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Pennerparty mit Endstation Hass, Supernichts, Kasse 8 Mark, Superfreunde, Knochenfabrik, Sons Of Explosivos am 03.05.2008 in Langen, Bauer Bühls Kotten

Pennerparty am 03.05.08 in Langen

Nachdem wir unser politisches Bewußtsein in Berlin ausreichend gestärkt haben, steht das nächste Ziel auf dem Programm: Langen bei Lingen im hässlichen Emsland. Kaum von der Autobahn abgefahren, stinkt es überall nach Exkrementen und nach Superfreunden. Wir kurven ein wenig rum und als wir an ner Tanke vorsichtshalber nach dem Weg fragen, ist der Tankwart so verflucht nett, dass wir ihm gleich ein paar günstige Bier abkaufen.
Am Kotten angekommen, is das Schützenfest schon in vollem Gange. Denn was wäre eine anständige Pennerparty ohne Schützenfest? Richtig, joarnüscht! Hier wird auch viel getan für die Gäste: Bierbänke, Grill, Bier, Sonnenschein. Ein Traum!
So, dat Foto habbich mal von Richy geklaut, fies wie ich bin. Das Schützenfest folgt altbekannten Regeln: Erst Fegen, dann Schießen. Ob man sich dabei mit Schnubbi und Bierbauch in zünftige Schützentrachten zwängt oder rank und schlank in sein Motörhead-Shirt wie unser Ali hier - das sei mal der eigenen Kreativität überlassen. Ali, schieß!
Glücklicherweise kommen wir zeitig genug an, um das große Finale mitzukriegen, das niemand Geringeres als der asoziale Schubbert gewinnt! Na denn mal prost! Ne Schützenkönigin gabs auch noch, die taucht bestimmt später noch auf irgendnem Foto auf...
Und wat macht man so mit frisch gekürtem Schützenkönig? Is klar, ne Parade durchs Dorf! Die Fahne wird gehisst (Fabrikknochen- und Jamaica-Fahne, wo is die Pennerfahne verdammt?), Caddy schnallt sich das Trömmelsche um, in Zweierreihen marschieren wir los - Bierflasche im Anschlag!
Bezüglich Zweierreihen und Schrittfolge muss uns der König das eine oder andere Mal belehren, was ein unzüchtiger Haufen! Also einmal quer durchs Dorf. Wobei das Dorf hier eigentlich nur aus Bäumen und Feldern besteht, sporadisch mal ein Haus. Da muss man zum Milch-beim-Nachbarn-borgen schonmal die Wanderschuhe rausholen.
Und weil der Schützenkönig (Schützenführer wäre eigentlich auch passend) so gütig ist, dürfen wir zwischendurch zum Pissen anhalten, bevor der Schützenumzug weiter gen Ziel trottet. Das Ziel? Diese Frage fiel zwischendurch auch. Aber die Antwort kam wie ein Geistesblitz: Zur Kneipe, Schnaps trinken, zurück!
Also ab zur Dorfkneipe, wir belagern die Tische! 50 grölende Idioten mit Irokesen und Schützenuniformen, sowat sieht man nicht alle Tage. Der König will leider keine Runde schmeißen, also schmeißt jeder ein paar Tälerchen in des Königs Hut und der Wirt entscheidet, wieviel wir trinken.
Das reicht dann erstmal für ein paar Runden Schnaps! Der König hält noch ein paar Ansprachen, die uns zum Saufen ermutigen und begeistert applaudiert werden, die Königin darf auf ihrem Thron platznehmen und eine Ansprache halten (Die uns zum Saufen ermutigt und applaudiert wird) und wir niederes Volk sitzen da, saufen und applaudieren.
Der Wirt gibt sich als ein echter Gönner und loyaler Untertan, nicht nur zwei Kästen Bier erhält die Meute noch, auch noch nen leckeren Likörsche zum Abschied! Sind ja nich zum Spaß hier!
Neben dem Likörsche gibts noch zwei Pinnekens für den Weg, sollen ja schließlich nicht verdursten. Runter damit und im Trommelmarsch (Caddys Arme fallen schon ab) gehts zurück zum Schuppen.
Nachdem das Schützenfest absolviert, der Schützenkönig geehrt und das niedere Volk besoffen ist, kann ja das musikalische Programm starten. Erste Band: Die Feuerwehrkapelle "Endstation Hass". Das war, soweit ich mich erinnere, Deutschpunk.
