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Punk im Pott im Exil 2. Tag mit Nonstop Stereo, No Exit, Casanovas Schwule Seite, Alarmsignal am 28.12.2008 in der Halle, Berlin

Punk im Pott im Exil 2. Tag am 28.12.08 in Berlin

28.12.! Nun denn, Zeit für den zweiten Tag Punk im "Pott" in Berlin-Weißensee! Nachdem gestern schon gut Gas gegeben wurde und mit viel Jux und Gaudi die Bands abgefeiert wurden, geht es heute weiter. Übernachtet haben wir diese Nacht recht spontan bei Peggy, was dazu führt, dass ich weder Kontaktlinsen noch Brille dabei habe, als es wieder zum Festival geht. Halb blind quasi. Aber Keith, Daniel und Phil sind ja dabei, um den Weg auszukundschaften...bleibt das Problem mit der Zeit. Eigentlich wollte ich ja Substantinopel (13:20) sehen, aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit können wir froh sein, wenn wir überhaupt noch wat von Zwakkelmann (14:40) erwischen.
Ab in die Bahn! Mehr oder weniger mit oder ohne Plan meistern wir die verschiedenen Verbindungen und Umsteigepunkte, haben teilweise ganze Bahnen für uns alleine (stinken wir wirklich so?) und schon bald zeichnet sich ab, dass wir uns glücklich schätzen können, wenn wir überhaupt noch was von Nonstop Stereo (15:20) mitkriegen...
Aber pünktlich zu Gottkaiser war da: Co-Writer Andi Kabl! Der weiß zu berichten, dass diese ihm sehr gut gefallen haben, auch wenn fast kein Schwein in der Halle war. Sehr sympathische Band, melodiöse, schnelle Songs, fern von irgendwelchem Parolengedresche. Schade dass es keine Fotos gibt, aber er is ja nur Co-Writer und nicht Co-Fotograf, hähä
Und wir? Sitzen immernoch in der Bahn. Während Zwakkelmann spielt, bei dem Andi auch noch bei "Ein einsamer Eunuche" an den Trommeln mitzocken darf und den Auftritt viel zu kurz findet ? Es wurden zwar die üblichen Hits wie "Beach Boys Proberaum", "Wir saufen uns ins Guinnessbuch", "mein Nachbar hängt schon wieder an der Flasche", "Fender Stratocaster" und "Tabula Rasa" gezockt, allerdings wären 90 Minuten Spielzeit immer noch nicht genug für die Hitmaschine aus Hamminkeln.
Tja, ham wir leider verpasst...aber pünktlich zu Zwakkelmanns Labelkollegen von Nonstop Stereo (A propos Label, schickes Shirt Frank!) sind wir dann auch in der Halle - na immerhin! Eine Band, die allzu gerne auf ihren "Vorgänger" Bash! reduziert wird und dieses Spielchen auch noch bereitwillig mitmacht. Aber gut, die Stimme von Sänger Frank Ludes ist einfach unverkennbar...
Nonstop Stereo (mit neuem Gitarristen) müssen vor eher wenig Publikum spielen, von denen aber schon so Einige gut am Feiern sind, die anderen aber anscheinend noch in ihren Schlafsäcken liegen. Auftritt trotzdem großartig, klasse Songs mit viel Melodie, ich bereue mal wieder die CD noch nicht zu besitzen.
Wie kann man dem Abhilfe schaffen? Ganz klar, "Ey, spielt mal was von Bash!" rufen! Zack, wie es der Zufall so will, packen Nonstop Stereo den Überhit "Weil du so bist" aus. Ein wunderbares Kleinod der Deutschpunkgeschichte. Zu unserer großen Freude wird "Neil Armstrong" auch noch rausgeholt, dafür aber auf das gute alte "Selig" verzichtet
Kabl hingegen besitzt das Album und kann ergänzen, dass die stärksten Tracks davon gespielt wurden, allen voran der Überhit "Gute Zeiten, Scheiß Momente"! Mit "Eine rauch ich mir noch" endet das Set. Die Dinkelscherber Gruppe löst sich langsam auf, die anderen sammeln sich am Bierstand.
Zur nächsten Kapelle "No Exit" muss ich dann aber doch wieder nach vorne - seit sage und schreibe 7 Jahren nicht mehr gesehen! Dementsprechend eingerostet sind auch meine Textkenntnisse, irgendwie schade, weil durchaus ne geile Band
Gut abgefeiert werden die Berliner Deutschpunker, die als Ersatz für Planlos verpflichtet wurden - äußerst amtlich, Lokalband halt.
Brachial-hymnischer Deutschpunk der Helden aus der Hauptstadt, hat gefallen auch wenn ich mir mehr von versprochen hatte - aber das kommt wohl davon, wenn man die Band so lange nicht gehört hat. Trotzdem, gerne wieder.
Und dann? Klar, mal wieder Bierstand! Da kann man nämlich prima Bier trinken. Nebenbei verbreiten wir artig Gerüchte, die Wohlstandskinder wären heute der Überraschungsact, weil Schleimkeim absagen mussten. "Was, wirklich?" - "Ja klar, wollen wir wetten?" - "Nee, ich wette nich - aber ich sag mal eben ein paar Leuten Bescheid dass die vorbeikommen..."
