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Devilside presents: Campus To Hell 2010 mit Airbourne, Amon Amarth, Sick Of It All, Snapcase, Overkill, Agnostic Front, Mad Sin, Smoke Blow,..., am 04.07.2010 in Essen, Campus Uni Essen - Bericht von Schlossi

Campus to Hell 2010 am 04.07.2010 in Essen

Sonntag, 4.07.2010, der Tag nach dem großen Fußballdebakel! Schland muß immer noch nicht nach Hause fahren und "wir" können weiterhin lustige Fähnchen an unseren Autos befestigen und fröhlich hupend im Kreis fahren. Argh! Wie soll ich das bloß ertragen? Natürlich! Mit viel Bier und lauter Musik! Also, auf zum Devilside, oder Campus to hell, wie es dieses Jahr heißt. Gibt aber nicht nur 'ne Namensänderung, sondern auch gleich eine andere Location dazu, nämlich den Campus der Uni Essen. Der ist doch merklich kleiner als der Landschaftspark in Duisburg, was dem Festival aber meiner Meinung nach eher positiv zu Gute kommt. Auch muss man dieses Jahr weder am Einlass, noch für's Bier, noch an den Dixies lange anstehen, was letztes Mal ja doch viel Anlass zu Kritik gab! Weitere Pluspunkte 2010: man kann das Gelände verlassen, Essen ist näher an Dortmund als Duisburg und ich kann alleine laufen...also, ohne Krücken, wie noch im letzten Jahr...aber das nur am Rande. Was ich auch weiterhin doof finden werde, ist der frühe Veranstaltungsbeginn! Zehn Uhr ist einfach nicht meine Zeit und so geht's mit Kiki im Schlepptau auch erst so gegen elf mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Kulturhauptstadt. Bis wir an der Uni eintrudeln, haben wir schon fünf Bands verpasst, aber egal, erste wichtige Band des Tages ist eh Smoke Blow und die spielen erst um eins.
Am Anfang erstmal eine gute Nachricht: Metal ist nicht tot und wird so schnell wohl auch nicht aussterben! Wie man unschwer an diesem jungen Mann in der drei Nummern zu großen Kutte sehen kann.
So. Und da isse! Unsere Kieler Lieblingsband: Smoke Blow! Geht auch direkt gut los mit "Broken Bonds of Friendship" vom neuen Album "The Record". Publikum ist noch nicht so richtig viel da...
...aber is' ja auch noch früh am Tage! Trotzdem bildet sich nach kurzer Zeit ein kleiner Moshpit vor der Bühne und bei Songs wie "Dark Angel", "March on to victory" oder "Dancing with the dead" gibt's dann auch kein Halten mehr!
Jack Letten und MC Strassenköter gewohnt bewegungsfreudig, schön mit Mittelfinger zeigen und gegenseitigem Anrotzen, mein prolliges Ich ist begeistert!
Ha!...und wir haben hier ein Bild vom Ersatzdrummer!...dem Fö ist das auf dem Vainstream ja nur ansatzweise gelungen...
Trotz allem hat man stellenweise das Gefühl, dass die Jungs nicht so richtig Bock haben. Fast könnte man meinen, sie machten sich über ihr Publikum lustig...obwohl, nee...war bestimmt nur Einbildung!
Solider Auftritt würd ich mal sagen, wobei mir Smoke Blow in nem kleinen Club zu später Stunde einfach besser gefallen.
Toll! Da bestell ich mir ein kleines Wasser und die wollen meinen 500-Euro-Schein nicht annehmen, die Schweinebande! Extra noch beim Geldautomaten gewesen...mannmannmann!!!
Mr.Irish Bastard und die unsäglichen Emil Bulls knicken wir uns und gehen stattdessen lieber Bier holen. Am Kiosk. Weil, man darf das Gelände ja verlassen. Hoppla, auf dem Weg fast noch versehentlich ein Deutschlandfähnchen umgetreten... Der Kiosk unserer Wahl überrascht allerdings ebenfalls mit Wucherpreisen: 70 Cent für eine Flasche Hansa! Unverschämtheit! Aber immer noch besser als 2,50 für 0,3 und dabei Emil Bulls gucken müssen...
Zurück auf dem Gelände krieg ich leider doch noch die letzten Takte der Emil Bulls mit. Ich fand sie früher schon schlecht und muß sagen, es hat sich nix dran geändert. Aber egal, denn nachdem das letzte Lied verklungen ist, legen auf der anderen Bühne schon Mad Sin los. Das ist das Praktische am Campus to hell, durch die zwei Bühnen entstehen keine großen Umbaupausen.
