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Nervöus, Willy Fog, 09.06.2012 in Dortmund, Unten LinX - Bericht von Fö

Nervöus, Willy Fog, 09.06.2012 in Dortmund

Fußball-EM. Ich krieg das Kotzen, wohin ich auch gehe. Überall Nazis. Das Problem ist ja, dass man heutzutage Fußball-Fans und Nazis überhaupt nicht mehr auseinander halten kann. Woher will man wissen, ob der dicke Typ mit der roten Nase, der da auf der anderen Straßenseite "Doitschland" brüllt, einfach nur zum Ausdruck bringen will, dass alle Fußball-Mannschaften außer der deutschen total doofen Fußball spielen, oder ob er alle Leute außer Deutsche total doof findet. Naja, wat solls. Kein Bock mich darüber aufzuregen. Ich bewege mich ja eh lieber in Kreisen, in denen man vor Nationalflaggen verschont bleibt.
Im Unten LinX ist Konzert! Juhu! Wenigstens traut sich überhaupt noch jemand, ein Konzert auszurichten, während sich doch die restliche Nation vor irgendwelchen Fernseh-Geräten versammelt. Die Lustknaben von Willy Fog haben ihre Freunde von Nervöus eingeladen, und mit ersteren geht's heute los. Also, Vorhang auf und Bühne frei für WILLY FOG!
Wie eigentlich immer wenn ich die Jungs sehe, bin ich erstaunt, wie verdammt gut die geworden sind. Selbst mit der etwas dürftigen Anlage im Unten LinX fabrizieren die so einen irre dichten und virtuosen Sound, dass man den kompletten Auftritt ziemlich gebannt verfolgen kann, ohne dass einem auch nur eine Sekunde langweilig wird. Geht zumindest mir so...
Außerdem ist der Bassist ziemlich scharf.
Fotos sind, wie immer im Unten LinX, etwas schwierig, schließlich steht man hier ungefähr 10 Zentimeter vor der Nase der Musiker. Und mir bleibt nichts anderes übrig, als ihnen direkt ins Gesicht zu blitzdingsen. Ich glaube, Jonas macht mittlerweile schon reflexartig die Augen zu, wenn er mich sieht. Deswegen trampelt er mir auch ständig auf den Schuhen rum.
Schuhe? Füße. Willy-Fog-Style. Jonas darf mir ruhig auf den meinigen rumtrampeln, seine Füße sind nämlich wunderbar weich und anschmiegsam.
Ja, zurück zur Musik. Mein x-tes Konzert, das ich von Willy Fog sehe, wie immer klasse. Emo-Prog-Punk-Core, oder so. Geschrei, Gebretter, und lange Passagen die komplett ohne Gesang auskommen und trotzdem irgendwie ziemlich tief gehen. Wie erwähnt, ich bin immer wieder erstaunt, wie gut die sind.
Publikum. Singt mit. Und freuen sich alle. Willy Fog spielen heute einige neue Stücke, die klingen auch vielversprechend, aber die alten "Klassiker" sind halt einfach deswegen gut, weil da mitgesungen wird. "Arthur Auwers, Liebesmörder". Scheiße ey, Gänsehaut.
Setlist. Ich finde, die sieht schön aus.
Mehr schreib ich heute mal nicht zu Willy Fog. Echt mal, immer wieder schön. Gemeinsam freuen wir uns außerdem, dass heute der Kamin aus ist, müssen aber irgendwann feststellen, dass es trotzdem heiß ist. Verdammt.
Nächste Band: NERVÖUS aus Berlin! Kannte ich bisher nicht. Nur daher, dass die Jungs von Willy Fog immer sagen, wie gut die sind. Die Aufnahmen hingegen haben mich nicht unbedingt überzeugt, aber die haben halt auch einfach lediglich Demotape-Charakter. Live ist das echt ne gänzlich andere Liga.
Außerdem ist der Bassist ziemlich scharf.
Etwas schade: Der Gesang ist deutlich zu leise, was nicht nur an der UL-Anlage liegt, sondern heute auch mal am Sänger, der nach irgendwas mit 10 Tagen Tour hinter sich nachts gerne durch Pfützen läuft und sich heute ausschließlich von Hustentabletten, Tee und Asthmaspray ernährt. Die Stimme geht dadurch leider etwas unter, schade, dabei kann die was, schön krächzig und so.
Beim Versuch, einzuordnen, was ich hier gerade höre, gebe ich irgendwann auf. Mischung aus Kaput Krauts und La Dispute. Berri Txarrak in Pöbel-Laune. Oder auch "Knochenfabrik auf Screamo". Und, ach, keine Ahnung. Passt alles nicht. Ist halt die Schublade Hardcore-Punk, aber um einiges anders als die unzähligen Kapellen, die sich sonst so in dieser Schublade tummeln.
Sollte man sich definitiv mal anschauen, wenn man auf druckvollen Vollgas-Punk steht. Dabei kommt die komplette Band auch noch ziemlich sympathisch rüber, scherzen zwischen den Liedern, bedanken sich bei allem und jedem, und vor allem auch dafür, dass hier keiner im Trikot rumläuft. Super!
Darf auf keiner Rockstar-Bühne fehlen: Wohnzimmerlampe, Stimmgerät, Asthmaspray.
Texte auf deutsch, aber verstehen tut man wie gesagt nix. Schade. Dafür plättet uns die Musik ziemlich. Musik der Band ist auf Tape erhältlich, was ich auch cool finde. Aber eigentlich, offen gestanden, warte ich lieber auf bessere Aufnahmen, die auch irgendwie ansatzweise das Liveerlebnis wiedergeben können...
Ein Lied ist noch unfertig. Heißt, ohne Gesang. Da kann der Sänger dann in Ruhe seinen Tee trinken, die Gitarristin reicht das Mikrofon in die Menge und der Schlagzeuger schlägt vor, dass Jonas doch einfach mal improvisieren soll. Macht er. Klingt sogar geil. Teufelskerl. Aber die Rap-Einlage hat mir gefehlt.
Ja, geiles Konzert! Unbedingt im Auge behalten! Anschließend bleiben wir noch auf ein paar Takte, entscheiden uns dann aber irgendwann, den Weg anzutreten gen nächstes Konzert: Frau Potz spielen ein paar Straßen weiter. Hm. Was dort noch geschah, lest ihr hier!

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