50% der Wohlstandskinder sind schließlich eh gleich auf der Bühne: CASANOVAS SCHWULE SEITE spielen eines ihrer seltenen Konzerte und bereits das zweite in diesem Jahr! Ulf schleppt mich oben auf die Terrasse, er meint da wär die Sicht besser. Ja toll du Eimer, dafür is hier der Sound beschissen, ich latsch wieder nach unten...
Der Wahnsinn, Knochenfabrik und Casanovas Schwule Seite auf einem Festival! Gibt es nen besseren Grund, nach Berlin zu fahren? Claus hat sich auch einigermaßen erholt vom gestrigen Knochenfabrik-Auftritt, und er macht da weiter wo er aufgehört hat: Texte vergessen und sich stetig verschrammeln.
Ansonsten volle Kanne Rock'n'Roll! Wie zu erwarten ein großartiger Auftritt der Ausnahmeband, wenn auch mit gerade mal einer halben Stunde Spielzeit viel zu kurz. Aber viel mehr wär wohl bei gerade mal einem Album eh nich drin gewesen
Die Ansagen von Claus mal wieder rar gesäht, immerhin macht er uns auf sein schlechtes Namensgedächtnis aufmerksam, gerade mal die Namen Schleppe und Kotze konnte er sich von gestern merken - die sollen doch bitte die Dose Hundefutter vom Mischer abholen. Riesenbrüller!
Jau, Casanovas Schwule Seite - wohl die einzige Band, die es mit Knochenfabrik aufnehmen kann (na, son Zufall). Heute bin ich aber irgendwie nicht ganz so begeistert, woran auch immer das liegen mag. Vielleicht steckt mir der Knochenfabrik-Auftritt noch zu sehr in den Knochen
Co-Writer Kabl hingegen fand CSS definitiv besser als Knochenfabrik gestern. Spielerisch geiler, vor allem Schlagzeuger Caddy ging ab wie ein Schwein. Und Kabl pogt auch ordentlich bei "Lösung mit Gewalt". Wir erreichen alles was wir wollen mit Gewalt!
Wie auch immer, das Publikum is hellauf begeistert und grölt fleißig alle Lieder mit, auch wenn es noch nicht ganz so voll vor der Bühne ist wie CSS es eigentlich erwarten sollten - is irgendwie ein allgemeines Phänomen bei Punk im Pott, am zweiten Tag verläuft alles viel ruhiger
Und trotzdem, Casanovas Schwule Seite verdienter Headliner des heutigen Abends (nicht laut Zeitplan, aber im Herzen! Okay, für Kabl war das wohl eher Zwakkelmann...) - immer wieder ein Erlebnis! Egal wo! Paris, New York, Marseille, Karl-Marx-Stadt, Frankfurt/Oder, Washington DC!
So, zurück zum Bierstand. Oder ach, erstmal zum Klo. Das ist, ganz wie von Punk im Pott (im Pott) gewöhnt, schon total siffig, dafür funktionieren aber bemerkenswert viele Pissbecken noch. Läuft auch alles ganz human zu, wenn sich die Punks nicht gerade um nen Becher mit Claus' Pisse prügeln
A propos Claus: Phil hat ne Wette gewonnen. Wie auch immer man auf so ne Wette kommt, hatte irgendwas damit zu tun ob Claus mit Rucksack auf der Bühne steht oder nicht. Egal, tat er jedenfalls nicht. Parallel dazu spielt nebenbei übrigens OHL, von denen ich aber nix weiter mitbekommen habe, im Gegensatz zu Andi, der sie musikalisch und textlich sogar recht gut fand
Nach einem Intro aus Schüssen und Bomben brettert der erste Hit "Warschauer Pakt" los, Kabl und Lyricer Klaus N. Frick fordern lauthals ein Lied der Böhsen Onkelz. Ham sie leider nicht gespielt. Aber "Belsen war ein KZ". Leider nur ein Lied vom neuen Album. Der Sänger poste als ob es kein Morgen gäbe, erst mit Handschuhen, Jacken, etc. am Schluss oben ohne (am Kopf und am Bauch). Ja, etwas Selbstdarstellungstrieb eben. Dafür springt er amtlich ins Publikum und lässt jeden mitgrölen. Super druckvolle Show von OHL.
Nächste Band schaut sich Kabl nicht an, dafür ich (man muss sich ja abwechseln): Alarmsignal aus Niedersachsen! Wusste gar nicht, dass die so bekannt sind, ham ja doch nen recht späten Platz aufm Spielplan erwischt, aber wat soll ich sagen - irgendwie zu Recht. Für Nix-Gut-Verhältnisse ziemlich geiler Deutschpunk.
Jau, wie man sieht. Volle Kanne Mitgrölerei! Nietenjacken raus! Wir sind endlich da, wir sind endlich da - Alarmsignal!
Ansonsten der Eindruck ähnlich wie vorher bei No Exit - geiler Auftritt, gut gerockt, aber ich kenn einfach zu wenig von denen...