Bin jetzt kein großer Psychobilly-Fan, aber den Berlinern kann ich durchaus was abgewinnen. Energiegeladene Show, gutegelaunte Band. Passt. Und Köfte sieht irgendwie schlanker aus...
Großartige Frisur, großartiger Bass, großartiges Foto!
Und weiter geht's mit lustigen Dingen, die man auf dem Kopf tragen kann: hier das Bandana! Getragen wird das gute Stück von Roger Miret, seines Zeichens Frontmann der New-York-Hardcore-Pioniere Agnostic Front. Ist aber nicht nur auf der Bühne angesagt, sondern auch davor. Man sieht auffällig viele muskelbepackte, tätowierte Kopftuchträger, die ihre Helden standesgemäß abfeiern.
Circlepit und Wall-of-death sind da natürlich Ehrensache. Mittlerweile ist es auch recht voll geworden.
Und jetzt alle: "From the east coast, to the west coast, gotta, gotta, gotta go!" Bei dem AF Überhit kann sogar ich mitsingen...
Ähm...ja...dazu sag ich jetzt mal besser nix...
...ist mir eh grad n bisschen viel Testosteron hier, ich geh schon mal rüber zur anderen Bühne und mache quasi einen Zeitsprung vom Hardcore der alten Schule zu den New-School-Vertretern von...
...Snapcase!!! Wusste gar nicht, dass es die nach dem Split 2005 wieder gibt. Die Band weiß das offensichtlich selbst auch noch nicht ganz genau, zu einer dauerhaften Reunion haben sie sich laut Internet bis jetzt nicht geäußert.
Ich würd's mir wünschen, für mich war die Band das Highlight des Festivals! Auch wenn meine Begeisterung offensichtlich nicht von so ganz vielen geteilt wird, vor der Bühne ist es nämlich ziemlich leer.
Find ich aber auch gar nicht so schlimm, da wird man ausnahmsweise mal nicht ständig von besoffenen Vollasis zur Seite gepogt. Für die Band ist es natürlich nicht so super, aber Snapcase scheint's nicht weiter zu stören.
Zumindest tut es ihrer Spielfreude keinen Abbruch. Laute und leise Passagen wechseln sich ab, der Sänger schreit sich die Seele aus dem Leib und insgesamt wirkt die Band nicht so, als hätten sie sich vor fünf Jahren getrennt. Die haben doch bestimmt heimlich geprobt!
Ach, scheißegal...ich geh jetzt tanzen!
Nach 45 Minuten ist dann aber auch schon Schluß und mir könnte mal jemand ein Handtuch reichen! Ist aber auch ne doofe Idee, sich bei diesen Temperaturen mehr als nötig zu bewegen.
Verschwitzt, aber glücklich verlassen wir abermals das Festivalgelände Richtung Pizzeria. Fear Factory muß nicht sein.
Zurück auf dem Festivalgelände bekommt das dynamische Duo (also Kiki und ich...)noch die letzten Lieder einer Band namens Zebrahead mit. Die müssen recht bekannt sein, jedenfalls isset vor der Bühne ziemlich voll.
Klingt wie Blink182.Oder Green Day. Ist bestimmt auch auf dem Soundtrack zu irgendwelchen Teeniefilmen. Kann man hören, muß man aber nicht. Nächste Band, bitte!
Overkill! Mussten im Vorfeld immer wieder für doofe Sprüche wie "ach, die gibt's noch?" und "wer hört eigentlich Overkill?" her halten. Mittlerweile weiß ich sie haben vor kurzem ihr 25jähriges Bühnenjubiläum gefeiert und erfreuen sich hoher Beliebtheit. Und es sind Rockstars und Rockstars gehen natürlich nicht pünktlich auf die Bühne!
Die Zeit bis zum Auftritt vertreiben Kiki und ich uns mit dem Aufzählen von Metal-Klischees: enge Hosen, Turnschuhe, lange Haare, Minipli, Quietschestimme...
...ja, und manchmal werden diese Klischees auch bestätigt.
Bevor ich jetzt von irgendwelchen Die-Hard-Fans gesteinigt werde, geh ich lieber schnell nochn Bier holen. Ich sollte aber fairerweise noch schreiben, dass die Band total abgefeiert worden ist...nur halt nicht von uns.
Das Bier holen zog sich dann doch etwas hin, so dass wir die Hälfte vom Danko Jones Auftritt verpassen und nur noch einen ewig langen Monolog über tote Rockstars anhören durfen. Ich könnte jetzt auch einfach schreiben siehe "Vainstream"-Bericht von Fö, da hat er ja offensichtlich den gleichen Vortrag gehalten.
