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Open Flair Festival 2008: Irie Révoltés, Kettcar, The Hives, Panteón Rococó, Danko Jones, Anti-Flag, Die Ärzte, Turbostaat, Bloodlights, Moneybrother, Fantastischen Vier, Adam Green,... vom 08.-10.08.08 in Eschwege

Open Flair Festival vom 08.-10.08.08 in Eschwege

Es ist wieder soweit! Das Open Flair Festival ruft. Zuletzt vor zwei Jahren da gewesen, gibt es dieses Jahr mal wieder ein mehr als nettes Line-Up, das zusammen mit der schicken Location und dem Rahmenprogramm Grund genug ist, mal wieder den Weg nach Eschwege anzutreten. Die Entscheidung fiel früh, Frühbucherrabatt fürr 58 Euro geht voll klar, also los! Leider sind wir nur zu zweit im Auto, aber das is wohl zu verkraften, is ja nich ganz so weit wech wie z.B. das Force Attack. Höhö.
Jau, wir kommen an, erreichen nach einigem Hin und Her Frank, der mit den Salzgitteranern schon aufm Campingplatz is und etwas Platz freigehalten hat. Irgendwann stoßen auch Helna und Martin dazu. Juhu, erstmal saufen! Ich hab Mexikaner dabei, er heißt Sanchez!
Der nächste Morgen, erstmal wach werden, Bierchen trinken und dann das Pavillon festhalten - es windet nämlich und uns fällt auf, dass noch gar keine Heringe drin sind. Pavillon aufsammeln, festmachen, Zeltplane anne Seite, passt! Und schwupps haben wir nen gut geschützten Platz
Ganz großer Luxus: Plö (wasn Name!) hat ne Zapfanlage dabei! Geil, Traugott Simon vom Fass! Ehrensache, da nehmen wir ein paar Becherchens von.
Danach erstmal gen Gelände. Der Zeltplatz beim Open Flair ist losgelöst von den Bühnen, kostet auch extra (12 Euro pro Person, 2 Euro pro Auto, 5 Euro Müllpfand - wers wissen will). Aber zum Gelände kommt man schnell. An idyllischen (neues Lieblingswort!) Fachwerkhäusern vorbei ist man recht fix da.
Die erste Band, die ich mir heute geben will: Irie Revoltés aus dem Süden des Landes! Stimmungs-Hiphop, mit politischem Anspruch, quasi Culcha Candela in gut. Zwei Räpper heizen dem Publikum gut ein, und auch wenn die Texte meist auf französisch sind, machen die Ansagen doch gut klar, worum es geht: Gegen Missstände, gegen Unterdrückung, gegen Kommerzialisierung, gegen Diskriminierung.
Ehrensache, dass sie sich für Viva Con Agua einsetzen. Eine Aktion, die für Trinkwasser in der dritten Welt sammelt. Auf dem Open Flair kann man helfen, indem man Pfandbecher spendet - in die entsprechenden Behältnisse oder einfach in dieses Schlauchboot geworfen, für einen guten Zweck. Das Schlauchboot soll auch noch bei einigen weiteren Bands auftauchen...
Anarchistisch wirds dann auch noch: Geile Hassmasken! Irie Révoltés, sehr starker Auftritt auch wenn nicht ganz meine Musik und letztens erst bei Bochum Total gesehen - aber die Stimmung überzeugt. Und die Message stimmt auch!
Ich schrieb ja gerade was von wegen gegen Kommerzialisierung - naja, davor kann sich wohl kaum ein Festival retten. Aber die Promo-Leute lassen sich wenigstens ab und zu kreative Sachen einfallen. Hier lässt sich Frank tättowieren (sieht eher aus wie massieren), um einen Kopfkrauler zu bekommen. Tjoah, wieso auch nicht...
Zurück zum Zeltplatz. Auf der kleinen Bühne spielen Montreal, von denen reicht mir ein Anstandsfoto, muss ich mir heute wirklich nicht geben. Zumal gerade die Ansage kam, wir sollten uns morgen auf die Sondaschule freuen...
Frank hat irgendwelche Poster abgestaubt, Nina hat nen Frank abgestaubt - soweit alles im Lack! Fehlt nur noch der Alkohol! Geht nix über n kühles Bier!
Aber ein kleiner Abstecher zu Kettcar ist dann doch noch drin, Martin kommt freundlicherweise mit. Lange nicht gesehen, aufm Hurricane gar bewusst verpasst, aber ganz aus den Augen verlieren will ich die Band ja nicht.