Also wieder zum Bierstand. Bönx und ich fassen den Entschluss, auch jetzt direkt abzuhauen, spielt schließlich nix Berauschendes mehr - auf Normahl verzichte ich gerne, die Wohlstandskinder (hähä) sind tot, Betontod oft genug gesehen, für Molotow Soda lohnt die Warterei nicht...also schnell die letzten Biermarken aufbrauchen
Währenddessen schaut sich Kabl Müllstation an - in der Hoffnung dass sich der Sänger wie in Augsburg vor drei Jahren in die Hose pisst, auf dem Marshall einschläft und das Mikrofon mit ner Bierflasche verwechselt. Aber scheiße - der trinkt heute Wasser! Und ist nüchtern! Dafür spielerisch besser, aber wir sind doch hier nicht im Zoo.
Während wir schon längst in der Bahn sitzen, gewinnt Kabl eine Wette, als der Sänger von Normahl in Jeans und Ramones-Shirt auf die Bühne kommt und so singt als ob er gerade scheißen würde. Sie geben sich ja wirklich Mühe ? viele Lieder, die sonst nicht zum Konzertstandart gehören. Aber an Ansagen die ewig gleichen Wirtshausparolen ? gegen die Bullen in Griechenland, gegen die Bullen vor der Halle...na ja
Ihr merkt schon, mir gehn die Bilder aus. Also, Kabl guckt sich noch WSK, äh, SK, ich meine Schleim-Keim, an, kann den Kultstatus um einen drogensüchtigen Sänger, der seinen Vater mit der Axt umgehackt hat, absolut nicht nachvollziehen (ganz meine Meinung!) und beschreibt es als Drei-Akkorde-Schrammelpunk, bei dem der Drummer Psycho-Texte mit ekelhafter Whiskey-Stimme singt.
Inzwischen is die Fö-Truppe, etwas früher als sonst, in der Milchbar angelangt (denn dass es dahin geht, war ja wohl klar!). Mika mit Knuffelhundi is auch da, ich versuche ihm Biertrinken beizubringen, während wir uns übers Schlagzeugspielen unterhalten.
Kabl guckt derweil Betontod, seine Eindrücke kommen mir bekannt vor: Überschätzt, Massenpogo, sauber gespielt, viel Stimmung - und er spekuliert für sie aufs Vorprogramm der Toten Hosen nächstes Jahr. Jau. Nur die Aussage, dass es bei denen vor der Bühne so voll wie bei keiner anderen Band war, überrascht mich etwas...
Zurück zur Milchbar - auch da teilt sich die Gruppe auf. Spü und Fö latschen zum Mansmann, wohnt ja gleich umme Ecke, wo sich ein paar Gestalten verkrochen haben. Was da noch passiert is? Keine Ahnung, ich war besoffen.
Zur selben Zeit Milchbar: Saufen. Beim Punk im Pott: Auch saufen. Und Kabl guckt sich Blut + Eisen an. Seine Aussage dazu: "Ältere Herren, aber im Gegensatz zu ?Artless? gestern kamen die sehr authentisch rüber und es wurden keine zwanghaften Witze über ?die alten Säcke, die da oben auf der Bühne stehen? von den Bandmitgliedern selbst gebracht. Technisch sau geiler Hardcore Punk, wie gesagt immer noch authentisch runtergespielt. Sehr geil! 5 Punkte für die musikalische Leistung."
Danke dafür! Ja äh, wir wieder zurück zur Milchbar. Die Rechnung muss ja schließlich aufgehen, da die Milchbar Silvester zu hat kann ich das ja nur ausgleichen, indem ich an einem Tag zweimal dorthin aufbreche. Hähä. Lönsen will mich außerdem davon überzeugen, jeden Tag ein Foto von ihr zu machen.
Gegen 5 Uhr sind Azi und ich schließlich die letzten, die in der Boppstraßen-WG auftauchen - und oh Wunder, die ganze Wohnung is voll von irgendwelchen Gestalten, die hier ihren Pennplatz aufgeschlagen haben. Geil!
Soviel zum zweiten Tag von Punk im Pott im Exil, wir bleiben wie erwähnt noch ein paar Tage in Berlin. Naja, nicht alle, Ulf verlässt uns zum Beispiel am nächsten Morgen mit den Worten "Das ist mir hier zu asozial, ich hau ab!" - cooler Typ! Und Co-Autor Kabl? Der muss morgen auch zurück nach Dinkelscherben und hat ebenfalls auf die letzten zwei Bands verzichtet. Aber was in Berlin sonst noch passiert ist, lest ihr hier...

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Spü

07.01.2009 13:55
Dat de besoffen bist kannste irgendwie gut verstecken, Fönig, hast uns immerhin noch mit Bier versorgt :)
BS@KönigKnüller
(BS@KönigKnüller)
07.01.2009 19:00
klaut dem kollegen mal diesen eingang da mit seinem namen druff, der hat bald geburtstach!!
BS-Thilomith
(BS-Thilomith)
29.07.2009 15:17
Dieser Abend hat mich meine Pappe gekostet :-(... naja, nur einen Monat :-) In diesem Sinne Prost!

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