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Spandau, All Aboard!, Cowboy Poetry, 03.11.2011 in Hamburg, MS Heidi - Bericht von Bönx

Spandau, All Aboard!, Cowboy Poetry, 03.11.2011 in Hamburg

Puh, schon wieder All Aboard! und Cowboy Poetry, wusste ich doch schon nicht so wirklich was ich über den gestrigen Abend schreiben sollte, fällt es mir mit Sicherheit heute noch schwerer. Heute aber immerhin noch eine dritte gute Band dabei und außerdem ein Rahmenprogramm nach dem Konzert, bestehend aus den magischen drei K's: Kiez, Kickern und Kicken. Letzteres natürlich nur passiv, am Samstag wartet das Spitzenspiel der zweiten Bundesliga FC St. Pauli vs. Greuther Fürth im Millerntorstadion auf uns. Aber der Reihe nach...
Irgendwann beschließt Spandau-Bernd, die Organisation für das Konzert von All Aboard! in Hamburg zu übernehmen. Lange Zeit passiert erst mal nix aber dann der Knaller. All Aboard! auf einer Barkasse (für Süddeutsche: so ne Art Schiff). Wuah, da musste nicht lange überlegt werden. Kim war auch sofort dabei, passt! Also schön früh von Arbeit abgehauen, damit wir pünktlich 19 Uhr zum Ablegen bereit sind.
Wirklich später hätten wir auch nicht los gedurft, war schon ein wenig knapp am Ende. Parkplatz suchen in Hamburg ist echt nicht schön. Ich bin noch auf die Höhe des Knöllchens gespannt. Als wir ankommen, ist schon gut was los, kurze Zeit später legt die Barkasse ab und es passiert erst mal gar nichts. Bis Wolle dann meint: "Hallo ich bin Cowboy Poetry aus Trier und hätte fast mein Set verpasst." Höhö.
Philipp war nämlich davon ausgegangen, erst um 20 Uhr beginnen zu sollen. Tja, wer lesen kann ist klar im Vorteil. So gibt's nur wenig von ihm heute und beim letzten Song reißt ihm auch noch 'ne Saite. Was, kann ich nicht sagen, hat aber wie immer Spaß gemacht. Halt Musik für Brian Fallon und Leute die auf so was stehen. Ich mag's und wenn ihr mal die Chance habt, ihn zu sehen: geht hin!
Ich als altes Nordlicht weiß, dass wir uns gerade in der Speicherstadt befinden. Wirklich viel sehen wir nicht, ist halt irgendwie schon dunkel. Ab und an mal ein Schiff, das sich meterhoch neben uns aus dem Hafenbecken hebt, schon imposant. Nach kurzer Zeit geht's dann auch schon mit den Jungs von All Aboard!...
...und diese beleidigen heute nicht, sondern jammern auf ganz hohem Niveau. Auszug: Kein Platz, alles wackelt, nicht unsere Backline usw. Höhö! Los geht's ungewöhnlicherweise gleich mit 'Abandoned Ship', diesmal ohne Wolle. Knaller gleich am Anfang, gut so! David im Redeschwall: "Hätten wir gewusst, dass wir jemals auf einem Schiff spielen, hätten wir uns bestimmt keinen maritimen Namen gegeben und wir sind auch keine Leichtmatrosen."
Da muss man ihm wohl recht geben, die Tour hat die Bäuche mit Sicherheit ansteigen lassen. Schuld: veganes Essen! Jeder, der behaupten würde, Bier, Wein und Schnaps wären für solche Zustände verantwortlich, ist einfach nur total weltfremd und sollte mal 'ne vegane Diät machen. Laut Aussage der Band stinkt ein "veganer Van" auch deutlich schlimmer als ein normaler.
Weiter mit 'Join My Way' und der nächsten Jammerei. Diesmal von Artur: "Ich hab Muskelkater in den Waden." David steigt ein: "Ich auch, wir sind doch nur Festland gewohnt. Wir sind jetzt zwei Wochen auf Tour." Nils: "Meinst du mit wir uns?" Hä, versteht ihr jetzt nicht? Ich auch nicht, muss an den zwei Wochen Tour liegen. Da wäre er wieder, der subtile Humor aus Mönchengladbach.
