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Beatsteaks, Radio Dead Ones, 05.06.2010 in London (UK), ULU - Bericht von Fö

Beatsteaks, 05.06.2010 in London

Achja, London. Eine Stadt, mit der ich irgendwie nie richtig warm wurde, während andere sie immer in den Himmel loben. Vielleicht muss ich einfach nur das richtige Fleckchen finden, die overcrowded city ist es jedenfalls genauso wenig wie die sophisticated shopping miles und die trendy sightseeing spots. Und so sehr die "alternativen" Touris auch den Camden Market abfeiern, eigentlich reichts nun wirklich, das einmal gesehen zu haben. Also wieso jetzt schon wieder dahin? Naja, schuld sind mal wieder die Konzertangebote, als "hippe" Band muss man selbstverständlich auch in London spielen (und Berlin und New York und wat weiß ich...) - der Grund meines diesmaligen Kurztrips hingegen wäre wohl nirgendwo anders besser aufgehoben als in London, schließlich geht es um die britischen Musikfans. Genauer gesagt um jene, die es geschafft haben, durch exzessives Legal-Downloading letztes Jahr vor Weihnachten die 17 Jahre alte Single "Killing in the Name" von Rage Against The Machine auf Platz 1 der Charts zu hieven, um dem ganzen Casting-Quatsch mal einen Riegel vorzusetzen. Das klappte reibungslos, und als Dank geben Rage Against The Machine ein gratis-Konzert in London. Für ihre britischen Fans. Die 40.000 Tickets gab es ausschließlich zu gewinnen - machen wir direkt mal. Kein Ding. Äh ja, die Überlegungen gehören eigentlich nicht hier hin, und eigentlich muss ich mich ja auch nicht rechtfertigen, warum ich in London bin. Da man sowieso mal das Angenehme mit dem Angenehmen verbinden kann und zufälligerweise nen Tach vorher die Beatsteaks in der Stadt spielen, nehmen wir das gleich auch noch mit...
Bönx (der heute den Fotograf macht) und Peggy sind schon seit Donnerstag da, hatten ihren Städtetrip sogar schon vorher geplant und eigentlich nur das Beatsteaks-Konzert am Samstag auf dem Zettel, gewinnen aber ebenfalls Karten für RATM am Sonntag - und waren Freitag noch bei The Damned. Puh, volles Programm. Mir reicht die Anreise am Samstag, ebenso Lukas, den ich im Zuge der Gewinnaktion kennengelernt habe.
Also los. Samstag nachmittag angekommen, mit Frau Wolfram und Herrn Frisch zum Hostel, dort Lukas getroffen, ein wenig Bier, Cider und Jägermeister verköstigt - und wieder gen City. Viel Sightseeing muss aus oben erwähnten Gründen nicht sein, also gehts kurz durch Soho, dabei nen kurzen Abstecher in unsere "Stammkneipe", die Crobar - und weiter zum Unigelände, wo das Beatsteaks-Konzert stattfinden soll.
Vorm Laden müssen wir noch 2 Tickets loswerden, was auch wunderbar klappt...An dieser Stelle möchte ich ein kurzes FUCK YOU an die Typen loswerden, die meinen, überzählige Karten für das Doppelte verkaufen zu wollen. Und nein, das waren keine "professionellen" Schwarzhändler, sondern stinknormale Konzertbesucher. Deutsche. Nunja, rein. Vorband heute sind die RADIO DEAD ONES.
Berliner Band, die einem alle naselang mal über den Weg läuft und die von den Beatsteaks gerne mal als Support mitgeschleift wird. Hab ich an sich nix gegen, aber ne lokale Band wäre mir irgendwie lieber gewesen. Streetpunk, grobe Richtung Rancid mit nem Schuss rotzige Clash.
Übrigens ziemliche Social-Distortion-Nachmacher - erinnert ihr euch an Mike Ness' Maneki Neko? Da auffer Box steht auch eine. Fotos von näher dran gibts nicht - macht keinen Bock sich nach vorne zu drängeln, wenn das Publikum so starr rumsteht. Wollen wohl zum Ausdruck bringen, dass sie ausschließlich für die Beatsteaks da sind. Erwähnte ich bereits, dass ca. 90% des Publikums Deutsche sind? Hm, find ich ja etwas schade.
