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Nihil Baxter, Absorbor, Alarmstufe Gerd, Katz Kadaver, 22.02.2011 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von Fö

Nihil Baxter, Absorbor, Alarmstufe Gerd, Katz Kadaver, 22.02.2011 in Schwerte

Werktags ein Konzert im Rattenloch - wer hat sich denn den Scheiß ausgedacht? Kommen da überhaupt mehr als 18 (die magische Hürde!) Zahlende? Und vor allem: kommt man danach noch nach Hause? Nunja. Als Chrissi und ich die Location betreten, ist doch schon beachtlich was los, scheint so als habe die erste PollyRadix-Show ihre großflächige Facebook-Werbe-Offensive nicht umsonst getätigt. Raus aus der Kälte, rein ins Rattenloch.
Erste Band: Katz Kadaver. Ich find ja den Namen schon voll super. Und um einiges einprägsamer als Vorstadtkinder, die andere Band von Frontkerl Dox. Musikalisch gibts da auch weniger Parallelen, außer vielleicht ein leichter Einfluss der Hamburger Schule.
Ansonsten Punkrock auf deutsch, mal schnell und mit Wumms, mal nicht ganz so. Ne Mischung aus Pascow, Oma Hans und Alarmstufe Gerd, schießt mir irgendwann in den Sinn. Aber das is wohl etwas zu tief in den Namedropping-Bottich gegriffen. Konstant wird das Niveau auch nicht ganz gehalten, Laune machts aber.
Die Lieder richten sich gegen scheiß Tage, Menschen, Läden, Liebe. Geklaut wird von Freiburg (der Band, nicht der Stadt). Vorgestellt wird der Bassist, der Neue. Bassisten spielen ja bekanntermaßen nur in Bands, um als Sündenbock und Mobbingopfer herzuhalten, was hier ganz gut klappt. Selbst als das Kabel vom Bass kurz rausflutscht, wirkt das so stümperhaft als sei es Teil der Show. Großartig!
Unterhaltsamer Auftritt. Auf Dauer ein wenig eintönig und manchmal fehlt einfach der gewisse Kick, den man zur bedingungslosen Abfeierei braucht. Aber egal. War gut.
Die nächste Band sollte man eigentlich keinem mehr vorstellen müssen, hält sie doch selbst (wie soeben bewiesen) oft genug her für irgendwelche Stilvergleiche. Alarmstufe Gerd heute mit einem überraschend langem Auftritt, was daran liegt, dass nach 5 Sekunden die Gitarre schrottet und der Sänger daraufhin allein durch die Kraft der Worte versucht, das Publikum zu unterhalten.
Klappt super. Am Besten das Gewinnspiel: Gesucht wird Gaddafi, wer ihn findet bekommt eine Gaddafi-Maske. Als Gipsabdruck. Ich gucke mich ein wenig rum, Gaddafi scheint sich aber gut versteckt zu haben. Schade. Dann doch weiter der Show folgen.
Es handelt sich hier selbstverständlich um eine Hardcore-Show. Das kennzeichnet sich dadurch, dass der Sänger keine Bühnen mag und lieber vor dieser steht. Wenn hier ein Teppich liegen würde, hätte man immerhin ein super Wortspiel. Und sonst? Ja, alle gut drauf, nur die Texte nicht.
Die Lieder hören auf Titel wie "Gerd gegen den Rest der Welt", "Loser Youth", "Es gibt keine Missgeburten außer Nazis", "Weight Watchers are watching you" oder "Omma und Oppa waren gestern seperat im Puff und haben sich nicht gesehen". Schöne Mischung aus knackiger Aussage und sinnentfreiter Avantgarde-Lyrik, würde ich mal sagen.
Und die Lieder selbst sind schön kurz gehalten. So zwischen 2 Sekunden bis zu ner halben Minute, muss ja auch reichen. Nur unterbrochen durch ein "Danke, das nächste Lied heißt...". Hähä. Nee, heute wird tatsächlich ein wenig zwischen den Liedern gelabert, was irgendwie zeigt, dass die Band durchaus mit ner kleinen Portion Bock an den Start gegangen ist.
Highlight: Der Gitarrist singt "Fleischwurst Kindergeburtstagsparty". Besteht im Grunde nur aus höchstem Gekreische, und wird direkt zweimal dargeboten - weil "das haben wir noch nie gemacht". Irre lustig. Anschließend ein kleiner Monolog, warum das Lied so heißt und warum wir morgen früh gefälligst alle zum Metzger unseres Vertrauens gehen sollen, um ihn zu bitten, jetzt Obstgärtner zu werden.
