Start Shows Berichte Rezis Kalender Members Kontakt
Login: BS-Nummer oder Email: Passwort: | | Passwort vergessen?
Jägermeister Rock Liga: The Whip, The Blood Arm, Dover am 04.02.2009 in der Zeche, Bochum

The Whip, The Blood Arm, Dover am 04.02.09 in Bochum

Ich halte ja nix von Bandwettbewerben. Habbich glaubich schomma erwähnt. Aber die Jägermeister Rock Liga bringt wirklich jedes Mal ziemlich geile Bands auf Tour. Ich mein, demnächst dürfen tatsächlich die Lemonheads gegen Trashmonkeys und Electric Six antreten! Indie-Legende trifft ewigen Geheimtipp trifft One-Hit-Wonder. Heute gehts nicht ganz so spektakulär zu. Okay, Dover könnte man auch fast als Indie-Legende bezeichnen, aber von den annern beiden Bands habbich vorher noch nie wat gehört: The Whip und The Blood Arm. An Geheimtipp glaub ich bei denen auch eher nicht, also vermutlich eher One-Hit-Wonder-Bands. Oder One-Year-Wonder, wie es ja derzeit der Trend im Musikbiz zu sein scheint. Band signen, überproduziertes Album, fette Promo, Europatour - und wieder zurück inne Versenkung. Dover ham das nich nötig, aber die hattens ja auch nicht nötig, so ein Madonna-Remix-Album aufn Markt zu bringen und hams trotzdem getan. Allein das is schonmal ein Grund, den Weg nach Bochum auf sich zu nehmen - wie klingen wohl die "neuen" Dover?
Und alleine bin ich auch nicht, aber ich spars mir heute mal, die Insassen der drei Autoladungen aufzuzählen, die mit hier sind. Dafür gehts gleich los mit der ersten Band: The Whip. Ich dachte immer das wär ein Salatdressing. Is aber ne eigenwillige Mischung aus Indierock und Electrogedröne.
Und, wenn man das mal so sagen darf, irgendwie unausgereift. Die Electro-Parts hauen richtig fett rein, könnt ich mir 7 Stunden später und mit ner Pulle Jägermeister intus bestens vorstellen, Daft Punk und Digitalism lassen grüßen. Aber erstens bin ich nüchtern und zweitens wärn da noch die Indie-Elemente
Die gefallen mir umso weniger. New-Wave-inspirierter Weichei-Dusel-Gesang, kann ich mich nicht mit anfreunden. Insgesamt klingts wie ne verunglückte Mischung aus Nine Inch Nails und Depeche Mode, ergänzt um die erwähnten Technoparts wie von der Schwarzlichtdisco nebenan.
Um auf One-Hit-Wonder zurückzukommen: Ja, eindeutig! Das letzte Lied "Trash" kenne ich zwar überhaupt nicht, anscheinend geh ich zu selten inne Disco, aber man braucht nicht das mitklatschende Publikum zu beobachten um festzustellen dass das der Hit ist, is nämlich das einzige Lied das sich irgendwie vom Rest abhebt, was auch wieder nicht unbedingt für die Band spricht.
Zack, nächste Band! Zeit is knapp, ganz nach dem Liga-Motto darf nämlich jede Band nur 45 Minuten spielen mit 15 Minuten Umbaupause. Ärgs. Naja, The Blood Arm ist als Nächstes dran und ich erwarte nicht viel. Die Quotenfrau sitzt diesmal nicht wippenderweise am Schlagzeug, sondern steht posenderweise an zwei Keyboards, ansonsten gibts Indie zu hören.
Aber, eins sei euch gesagt: Die Musik is eher Nebensache! Der Sänger springt bei jedem zweiten Lied ins Publikum und bezirzt die anwesenden Damen, zu "Angela" (das ist das Lied mit "I miss you like a nuclear bomb") bittet er uns sogar alle, uns auf den Boden zu setzen um gemeinsam zu schunkeln.
Auch sonst ist immer für gute Laune gesorgt. Erstmals am heutigen Abend gibts nämlich auch mal ein paar Ansagen zwischen den Liedern, bei The Blood Arm handeln sie hauptsächlich davon, dass am Ende des Auftritts gefälligst ne Flasche Southern Comfort geklaut wird. Bevorzugt von Robert in der ersten Reihe.
Publikumsinteraktion heute mal anders: Der Sänger fragt vorher, wo er denn diesmal hingehen soll. Ja, da oben an die Balustrade bitte! Großartig kranker Typ, erinnert mich irgendwie an Adam Green. Nicht nur von der Art her, auch Frisur und sogar Gesang passt irgendwie.
Musikalisch aber eher der übliche Britpop-Indie-Krams a la Franz Ferdinand oder Maximo Park, mit ein wenig Keyboard dabei halt. Nichts was mich wirklich reizt. Vom Unterhaltungswert her trotzdem der beste Auftritt heute Abend.
Gen Ende wirds dann immer verrückter, statt der versprochenen Flasche Southern Comfort taucht ne Pulle Jägermeister auf, mit der der Sänger brav durchs Publikum geht. Nennt man das Bestechung? Wahrscheinlich. Aber legitime. Sind ja schließlich auf ner Jägermeister-Tour, der Name sollte Programm sein!