Dafür fehlen mal wieder die Beleidigungen. Manmanman, da müssen wir echt noch mal dran arbeiten. Vielleicht mal eine Woche auf Tour den Käpt'n mitnehmen, dann gibt's wenigstens schlechte bis über-gute Mudder-Witze. Ich greife mal auf den nächsten Tag vor. Wir latschen an 'nem Fußballplatz unweit des Millerntor-Stadions vorbei, ich sag lapidar: "Vielleicht ist das ja ein Trainingsplatz vom FC St. Pauli."
Der Käpt'n: "Deine Mudder ist'n FC St. Pauli Trainingsplatz!" Also ehrlich, wer den jetzt nicht versteht oder für blöd findet der soll mal einen besseren bei den Kommentaren hinterlassen. Achja, Musik. Die gibt's natürlich auch noch in Form von dem neuem, ja der mit dem geklauten Lick und gleich im Anschluss 'Sleepless Romantic'.
Falsche Backline, falsches Licht, der Kahn wackelt. Alles Faktoren die Artur dabei helfen, das hochmoderne Stimmgerät von Spandau-Larry nicht zu verstehen. Höhö. Nach einigen Minuten passiert immer noch nicht viel, außer dass es schön leuchtet. Steht da gerade ein C? Marius meint da irgendwann zu: "Der will da so 'ne Werbung schreiben!"
Werbung für den Landgang vielleicht? Denn quasi im nächsten Moment merkt Marius an: "Land in Sicht!" Jau, hat er recht. Wir sind schon wieder kurz vor den Landungsbrücken, heißt erste Runde vorbei. Hui, ging aber zügig. Gerade mal ein Bier geschafft. Was bei der Klosituation jetzt aber auch nicht wirklich tragisch ist. Eine wackelige Toilette für ca. 100 Gäste.
Dass es in Mönchengladbach, ähnlich wie im Saarland, tatsächlich keine Schiffe zu geben scheint, beweist Marius mit folgendem Gott-Spruch: "Fährt ein Schiff oder schwimmt ein Schiff?" Kriegt standesgemäß keine Antwort, stört ihn nicht sondern haut für's folgende 'Pictures Of Reality' wieder ordentlich auf's Trömmelsche.
Jau, mittlerweile hat die Jammerei ein wenig nachgelassen, auch wenn sie wohl jetzt ein wenig berechtigt wird. Denn durch die angesprochene Klosituation wird es im vorderen Teil der Barkasse zunehmender voller. Alle wollen an David vorbei und der muss immer sein Gitarrenhals in die Luft heben, und das wo er doch eh schon so viel Platz hat...
...aber eigentlich wünscht man sich das als "Fan" doch. Enge schwitzige Konzerte, einfach publikumsnah. Mit 'Snowblind' von der 'Radio EP' gibt's dann noch einen Song, den ich unglaublich stark finde. Unglaublich stark finde ich auch folgendes: "Der nächste Song heißt 'Hamburg Beer Party' und ist nicht für Bönx! Jaja, hab Oi!ch auch lieb!
Direkt danach, wie gestern schon, machen sie mit 'Odyssey To A Better Life' wieder alles gut. Warum ist der Song eigentlich nicht auf dem Album? Dann hätte ich doch mindestens jetzt schon Doppel-Platin auf Klo hängen. Höhö.
Letzter Spruch, vorm letzten Song 'Farewell', gebührt noch einmal dem Mari: "Ich finde das ein bisschen mies mit dem Schaukeln, das sieht so aus als würdet ihr tanzen". Na, ham auch so einige getan. Auch wenn die meisten natürlich wegen den folgenden Spandau da waren, hat man sich mit Sicherheit auch ein paar Freunde gemacht.
