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Spandau, All Aboard!, Cowboy Poetry, Vorstadtkinder, 04.11.2011 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von Fö

Spandau, All Aboard!, 04.11.2011 in Schwerte

Über eigene Konzerte zu schreiben ist blöd. Ich mach mal trotzdem. Versuche mich kurz zu halten.
Also. Ungefähr so im August fragen sowohl All Aboard! als auch Spandau, ob ich am 04.11. nen Auftritt für sie auftreiben kann. Klar, kein Ding. Kann man ja auch prima zusammen legen. Nach dem Abklappern diverser Locations fällt die Wahl schließlich mal wieder aufs Rattenloch. Einfach, weils da am meisten Spaß macht. Cowboy Poetry ist eh mit All Aboard! auf Tour (wobei ichs irre witzig gefunden hätte, ihn nicht auftreten zu lassen), die Vorstadtkinder sind als Spandau-Support eh gesetzt, also sinds mal wieder eben so 4 Bands, die wir auf die Bretter schicken.
Angekommen im Rattenloch, gibts noch ein paar Reste der Halloween-Feierlichkeiten zu bestaunen, irgendwann trudeln die Bands ein, noch später dann auch erste Zuschauer, kann los gehen!
Es beginnen: Die VORSTADTKINDER! Nette Jungs, aber mit nem chronischen Leiden: Das altbekannte "Drummer-Problem". Deswegen heute mal wieder mit neuer Besetzung: Ein Cajón ersetzt das Schlagzeug! Das ist immerhin besser als ein Drumcomputer.
Ein ganzes Schlagzeug kann das Teil aber nicht ersetzen, kommt mir hier durch die dumpfen Schläge manchmal auch eher als Bass-Ersatz vor, weil, ja richtig, die Vorstadtkinder statt Bass auf zwei Gitarren setzen. Die werden ebenso gleichberechtigt eingesetzt wie die Stimmen von Lothar und Dominik.
Musik orientiert sich stark an der Hamburger Schule, den Umständen entsprechend in eher ruhiger Ausführung, so dass den ganzen Auftritt über Gänsehaut-Melancholie über dem Raum schwebt. Funktioniert besonders gut, wenn die Songs durch zweistimmigen Gesang noch etwas an Intensität gewinnen. Die Background-Uhuhus von Dominik gehen sogar so richtig tief.
Die Lieder setzen auf monotone Melodien (ja richtig, sowas gibts), können durch ihren nachdenklichen Pathos aber echt überzeugen. Wer mal reinhören will: Bei Jamendo gibts was zum Runterladen. Wobei die Lieder "von Platte" etwas mehr Tempo mit sich bringen, was wieder am live fehlenden Schlagzeug liegt.
Titel wie "Vorstadt" oder "Gianna Nannini" kriegen wir zu hören - was im Übrigen auch die einzigen Lieder kenne, die ich wirklich von der Band kenne, mit dem Rest habe ich mich nie wirklich befasst. Bei "Gianna Nannini" präsentiert Dominik stolz eine Platte der Künstlerin, die er als Geschenk von den Hamburgern entgegen nehmen konnte.
Ansonsten präsentiert er Pommes, die im Laufe des Auftritts gefuttert werden (sorry wenn das Bandessen etwas dürftig war). Die Anwesenden applaudieren artig und die Spandau-Jungs folgen artig dem Geschehen auf der Bühne. Größtes Lob an die Band kommt übrigens von Maks, der mir mit tränenunterdrückter Stimme zu verstehen gibt, dass ihm das gefällt.
Pause, Bier. Wolle alias Philipp alias Cowboy Poetry tippt mir auf die Schulter und präsentiert mir mit glänzenden Augen seine neueste Idee: Er würde gerne unverstärkt im Schwimmbad spielen. Find ich gut und Mischer René erst recht. Abgesegnet. Bühne, äh Pool frei für: COWBOY POETRY!