Am Ende dürfen auch noch drei gutaussehende Mädels mit auf die Bühne, ein enthusiastischer Freak klettert auch noch rüber und schnappt sich sofort den Jägermeister. Das sind Fans! Großartiger Auftitt von The Blood Arm
Während der Sänger mal wieder von der Balustrade runterklettert und Moderator Axel Bosse (von dem ich mir mehr versprochen hatte als irgendwelche halbgaren Sätze vorzulesen) uns auf die nächste Band vorbereitet, werden noch fleißig Jägermeister-Pinchen verteilt und Katja überzeugt den Blood-Arm-Gitarristen, dass seine Hose 120 Dollar gekostet hat.
So, Zeit für die letzte Band! Und damit Quasi-Headliner, auch wenn sie ebenfalls in dieses enge 45-Minuten-Korsett gezwungen wurden: Dover! Und wo wir bei Korsett sind: Was bitteschön ist mit Sängerin Cristina Llanos passiert? Keine Gitarre, blonde Haare, SPINDELdürr - die is ja noch dünner als ihre Schwester! Heiliges Kanonenrohr!
Passend dazu - aber da war ich ja vorgewarnt - hat auch der Musikstil ne komplette 180-Grad-Wendung hinter sich. Okay, sie haben endlich begriffen dass Grunge tot ist (danke dafür!), aber muss man deswegen den Rock'n'Roll gleich mit begraben? 80er-Plastiksynthie-Beats erwarten uns heute, das hat nichts, aber auch gar nichts, mit den Dover vor 3-4 Jahren zu tun.
Immerhin ein paar Lieder sind uns geblieben. Zu "Serenade" darf die Cristina auch mal wieder ne Gitarre rausholen, ganz wie in alten Zeiten - bis dann beim Refrain wieder der gute Computer einsetzt. Buff Buff Blitz Blitz. Und obwohl ich drauf vorbereitet war, der Schockmoment dauert ca. 20 Minuten, was ja schon die Hälfte des Konzertes ausmacht
Aber die neuen Dover müssen ja nicht automatisch doofer sein (muahahaha), schließlich haben die musikalischen Qualitäten der Spanier ansonsten kein Stück eingebüßt, ein wenig Electroclash schadet ja auch nicht. Ich wünschte trotzdem, ich wäre heute nicht Fahrer. Und hätte ein wenig Jägermeister getrunken.
Gitarristin Amparo hat sogar ein wenig deutsch gelernt - sagt sie. In Wirklichkeit hat sie sich ein paar süße Grußworte auf nen Zettel gemalt. "vi gitz oich" und "vir froin unsg vida in Bochum zu szain". Na, hat das wer verstanden? Ja, also sympathisch bleibt die Band weiterhin.
Ansonsten, wie nicht anders zu erwarten, viele Stücke vom letzten Album "Follow The City Lights" (das war das nach dem großen Stilbruch), aber zur Freude des Publikums auch einige ältere Stücke wie "DJ" oder "Cherry Lee". Wenn auch mit besagten Synthieklängen...
Nunja, ich will ja wirklich nicht meckern, wenn man sich drauf einlässt sind auch die neuen Versionen nicht schlecht, aber, ach, wat solls. Wie gesagt, ich will ja nicht meckern. Dafür macht Cristina (Passend im "I love the 80ies"-Shirt) ordentlich Show inklusive innen-Schritt-packen und auffen-Boden-werfen.
Nach knapp 35 Minuten wirds dann auch schon Zeit für den Zugabeteil (höhö), in den sie zu meinem Leidwesen nicht "Die for Rock'n'Roll" oder "The Flame" gepackt haben (die haben wirklich gefehlt!), dafür aber immerhin "Devil came to me". Alle ausrasten bitte!
Und, wie es eigentlich auch nicht anders zu erwarten war, der größte Hit der neue-Dover-Ära: "Let Me Out" als allerletzten Song, damit die Zuschauer nochmal ordentlich Adrenalin tanken für die folgende Stimmenauswertung.
Die geschieht, ganz demokratisch, anhand eines "Applausometers". Dover gewinnen ganz souverän mit ner Publikumslautstärke von 114.3, womit sie jetzt die Liga der Gruppe C anführen - vorher war nämlich Gleichstand. Spannend, nicht war? The Blood Arm zweite, The Whip dritte - also genau nach meinem Empfinden. Hätt ich ehrlich gesagt nich erwartet...
Und dann? Noch ein wenig über meinen neu erworbenen Hang zur elektronischen Musik philosophieren (Holdy, schenkst du mir ne CD von The Whip?) und irgendwann ab gen Dortmund. Bin sogar kurz davor, bei meinem Cabrio (keine Sorge, is nur mein Zweitwagen) das Verdeck abzumachen wegen Katjas Schnapsfahne, aber ich will ja nich meckern. Christoph beschwert sich ja auch nicht.
So, und Fazit? Hm, ich weiß nicht ob ich dafür Eintritt gezahlt hätte, aber gelohnt hat sich der Abend schon. N Einzelkonzert mit mehr Spielzeit für Dover wär mir lieber gewesen, meinetwegen auch mit The Blood Arm im Vorprogramm. Dover sind tot, hoch leben Dover.