Freunde hingegen hat sich Marius wohl eher nicht gemacht. Der geneigte Bierschinken-Leser weiß ja, dass Marius nicht gerne fremde Schlagzeuge benutzt. Irgendwas geht halt immer kaputt. So diesmal, quasi mit dem letzten Tritt auf die Fußmaschine, eben diese. Gehört natürlich Spandau-Conti. Kleine Anekdote: Was heißt Fußmaschine auf Englisch? Jenau, footmachine! 1000 Punkte!
Viel um zu bauen gibbet nicht, immerhin der Vorteil von einer Backline, zumal die Zeit auch langsam knapp wird. Die Spandauer ham All Aboard! eh schon Zeit geschenkt, Wolle hat die ja verquatscht am Anfang :) Zu Beginn kündigt Axel das an, was alle wissen: "Hallo wir sind Spandau aus Hamburg und ihr seid alle auf dem Boot gefangen. Wie geil ist das denn?"
Und gleich als ersten dann die magischen Worte: 'Ich habe das Festland verlassen, bin so lange hergefahren...'. Natürlich aus 'Festland' und erzeugt bei mir tatsächlich gleich ein wenig Gänsehaut. Und jetzt wird es richtig magisch, Kim, David und icke riechen nen Furz. Aber nicht nur irgendeinen, das Ding riecht als hätten 1000 Leute auf einmal einen fahren lassen.
Das Ding hält sich erst ordentlich lange bei uns und kommt dann aber auch irgendwann in anderen Gefilden der Barkasse an, so auch bei Axel: "Wer hat hier gefurzt, wir sitzen in einem Boot. Das riecht nach Wirtschaft!". Selten waren solche Worte so treffend. Kim bescheinigt uns nachher, dass das jedenfalls kein Furz sondern ein Schurz gewesen sein muss. Ja, recht hat sie wohl.
Das Set ist das selbe wie letztens in Berlin, aber da waren wir ja bei Knochenfabrik in Olten :) Heißt es gab mehr oder weniger alles von der aktuellen Platte 'Als die Jugend kollabierte', gespickt mit Klassikern wie 'Lieblingsfarbe Orange' oder 'Die Welt'. Azi würde an dieser Stelle wohl meckern, dass es 'Freibad' nicht gab, aber der ist ja eh nicht hier und wird von der Band immer liebevoll der Schleicher genannt.
"Was für ein Hype, beste Rockband des Jahres, soll ich jetzt lachen oder weinen oder beides?", ja in 'Lieblingsfarbe Orange' stecken eh schon geile Zeilen aber heute gibt's die Version des 20zigsten-Jahrhunderts: "Weil ihr immer nur Garage wollt oder Latte Macchiato oder Vodka Lemon." Steckt also irgendwie doch ein bisschen Politik in den kühlen Nordlichtern.
Einen neuen Song gibt es auch zu hören, für diesen zeigt sich wohl Larry verantwortlich. Joah, Spandau mäßig eben :) Ich bin ja schon eher Fan der alten Sachen, finde aber Textzeilen wie "Zwischen Sambuca, Bier und kleinem Tod, lebst du für alles was geschieht" oder "Du bist Deutschland, ins junge Hirn so reingestanzt" aus 'Gesucht, gesehen, gebrannt' bzw. aus 'Vorurteilsvermögen'
Ja, da kommen Gefühle hoch! Gewährt wird uns auch noch das 'Liebeslied', auch so ein Klassiker der auf keinem Spandau-Konzert fehlen darf. Bernd merkt zwischendurch an, dass mehr getrunken werden muss, war wohl nicht ganz klar wie viele Runden der Kahn fährt. Wurde quasi immer nur zum Bier nachlegen kurz angehalten. So gehört sich das!
Ich hätte mich ja schon gefreut, mit Deniz ein weiteres altes Mitglied begrüßen zu können und vor allem auch von ihm sein 'Worte wiegen schwer' zu hören. Leider ist der aber nicht da heute Abend, also muss Axel beide Parts übernehmen, macht er aber mit Bravour. Schön!
