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KAZ Open Air: Pascow, Kaput Krauts, Susanne Blech, Ira Atari, Guitarshop Asshole,..., 11.09.2010 in Herne, Skatepark - Bericht von Fö

KAZ Open Air, 11.09.2010 in Herne

Das KAZ Herne ist einer von diesen überaus unterstützenswerten Vereinen hierzulande, die engagiert dafür kämpfen, uns ein wenig Kultur zu verschaffen. Also Kultur im Sinne von Kultur, die uns auch was angeht und nicht im Sinne von Kultur, wie sie von Politik und Wirtschaft verstanden wird. Subkultur halt. Wozu selbstverständlich auch Livekonzerte gehören. Zum dritten Mal in Folge ruft das KAZ nun zum "KAZ Open Air" (naja, eigentlich zum ersten Mal, früher war es der Antifa Skateboard Day. egal). Und dieses Jahr übertrifft sich das Line-Up mal wieder selbst, alter Schwede! Sowas von Pflicht. Da fällt es mir auch nur halb so schwer, mich zeitig ausm Bett zu quälen...
...erste Band: GUITARSHOP ASSHOLE! Die Rock'n'Roll-Grunge-Punker sehe ich nun mittlerweile auch schon zum fünften Mal, enttäuscht haben sie nie. Dreckiger Breitbein-Rock, der eigentlich nicht so wirklich in die Mittagssonne passen will. Oder doch, vielleicht. Aber nur auf dem Highway mit 180 Sachen.
Als erste Band hat mans immer schwer, zumal es gerade mal 14 Uhr ist. Aber ein paar Anwesenden sind wohl schon mindestens beim dritten Bier angelangt. Nein keine Sorge, ich bin erst beim Zweiten, denn damit sieht man besser.
Guitarshop Asshole machen übrigens Musik für die ganze Familie. Kommt mir zumindest immer mehr so vor, schon bei den letzten Auftritten begutachtete der Nachwuchs fleißig die Musiker auf der Bühne, heute sind es noch ein paar mehr Kinder, die sogar fleißig Fotos von der Bühne machen. Na, da brauchen wir uns wohl um die Zukunft des Rock'n'Roll keine Sorgen zu machen. Oder zumindest um die der Fotografie.
Ansonsten reißt uns die Band ganz gut ausm Schlaf, als Opener mehr als in Ordnung. Haben auch kürzlich ein neues Album auf den Markt geschmissen - aber da ich nicht mal die alten Sachen kenne, kann ich da eh nix zu sagen. Höhö.
Achja, gen Schluss gabs noch nen Mitsingsong - irgendwas mit "I don't know" blieb mir anschließend tatsächlich im Ohr hängen. Was hier ebenfalls hängt: Irgendne Kabelage von der Bühnendecke. Aber das soll uns mal nicht weiter stören
Erstmal zum Bierstand. Kai macht mich auf nen Flyer aufmerksam, der auf die grandiose Aftershowparty verweisen soll - und dies ganz versteckt hinter einem großen Poster tut. Na, ob da irgendwer hin kommt?
Anschließend mit Ulf und Chris in den Lowstage. Das ist neudeutsch für Backstage. Witzig, nicht wahr? Chris ist der Roadie von Guitarshop Asshole, seine Aufgabe besteht darin vor oder hinter der Bühne rum zu lungern und Bier zu trinken. Guter Mann.
Achja, und er muss die Gema-Liste mit Bier übergießen.
Irgendwann halten wir es im Lowstage nicht mehr aus, weil die Musik oben so laut ist. JAKE PORN spielen inzwischen, haben ganz professionelle "Sidedrops", damit die Bühne größer wirkt - und machen, naja, Musik mit der ich mich nicht so wirklich anfreunden kann.
Alternative-Nu-Metal-Gedöns, schon der Bandname spricht mich nicht sonderlich an. Für ein paar Songs versuche ich, dem Geschehen auf der Bühne zu folgen, aber irgendwann merke ich, dass es einfach nicht besser wird. Also lieber zurück ans Glas.
Oder eher an den Becher. Der kostet hier übrigens 1,50 €, was ich ziemlich fair finde. Ein kleiner Becher wohlgemerkt, nicht dieses Überdimensionale Heimreisebier-Behältnis. Die Gitarrenladenarschlöcher hauen nämlich gerade ab.