An mehr erinnere ich mich aber nicht, wär ja auch zuviel verlangt. Zumal ich die Band eh nicht kannte - im Gegensatz zu einigen Besuchern hier, ein paar von denen konnten sogar Lieder mitsingen.
So, Zeit für die nächste Band! Es spielt die Feuerwehrkapelle Supernichts! Deren Bestätigung kam eher kurzfristig, weswegen es uns eine besondere Freude bereitet, die Jungs nochmal live zu erleben.
Heute ist Sänger Bert nicht dabei, weswegen einfach mal Frank den Hauptgesangspart übernimmt. Kleines Jubiläum für Bönx und mich: Ca. 4 Jahre isset her, dass wir Supernichts in Dreierbesetzung gesehen haben. Glückwunsch. Aber dafür kann der Auftritt heute verdammt nochmal alles.
Und das liegt zum Großteil an Basser Micha, der total lattenstramm da rumsteht und krampfhaft versucht, die Töne zu treffen, während er gleichzeitig massiv mit seinem Gleichgewicht zu kämpfen hat.
Stimmung in der Scheune: Top! Arschgeil! Ordentlich die Punkrockfinger in die Lüfte! Dazu treten, beißen, biertrinken! Ein Fest für die Sinne. Und warum die sich alle in der Ecke sammeln, wo die Kühltruhe steht, erklärt sich wohl von selbst.
  Nagut, okay, ihr sollt ja auch mal bewegte Bilder sehen dürfen. Supernichts spielen ihren Hit "Nur Bekifft und nicht Besoffen" (Besoffen? Supernichts? Niemals!) und die astreine Performance sollte mal stellvertretend für den Auftritt stehen. Großes Tennis! Oi Oi Oi!
Songmäßig wird dargeboten, was die Meute will. Alte Klassiker und aktuelle Reißer, alles ganz nach dem Motto "Schnell und schäbbig runtergezockt", damit sich auch ja keiner langweilt. Text- und grölsicheres Publikum inklusive. Und Toyota fahrnse bestimmt auch alle.
Zu ner amtlichen Show unter des Königs Gnaden gehört natürlich auch das Optische. Das meint nicht nur die adretten und durchgeschwitzten Hemden, sondern natürlich auch geleckte Gitarrensoli und die Gitarre aufm Rücken. Wo ist eigentlich der Fuchsschwanz abgeblieben? Damals vor 4 Jahren wurd er noch verbrannt...
Großes Highlight der Supernichts-Show: Michelle stellt irgendwann einfach den Bass weg, schultert seine Tasche und geht. Ohne mit nur einer Miene zu zucken. Als wär es die normalste Sache der Welt. Angeblich will er nach Hause gehen. Die Reaktionen reichen von verwirrt bis belustigt, nagut, dann halt Supernichts nur noch zu zweit.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Richy und Marcel am zweiten Mikro kann die volle (?) Wucht Supernichts weitergehen! Ker wat is die scheiß KATZE süß! Und der scheiß Kremer sowieso! Und überhaupt! Alles so verdammt süß!
Das Bild ist dunkel, mir wurscht. Ich wollte das brennende Licht in Phils Auto fotografieren. Sieht man doch wohl, oder? Das brannte die ganze Zeit und wir Hightech-Genies brachten es nicht fertig, es auszumachen. Fällt das unter Mobbing?
Weiter im Text. Nächste Band: Die Feuerwehrkapelle Kasse 8 Mark. Eine Deutschpunk-Coverband (ja, die vom Husi), die die ganz großen Klassiker auf die Stallmeute loslässt. Terrorgruppe, Slime, Wizo, Knochenfabrik (hähä), hauptsache alle grölen mit. Perfekter Zeitpunkt für diese Band, der Pegel ist sozusagen optimal.
Und diese Perlen der Punkrockgeschichte können am Meisten, wenn man gleich zwei Sänger zur Verfügung stellt. Ehrensache. Und dass die auch mal Mikrofon und Bierflasche verwechseln, ist ebenso Ehrensache. Und wenn dann auch noch die St.-Pauli-Version von Turbonegros "I got Erection" zelebriert wird, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus
Auch ein Klassiker: Metal Berten der Clown. Sieht immernoch am authentischsten in seinem Zwirn aus.
Mehr Klassiker? Nagut! Molotow, Molotow Soda knallt dir in den Kopf. Sogar, wie es sich gehört, mit nem Molli-Kanister der flugs in die Mäuler der Meute entleert wird. Etwas schwach: Am Ende des Liedes ist immer noch was im Kanister. Also wird einfach der Refrain noch ein paarmal wiederholt.