Der Sänger der Radio Dead Ones merkt das auch recht schnell - und trägt seine Ansagen fortan auf deutsch vor, nachdem er uns vorher seinen herrlichen Akzent beim englisch-sprechen präsentiert hat. Jau, guter Einheizer für die Beatsteaks, aber nun mal in nem kleineren Laden deutlich besser aufgehoben. Wie damals im Wageni, DAS war ein guter Auftritt.
In die ULU hingegen passen ca. 800 Leute rein - und die sind auch anwesend, ist nämlich ausverkauft. Wie erwähnt, beinahe ausschließlich Deutsche hier. Naja, ein paar Briten und Iren auch. Geht insgesamt in Ordnung der Auftritt, das Publikum hätte nur etwas mehr mitgehen können - nicht nur die 2-3 Persönchen die sogar mitsingen...
Ja, warten wohl wirklich auf die Hauptband - füllt sich auch ordentlich vor der Bühne in der Umbaupause - und los gehts! Die BEATSTEAKS! Mit "Atomic Love" beginnt das Set, und in Windeseile ist die gesamte Halle eine einzige verschwitzte Sauna.
Jau, das macht sogar mir auf Anhieb Spaß! Hab die Band ja in den letzten Jahren immer nur auf großen Festivalbühnen gesehen, wo sie mir von Mal zu Mal weniger gefielen - aber genau in so einen (relativ) kleinen Laden gehört die Band nunmal. Dass ihr Bekanntheitsgrad nun wirklich nicht zu Wünschen übrig lässt, merkt man am stürmischen Empfang der Fans...
Jeder Song wird erbarmungslos mitgesungen und abgefeiert - und, ja, macht Bock. Man merkt einfach, dass der heutige Abend für die Besucher nicht einfach ein Konzert bedeutet, sondern eben was besonderes. Dementsprechend verausgaben sich die Massen vor der Bühne von Song zu Song etwas mehr - und behalten tatsächlich noch Kondition für den nächsten. Wahnsinn!
An Songs gibts ne mehr als zufriedenstellende Auswahl, mittlerweile sind die Beatsteaks nunmal lange genug im Geschäft, um zu wissen, wie man sein Publikum rockt. Bei "Frieda und die Bomben" übernimmt Bernd den Gesang - war zu erwarten. Hätte mich ja noch über "Schlecht" gefreut, aber das gabs heute nicht - und auch sonst keinen Song von der 48/49
Ansonsten ein gemischtes Set, wobei die Songs vom "Durchbruchsalbum" Smack Smash wohl überproportional oft auftauchten. Aber mit "Hello Joe", "Hand in Hand", "I don't care as long as you sing" und weiteren sind da nunmal die meisten Konsens-Kracher drauf. Hätte mir trotzdem etwas mehr von den ersten drei Alben gewünscht, aber mit Auslandskonzerten ist das wohl wie auf Festivals - lieber die bekannteren Sachen spielen...
Schlagzeugerfoto, muss auch mal sein. Wobei Arnim die Schlagzeugmikros immer mal zweckentfremdet, indem er sie zum Singen benutzt - warum auch immer. Vielleicht für den Showeffekt? Egal, Schlagzeuger Thomas Götz scheint sich nicht dran zu stören...
Achja, nen neuen Song gabs auch zu hören. Hört laut Setlist auf den Namen "Shit & Shine" und konnte mich nicht wirklich überzeugen - aber warten wir mal die Studio-Endfassung ab. Viel besser gefiel mir da das Undertones-Cover "Teenage Kicks". Die Beatsteaks hauen ja gerne mal Coversongs in ihr Set, die auch wirklich als Verbeugung rüberkommen und nicht als Verballhornung. Respekt dafür.
Wahrlich ein geiles Konzert! Der Schweiß tropft von der hohen Decke, die Luft kann man fast schneiden, das Publikum feiert trotzdem als hätte es den Sauerstoff gar nicht nötig, so viel Bewegung sieht man selten auf nem Konzert.
Von Sänger Arnim ist man das ja inzwischen gewöhnt, heute spaziert er mal übers Treppengeländer und ganz obligatorisch auf die Boxen. Aber wo guckt er denn jetzt gerade hin?
Läden ohne Sicherheitsgraben find ich immer wieder sympathisch. Das hindert Fotograf Bönx zwar, sich nach vorne zu trauen, aber dafür ist unsereins der Band einfach näher - und die Stagediver haben gleich doppelt Spaß. Wobei mir das dann teilweise doch zu viel waren.
Fotos von näher dran also aus meiner Knipse. Hm ja, Peter darf auch einen Song zum Besten geben - das allseits bekannte "Hey Du". Heute mal mit Thomas Götz am Keyboard - endlich mal was zum Runterkommen! Kommt auch wirklich gut an, schöner Song!