Naja, ganz netter und (relativ) umjubelter Auftritt, ich persönlich bin emotional nicht sonderlich berührt, irgendwie hat die Band sich totgespielt. Live trotzdem ganz lustig, zumal Rainer noch blödere Ansagen macht als früher. Höhö. Aber schmachten ja eh nur alle Frontmann Marcus Wiebusch an...
Stimmung im Publikum - naja...einige feierns ab, einige schlafen ein und irgendwie wirkt es teilweise, als würden alle nur auf die nächste Band warten. Also das Publikum ham Kettcar nun wirklich nicht verdient! Etwas mehr Respekt bitte!
Lange schauen wir uns Kettcar aber auch nicht an. Bevor Martin besoffen umkippt, schlepp ich ihn zurück zum Zelt
Hoppla, doch schon ein wenig viel gebechert heute! Hähä! Ich nehm mir vor, nur noch ein paar Bierchen zu trinken, damit ich zum Auftritt von Pantéon Rococó heut abend auch schön fit bin. Während die anderen sich sonstwo die Zeit vertreiben, durchkämme ich mit Helna ein wenig den Zeltplatz. Wir finden diverse nette Leute: Bielefelder, Hannoveraner, Eschweger - alle gut drauf, so lob ich mir das!
So, Zeit für den Headliner des heutigen Tages! Do You Know THE HIVES? Die Jungs aus Schweden sind bekannt für ihre Liveshows, die vor Energie nur so strotzen. Und natürlich für die grenzenlose Selbstabfeierei, keine Ansage kommt aus ohne nicht mindestens einmal den Namen der Band zu nennen
Fremdabfeierei gibts natürlich auch - nämlich seitens des Publikums. Amtlich wird die Band abgefeiert. Garagenrock, der in Beine und Hüfte geht, auch wenn das, was zuletzt so an Output von der Band kam, mich nicht so richtig überzeugen konnte
Meine Damen, meine Herren! Pelle Almqvist, Sänger und Frontmann der Band, hat mal wieder ein wenig Deutsch-Kauderwelsch ausgepackt. The Hives sind plötzlich das Kind des Publikums und ähnliche Schoten. Verdammt witzig!
Ansonsten bleiben The Hives eindeutig The Hives. Was an sich nichts Schlechtes ist, aber ich glaube inzwischen hab ich die Band einfach zu oft gesehen, so bleibt es zwar ein geiler Auftritt, aber irgendwie nichts Besonderes
Um so mehr freu ich mich auf Pantéon Rococó! Auch schon oft gesehen, aber eben nicht oft genug. Und nachts auf der kleinen Bühne des Open Flair ist eine deutlich bessere Zeit als letztens mitten am Tag aufm Hurricane. Nochmal die letzten Energiereserven für die Mexikaner rausholen!
A propos Mexikaner rausholen: Für den Auftritt der Mestizopunker wird unser Sanchez natürlich leer gemacht. Olé! Die Band in gewohnt guter und souveräner Stimmung, das Publikum tanzt sich in Ekstase und Pantéon Rococó liefern den Soundtrack dazu.
Gespielt wird ein bunter Mischmasch - nicht nur vom Musikstil her, auch von der Auswahl der Songs. Auch die "neuen" Stücke des selbstbetitelten vierten Albums kommen gut an
Posaunist Paco darf auch mal ans Mikrofon, um gemeinsam mit dem Sänger ein wenig das Publikum zu animieren. Natürlich wird wieder alles rausgekramt. Mitsingen, nachsingen, mitklatschen, weiterklatschen, hinsetzen, aufspringen. Das Publikum ist glücklich, hat es ja schließlich was zu tun. Höhö.
  "La Carencia" wird heute mit den Jungs von Irie Révoltés dargeboten - sehr geile Aktion! Darum davon hier ein (relativ langes) Video, angucken, lohnt sich!
Nach der anschließenden Konservenmusik waren dann die Begeisterungsstürme des Publikums groß genug, dass die Band nochmals auf die Bühne kam. Geil!
Und dann? Eigentlich sind wir ziemlich geschafft, aber die Pflicht ruft! Noch kurz rüber zum Kleinkunstzelt, das diesmal etwas weiter weg vom Werdchen is...Dort spielen die "U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern", und wir kommen rechtzeitig zur Zugabe, die da lautet "Biene Maja"!