Spaßiger Auftritt. Auch wenn ich ihn nicht komplett gesehen habe. Ein Spaßgarant für jede Punkparty!
Draußen ist es inzwischen schön dunkel geworden, erstaunlich wenig Schnapsleichen liegen rum - dafür ein prasselndes Lagerfeuer. Alles Hippies hier oder wat?
Nächste Band: Die Feuerwehrkapelle Superfreunde. Und wie zu ihren Glanzzeiten kommen sie selbstverständlich mit Mopped in die gute Stube reingerauscht. Ratter ratter! Das sind die Superfreunde! Die besten dieser Welt!
So, erstmal auf der Bühne ausbreiten. Fleißige Helfer bugsieren das Tourmopped zurück, während es sich die Band bequem macht. Der Kremer spielt auch seine Rolle in diesem Potpourri der guten Laune und darf für den ersten Song Nazi Neiß den Assi am Schlagzeug vertreten.
Dann mal los! Mehrstimmiger Gesang hat die Superfreunde großgemacht, und das wird heute zur Spitze getrieben. Der komplette Schuppen grölt die zahlreichen Hits der Kapelle, Bierfontänen spritzen, ein Saufgelage sondergleichen
Die Speerspitze der deutschen Gesangskunst in Form von Schützenkönig Schubbert und Bauer Bühl dem Bauern trifft mal wieder jeden Ton den man sich vorstellen kann (und darüber hinaus). Is ja nicht umsonst heute Releaseparty der neuen Platte "Apfel Birne" - wobei, die CD ward nirgends gesehen. Naja, muss ja auch nicht.
Große Hits, wie Perlen vor die Säue! Und vor Gaststars ist man auch nicht sicher. Bäni Köbisch darf den atomaren Atomaren-Smasher "Lokenbuch Fuck Off" mit seinem Gala-gestähltem Gesang begleiten. Für den König tut man alles! Sind wir nicht alle ein bisschen Schubbert?
Optisch nicht so ganz zum Rest der Bande passen will der Basshusemann - is weder halbnackt noch trägt er Schützentracht und Schnäuzer. Dafür hält er sich aber auch beachtlich zurück.
Und das Publikum? Rastet aus. Kann man nicht anders beschreiben. Superfreunde regieren die Erde!
Soviel zum großartigen Auftritt der Superfreunde - meiner Meinung nach der beste, den sie je in meiner Anwesenheit gegeben haben, soviel Lob muss mal sein. Und dass der ganze Raum am Ende "Wir sind so toll, wir sind so toll, alle Leute lieben uns denn wir sind so toll" einstimmt, setzt dem ganzen Getöse noch die Krone auf.
Noch ein Highlight an diesem Abend: Ulf nüchtern! Schon wieder was, das man nicht alle Tage erlebt! Und, wie man sieht, total nüchtern. Was man daran sieht, dass er keine Bierkanne am oder im Hals hat. Dafür darf Kiki auch endlich mal saufen. Und Fö hat schon wieder keine Schuldgefühle.
Als nächstes auf der "Bühne": Die Feuerwehrkapelle Knochenfabrik! Nach knapp 10 Jahren endlich wieder ein Auftritt der 90er-Punklegende. Was gibt es fürn besseren Rahmen für diese Reunion-Show als ne Bauernscheune im Emsland, nach dem Schützenfest? Fällt euch auch nix zu ein wa?
Claus, heute mal im Macgyver-Look, hat sich optimal mit Grillfleisch und Bier auf den Auftritt vorbereitet. In die Annalen eingehen wird die Bierbestellung :"Ich nehm noch 2-3 Bühnenbier - das heißt 5-6". Bescheidenheit ist bei Knochenfabrik fehl am Platze.
Mit "Im Fadenkreuz" beginnt eine Bilderbuchshow, die reinhaut wie die sprichwörtliche Bombe. 11 Songs will die Band eingeprobt haben und um uns etwas zu gedulden, kündigt Claus Filmriss für das Ende des Konzertes an. Wär aber nicht nötig gewesen, bei der Fülle von Krachern kommt gar keiner frühzeitig auf die Idee, Filmriss zu rufen. Eher zu bekommen.
