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Astairre, Eternal Tango, 29.04.2010 in Köln, Underground - Bericht von Fö

Astairre, Eternal Tango, 29.04.2010 in Köln

Die alten Haudegen von Astairre treten mal wieder auf, nach knappp zweieinhalb Jahren, mit neuem Bassisten. Kleiner Neustart also. Obs zum Durchstarten reicht, wird sich zeigen. Heute jedoch leider nur als Vorband - Eternal Tango mimen den Headliner, eine Band die mir in unregelmäßigen Abständen immer mal vor die Nase kommt, die ich nie wirklich schlecht fand aber auch nie besonders berauschend - aber die anscheinend bekannt genug sind für ne Headlinertour und 14 Euro Eintritt. Absoluter No-Go-Eintrittspreis für mich, aber als dann doch Gästeliste klargeht, muss ich wohl. Bliebe noch der weite Weg nach Köln, und das an nem Donnerstag. Also ab in den Zug und knapp 2 Stunden Fahrt ertragen. Verläuft erstaunlich ruhig, ich trinke meine 2-3 Fahrtbier, lese Bukowski und warte auf auslachenswürdige Mitreisende. Kommen aber nicht, wie öde.
Die erste Band des Abends, Dear Lament, konnten mich im Vorfeld auf Myspace nicht wirklich überzeugen, also verzichte ich darauf, frühzeitig die Hallen des Underground zu betreten und verpasse die Band. Eigentlich schau ich mir ja gerne Vorbands an, aber heute muss dann wohl erst die zweite Vorband dran glauben: Astairre
Jau, erster Auftritt seit langem. Dementsprechend viele Bottroper sind heute hier und beäugen ihre Jungs, die ihrem Stil relativ treu geblieben sind und nach wie vor deutschsprachigen Indie-Poppunk spielen, zwischen gefühlvoll und Hau-Drauf-Pathos
Ne kleine Änderung gabs in der Bandkonstellation: Am Bass ist jetzt Robin zu bewundern, während Diddy seine Zeit damit verbringt, vor der Bühne rumzuhampeln. Kann man ihm nicht verübeln, macht ja auch mehr Spaß. Seinen Astairre-Einstand bringt Robin ohne Probleme über die Bühne - nee doch, ein Problem hab ich: barfuß geht gar nicht!
Ja. Schön, die Band mal wieder zu sehen. Ein paar Lieder kenn ich noch, ein paar nicht, wie das halt so ist - und bei dem scherzhaften Einwurf, die Lieder würden eh alle von Herzschmerz handeln, muss ich doch kurz grübeln. Is ja doch irgendwie emo, oder?
An den Drums: Emokönig Max. Hähähä. Und wie sich das für eine höchstprofessionelle, dreistimmig arbeitende Band gehört, auch mit Mikro, durch das er ab und zu auch mal seine Zeilen in die Welt schreien darf. Gefällt mir gut, dieses Arbeiten mit verschiedenen Gesangsstimmen. Bringt Dynamik in die Sache.
...was dann wieder abgeschwächt wird durch einige eher langsame Parts in den Songs. Oder Songs, die irgendwie nur aus einer Aneinanderreihung von Whuo-Ohh-ohh-ohh bestehen. Sorry Jungs, das is mir zu poppig. Dabei können Astairre doch auch gut Gas geben und draufkloppen - wenn sie denn nur wollen.
Das Publikum heute - naja, anfangs zurückhaltend, später wagt es sich doch ein paar Schritte nach vorne, ein paar tanzen sogar. Und obwohl hier noch gut Platz im Laden ist, werde ich mal wieder angetippt, weil die jungen Damen hinter mir nix sehen können. Ker, da bemüht man sich schon ganz diskret, niemandem die Sicht zu nehmen, und dann sowas. Zumal vor mir noch genug Platz für alle gewesen wär...
Egal, ich reg mich ja nich auf. Jau, Astairre souverän wie immer, aber heute nicht wirklich mitreißend. Obs an mir, dem fehlenden Bier, dem Publikum oder der Band lag, kann ich nicht sagen. Vielleicht auch daran, dass der Zeitplan knapp bemessen war, und so müssen sich Astairre nach dem letzten Song "Hunger der mich frisst" auch schon ohne Zugabe verabschieden.
Zur Feier des Tages gibts bei Elco am Merchstand heute Schnaps. Na dann, rein damit. Außerdem gibts auch umfallende Tischlampen und umfallende Bierflaschen. Umwerfend, nicht wahr?
Nächste Band: Eternal Tango. Indie-Emo-Poppunk aus Luxemburg, irgendwo zwischen Panic at the Disco und Taking Back Sunday. Nicht schlecht, macht irgendwie auch Laune, aber nicht auf Dauer - zuviele Schmalzpassagen und Schmachtgesänge für meinen Geschmack
Naja, dem Publikum scheints zu gefallen. Ich bin ganz überrascht, sogar ein paar Lieder zu kennen - vermutlich von der Promo-CD, die vorn paar Jahren mal von der Band verteilt wurde. Wird vom Publikum auch ganz gut abgefeiert und mitgesungen
Oh, die Revolutionsfaust. Darf wohl nicht fehlen. Ursprünglich sollte die Band wohl gerade mit Madsen auf Tour sein, was aber durch den "Absturz" von deren Sänger verhindert wurde. Naja. Wurde deswegen am hohen Eintrittspreis festgehalten?
Netter Auftritt und für ein paar Lieder gut auszuhalten, aber länger irgendwie nicht. Optisch immerhin voll im Trend, Holzfälleroutfit scheint total in zu sein...achja, irgendein Coversong wurde glaube ich auch noch gespielt. Aber weiß nicht mehr welcher. Is auch wurscht. Zurück zum Schnaps.
Ich entscheide mich sogar, noch ne Bahn länger zu bleiben. Keine Ahnung ob das die richtige Wahl war, so richtig spannend wurde der Abend eigentlich nicht mehr. Bis auf den Schnaps natürlich. Jägermeister-Aldi-Imitat. Bah, was ein Gesöff! Ich bin fast froh, als ich irgendwann den Heimweg antreten kann...

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