Das mach ich zwar nicht, aber, äh, guter Versuch. Und das, wo ich kurz vorher noch das Gespräch mit Chrissi hatte über Veganer/Edger etc., die einem krampfhaft die eigene Lebenseinstellung aufzwängen wollen. Ekelhaft. Aber solange mit Humor transportiert, geht das wohl in Ordnung. Achja, Sauf-Statistik: Großes Jever Fun oder Krombacher alkoholfrei für 1,50. Bier mit Alk auch. Hansa fürn Euro. Voll geil hier.
Irgendwann verhaspelt der Sänger nen Song und singt erstmal den falschen. Kann passieren, wenn man ca. 30 Lieder in 15 Minuten runterzockt. Ja, was gabs noch? "Unseen Homocaust" von Italian Stallion wird noch geboten, und irgendwann sind besagte ca. 30 Lieder vorbei. Großartiger Auftritt! Alarmstufe Gerd machen wirklich immer Spaß. Jawoll.
Nächste Band: Absorbor! Wurden zuvor bereits von Alarmstufe Gerd als deren Lieblingsband erkoren. Kann man machen. Is nämlich ebenfalls ne großartige Band, bleibt musikalisch in derselben Kerbe, geht aber von Texten und Attitüde in die ganz große Politik: Ausschließlich Bauarbeiterthematiken. Das is so toll, das verdient nen Orden. Oder ne Spitzhacke.
Die Bühne ist selbstverständlich mit Sicherheitsband abgesperrt. Sicherheit geht ja schließlich vor, wie aufm Bau so auf der Bühne, und das Publikum wird auch artig gebeten, diese Linie ja nicht zu überschreiten, denn da warte ein 100-Meter-Abgrund. Höhenangst hat hier keiner, aber an die Sicherheitsrichtlinien hält sich trotzdem jeder. Brav.
Auch Bauarbeiter tragen Holzfällerhemden. Und Schnurrbärte.
Publikum. Heute ist mal echt viel los, gemessen am Wochentag. Trauen sich sogar ein paar mehr Leute in den Pool vor der Bühne. Wären bestimmt viel mehr, es traut sich bestimmt nur keiner an den Treppensitzern vorbei. Dafür haben die im Pool Spaß, erweisen sogar als äußerst textsicher, egal obs um Bier, Mettigel oder Presslufthammer geht.
Auch hier gibts mal einen kurzen Mikrotausch, der Sänger kann mal zeigen, "was er an der Maschine kann" und der Basser das Mikro ergreifen. Mit Schnurrbart. Immernoch. Geil!
Großes Kino. Ganz große Working-Class-Action, ums mal etwas näher zu präzisieren (wobei solche Fremdwörter hier eigentlich nix verloren haben). Mit Liedern wie "Work around the world", "Werkzeugkoffer" oder dem Überhit "Kippindikator" hat man halt einfach nur gewonnen.
Ja, gefällt. Aber auch hier wirds mir irgendwie auf Dauer zu eintönig. Liegt vielleicht daran, dass ich nur ein paar Lieder kenne. Oder daran, dass ich beschämenderweise mal wieder stocknüchtern bin. Andererseits hab ich eh nich den kompletten Auftritt gesehen. Egal. War gut. Einfach nur gut.
Nächste Band: Nihil Baxter! Den Bandnamen find ich schonmal super. Die Band selbst kenn ich von ner Split mit Alarmstufe Gerd, was auch schonmal für die Band spricht. Kommen tunse wohl irgendwo ausm Süden, wie der Akzent verrät. Die Musik ist, total überraschend, Hardcore. Wieder geiles Oldschool-Gebretter
Schön find ich die Ansagen. Um sich übermäßig viel Laberei zu ersparen, werden direkt immer drei Lieder in Folge angekündigt und dann nacheinander runtergeballert. Es geht noch ne Spur derber nach vorne als bei der vorherigen Band. Von den Texten versteh ich ungefähr nix (höchstens Bahnhof), aber die Frontreihen des Publikums haben trotzdem wenig Probleme damit, alles mitzubrüllen.
Jau. Ganz nett, schau ich mir aber trotzdem nicht bis zum Schluss an. Irgendwann is auch mal gut mit dem ganzen Hardcore-Gebolze, und irgendwie fehlt mir hier der Witz den ich an Bands wie Alarmstufe Gerd oder Absorbor so schätze. Oder ich verpasse ihn einfach.
Nihil Baxter sind übrigens gerade auf Mini-Tour quer durch die Republik und darüber hinaus. Aber weil das bis Ende der Tour eh kein potentieller Besucher lesen würde, wenn ich hier die Städte aufzähle, lass ich das. Ätsch. Stattdessen raus, doof rumstehen, doof quatschen, Niklas, Auto, tschüß.

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