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Beatsteaks, 19.03.2011 in Dortmund, Westfalenhalle - Bericht von Fö

Beatsteaks, 19.03.2011 in Dortmund

Beatsteaks. Von den "erfolgreichen" Bands dieses Landes mit Sicherheit die sympathischste. Deswegen bin ich noch nicht mal sauer, wenn sie in der riesigen Westfalenhalle spielen. Dürfense. Habense sich verdient. Wenn auch mit Schützenhilfe gewisser anderer Bands, aber da wollen wir mal nicht kleinlich sein. Trotzdem muss ich das nicht unbedingt haben, so viele Menschenmassen - zumindest auf Festivals fand ich die Beatsteaks zuletzt einfach nur noch nervig. Und Westfalenhalle - naja, letztes Mal habe ich schon verzichtet und bin lieber nebenan zu Scooter gegangen, was auch mit Sicherheit die vollkommen richtige Entscheidung war, aber heute spielen Scooter nicht.
Also denn. Karten krieg ich spontan vor der Türe, noch kurz auf Kiki warten, der vom BVB-Spiel kommt - und rein.
Sitzplatzkarten. Kein Ding. Die Alternative wäre gewesen, da unten, von hier aus gesehen links, hinterm Wellenbrecher zu stehen - och nää. Hier oben stehen kann auch was, super Sicht auf die Menschenmassen. 12000 Menschen drängen sich hier rein, ächz. Mein letztes Beatsteaks-Konzert war vor gut 6% dieser Massen. Das sind mal Dimensionen wa?
Achja, fast vergessen: Dendemann war Vorband. Hätte ich eigentlich gerne mal gesehen, aber da wir so spät waren kamen wir erst pünktlich zum Schlussbeat in die Halle. In der Umbaupause gibts schon reichlich Trockenpogo im Innenraum (Echt jetzt mal, Sitzplatzkarten können manchmal wirklich angenehm sein!), und irgendwann legen die Beatsteaks mit "Atomic Love" los.
Und ehrlich, bei aller Skepsis, aber man kanns nicht anders sagen: Geiles Konzert! Gibt ja massig bekannte fette Bands die in ausgedehnten Hallengrößen plötzlich ziemlich dünn wirken, aber das hier ist einfach ne geile Show einer Band, die selbst an ihren Verspielern noch Spaß findet.
Meine nächste große Befürchtung war, dass zu viel der kostbaren Spielzeit für Songs des neuen Albums drauf gehen. Sorry, ist ein nettes Album geworden und ich hab mir wirklich Zeit gelassen, damit warm zu werden - aber es kickt mich nur bedingt. Schön, dass die Single "Milk & Honey" direkt zu Beginn verbraten wird. Und alle so: Yeah.
Mein erstes Highlight nur kurz später: "To Be Strong" und "Summer", direkt hintereinander. Wahrscheinlich damals nicht für ein solch großes Publikum konzipiert, aber das ist echt Gänsehaut-mäßiger Stadionrock. Echt jetzt. Wird mir nur kaputt gemacht durch die Leute, die das Summer-Riff durch ihre "Beatsteaks"-Rufe zerstören müssen. Erwähnte ich schon, dass ich keine Menschen mag? Jetzt wisst ihrs.
Die Band freut sich trotzdem sichtlich über den Zuspruch. Sei ihnen gegönnt. Fischen aber auch gerne noch tiefer in ihrer Historie - Arnim erzählt, wie er damals Anfang der 90er im "Visions Magazin" von dieser Band "Nirvana" las und daraufhin deren Platte kaufte. Ja, so war das mit der Rocksozialisation. Ebenjener Zeitschrift wird auch das Cover "Territorial Pissings" gewidmet.
Was noch eine Sache ist, die mir an den Beatsteaks gefällt: Sie spielen zwar Coversongs, aber diese kommen wirklich aus dem Herzen. Oder avancieren sogar zu kleinen Hits, wie das von Bernd unter tatkräftiger Hilfe des Publikums vorgetragenen "Frieda und die Bomben". Scheiße, jetzt würd ich auch gerne unten stehen, Fäuste recken und mitbrüllen. Hier oben komm ich mir dann doch blöd vor.
Vom Punkrock zur Straßenbahnschnulze. Peter trägt "Hey Du" vor, auch hier wird allerortens wacker mitgesungen. Schönes Lied, eigentlich, aber heute find ichs lahm. Gut zum Runterkommen. Sogar runter von der Bühne, was der Rest der Band jetzt tut - um sich neu einzukleiden. Sind wir hier bei Lady Gaga?
Nee, geht noch. Da sindse wieder komplett. Die Beatsteaks aus Dortmund, wie Arnim scherzhaft gleich mehrmals einwirft. Weil hier ja auch das geilste Konzert der Tour ist (keine Ahnung ob das auch scherzhaft war). Und weil das hier die Stadt des zukünftigen deutschen Meisters ist. Ich glaube, es ging um Fußball. Ich muss gähnen, kann ein Schmunzeln aber trotzdem nicht unterdrücken.