Wie ihr entweder wisst oder spätestens jetzt ahnt: Cowboy Poetry ist nur ein Typ, und zwar mit Akustikgitarre. Hab ich in letzter Zeit schon öfters auf Bühnen oder vor Tresen gesehen, nicht zuletzt weil er ja schließlich gerade mit All Aboard! auf Tour ist und auch fast jedes Konzert der Tour mitspielen konnte!
Erwähnte ich eventuell schonmal: Sitzkonzerte find ich doof. Funktioniert hier aber ganz gut, nicht zuletzt deswegen, weil Wolle trotzdem nicht die Nähe zu seinem Publikum verliert und dieses sich auch durchaus angetan zeigt. Nein, nicht nur die Jungs von All Aboard!, die nebenbei auch fleißig den Background-Chor stellen.
Cowboy Poetry sind zum Einen schöne Lieder mit Akustikgitarre und rauem Gesang (Prädikat "Punk-Akustik"), zum Anderen ein sympathischer Typ der zwischen den Liedern auch was zu erzählen hat. Vor Allem natürlich von den vergangenen zwei Tour-Wochen, die so ungefähr dem entsprechen, von dem er als 14jähriger geträumt hat. Von unterdrückten Tränen in Prag bis hin zu Moustache-Tattoos, in, äh, verdammt, wieder in Prag.
Für mich das dritte Mal, dass ich Cowboy Poetry sehe, und irgendwie auch das Ergreifendste. Echt gut! Jawbreaker wird auch wieder gecovert (diesmal weiß ich, dass das Lied "Boxcar" heißt) und die eigenen Songs stehen dem in Nichts nach. Liebster Wolle: Beide Daumen hoch!
Nächste Band: ALL ABOARD! Die sind ja gerade mit Cowboy Poetry auf Tour, falls ich das noch nicht erwähnt habe. Und Cowboy Poetry hat fast alle Konzerte mitgespielt. Zuletzt gesehen vor zwei Wochen zum Tourauftakt in Frankreich, und damals stellte ich die Frage in den Raum, wie bescheuert die Jungs wohl noch bis zum Ende der Tour werden.
Um das mal kurz zu beantworten: Eigentlich hamse sich gar nicht verändert. Alte Insider sind neuen gewichen, es besticht nach wie vor derselbe infantile Humor und die Lust an harten Sprüchen und weichen Biergenüssen. Irgendwie sind sie ja echt süß. Ihr Gainesville/Boston-beinflusster Punkrock ist auch weiterhin verdammt knackig und mitreißend, so dass ich mich unweigerlich (mal wieder) fragen muss, warum der Großteil des Publikums sitzt.
Gestern spielte der Tourtross übrigens bereits mit Spandau in deren Heimatstadt Hamburg, und zwar auf einem Schiff! Davids Bemerkung dazu: Vielleicht hätten sie sich doch lieber Mofabande nennen sollen. Auf nem schwankenden Schiff zu spielen schien wohl doch ne kleine Grenzerfahrung gewesen zu sein...hähä.
Mit festem Boden unter den Füßen kommt die Band anscheinend besser klar, so auch hier im Schwimmbad des Rattenlochs. Souveräner Auftritt, dem eigentlich nur etwas mehr textsicheres Publikum gefehlt hätte. Nagut, dafür gibt's ja Wolle, der brav ganz vorne steht und alles mit schreit.
Oder auch noch weiter vorne. Bei "Abandoned Ship" darf er mal wieder den Hauptgesang übernehmen und genießt sichtlich seine Bewegungsfreiheit. Etwas zu Lasten des Gesangs, der doch ein wenig darunter leidet, dass Mund und Mikrofon keinen konstanten Abstand zueinander halten. Wenn ihr versteht, was ich meine.
Ansonsten alles gut. Die Lieder reißen mal wieder mit, und auch die "Fönx Dengue Beer Party" wird gespielt. Und mein persönlicher Favorit "Values", ein wunderschön aufbauendes Lied, getragen anfangs nur durch David samt Gitarre, bis später die komplette Band einsteigt - echt gut.