Achja, das Teil hier trägt den Untertitel Skateboard-Day nicht zu Unrecht, findet es doch schließlich an einem Skatepark statt. Der auch gut genutzt wird, bei dem Wetter kein Wunder. Aber da ich nie Skater war, kann mich selbst das Zugucken nicht lange begeistern.
Mal schauen, ob es die nächste Band kann! UNPREPARED. Hm, nee, auf sowas war ich wirklich nicht vorbereitet. Teenie-Bubblegum-Poppunk, der schon vor 10 Jahren out war. Zumindest meiner Meinung nach, die ersten ein-zwei Reihen vor der Bühne denken wahrscheinlich anders. Aber die kannten Poppunk vor 10 Jahren ja auch nicht
Nee, und dann diese Publikumsinteraktion. So mit mitklatschen und so. Was die ersten ein-zwei Reihen auch fleißig tun, direkt dahinter sieht man nur ein paar Strohballen vorbeirauschen und ein paar Punker, die die Mitklatschanimation mit demonstrativem Armeverschränken honorieren. Ja, da mach ich mit.
Aber wat solls, ich hab ja nun wirklich nichts gegen ein abwechslungsreiches Line-Up. Trotzdem freue ich mich umso mehr auf die nächste Band: KAPUT KRAUTS! Auch schon wieder viel zu lange nicht gesehen! Die Ruhrgebiet-Berliner gehört aber trotzdem zu dem besten, was deutschsprachiger Punkrock zu bieten hat. Jawoll.
Mittlerweile hat sich auch gut Publikum eingefunden, auch wenn es ein wenig dauert, bis der übliche Halbkreis vor der Bühne durchbrochen wird. Ja, schon schwer. Aber etwas zaghaft wirds dann doch was.
Jau, die Krauts! Gestern noch in Potsdam gespielt, heute also hier. Und morgen werd ichse nochmal in Dortmund sehen. Nächste Woche sindse übrigens in Köln. Und nächsten Monat sowieso auf großer Tour. Man sieht, die Band ist gut unterwegs.
Achja, vermutlich ist die Band auch ein wenig angetrunken. Find ich gut. Beste Ansage: "Wir machen Beats gegen Deutschland - das war zur Hälfte gelogen und zur Hälfte wahr. Das mit den Beats war gelogen". Muaha.
Herrliche Band, auch wenn mir irgendwie etwas der Elan fehlt - wie das nunmal so ist, nachmittags und dann noch Open Air. Egal. War großartig, die Kaput Krauts mal wieder zu sehen, viele geile Songs gespielt (Aber nächstes Mal will ich endlich "mindestens haltbar bis" hören!) und mit "So einer wie James Bond" werden wir wieder gen Bierstand entlassen. Super Konzert!
So, kurze Zeit später auch schon die nächste Band: SUSANNE BLECH! Und schon wieder ein kleiner Genrewechsel - es gibt nämlich Elektro-Rock-Hiphop-Gedöns. Eine Band, die viel zu sehr unterschätzt wird, steckt sie nämlich so einige Elektro-Vertreter allein durch ihr extravagantes Auftreten in die Tasche
Zugegeben, die Beats sind eher stumpf, die sonstige Instrumentierung haut da schon einiges raus - aber allein die Livequalitäten von Frontmann und Namenspatron Susanne Blech sorgen schon für einigen Spaß. Wie kann man nur so viel schrägen Müll labern?
Und auch die beiden Rapper, sonst unter dem Namen "SolaPlexus" unterwegs, überzeugen - sind hier aber eher dafür zuständig, ab und zu die Refrains zu unterstützen oder sonst irgendwie was rein zu rufen. Nebenbei sorgen sie aber für einige Verquirltheit auf der Bühne.
Recht schnell finden sich auch ein paar Tanzwütige, die zu solch herrlichen Titeln wie "Condoleezza Rice" oder "Bock auf Disco" ihre Extremitäten schwingen. Stimmungsmäßig wohl das bisherige Highlight des Tages.
Sowohl vor- als auch auf der Bühne. Jau, super Liveband, kann man nicht anders sagen. Ärger mich jetzt doch ein wenig, dass ich sie aufm Juicy Beats verpasst habe - aber das hier heute hat echt Bock gemacht. Die Band hat ja schließlich sogar ein Stück über Metastasen. Oi.
Publikum, mehr oder weniger begeistert.