Mir fällt auch grad gar nix weiter ein. Finde Danko Jones eigentlich ganz gut, er kann singen, er kann Gitarre spielen, er ist unterhaltsam, hat gute Songs und ein Riesenego. Aber heute springt der Funke bei mir nicht über.
Gleiches gilt für die nachfolgenden New Model Army. Hör ich nicht, hab ich nie gehört, werde ich nie hören. Spielen gleich als zweites Lied ihren Hit "51st state of america" und Kiki mutmaßt, dass sie das nur tun, damit die Leute wissen "ach, die sind das!"
Zusätzlich sind auch noch diverse schiefe Töne auszumachen...nee, lass ma stecken, sonst schlaf ich gleich ein. Kiki schielt eh schon die ganze Zeit nervös zu Bühne Nummer zwei.
Also schnell rüber, Plätze sichern für Amon Amarth! Kiki hätte übrigens gerne dieses Motiv an seiner Schlafzimmerwand, also falls jemand von euch gut zeichnen kann...
Okay, das ist meine Wikingermetalkonzertpremiere und ich bin schon ganz aufgeregt. Gerüchteweise sind die Jungs ja aus Schweden mit ihrem Wikingerschiff nach Deutschland gerudert! Und auf den Fotos sehen die ja auch immer seeehr böse aus. Naja, ich bin gespannt!
Oder zunächst mal eher irritiert. Da kommt doch tatsächlich der Sänger auf die Bühne und...lacht! Der LACHT!!! Ich will mein Geld zurück!!! Ich hatte jetzt mindestens ne rituelle Opferung auf der Bühne erwartet! Richtig schön evil ist das nicht wirklich...
Aber mal im Ernst: Amon Amarth ist tatsächlich ne sehr gute Live-Band und hat die Leute voll im Griff. Jedes Lied wird laut mitgesungen und es wird gemosht, was das Haupthaar hergibt! Ich schätze, viele sind hauptsächlich wegen der fünf Jungs aus Tumba hier.
Und das kann man sogar nachvollziehen. Musikalisch überzeugend und sonst auch ganz sympathisch, der Sänger macht immer wieder Ansagen auf deutsch, lobt das deutsche Bier und die deutsche Fußballnationalmannschaft (das hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen...).
Nö, war gut. Hat mir gefallen. Für Kiki war's ja eh der Hauptgrund zu diesem Festival zu fahren und ich glaube, er ist nicht enttäuscht worden!
So. Und hier jetzt der Grund, weshalb ich auf dieses Festival wollte: Sick of it all! Feiern nächstes Jahr auch ihr 25jähriges Jubiläum und ich hab sie noch nie live gesehen! Asche auf mein Haupt...
Aber besser spät, als nie! Musikalisch gibt's einen Querschnitt durch ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte. Egal, ob neue oder alte Songs, Sick of it all können hier eigentlich nix falsch machen!
Lou Koller fordert die Leute immer wieder zu neuen Circlepits auf, braucht er aber eigentlich gar nicht, vor der Bühne ist eh die Hölle los.
Neulich hat er im Interview mit dem Ox noch gesagt, er sähe diese ganze "wall-of-death"-Geschichte mit gemischten Gefühlen und hätte schon oft überlegt, sie einfach sein zu lassen...
...doch heute will er offensichtlich nicht damit anfangen und bald teilt sich der Moshpit in zwei Hälften und stürmt aufeinander los! Naja, die Leute stehen halt drauf...
Leider haben auch Sick of it all nur eine Spielzeit von mickrigen 45 Minuten und ich hoffe, dass ich sie mir demnächst mal im Rahmen einer Club-Tour anschauen kann.
Letzte Band des Abends ist Airbourne. Ich versteh den Hype um die Australier ja nicht so wirklich. Okay, sie machen ne ganz ordentliche Liveshow und haben auch durchaus gute Lieder...aber für mich klingt's halt einfach wie AC/DC.
Und genau wie bei AC/DC find ich's nach dem dritten Lied langweilig. Außerdem is' ja auch schon spät und wir müssen unseren Zug kriegen...wenn wir Glück haben, schaffen wir's noch pünktlich zur Tatort-Wiederholung!
Alles in allem ein gutes Festival und wenn das Line-up weiterhin so abwechslungsreich bleibt, sind wir auch nächstes Jahr wieder dabei!

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baukau

11.07.2010 16:29
new model army... ♥
Chris

12.07.2010 12:44
AC/DC gut, Airbouren scheisse!

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