Knallweißes Bühnenoutfit auch für die Rhythmussektion in Form von Achim und Hasan. Minimalistisches Schlagzeugset und mit Rolex-Uhr am Bass, so und nicht anders!
Unnötig, da noch die Stimmung zu erwähnen. Die Fetzen fliegen, genau wie Bierspritzer, Punkrockfinger und sogar komplette Menschen. Ausnahmslos alle Lieder werden freudenvoll lauthals mitgegrölt
Für dieses Jahr stehen dann noch die 4 "offiziellen" Konzerte bei Ruhrpott Rodeo, Back To Future, Force Attack und Punk im Pott an - aber, liebe Leser, lasst diese Prophezeihung mal wirken: Das wird an den heutigen Abend nicht herankommen. Unmöglich. Glückshormone überschwemmen das Emsland.
Ach, nagut, noch einmal Publikum. Dann ist aber auch gut. Gröl gröl schrei! Ich entblöße meine Scham und werfe Fensterscheiben ein! Der Kotten kocht und brodelt, keine Möglichkeit sich nur mal eben in Ruhe hinzustellen, so sehr reißt einen die Bewegung mit
  Schlau, wie ich bin, kam ich auf den Gedanken, das auch noch zu filmen. Die etwas dürftige Lightshow ließ das aber nicht so ganz zu, viel sehen tut man auf dem Video nix. Is auch egal, ich war dabei. Und das hat sich auf ewig in meinen Kopf eingebrannt. Ihr armen Schlucker könnt nur schwarze Bilder gucken. Knochenfabrik - Grüne Haare
  Aus Faulheit ließ ich die Kamera gleich an. Also das nächste Lied: "Filmriss"! Diesen Song von dieser Band live zu hören - unglaublich! Maks hat übrigens ebenfalls "Filmriss" gefilmt, sein Video ist genauso dunkel. Mir kommt spontan die Idee, unsere Videospuren zusammenzuschneiden um ein Schwarz-Schwarz-Video mit Perspektivenwechsel zu erstellen.
Damit wärn wir auch schon am Ende des Sets. Viel zu kurz, aber welches Knochenfabrik-Konzert hat denn damals schon über 20 Minuten gedauert? Das Besoffen-von-der-Bühne-Fallen entfällt heute aber, gibt ja schließlich keine Bühne.
Und weils so schön war und weil ich meine Leser (Diejenigen, die selbst da waren, brauchen sich hier nicht angesprochen fühlen) neidisch machen will, noch ein letztes Foto vom Auftritt. Was heute geschah hat noch niemand gesehn!
Und danach? Sinnloses Gelage. Den Sinn hatten wir ja schließlich gerade. Nebenbei spielt dann noch die letzte Feuerwehrkapelle, während die ersten Gäste abhauen. Angekündigt als "Höflich's Country-Band" spielen die Sons of Explosivos aus Mexiko. ¡Olé y Arriba!
Da gibt es in extravaganten Outfits mexikanische Folklore zu hören, entsprechend dem Anlass des Abends aber selbstverständlich verpackt in anständige Punksongs. Wahnsinn, dass die extra den Weg aus Mexiko auf sich genommen haben, um hier heute in Bauer Bühls Kotten spielen zu dürfen. Sind die eigentlich illegal eingereist?
Der Schlagzeuger (Wie er hieß? Äh. Juan. Oder Sanchez. Oder so) erinnert optisch wirklich ein wenig an ein gewisses Arschloch aus Landau, aber ein gekonnter Blick entlarvt den vermeintlichen Bierbauch sofort als Tequillabauch. Vale, eso basta por la reseña. Entonces bebemos desierta el hueso de la cabeza.
Irgendwann schließlich machen wir uns auf die Socken. Ich hab eh absolut keinen Bock mehr auf die ganzen Penner hier. Der tapfere Ulf darf Kikis Gefährt bedienen, will uns aus alter Tradition gar bis nach Holland schaffen, was wir aber irgendwann dankend ablehnen. Also ab nach Hause.

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Philriss

07.05.2008 19:47
auf alis shirt steht molotörhead - nicht motörhead... aber ansonsten war es ein riesenkonzert. gut war auch, dass ulf bei mir im auto lag, als ich schlafen ging und weg war als ich aufwachte...
Ulf

07.05.2008 20:04
phil muss doch nen paar männliche gene von seinem vater abbekommen haben, denn er hat geschnarcht wien stahlarbeiter.
aber wahrscheinlich stellt sich jez raus das er nur erkältet war oderso.

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