Nachdem noch das gute alte "Glücklich" von Farin Urlaub gespielt wird, ist auch der Auftritt zuende - naja, blöde Überschneidung, aber Pantéon Rococó waren einfach zu gut, um sie frühzeitig zu verlassen. Blöd nur, dass die Kontrollöre ihren Abschied ankündigen - aber immerhin erst für nächstes Jahr.
Zurück zum Zeltplatz! Wir nehmen einen dunkeln Weg, bei dem man nicht einen Zentimeter weit gucken kann. Um ein wenig für Stimmung zu sorgen, blende ich die Leute hinter uns einfach mal mutig mit Blitzlicht. Muahaha!
So, nächster Morgen! Es gibt Brot zum Frühstück und mir fällt auf, dass ich daran beim Packen gar nicht gedacht hab. Wer packt denn schon Brot fürs Festival ein? Hmpf, schnorre ich halt ein wenig. Und außerdem gibts ja noch Bier.
Erstes Ziel heute: Mal wieder das Kleinkunstzelt! Wir stellen fest, dass der Weg dorthin durchaus machbar ist, auch wenn der frühere Standort auf dem Gelände deutlich besser war. Dafür ist das Zelt größer, passt halt mehr rein
Und das ist auch nötig für die erste Band heute! Der Familie Popolski, früher The Pops, sie behaupten von sich, so ziemlich alle Popklassiker geschrieben zu haben, querbeet von Queen bis Tom Jones. Nur halt ursprünglich als Polka-Versionen, und genau so werden die Stücke heute dargeboten. Ganz großer Spaß!
Nebenbei gibt es noch ne lustige Diashow und diverse Anspielungen auf Polen, die UdSSR und alles was der Schnäuzer so hergibt. Und natürlich viel Wodka! Hackedicht und verdammt unterhaltsam! Fleißig schunkelt das Publikum mit oder mosht wahlweise ein wenig, während der Gitarrist "We are the World" intoniert. Großartig!
Erstmal zum Gelände, wo gerade die Schröders spielen. Naja, fand ich persönlich nicht so besonders, außerdem letztens erst bei Bochum Total gesehen, Stimmungsmusik halt.
Aber dafür sind die annern begeistert, und dat is ja wohl die Hauptsache! Ich alter Pessimist!
Danach schauen wir uns ein wenig auf dem Gelände um. Eine Besonderheit des Open Flair Festivals: Es war schon immer für die ganze Familie gedacht. So gibt es neben der Kleinkunstbühne auch ein Kinderprogramm, damit die lieben Kleinen sich auch wohlfühlen
Tja, als Nächstes stehen Danko Jones im Programm, dafür lässt man gerne alles stehen und liegen! Naja, nicht ganz - Chrissi legt sich selbst hin, nachdem seinem Körper der Chinafraß offensichtlich nicht bekam. Kleiner Besuch bei den Sanitätern und schließlich dann zu Danko Jones - natürlich mit leicht schlechtem Gewissen.
Danko Jones ist einfach personifizierter Rock'n'Roll! Geile Scheiße, was die Band da fabriziert! Der gleichnamige Sänger ist der Frontmann in Person, hat Charisma und Selbstbewußtsein mit Löffeln gefressen und verabreicht uns ordentliche Lektionen in Sachen Rock'n'Roll.
Natürlich gibt es besonders viel Selbstabfeierei, die auch deutlich cooler rüberkommt als bei den Hives. Über Leute im Publikum, die nicht genug abgehen, wird gnadenlos gelästert. Yeah! Oder mal eben ein paar Indie-Takte angespielt, um zu fragen ob die Hardrock-Riffs nicht doch besser sind...sind sie! Danko Jones for President!
Präsident eines Turbojugend-Chapters in Kanada ist der Gute ja schon. Und auch sonst gibt es viele Referenzen an die Rockmusik, mit den Namen verstorbener Rocklegenden von Dimebag Darrell bis "the blackest of black metal" James Brown ist alles dabei
Geile Stimmung im Publikum, viel zu kurzer Auftritt von Danko Jones. Aber eine Stunde Spielzeit ist Standard beim Open Flair, natürlich bis auf die Heads und Co-Heads, die später des Abends auf den Bühnen stehen...
Chrissi ist inzwischen auch wieder da! Bei Verstand is er (trotz Gehirnerschütterung) auch noch, mit Verband (wegen Schramme) auch.