Also: Guter Auftritt. Nicht der beste, aber ein guter, und mit Sicherheit auch nicht der letzte, den ich von der Band sehe, vermutlich aber tatsächlich der letzte für dieses Jahr. Da könnte man glatt melancholisch werden. Melancholie zieht sich irgendwie sowieso etwas durch den Abend...
...auch bei SPANDAU! Die Hamburger Jungs machen Musik, wie sie eigentlich nur aus Hamburg kommen kann. Indie, Pop, Rock und ein wenig Punk-Attitüde, und dazu eine herrlich gut gelaunte Band! Spandau rätseln kurz, wann sie das allererste Mal im Rattenloch waren - dürfte fast 10 Jahre her sein! Kleines Jubiläum also heute! Damals sah ich die Band übrigens auch zum ersten Mal...
Und seitdem treten sie immer mal wieder in mein Leben. Waren ja nicht umsonst letztes Jahr beim "10 Jahre Bierschinken" geladen und ich freue mich auch immer, wenn ich bei meinen sporadischen Hamburg-Ausflügen auf die Jungs treffe.
Auftritt: Super! Endlich mal traut sich auch etwas Publikum in den Pool und tanzt verträumt umher, dazu servieren Spandau den Soundtrack. Um dem mal vorwegzugreifen, mir haben so einige alte "Hits" der Band gefehlt, oder war ich da einfach kurz nicht im Raum? Okay, auf "Wechselstrommotor" darf man eh nicht mehr hoffen. Ja, das warn noch Zeiten!
Egal, genug Stoff für das Spandau-Fan-Herz! "Lieblingsfarbe Orange", "Die Welt", "Brandung & Lichter" oder auch das von Lennart gesungene "Der Kapitän" - alles schön. Von diesen ganzen deutschsprachigen Indiepop-Bands, die in den letzten Jahren so aus dem Boden gesprossen sind, sind mir Spandau immer noch eine der liebsten.
"Marienaugeschichte" geht raus an Natalia, die heute ebenfalls angereist ist. Mit der Bemerkung, die Band selbst wäre nie auf dem Internat gewesen. Hähä. Nebenbei parodiert Axel noch nahezu perfekt Alt-Schlagzeuger Deniz (ja, ein Marienauer) mit Sätzen wie "Ey Digga, Remoulade", was zumindest diejenigen Anwesenden, die Deniz noch kennen, überaus amüsiert aufnehmen.
Achja, Deniz sang auch mit bei "Worte wiegen schwer" vom letzten Album "Als die Jugend kollabierte" - seinen Part muss dann wohl Axel übernehmen, was er, mit einigen Einsatzschwierigkeiten, auch noch meistert.
Ja, tolle Band. Zwischendurch wird noch fleißig Werbung gemacht für das morgige Konzert in Bonn, aber die Schwerter dürfen sich wohl sicher sein, dass Spandau auch ihrer kleinen Stadt irgendwann wieder nen Besuch abstatten werden. Ist nämlich laut Aussage der Band immer was Besonderes, hier zu spielen. Und das kann ich voll nachvollziehen.
Zur Zugabe wünscht sich das Publikum (als wäre es abgesprochen) "Neongold", und überraschenderweise wird das auch gespielt. Sowas aber auch. Ja, schöner Auftritt, und super Abend, von allen Bands! Die legendäre Rattenloch-Aftershow-Party muss heute aber ohne uns auskommen, die AllAboards wollen noch eifrig im Casa Fö steil gehen. Das bedeutet in der AllAboard-Sprache: Pennen.
Abschließend, auch wenns nach Floskel klingt, noch ein ehrliches und dickes Dankeschön an die Bands, Helfer und Besucher! Vor allem natürlich an Lawi und an die Leute, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Höhö. Schön wars!

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lawi

06.11.2011 17:48
hat der etwa die schwarze perrücke mitgenommen??

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