Noch ein kleiner Zwischengag, so zur Auflockerung. Arnim mimt einen Alleinunterhalter, erzählt uns was von "Ick mach allet, Hochzeiten, überall, ick spiel überall", was man ihm sogar fast abnimmt, als er daraufhin ganz soulig "Put your head on my shoulder" singt, was, wie meine Recherche ergab, von Paul Anka stammt. Gemischt mit dem reingesampelten "One more time" (Daft Punk) ergibt das doch nen kleinen Stimmungs-Hit.
Zwischendurch auch immer mal Publikumsinteraktion. Hat die Band nicht nötig, aber den Spaß lässt sie sich nicht nehmen. Whoho Mitsingen - abgehakt. Mitklatschen - auch abgehakt. Wirkt immerhin nicht ganz so aufgesetzt wie bei einer gewissen Band aus Düsseldorf.
Achja, sogar ne Laola-Welle gabs. Hat für mich zuviel mit Ballsport zu tun. Aber schön, dass die Ränge auch mal gewürdigt werden, mittlerweile sehe ich kaum noch Leute, die ihre Sitzplätze tatsächlich nutzen. Schönschön!
Jaha. Was noch. Achja, "Shiny Shoes" wird gespielt, was mich sehr erfreut - aber haut mich absolut nicht um heute. Scheiße ey. Keine Ahnung obs am Sound liegt oder daran, dass ich nicht mitten zwischen mitgrölenden Enthusiasten stehe, aber das Lied zündet einfach nicht. Hm. Und auch das darauf folgende "Panic" kickt nicht. Ist jetzt schon der Punkt angelangt, an dem das Konzert keinen Spaß mehr macht?
Irgendwie schon. Auch "What's coming over you" in einer minimierten Version mit Thomas Götz am Keyboard holt mich nicht aus der Lethargie. "Hand in hand": starker Song, aber mittlerweile totgespielt. "Let me in": Ein MUSS auf jedem Beatsteaks-Konzert - aber diese Hinsetz-und-Aufsteh-Nummer kann ich nicht mehr sehen. Auch wenn Arnim meint, die Beatsteaks hätten sie erfunden.
Wiedergutmachung in der ersten Zugabe: "Jane became Insane" ist sogar geil wenn alle mitsingen. Eignet sich mit dem simplen "Nanananana"-Part auch perfekt dafür. Endgültig meine Sympathien erlangt die Band zurück, als sie schließlich eine eher selten in den Mittelpunkt gerückte Volksgruppe zum Mitsingen auffordert: "Und jetzt nur die Security!" - haha! Nanananana...
Achja, falls ihr mal sehen wolltet wie ein Moshpit von oben aussieht. Sowieso witzig alles. Der Lichtmischer könnte ruhig öfters mal den Innenraum beleuchten, macht total Spaß einzelne betrunkene Individuen zu beobachten, wie sie abwechselnd sich selbst und die Band feiern.
Irre witzige Situation (nicht auf Foto): nachdem Arnim sich einen Schluck Wasser genehmigte, verliert er kurz die Orientierung und will in die Wasserflasche singen. Hehe. Auch wenn ich nach wie vor finde, dass Bands auf der Bühne ruhig Bier trinken sollten. Statt Wasser - oder Mikrofone.
Achja, auch ein weiteres Zwischenspiel gabs - Peter spielt "Seven Nation Army" auf dem Zither-Keyboard (irgendwas davon). Dieses Lied und große Menschenmassen - mein schlimmster Alptraum. Arnim rettet die Situation, indem er immerhin den (richtigen) Text kann. Und daraufhin Daft Punk und Slayer aus dem Keyboard prügelt. Geil! Nochmal! Äh, ich meine, One more time! South of Heaven!
Nächste Zugabepause. Damit die Band mal wieder ihre Klamotten wechseln kann. Weiter gehts mit Arnim alleine und "Mietzi's Song". Ja ey, voll schön. Da vergess ich sogar Slayer.
So, ich bring diesen Bericht jetzt mal dem Ende entgegen. Highlight des Konzertes: "Unminded" von der 48/49 - auf Publikumswunsch. Großartig! Und eines kann ich mal erwähnen, falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Torstens Klamotten fast durchgehend im Schwarzgelb-Look. Letzter Song: "I don't care as long as you sing". Geiler Song. Sowieso geiles Konzert, hätt ich offen gestanden nicht so geil erwartet, und mit diesem Schlusswort verabschiede ich mich. Oi.
Scheiß Tastatur. Jetzt hätt ich fast "Pi" statt "Oi" geschrieben.

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Band:
Beatsteaks
Musikstil: Rock, Punkrock
Herkunft: Berlin
Homepage: www.beatsteaks.org
Konzertberichte: 23

Location:

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