Blackmail sah ich zuletzt auf dem Terremoto-Festival (paar Jahre her, wa?), habe aber erst vor Kurzem festgestellt, dass die Band um Gitarrist und Produzentenlegende Kurt Ebelhäuser doch recht geile Musik macht
Aber nich so ganz gepackt, ich komme rechtzeitig zum letzten Lied, so richtig reicht das dann doch nicht um nen kompletten Eindruck von der Band zu bekommen - aber gefällt. Muss ich bei der nächsten Gelegenheit unbedingt mal länger sehen, kann ja nicht angehen dass die Band so an mir vorbeigeht
Dafür schon öfter gesehen: Anti-Flag. Und die lohnen sich immer! Die linken Punkrocker aus den Staaten sind auch auf ihrem Major-Release nicht ruhiger geworden - zumindest textlich, musikalisch wagt man sich auch mal an Kinderchöre und Orchester ran
Aber gut ist, was gefällt! Anti-Flag mit einer Show, die jeden mitreißt. Auch wenn ich heute das eine oder andere Mal ins Publikum schreien möchte, sie sollen doch gefälligst auch auf die Texte achten und nicht nur die Uhohuhos mitgrölen
Wo wir gerade bei Kapitalismus-Kritik sind: Geile Werbung! Ein FFH-Zeppelin über der HR3-Bühne lädt zum Schmunzeln ein
Egal zurück zur Band. Wie erwähnt mit Kinderchor, der vermutlich in Eschwege zusammengesucht wurde - geile, wenn auch befremdliche Aktion - zumal der Chor nur so auf der Bühne steht, dass die singen hört man nicht so wirklich...
Geiler Auftritt! Etwas links natürlich, selbstredend. Und "Die for your government" am Schluss gibt nochmal richtig Pfeffer in die Pogo-Gelenke. Stark! Freu mich schon, die Jungs in wenigen Tagen in Budapest zu sehen...
Ab zum Zeltplatz! Unsere nächsten Ziele: Die Donots verpassen und uns irgendwann den Überraschungsheadliner geben. Wir finden Spaß daran, uns als Füße zu beschimpfen und finden den Spruch des Wochenendes: "Lass dich nicht von Besoffenen anlabern" - Word!
Gut besoffen gehts dann ab zum "Überraschungs"-Headliner! Mit "wir sind Blackmail aus Berlin" begrüßen uns Die Ärzte, welch Überraschung. Unser Tipp war ja eigentlich, dass Depeche Mode als die Foo Fighters verkleidet unter dem Namen der Toten Hosen Die Ärzte covern. Aber das nur nebenbei
Naja, die "Überraschung" wurde dann doch schon einige Tage vorm Festival bekanntgegeben, aber kann mir eh keiner erzählen dass er das nicht schon vorher gewusst oder zumindest geahnt hat, für so viele Hinweise und Zeichen braucht man keinen Geheimdienst. Machen wir das Beste draus: Bier holen und ab geht die Feierei!
So ne große Band auf nem doch eher überschaubaren Festival bringt natürlich einiges durcheinander. Diverse Auflagen sorgen dafür, dass keiner mit Nietengürtel reinkann und nur Fotografen mit Sondergenehmigungen in den Graben dürfen. Sind aber alles Maßnahmen, die ich durchaus nachvollziehen kann - 14.000 Leute sollen heute auf dem Gelände sein, damit sind die Kapazitäten erschöpft.
Vom Auftritt weiß ich eher wenig. Wie gesagt, wir hatten Spaß, und spätestens bei "Rebell" hat es mich voll mitgerissen, ich beschließe heute den Song zum besten Stück der Band zu erklären! Ein Highlight wohl für die Fans ganz vorne: Bei ner "Zu Spät"-Improvisation zeigt Bela den "Partypeople" seinen "Schniepel" - na, ob das wohl echt war?
Hauptsache der Grill ist an! Am nächsten Morgen gibt es zum Frühstück anständiges Fleisch, von belegten Broten kann sich doch keiner auf Dauer ernähren! Und dank Kühlschrank können wir das auch am Sonntag noch ruhigen Gewissens tun - was ein Luxus!
Erstes Ziel heute: Jennifer Rostock! Grottenschlechte Mucke mit ätzender Stimme, aber da die Alte überall spielt, muss man sich die ja zumindest einmal anschauen um sich davon zu überzeugen, dass das live genau so kacke is. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mia für arme. Und dann auch noch Cher covern...
Zumindest die Ansagen können was: Geht ständig nur um Titten. Oder auch Möpse. Oder Nippel. Und Ähnliches. Wie originell, zumindest für ne Frauenband! Ist das der neue Feminismus? Wie bei Charlotte Roche oder Lady Bitch Ray? Einige Mädels zeigen sogar was - die Fotos ohne BH gibts aber nur im Paidbereich, ätsch!