So langsam endet die Fahrt dann aber doch schon. Zum Ende gibt's noch das quasi-Titelstück der letzten Scheibe 'Göteborg' und mit einem perfekten Timing, die Akkorde von 'Brandung und Lichter' klingen gerade aus, legt der Kahn dann zum letzten Mal an. Natürlich wollen alle mehr, einen gibt's auch noch, aber wenn ich mich recht erinnere, hat das starke 'Der Kapitän' gefehlt.
Die Band hätte auch gerne noch weiter gespielt, durfte aber nicht. Schade! Vielleicht hätte es ihn ja doch noch gegeben, den 'Kapitän'. Hier, heute Abend, wurde klar, dass Spandau die perfekten Songs für so 'ne Bootsfahrt haben. Und Bernd ist auch schon am Planen, das nächste Mal dann vielleicht im Hellen :)
Axel hat diverse Male angekündigt, danach im Seepferdchen enden zu wollen. Wir quatschen noch ein wenig mit den All Aboard!s die wo anders hin wollen und machen uns dann auf den Weg ins Seepferdchen. Auf Klo wird erstmal gedealt was das Zeug hält und mich vom Pissen abhält. Tz!
Die schönste Schaumkrone Hamburgs! Gab's auch im Seepferdchen und dauerte ungefähr 15 Minuten. Nach und nach trudeln auch die Hamburger Spandauer ein. Quatscherei hier und da... Ein weiteres Bier später, also nach ca. einer Stunde treffen wir uns dann aber doch noch mit den All Aboard!-Jungs am Hamburger Berg. Und nun die Auflösung, ich zitiere dafür Fö: "Die AllAboards wollen noch eifrig am Hamburger Berg steil gehen. Das bedeutet in der AllAboard-Sprache: Pennen."
Uns hält aber auch nicht mehr viel auf dem Kiez, erstens schweinekalt, zweitens doch irgendwie müde und erschöpft und drittens taugt die Hamburger Kneipenkultur nichts! Morgen wartet ja auch noch ein anstrengender Tag auf uns: Shoppen! Jedenfalls hatten wir das vor...
...erst mal ausschlafen und dann mit den All Aboard!s frühstücken gehen. Die beste Pasta der Erde. Ahja! Ich kaufe auch immer Welt wenn ich meine Blumen umtopfen will, David! :) Aber irgendwie hat er ja recht, für Hamburger Verhältnisse super geiles Essen und das für nur 3,50 Oi!s. Also Pflichttermin bei eurem nächsten Hamburg Besuch: Bäckerei Schanze, Schanzenstraße 101.
Nachdem die Jungs verabschiedet sind, machen wir uns auf den Weg in den Hanseplattenstore und den FC St. Pauli Fanladen. Letzteres einer der geilsten Läden in denen ich je war. Hunderte St. Pauli-Fanzines, gute Musik, Kaffee zum selber kochen gegen Spende usw. Irgendwie bleiben wir länger da als geplant, ups, jetzt aber schnell zu den Landungsbrücken. Denn Fähre fahren stand noch auf dem Programm.
Hups, und da ist die Reise auch schon bald zu Ende. Mittlerweile sind wir im Millerntorstadion, nachdem wir bis 5 im Landgang versackt sind. Kim und ich können immerhin schon wieder Bier trinken, Andi hingegen bleibt bei Brezel und äh, nix. Ich liebe dieses Stadion ja einfach, hier mal ein Blick auf ein Stück der Gegengerade. Ein Stück Geschichte, die nächstes Jahr verschwinden wird, denn da beginnt der Neubau der Tribüne...
...am Ende ein gerechtes 2:2. Schnell Mitfahrer einsammeln und ab nach Hause. Denkste dir so, Pustekuchen. Für zwei U-Bahn-Stationen brauche ich mit dem Istanbulexpress fast zwei Stunden. Das ist doch krank, ich kann mich kaum an einen Tag in Hamburg erinnern an dem ich mal nicht im Stau stand. Trotzdem, geiles Wochenende!

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Bernd

21.11.2011 12:45
Treffender Bericht, und der Furz war echt die Hölle.

Ach ja: Deine Mudder ist so fett, die braucht zwei Facebook-Profile!

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