Bitte hier klicken, um diese Seite bei Facebook zu liken oder zu teilen. Mehr Infos, wie wir mit Einbettungen von externen Anbietern umgehen, hier.

Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentar eintragen:

Bönx

06.02.2009 09:22
Ohja, dass hatte ich ja schon wieder vergessen, aber in Berlin hat sie sich auch die janze Zeit innen Schritt gepackt...ich glaube Mansmann hat auch sowas erwähnt, dass er sie jetzt gerne vöglen würde, muha

Kommentar eintragen - Anmerkung, Kritik, Ergänzung

Name:

e-Mail:

Kommentar:
Deine Eingaben werden bis auf Widerruf gespeichert und für Nutzer der Seite sichtbar.
Die Angabe der Email-Adresse ist freiwillig und sie bleibt nur sichtbar für eingeloggte Nutzer.
Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.

Weitere Infos zu den Bands: The Whip, The Blood Arm, Dover
Location:

Zu den meisten Berichten werden nur ausgewählte Fotos verwendet.
Falls du mehr oder größere Bilder haben willst, wende dich an den Autor () oder nutze das Kontaktformular.
Dort kannst du dich auch melden, falls du mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen du zu sehen bist, nicht einverstanden sein solltest oder dich gar die Kommentare persönlich verletzen...
part of bierschinken.net
Impressum | Datenschutz