Naja, das wars wohl mit dem Runterkommen - rauf kommen die Zuschauer nämlich wieder ziemlich schnell. Herrliches Gedränge vor der Bühne, weswegen ich mich auch irgendwann wieder nach hinten verziehe - zu meinem Leidwesen, denn die Luft ist hinten tatsächlich noch stickiger als vorne.
Achja, ein Keyboard auf der Bühne reicht übrigens nicht - auch Arnim bedient mal die Tasten, haut auch ein paar Samples rein, durch die man sich fast wie auf nem HipHop-Konzert fühlt...die Beatsteaks dürfen das
Sehr sympathisch auch, dass Arnim trotz der deutschen Mehrheit seine Ansagen auf englisch macht - man ist eben international. Okay, ein kleiner Gruß geht auch an die deutschen Fans raus, aber das sei mal erlaubt. Ob dieses Mädel ihm wohl auch auf englisch ins Ohr geflüstert hat?
Ein weiteres Highlight: Zu "Not Ready To Rock" darf ein Zuschauer auf die Bühne und mitsingen - oder gleich den Gesang alleine übernehmen. Den Namen konnte ich mir nicht merken, aber der Typ hatte es wirklich drauf! Großartig!
Wirklich sehr stimmiges Konzert, von Anfang bis Ende. Eigentlich hatte ich die Band ja eh schon abgeschrieben, die sind mir in Deutschland einfach zu groß geworden. Aber hier in London stimmt einfach alles - netter Laden, euphorisches Publikum, bestens aufgelegte Band - geil!
Aber man merkt ganz deutlich, dass ein Großteil des euphorischen Publikums hier nicht auf seinem ersten Beatsteaks-Konzert ist - ich will gar nicht wissen, wie viele der Band hinterher reisen. In der Zugabepause fordern sie sich doch tatsächlich gegenseitig auf, sich hinzusetzen. Boah gähn, was ein Schwachsinn. Und dann wieder aufstehen, wenn die Band auf die Bühne kommt. Nochmal gähn.
Sowas wirkt, wenn man es denn unbedingt machen muss, halt nur, wenn die Band auch mitspielt - und einen Grund gibt, wieder hoch zu springen. Wie später bei "Let Me In". Naja, wurscht. Vorher gibts eh noch "Red Red Wine" (UB40) zu hören - großartige chillige Version, und Torsten übernimmt tatsächlich einen äußerst witzigen Reggae-Rap-Part. Geil!
Irgendwie scheint es mir sowieso, als würden die Beatsteaks erst in der Zugabe so richtig aufleben. Vielleicht können sie oben ohne oder in Unterhemden einfach besser spielen? Sollte man mal untersuchen...
Jau, nach besagtem "Let Me In" die zweite Zugabepause, anschließend wird mit "Shiny Shoes" und ner extra-langen Version von "Cut Off The Top" der Abend beendet. Geil wars! Super Konzert der Beatsteaks, alle gut drauf, und das Bier war für London-Verhältnisse auch erträglich (3,50 Pfund pro Pint)
Wohl mit ein Grund für die hohe Luftfeuchtigkeit: Die Security war angewiesen, fleißig Wasser zu verteilen. Was auch eifrig getan wurde und auch echt notwendig war. Weniger für mich, aber eben für die vielen sich total verausgabenden Fans vor der Bühne - sonst wärn da wohl wirklich so einige zusammengeklappt.
Anschließend beratschlagen wir kurz, was nun zu tun ist - noch nen netten Laden zum Abstürzen suchen oder lieber das Geld sparen, um im Hostel einen draufzumachen. Wir entscheiden uns für Letzteres. Also gibts mal wieder Bier, Cider und Jägermeister - und Musik aus den Boxen. Da wir zu viert sind, haben wir ein Zimmer für uns alleine, was auch mal ganz praktisch ist.
Jau, Oi. Damit wäre der Samstag unseres London-Besuches auch schon um. Wir trinken und labern Müll, Bönx schafft es sogar im Schlaf noch ne weitere Runde Jägermeister klarzumachen, irgendwann fallen uns dann erschöpft die Augen zu. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag - und der eigentliche Grund, warum wir hier sind: RAGE AGAINST THE MACHINE! Was wir dort so erlebten, seht ihr hier...

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Location:
ULU
University of London
Byng Place
WC1E London (Großbritannien)
www.ulu.co.uk
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