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Love A, Willy Fog, 14.01.2012 in Dortmund, Unten LinX - Bericht von Fö

Love A, Willy Fog, 14.01.2012 in Dortmund

Angebote en masse am heutigen Tage, so ausgehtechnisch. Und dann fliegt da relativ kurzfristig noch ein weiterer Termin herbei: Love A (Freunde dürfen Love Oi! sagen), die schnuckeligen Hinterlader aus Trier. Die Band sollte ich ja eigentlich scheiße finden, so aus Prinzip. Weil die Indie-Mucke machen, und dafür überall so abgefeiert werden. Ich sags euch, Leute: Don't believe the hype! Aber wat solls. Soo groß sind se ja nun wirklich noch nicht.
In Dortmund dann mit Willy Fog als Support auch noch die einzige lokale Band dabei, die in diesem ganzen Indie-Punk-Kosmos überhaupt irgendwie relevant ist. Das verspricht doch mal ein kuscheliger Abend zu werden! Weil, äh, dat geilste kommt ja noch: Location ist das Unten LinX, und da passen, wenns hoch kommt, gerade mal ne Handvoll Besucher rein. Man darf also Sauna erwarten!
Als ich ankomme, fliegen mir schon die ersten Pöbeleien von Love A entgegen: Es gibt in diesem Laden tatsächlich kein Virgin Frozen Daiquiri! Skandalös. Das wars dann mit der Punk-Credibility. Also, für den Laden.
Auftakt mit WILLY FOG! Vorband kann man das schon gar nicht mehr nennen - aufgewärmt sind wir ja eh schon, netterweise hat nämlich der Ofen den Raum ordentlich auf Hochtemperatur gebracht. Das bringt, gemeinsam mit den Massen an Fleischheizungen, die sich mittlerweile auf den 4x4 Metern zwängen, schonmal Luftverhältnisse kurz vorm Exitus.
Die Band ist mir in letzter Zeit ja echt oft vor der Nase rumgetanzt und seit geraumer Zeit find ich sie ja sogar richtig gut. Ist ja auch immer wieder putzig, wie Jonas fleißig vor der Bühne seine Meilen abläuft. Heute, mangels Platz, erinnert das aber eher an klassische Tanzschritte: Ein Schritt vor, ein Schritt zurück. Harhar!
Damit heute keiner nen Gitarrenhals gegen den Schädel gedonnert kriegt, absolvieren Martin und Philipp den kompletten Gig mit Rücken zum Publikum - ganz schön mutig. Manowar würden sich das nicht trauen. Aber um die geht's ja heute nicht. Oder?
Naja, ein Über-Instrumentales Stück der Band nennt sich ja sogar so. Und ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich an der Band eigentlich das Instrumentale geiler finde oder oder die Momente, in denen einfach mal ohne Mikrofon in den Raum gebrüllt wird.
Das sieht dann ungefähr so aus. Also, zumindest wenn das Publikum auch mal mit brüllt. Tut es sogar, an den entscheidenden Stellen. Das nennt man dann wohl Heimspiel für die Willys. Achja, reinhören in die Stücke der Jungs kann man hier und, wenn ihr die Downloadlinks findet, sogar noch mehr als das. Verdammt löblich!
Nen "neuen Song" gibts heute auch und erstmalig nennt Jonas sogar den Titel davon - verschwimmt aber in der Akustik des Raumes, die ungefähr ähnliche Probleme wie der Sauerstoff hat, überhaupt durch die dicken Luftschichten hier zu dringen. Dass man sich bei Livemusik manchmal anstrengen muss, die Texte zu verstehen, kennt man ja - aber heute muss man das sogar bei den Ansagen.
Ey, da ist noch ein Fleck auf dem Boden wo noch kein Fuß steht! Ja, lala, tralala, der Auftritt eine Wonne und alles echt gut. Und dass ich heute mal nicht versucht habe, die Musik irgendwie in Worte zu packen, liegt einfach daran, dass ich darauf keine Lust habe. Jaja. Die Willys. Bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen.
Anschließend raus, Hausflur, Luft schnappen und so Zeux. Muss man ja hier nicht näher erläutern. Bis es dann irgendwann Zeit ist für die zweite Band. Oder, wie Drazan es formuliert: Den zweiten Aufguss! LOVE A! Jörkk ist schon durchgeschwitzt, bevor es überhaupt los geht.
Love A sind nicht die Ramones und vielleicht nicht einmal originell, aber dafür immerhin individuell. Hahaha. Das Keyboard hört man heute kaum, aber immerhin hat Mario die einzige katastrophenfeste Position im Raum: Hinterm DJ-Pult. Jawoll!
Und Sänger Jörkk? Der ist irgendwann plötzlich weg und verläuft sich in den verwinkelten Gängen des Unten Linx. Mitsamt Mikrofon. Trick: Einfach dem Kabel folgen, dann findet man den Rückweg. Wie erwartet steht hier mal wieder Körper an Körper. Wie wärs eigentlich, wenn man hier Hochbetten reinstellt? Dann könnte man Band und Publikum auf zwei Etagen verteilen!
Anständige Fotos: Heute Mangelware, dazu steht man hier einfach zu nah dran an den Musikern. So nah dran, dass ich versucht bin, die Makrozoom-Funktion meiner Kamera zu aktivieren. Manchmal wär son Weitwinkel schon geil.
Auftritt echt gut. Etwas schade nur, dass vom Gesang wenig hängen bleibt, weil halt alles kracht. Für die Textkenner relativiert sich das, für die Mitbrüller erst recht, aber ihr wisst was ich meine. Aber mir sind kleine geile Punkerschuppen mit scheiß Sound eh tausendmal lieber als fette Bonzenläden mit weltbesten Anlagen. Um das mal festzuhalten.
Ansagentechnisch erwähnt Jörkk immer wieder, dass wir doch brav auf unser Unten Linx aufpassen sollen. Hat er recht! Geilster Konzertladen in Dortmund, und so ziemlich der einzige subkulturell wirklich wichtige. Und mittlerweile auch immer mehr Leuten ein Begriff: Knapp 70 Leute haben den Weg heute gefunden, das ist Besucherrekord! Und ungefähr das Dreifache dessen, was die Quadratmeterzahl tragen kann. Perfekt!
Paar neue Stücke gibts auch, darunter das nicht mehr ganz so neue "Valentinstag" (ziemlicher Hit, wie ich heute feststelle. Checkt das), aber auch wat komplett Neues, angeblich nie gespielt. Mit uns kann mans ja machen. Sagt Jörkk.
Zugaben gibts nicht nur eine, sondern auch mal eine mehr, nur Iron Maiden wird nicht gecovert. Buh. Stimmung top, alles jubelt, ganzer Laden von Schweiß durchtränkt (was so rein objektiv irgendwie gar nicht so geil klingt. komisch) - demzufolge alles formidabel, Band wie Publikum zufrieden, ich sowieso, Bericht zuende.
Ach komm, ein Foto noch. Zwei tolle Bands und ein ungemein sympathischer Laden, der zeigt, dass Subkultur mit Selbsterhaltungstrieb sogar in einer Stadt wie Dortmund existieren kann. Daumen hoch, Flaschen an die Wand, tschö! Ach äh, nächstes Mal dann bitte auch mit Virgin Frozen Daiquiri!

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