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Asspatrol, Atropin, A Heritage of Vergil, 26.03.2011 in Werne, JZ Rapunzel - Bericht von Fö

Asspatrol, Atropin, A Heritage of Vergil, 26.03.2011 in Werne

Heute gibt's mal wieder einige Alternativen, aber nix wirklich Weltbewegendes darunter. Schlussendlich fällt die Wahl also auf Werne. Das ist immerhin mal ein neues Örtchen auf meinem Konzertkalender! Aber da sich keiner dazu überreden lässt, mich zu begleiten, muss ich alleine hin. Schweinerei! Ich lösch euch alle bei Facebook!
Naja, ein paar Facebook-Freunde spielen zumindest in den Bands heute Abend. Muss ich wohl doch nicht alle löschen.
Erste Band ist eigentlich der insgeheime lokale Headliner, zumindest scheint der Großteil der Anwesenden ausschließlich für sie hier zu sein. A HERITAGE OF VERGIL heißen sie. Sind anscheinend nicht bei Facebook. Hab ich mal vor geraumer Zeit auffer Lünsche Mess gesehen, kann mich aber null dran erinnern.
Ich meine aber, damals hätten sie nur einen Sänger gehabt. Egal. Musik is Metalcore, es wird ordentlich gebrüllt und gegrowlt, die Gitarren schmettern ordentlich nach vorne und gelegentlich gibts auch mal virtuösen Fideldidü-Krams.
Keine Ahnung ey, nicht meine Musik. Technisch ist das alles ganz amtlich, haben sich gut was abgeschaut bei den Großen des Genres (da ich mich darin eh nicht auskenne, kann ich hier auch keine Vergleiche nennen. ätsch). Aber irgendwie auch nichts, was hängen bleibt. Klingt für mich alles ziemlich gleich
Der Platz vor der Bühne ist relativ gut gefüllt, auch wenns hier nicht den Eindruck macht. Schließlich gehören die ersten 2 Meter der Dance-Fraktion mit ihrem recht ausufernden Tanzschritten. Die Tanzschritte sind übrigens so anstrengend, dass man sie maximal 15-20 Sekunden aushält und dann gemütlich bis zum nächsten Song wartet, bevor man sich wieder bewegt.
Allgemein viel Gefälle in der Bewegung heute, die meisten nicken nichtmal mit. Komische Fans. Immerhin mischen die beiden Sänger ein wenig mit, drehen auch mal vor der Bühne ihre Runden und brüllen sich dort die Seele ausm Leib. Tja. Ganz nett. Aber ein anderes Fazit als "not my cup of tea" wäre hier fehl am Platze.
Anschließend: Kurz gelangweilt in der Ecke rumstehen. Zwischendurch gehe ich auch mal kurz unauffällig am Tresen vorbei, um einen Blick auf das Sortiment zu werfen - Kein alkoholfreies Bier dabei. Pah. Preise sind aber ansonsten recht angenehm, knapp über nem Euro. Dann aber die nächste Band: ATROPIN aus Leverkusen/Opladen.
Letzens erst gesehen, viel "Neues" gibts nicht zu entdecken. Was wohl auch nicht selbstverständlich ist, ist doch heute quasi das Abschiedskonzert von Gitarrist Hacki, der die Bandheimat verließ und selbst den letzten Proben fernblieb. Ob mans merkt?
Oh, giftgryne Banduniformen sorgen für interessante Foto-Farbspiele. Muss ich mir merken. Aber apropos: Neben einheitlicher Bandkleidung serviert man uns ganz unverblümt auch weitere Bühnen-Tabus: ein Intro, ein Outro, die politisch inkorrekte Merchkauf-Aufforderung und natürlich die obligatorische Bandmitglieder-Vorstellung im letzten Stück.
Genug gemeckert. Die Musik ist Punkrock, die Texte sind deutsch, es gibt Alltagslyrik genau wie auch Ernsthaftes, es gibt mehrstimmigen Gesang, es gibt sogar ein Tapping-Solo und es gibt mal wieder einen Sänger, der den Gang ins Publikum nicht scheut.
Wobei das Publikum eh nicht vollkommen auf Seiten der Band ist. Der Großteil steht wohl gerade vorm Laden und wartet, dass die älteren Geschwister Kippen und Schnaps ankarren. Im Konzertraum selbst traut sich keiner so wirklich vor die Bühne - etwas schade, aber wat willste machen.
Dabei ist der Auftritt eigentlich recht unterhaltsam. Drummer Chris beschwert sich laufend über fehlendes Bier, während Sänger Andi (hier sogar einbeinig, hähä) fleißig über die Bühne wandert. Find ich gut, der Platz auf der Bühne wird fleißig genutzt, so kommt immerhin keine Langeweile auf.