Inzwischen is auch Bönx angereist, so dass es pünktlich zu Turbostaat zur großen Bühne gehen kann. Geiler Auftritt, auch wenn das eigentlich ne Band für nen kleinen Club ist, hier aufm Festival und bei prallem Sonnenlicht passt das nicht so richtig...
Naja, immerhin geben die Jungs aus Flensburg (Husum! Verdammt!) ordentlich Gas, wie man es von ihnen gewohnt ist. Festivalüblich natürlich hauptsächlich neue Stücke, was irgendwie schade ist, aber kann man den Jungs anscheinend nicht ausreden
Und, beim Hurricane Festival bemängelte ich es auch schon: Es gibt ne Zugabe (inkl. Pause), trotz der knappen Spielzeit. Bei ner Stunde Spielzeit kann man sich meiner Meinung nach die Zugabepause sparen und gleich weiterzocken. Mit "Schwan" und "Frieda und die Bomben" gibbet aber ordentlich was auffe Nuss gen Schluss.
Puh, pralles Programm! Da müssen wir unser Bier wohl doch aufm Gelände kaufen - und schnell weiter zu den Bloodlights. Arschgeile Band hat sich Ex-Gluecifer-Gitarrist Cpt. Poon da zusammengestellt!
Die Bloodlights gefallen mir live deutlich besser als auf Platte (vielleicht hab ich bei der Platte zu sehr Gluecifer erwartet), die Songs gehen gut ins Blut, geile Rockscheiße, natürlich amtlich mit viel Gepose. Erst ein Album am Start, aber nen neuen Song gibts ebenso zu hören wie Cover von The Damned und Sex Pistols. Geiler Auftritt, gerne wieder!
Tja, was gibts noch...ab 17 Uhr dürfen die Jägermeisterleute ihre Schnäpperken an den Mann bringen, da sind wir sofort dabei! Außerdem begegnet uns die mobile Feuerwehr, einer der "Walking Acts" auf dem Gelände. Naja, pseudolustige Sprüche über Lautsprecher und putziges Feuerwehrauto, nicht sonderlich kreativ wie ich finde.
aha. Ja, das is dann wohl schon eher kreativ...
Nach ein paar wohlverdienten Bier am Zeltplatz gehts auch bald wieder los. El*Ke auf der Freiluftbühne schau ich mir nur kurz an - hab die schließlich noch nie gesehen, also geb ich ihnen mal ne Chance. Rocken ganz gut was wech, sind trotzdem nich so ganz mein Ding. Zu sehr Deutschrock halt.
Auf der Hauptbühne ist man inzwischen zum Hiphop-affinen Teil des Programms übergegangen: Fettes Brot beehren das Open Flair, nach ihnen stehen noch die Fantastischen Vier auf der Bühne. Beides Bands, die auch Fans außerhalb des Hiphop-Lagers haben, und das zu recht
Einige neue Songs werden gespielt, auch wenn ich die alle nicht kenne. Außer natürlich "Bettina", wobei sich die drei Hamburger spontan überlegen, "mach deine Brüste frei" könnte das Publikum doch bestimmt zu Spontanhandlungen überzeugen...
Aber tuts wohl nicht. Trotzdem gute Stimmung vor der Bühne, was natürlich den Broten als inzwischen gut gereifte Entertainer zu verdanken ist.
Wir beobachten das Geschehen ein wenig vom Bühnenrand, nebenbei wird ordentlich abgespackt. Wie sich das gehört. Hier der Fö mit einem unbekannten Hatebreed-Hörer: Abspacken zu HipHop Teil 1!
Kommen wir zum Highlight des Festivals: Moneybrother! Der Sympathische Schwede liefert uns den meiner Meinung nach besten Auftritt des Festivals. Auch wenn mir das Set zu wenig ältere Stücke enthält, Anders Wendin zieht allein durch seine Ausstrahlung einfach jeden in seinen Bann
Was mir sofort ins Auge fällt: Die Band wurde komplett ausgewechselt! Skandal! Wo ist Gustav? Einzig der Drummer ist noch dabei, dafür Backgroundsängerinnen und sogar ein Geiger. Das gibt den Liedern natürlich noch ein paar zusätzliche Noten. Bei Moneybrother gibts halt keinen Stillstand
Und so darf die Band auch mal zeigen, was sie draufhat. Die eine Backgroundsängerin singt "It's been hurting all the way with you Joanna" und spielt dabei Akustikklampfe, während die farbige "It might aswell be now" im Duett mit Moneybrother darbietet. Ganz groß das Finale, als sie das Publikum um Entscheidungshilfe fragt...
