? Meinen Geschmack trifft die ganze Chose nich so ganz, auch wenn man den Jungs und dem Mädel absolut nix vorwerfen kann, was so musikalische Fähigkeiten angeht ist das alles andere als ne fix zusammengewürfelte Band mit "revolutionärem" Konzept
Die Sängerin wechselt zwischendurch immer mal zwischen Gitarre, Akkordeon und dem Gerät da vorne, ne Art Xylophon mit Orgelpfeifen. Huii! Angeblich den ersten Auftritt hat die junge Band aus Göttingen heute, merkt man ihnen gar nicht an, dafür schonmal Respekt! Coverstücke wie "Paradise City" von Guns'n'Roses (was vom Tempo her schon fast an BossHoss erinnert) oder "Nothing Else Matters" von Metallica sind dann aber doch recht erfrischend und anders. Wobei letzteres, wie Daniel bemerkt, von 1991 is...Nunja, whatever happened to the eighties und so
Recht kurzes Set für La Banda Bessy, dafür brauchen sie umso länger zum Abbauen. Ich bin heute Fahrer und kann nichma wat trinken, Frechheit. Aber Bier gibts hier eh nur in 0.3er Einheiten, 1.70 pro Flasche und 30 Cent Pfand. Nagut, Prost Henning, Prost Daniel! Als die hereinstürmenden Publikumsscharen das Gleis 22 dann in einen gemütlichen Kochkessel verwandelt haben, stürmt auch die Band auf die Bühne, wegen derer wir heute hier sind: Das New York Ska Jazz Ensemble!
Aus 6 wackeren Recken besteht die Band, ich hätt ja mitn paar mehr gerechnet, wenn man sich schon Ensemble nennt, aber bei solchen Bands weiß man ja eh nicht, wer so Bock auf Tour hatte und wer überhaupt zur Originalbesetzung gehört - der Typ hier vorne wohl auf jeden Fall, spielt Saxophon und Flöte, nebenbei noch Gesang und Toasten, Frontmann der Band!
Stücke kannte ich vom New York Ska Jazz Ensemble bis jetzt gar nicht, aber auch so kommt man voll auf seine Kosten. So werden einige bekanntere Tunes zitiert, die Skatalites gecovert oder auch mal Bob Marley angespielt. Besonders der Sound der Skatalites hat es der Band wohl angetan.
Der Sänger zeigt sich gut gelaunt, lobt das deutsche Bier ("once you drink german beer, you never drink american beer again") und heizt uns zwischendurch immer gut ein, so dass das Publikum schon bald ein einziger tanzender und springender Knäuel ist.
Eher im Hintergrund hält sich der Keyboardspieler, auch wenn der des Öfteren den Offbeat vorantreibt - also kein Foto von dem. Dafür halt vom Gitarristen, der seine Gitarre zwar zu hoch hält, aber mit seinem enthusiastischem Gitarrenspiel voll überzeugen kann, herrlich!
Zwischendurch packt Frontmann "Rocksteady Freddie" auch die Querflöte aus, überzeugt durch ein mehrminütiges Geflöte, das ihm den einen oder anderen Schweißtropfen auf die Stirn treibt. Dafür wird er eifrig vom Publikum belohnt, Applaus als Brot des Künstlers und so
Die Stimmung ist heute wirklich unvergleichlich, vielleicht isses ja das was das Gleis 22 so kultig macht - mitten in der Woche, der Laden ist voll, keiner will nach Hause gehen und alle feiern und jubeln, als gäb es keinen Morgen - Studentenstadt halt
Die Musiker dürfen alle mal zeigen, was sie Solo so draufhaben und da merkt man wirklich, was für Talente hier auf der Bühne stehen. Den Applaus haben sie wirklich verdient! Die vielen Instrumentals zwischendurch geben uns die Möglichkeit, nochmal kurz durchzuschnaufen, um dann kurz danach mit dem nächsten Kracher wieder voll durchzustarten.
Musikalisch wird sich auch ein wenig in andere, verwandte Sphären wie Reggae, Rocksteady, Dancehall gewagt - ohne dabei ihre Stiltreue zu vergessen. Wahnsinnsband! Jeden Cent wert!
Ehrensache, dass da auch vehement Zugaben gefordert werden. Nicht nur eine, sondern gleich zwei gönnen uns die New Yorker und selbst danach bleibt das Publikum nicht ruhig, wahnsinn. Die Band hat uns voll im Griff, lange nicht mehr sone geile Ska(-Jazz?)-Band gesehen!
Kurz vor 12 ist dann doch mal Schluss, wir können mit gutem Gewissen behaupten, eine der weltweit besten Ska-Bands gesehen zu haben. Geile Band, geiler Abend!
Weiter gehts zum Kiosk, der aber zu hat. Tja, das wars dann wohl mit dem Bier für die Rückfahrt...aber Henning hat ja noch was zuhause, also liefern wir ihn da ab und machen uns irgendwann auf den Weg back gen Dortmund
Und da is eigentlich nich mehr viel passiert. Warum sollte auch. Ein Fuchs lief vor uns über die Straße. Zumindest meinte Daniel, das sei ein Fuchs. Ein Fuchs is auch, wer sich das New York Ska Jazz Ensemble anschaut - lohnt sich!

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Bierschinkenralle

27.12.2006 14:38
Nur so neben bei, zur Konzertkritik von La Banda Bessy, ich denke "Nothing else matters" wurde schon in den 80`ern geschrieben, also paßt das schon!

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