Aber irgendwann hab ich dann doch keinen Bock mehr. Pseudo-lustige Bühnen-Gimmicks, der nächste Punkt auf der Tabu-Liste. "Feuer & Flamme" heißt der Song, handelt anscheinend vom Rauchverbot oder, wie ich es heute interpretiere, von der Freiheit der Künstler, auf der Bühne rauchen zu dürfen. Tiefpunkt der Live-Darbietung. Echt jetz.
Erstmal abwarten, bis der Rauch von der Bühne verfliegt. Nee sorry, Rauchen zum Politikum machen finde ich ungefähr so überflüssig wie Coversongs der Toten Hosen. Aber abgesehen davon war das Konzert ganz unterhaltsam, wenn auch etwas zu lang für meinen Geschmack. Was am geringen Publikums-Zuspruch liegen kann.
So. Anschließend hole ich mir zumindest mal ein Wasser vom Tresen. Mhh, lecker. Nächste Band auf der Bühne: ASSPATROL! Die wollte ich mir ja zumindest mal anschauen, bevor sie in 3 Wochen das Bierschinken-Festival zum Beben bringen. Immer mit der Drohung im Hinterkopf, die Band vom Billing zu streichen, wenn sie heute verkacken. Muahahaha.
Wie war das noch mit den Tabus? Es gibt ein Intro und es gibt ein Outro, diesmal sogar vom Band. Naja, schwamm drüber. Nach kurzen Problemen mit (oder eher ohne) dem Bass dauert es trotzdem nicht lange, meine Begeisterung zu wecken. Geile Show! Und das sage ich nicht nur, um euch nach Schwerte zu locken.
Die Musik lässt sich wohl grob als Punk'n'Roll bezeichnen. Klare Skandi-Einflüsse und gewiss nicht zu wenig Turbonegro gehört. Dazu aber auch ne Schippe brachialer Hardcore und eine gewisse Proll-Attitüde, die mich zwischenzeitlich an Smoke Blow denken lassen.
Sänger Beni erweist sich als äußerst unterhaltsam. Pöbelt auch mal eben gegen die Leute, die noch draußen stehen und lässt auch kein gutes Wort am Metalcore an sich. Großartig! Als er sich kurz für seinen Betrunkenheitsgrad entschuldigt, kommen auch direkt Rufe aus dem Publikum, die genau davon mehr verlangen.
Achja, Publikum. Der Raum hat sich im Vergleich zur vorherigen Band wieder merklich gefüllt und die Pogo-Meute, wenn auch spärlich vertreten, vom ersten Song an entzückt. Amtlich.
Im Set auch ein paar Coversongs - die werden aber nicht einfach nachgespielt, sondern erlangen, alleine schon durch Benis wuchtigen Gesang, ihre eigene Note. Auch wenns nicht sonderlich originell ist, die Denim Demons von Turbonegro zu covern - es macht einfach Bock! Mit Motörheads "Smiling like a killer" haben sie bei mir dann endgültig gewonnen.
Geile Brachial-Kante, geht gut nach vorne. Und ziemlich basslastig, was bei mir ja immer persönliche Pluspunkte bringt. Bassist Felix lernte ich übrigens vor 2 Jahren in Budapest kennen. Jaja, the Welt is a Dorf.
Ansonsten wird hier natürlich das Rad nicht neu erfunden. Die Arschpatrouille (eigentlich ein viel schönerer Name) versteht ihr Handwerk, die Jungs haben sichtlich Laune beim Zocken und die Zuschauer sind ebenfalls angetan. Naja, wem's nicht gefällt der steht eh draußen und raucht die x-te Kippe. Mit den Worten von Sänger Beni: "Drinnen Bier trinken ist besser als draußen rauchen". Word!
Die Band ist übrigens dieses Jahr noch in Franken (hört hört) und Finnland (na, was klingt besser?) unterwegs, um die Welt mit ihrem Highspeed-Punk'n'Roll-Brett zu begeistern. Nicht schlecht, sage ich mal. Für ne Dortmunder Band zumindest, die sind ja nicht unbedingt dafür bekannt, öfter als nötig den Kopf aus dem Proberaum zu strecken.
Jo, hat gefallen. Am Schluss gibts noch "Selfdestructo Bust" und ich ertappe mich sogar beim Mitsingen. Die anschließenden Zugabe-Rufe werden (wie geil profimäßig! Alter!) galant überhört und stattdessen das Outro angeschmissen. Schöner Abend. Ich lach mir noch zwei Mitfahrer an und ab gehts an die Rückreise...man sieht sich, spätestens beim Bierschinken-Festival (ja, Asspatrol dürfen spielen. Meinetwegen)!

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