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The Rival Bid, A Kew's Tag, 05.06.2012 in Dortmund, Hafenliebe - Bericht von Fö

The Rival Bid, 05.06.2012 in Dortmund

Mal wieder Luschenkonzert. The Rival Bid, für mich ja der legitime Nachfolger von [hier Namen irgendeiner berühmten New-Wave-Legende einfügen], spielen mal wieder in ihrer Heimatstadt Dortmund, genauer gesagt in der Hafenliebe - ein Laden, den ich eher unregelmäßig frequentiere, obwohl er doch durchaus ne Bereicherung der hiesigen Clubkultur darstellt. Schöner Laden, gut gelegen, angenehme Größe. Biergarten direkt am Kanal, essen kann man hier auch, perfekt eigentlich. Ab und zu Konzerte, öfter mal irgendwelche Partys - meistens für mich aber musikalisch wenig interessant. Naja, dafür halt heute. Der Eintritt ist sogar frei, dafür kostet das Bier zu viel, um mich heute anständig zu betrinken. Ne kleine Flasche Jever Fun für ganze 3 Euro, jetzt weiß ich auch wieder warum ich so selten hier bin...
Die Vorband beginnt dann auch erst, als es im Biergarten langsam zu kühl wird und die Leute sich in den Innenbereich begeben. A KEW'S TAG kommen aus Hannover und machen, naja, Indie-Musik. Zunächst mal bin ich aber etwas verwirrt: Die Bühne wurde umgebaut! Jetzt nicht mehr hinten in der Ecke, sondern gegenüber davon (also vorne in der Ecke). Sieht dadurch auch etwas größer aus.
Besonderheit dieser Band: Ne Akustik-Gitarre! Abgesehen davon recht klassisches Gefüge. Der Gitarrist ist auch gar nicht mal so mies, das flinke Geschrabbel lässt mich sogar manchmal an zugekokste Mariachi-Gitarreros denken.
Der Sänger hat keine Gitarre. Sänger ohne Instrument haben ja oft das Problem, nicht zu wissen, wohin mit den Händen. Bei ihm hier sieht das teilweise echt verloren aus. Lässt seine freie Hand zum Gesang schweben, ballt sie inbrünstig zur Faust und säuselt mit halb geschlossenen Augen seine Lieder. Puh. Ich brauch n Bier.
Die Musik: Langweilig. Die Show: Langweilig. Das Publikum: Langweilig. Die einzigen Zuhörer, die den kompletten Auftritt durchhalten, sind diejenigen, die sich Sitzplätze am Rand gesichert haben, die anderen verlassen nach und nach den Raum. So auch ich.
Müssen also THE RIVAL BID den Abend retten. Was euch eventuell auffallen könnte: Das sind mehr als 2 Leute! Das ursprüngliche Soloprojekt von Maurice wurde ja schon recht bald durch Sidekick Tillmann zur Band erklärt, aber das hieß immer noch: Kein Schlagzeug und kein Bass. Heute ist das anders!
Warum? Weil sie's können, glaube ich. Ab und zu will man halt auch mal Auftritte in kompletter Besetzung spielen, was aber nicht die Regel werden soll. Mit Trinkbruder Hauke am Schlagzeug und den beiden kaugummikauenden Saitenschlägern Fabian und Kevin gibts nun also etwas mehr Pfeffer unter den soften Pop-Melodien.
Ansonsten wie gehabt. Maurice wechselt weiterhin beständig zwischen Keyboard und Gitarre und die Lieder sind auch immer noch wunderschöne Stücke, die irgendwie genau richtig den Nerv treffen, auf dem mich Popmusik noch berühren kann. Intensiv, aufbauend und mitreißend, und das obwohl das eigentlich so ekelhaft schmierig gefühlsbetonte Indie-Luschen-Musik ist. Aber eben in gut!
Ungewohnt ist der personell gestärkte Sound trotzdem. Ich würde sogar behaupten, die Auftritte als Duo irgendwie stimmiger in Erinnerung zu haben, hier schluckt der Schlagzeug-Sound dann doch recht viel. Fällt mir echt schwer, das zuzugeben, normalerweise bin ich ja eher ein Vertreter des "mehr-lauter-schneller-besser". Aber was ist heutzutage schon normal.
Die Band selbst fühlt sich aber anscheinend wohl. Mir fällt auf, dass die total viel auf der Bühne kuscheln oder sich zumindest verschämt angrinsen. Oder einfach mal ne Runde Schere-Stein-Papier einlegen, wenn sie grad nichts besseres zu tun haben. Geht doch nichts über lockere Stimmung auf der Bühne!
Und davor sowieso! Ich bin erstaunt, dass es doch recht voll in der Hafenliebe ist, nachdem es die Vorband so grandios geschafft hat, den Raum fast leer zu spielen. Cool! Wenn jetzt auch noch alle zur Bühne gucken würden, wärs perfekt. Hähä.
Kevin überzeugt nicht nur an der Gitarre und im Publikum (er muss ja nicht direkt jedes Lied mitspielen...), sondern, wie hier, auch am Keyboard - was er zum ersten Mal macht und seine zwei Tasten auch ganz gut trifft. Oder muss Tillmann ihm noch Anweisungen geben?
Achja, Tillmann. Super Typ. Säuft auf der Bühne fleißig Bier. Und wird von Maurice dafür gelobt, die Setlist handschriftlich ausgedruckt zu haben, und das ohne Comic Sans zu nutzen! Dicken Applaus dafür. Auch dafür, als Papier die Setlist vom letzten Mal genutzt zu haben - Recycling ist wichtig!
An dieser Stelle würd sich irgendne Überleitung anbieten zum Thema 80er-Jahre-Musik-Recycling, aber eigentlich hab ich gar keinen Bock, schon wieder auf die Musik von The Rival Bid zu sprechen zu kommen. Also latte. Die CD ist großartig (reinhören!) und die neuen Stücke auch. "Put my heart back to where it belongs" - Hit, Leute!
Also: War mal wieder schön! The Rival Bid kann ich jedem nur ans Herz legen, der die Geduld hat, sich auch mal auf ruhigere/atmosphärische Musik einzulassen. Anschließend gibts selbstverständlich lang anhaltenden Applaus, irgendwann rüde unterbrochen durch Maurice, indem er einen berüchtigten Musikkritiker zitiert: "Zugaben sind Rockstar-Scheiß!" Ha!
Achja, sollte auch Erwähnung finden: Maurice (hier ein sehr gut getroffenes Foto) macht nicht nur selber tolle Musik, sondern kann auch total prima andere Musik total veredeln. Wie die Scheibe von Angry White Elephant. Oder die von Herrn Lehmann. Oder was da sonst noch so kommen mag. Oi!

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