So, Bier holen. Mittlerweile sind Gesa, Lönsen und Cira aufgetaucht - genau pünktlich, um noch Pascow zu sehen! Schnell noch ein weiteres Bier, bevor es losgeht. Dank der üblichen Verzögerungen ist es auch nicht ganz so arg früh, als die Band los legt...
Nu aber, endlich! PASCOW! Die Band, auf die ich mich jedesmal aufs Neue freue wie ein Schneekönig, wie eine Eisprinzessin oder wat weiß ich. Scheiß auf Metaphern. Mit "Lauf Forrest Lauf" beginnt das Hitfeuerwerk, und schon will hier keiner mehr stillhalten.
Pascow haben übrigens auch Musikgeschmack, und so kündigt Alex das nächste Lied direkt mal als "Lili Oh Lili" an. Haha, großartig! Naja, war dann trotzdem ein anderes. Egal. Raumpatrouille, The Weltordnung is the fuck, Bastardparadies, Paris fällt, Trampen nach Norden - das Set lässt wirklich keine Wünsche offen. Herrlich!
Demnächst kommt ja endlich das lang ersehnte neue Album "Alles muss kaputt sein" raus, und wer Pascow kennt, der weiß auch wie großartig es nur werden kann. Die zwei neuen Stücke "The Strongest of The Strange" und "Äthiopien die Bombe" gibt es heute zu hören, und die versprechen schonmal einiges. Letzteres übrigens dem Fö gewidmet, so ganz nebenbei. haha!
Publikum. Mittlerweile ist wirklich gut was los aufm Gelände. Da kann ich nur nochmal einwerfen, wie geil die ganze Veranstaltung gelaufen ist. Super Leute, super Wetter - herrlich! Nur den veganen Brotaufstrich auf dem Tofu-Baguette fand ich etwas übertrieben künstlich. Aber ich will ja nich meckern.
Zurück zum Auftritt! Vollkommen runde Sache, immer ordentlich aufs Gaspedal von Anfang bis Ende, viele und aberviele Gelegenheiten für die begeisterten Massen, fleißig mit zu schreien, Punkrockfinger hochzuhalten und Bierduschen zu verteilen (okay, davon gabs etwas wenig. Muahaha)
Pünktlich zum Erscheinen des Albums (Releaseparty 29.10. Trier!) gibts übrigens auch noch ne ordentliche Tour, also genug Möglichkeiten für euch, die Band auch mal wieder zu sehen. Wie Ollo mir flüstert, sind die bisher bestätigten Termine noch lange nicht alle, also Augen aufhalten! Oder ach, kommt einfach alle nach Berlin zum Weihnachten verhindern!...
Pascow mal wieder 1A! Kanns gar nicht abwarten, die Jungs wieder zu sehen! Umjubelter Auftritt, ich schätze mal heute sind alle glücklich. Unsereins trifft sich erstmal (wieder) am Bierstand, den weiteren Verlauf des Abends planen
...der serviert uns erstmal noch nen weiteren Act. IRA ATARI & RAMPUE treten noch auf, der Elektro-Headliner. Ein weiterer Sprössling (naja, eigentlich zwei) aus der Audiolith-Schmiede. Kann mich aber nicht wirklich fesseln. Mich stört zudem Iras Gesang, hohe Stimmen halte ich nicht wirklich lange aus.
Drum verzichte ich auch mal darauf, mir die Band lange anzuschauen. Zwei Fotos müssen reichen. Aber ich wage mal zu behaupten, dass das, was Rampue an den Reglern fabriziert, für das geübte Elektro-Ohr bestimmt gar nicht schlecht ist - meins weint hingegen noch Pascow nach. Tja!
Anschließend? Abhauen. Am Herner Bahnhof endlich mal was mit Fleisch futtern, anschließend gehts mit Tino noch weiter gen Dortmund, Brückstraße, Kiosk, Bier, Bier, Bier Bier,...
und bevor wer fragt: Mein Fazit fällt selbstverständlich ausschließlich positiv aus! Naja, Jake Porn und Unprepared konnten mich nicht überzeugen, für Ira Atari war ich einfach nicht in der Stimmung - aber sonst grandiose Bandauswahl. Und das alles für lau, wat willste mehr! Bleibt zu hoffen, dass der KAZ-Verein noch weiter fleißig schöne Konzerte raushaut und dieses Festival im nächsten Jahr wiederholt...

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