Wie man merkt, eine ganz andere Bühnenshow als früher, trotzdem absolut ergreifend. Wunderschöne Lieder zwischen Soul und Rock, wahrlich einer der größten Künstler und Sänger unserer Zeit!
Ein Vorteil beim Open Flair: Hört die eine Bühne auf zu spielen, so fängt die andere Bühne an. So gibt es keine Überschneidungen (abgesehen vom Kleinkunstzelt), allerdings muss man, will man beide Acts sehen, sich ziemlich sputen...nunja, von der nächsten Band reichen mir ein paar kleine Eindrücke: Die Fantastischen Vier!
Die Urväter des deutschen Hiphop kennt inzwischen eh jeder. Alleine nur mit DJ And.Y kommt man nicht mehr aus, ne kleine Backgroundband ist auch dabei und heute überrascht uns Michi Beck mal selbst an der Gitarre, wenn auch nur bei einem Stück
Ansonsten sind die Fantastischen Vier vollkommen zu recht Meister ihres Faches und das Publikum ruckzuck "down" mit ihnen. Gute Stimmung und amtlicher Headliner für den letzten Abend
Noch mehr Publikum? Okay, hier! Süß! Könnt ihrs lesen? Hab mich nich getraut, denen nen Bierschinken-Flyer zu geben...
Womit ich mich bei der Band nie anfreunden konnte: Die erdrückende Krieger-Reihe von Pseudomystiker Thomas D. - nervt einfach. Lieber ein wenig "Die da", bitteschön! Oder wollt ihr den Emo-Hiphop erfinden?
Egal, Auftritt insgesamt gefällt! Besonders die originelle Variation von Rage Against The Machine's "Killing In The Name Of" - mit Helium intus. Irre lustig! Abspacken zu HipHop Teil 2!
Und wieder zur anderen Bühne, damit dürfte der Marathon für heute beendet sein: Adam Green spielt, und der soll live ein ziemliches Erlebnis sein, weswegen ich ihn absolut nicht verpassen will. Und wahrlich, was ein kranker Vogel! Absurde Bewegungen eines Profilneurotikers allererster Güte. Selten so eine absurde Vorstellung des Verbes "Tanzen" gesehen
Wie hält man es als Band bloß mit so einem Typen aus? Das würd ich die Band wirklich ganz gerne fragen...ohne Zweifel, Adam Green gehört zu den ungewöhnlichsten Künstlern unserer Zeit, das zeigt nicht zuletzt dieser Auftritt heute. Sind das alles Drogen? Oder tatsächlich Show? Der kann doch nicht wirklich so sein!
Also, abgesehen vom kranken Gebären von Adam Green bietet die Show einiges, und ich kenne tatsächlich mehr Lieder als ich dachte: Crackhouse Blues, Jessica Simpson, Emily,...und das Publikum ist hellauf begeistert. Wir auch! Und um es mit den Worten von Adam Green zu sagen: Dankeschön! Fick meinen Pimmel, Schlampe!
Ab zum Zeltplatz, der letzte Abend soll zelebriert werden! Und das letzte Bier muss getrunken werden! Aus den Autolautsprechern dröhnt lauthals Pascow, feiern wir gebührend ab. Nebenbei muss Chrissi auch noch die Boxen reparieren, höhö...
So, nächster Morgen...Chrissi und ich wollen eigentlich zeitig los, schließlich gehts in wenigen Stunden weiter zum Sziget Festival - aber müssen auf die anderen warten - weil die Autos nämlich alle Starthilfe brauchen. Geil. Aber das lässt uns immerhin Zeit für ein kleines obligatorisches Gruppenfoto! Und lasst euch nicht von Besoffenen anlabern!
Soviel dazu, das war das Open Flair! Gefiel mir noch nen Tick besser als letztes Mal, allein weil es einfach gemütlicher und chilliger ist als so einige andere Festivals. Wir beschließen spontan, es zu unserem Stammfestival zu machen. Jau, vollbepackter Bericht, verzeiht mir, hab versucht ihn so knapp wie möglich zu halten.
So, ab ins Auto, heut nacht gehts zum Sziget Festival! Das wird ein Spaß!

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