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The Jim Tablowski Experience, Tommy B., 01.07.2012 in Aachen, Hauptquartier - Bericht von Fö

The Jim Tablowski Experience, 01.07.2012 in Aachen

Sonntag, Katertag. Ja wirklich, ich erwache heute tatsächlich mit leichten Koppschmerzen. Cooles Gefühl, erinnert mich an meine Jugend. Damals, kurz vorm Krieg. Eventuell gestern doch etwas tiefer in den Becher geschaut als gedacht? Naja, wat solls. Habe trotzdem keinen Bock, den Tag zuhause zu verbringen, und fasse den wahnwitzigen Plan, mich einfach bei der Jim Tablowski Experience in den Tourbus zu setzen. Also Markus antexten. Er antwortet mit ner Gegenfrage: "Kannst du fahren und hast du ein Auto?"
Die Welt ist halt scheiße ungerecht, aber jetzt noch nen Rückzieher machen will ich auch nicht. Also den Benz aus der Garage geholt und ab in die Europastadt Aachen. Wir fahren knapp 2 Stunden, hören dabei die Sichelzecken und sind glücklich.
Aachen ist gar nicht so nah wie gedacht. Die wunderschönen Häuser erinnern uns an jedes x-beliebige andere Kaff. Wir entdecken mehrere Parallelen zu Dortmund-Hörde, unter anderem verkauft man im Kiosk Hansabier. Dafür ist uns in Hörde bis dato kein Streetart-Künstler bekannt, der Portraits von Horst Kokoschinsky an die Wände sprüht.
Das Konzert heute ist im HQ alias Hauptquartier, ein kleiner bunter Laden, verspielt eingerichtet und mit Räucherstäbchen-Charme, oder, wie man neudeutsch sagt, hippiesk. Nettes Teil! Veranstalter Nils macht uns mit den Gästen des heutigen Abends bekannt: Ungefähr 12 Zahlende und der lokale Act.
Letzterer macht dann auch irgendwann den Opener. TOMMY B nennt er sich, oder heißt er vielleicht auch, und seine Begleitband ist ein kleiner Laptop, aus dem die vorproduzierte Musik kommt. Aber nicht etwa irgendwelche kruden Beats, sondern tatsächlich Gitarre-Schlagzeug-Bass - fast wie ne richtige Band. Huiuiui. Und Tommy singt dazu. Mini-Karaoke-Show.
Okay, sowas Ähnliches hat man bei Babette und ihrem Klon schon gesehen, aber das hier ist echt n anderes Kaliber. Ich schwanke zwischen Kopfschütteln und Abfeierei - achja, und Fremdschämen. Viele Lieder hat er nicht, so ungefähr 5 Stück, aber immerhin handelt eines von Zombies.
Seine Fans und Freunde kennen die Stücke offensichtlich alle, singen sogar mit. Ein weiterer Hit heißt "Willkommen in Aachen", außerdem werden noch Die Ärzte und Abstürzende Brieftauben gecovert, und weil alle ne Zugabe wollen, wird der Schüler-Einmannband-Bonus ausgepackt und zwei Lieder nochmal zelebriert.
Respekt davor, das so vollen Ernstes durchzuziehen - aber ich bin komplett überfragt, ob das jetzt wirklich cool oder eher peinlich war. Finds ja immer ganz erfrischend, wenn Musiker aus dem Standard-Bandgefüge ausbrechen, aber so?? In Dortmund-Hörde hätt's das nicht gegeben.
THE JIM TABLOWSKI EXPERIENCE kann immerhin mit doppelt so vielen Mitgliedern aufwarten wie unser Aachener Punkrock-Alleinunterhalter. Ich gebe Markus vorm Auftritt noch den Tipp, doch einfach mit dem Pizzalied zu beginnen - besser kann man das Aachener Publikum nicht um die Finger wickeln. Klappt super.
Okay, bloß die Gitarre macht nicht mit. Saite reißt. Beim ersten Lied! Profis, ey. Als Entschädigung gibt's schlechte Witze für die anwesende Meute. Anschließend nochmal das Pizzalied. Bisher macht noch keiner Anstalten, den Laden zu verlassen.
Gestern haben TJTE gleich zwei Gigs in Dortmund absolviert und dabei unter anderem das Subrosa komplett leergespielt. War der Startschuss zu einer einwöchigen Tour, wovon aber nur noch ungefähr zweieinhalb Auftritte stehen - gibt vielleicht doch nicht so viele Veranstalter, die ne Band buchen, von der sie nie zuvor gehört haben.
Bestehen tut die Band aus Markus und Timm, bekannt aus solchen irre erfolgreichen Bands wie Die Eule im Bart des Judas und zig weitere. Zwei süße Typen mit Schlagzeug und Gitarre - und mit dem obligatorischen Instrumententausch zwischendurch. Im Aachener Umland gibt es, wie wir hören, eine Band, die das in Perfektion beherrscht: Schlagzeuger geht ans Mikro und steht dumm da.
Timm spielt wenigstens Gitarre und singt dazu, während er dumm da steht. Musik ist irgendwie, wie sagt man, vielleicht Poppunk, aber nicht die Schmacht-Variante sondern eher mit Vollgas-Geschrammel. Erinnert mich an die kürzlich für verdammt irre gut befundenen Murderburgers aus UK.
Gefällt mir echt ganz gut, obwohl ich nur zwei Lieder kenne. Schön konstant nach vorne, Melodie könnense auch. Zweistimmiger Gesang, etwas keifig und zu schrill für meinen Geschmack, aber ich hab auch nicht erwartet, dass aus Timms Brustkorb ein tiefer Bären-Bariton erklingen könnte.
Zweierkombos haben einen praktischen Vorteil: Mehr Zeit zum Proben. Klingt alles ziemlich stimmig - für das Tempo, das hier geboten wird. Okay, hier und da die Song-Anfänge verhunzt, alles andere wäre auch ne Frechheit gewesen.
Das Schlagzeug ist ne Leihgabe der Bloodstains, TJTE besitzen sowas nämlich nicht. Timm malträtiert das gute Teil so hart, dass es ihm irgendwann wegzulaufen droht. Der Chef vom Laden weiß zu helfen und nagelt zur Stabilisierung ein paar Bretter in den Bühnenboden.
  Lange nicht mehr gemacht: n Video. Ton könnte besser sein. Pech.
Jau, echt kurzweiliger Spaß. Die Songs sollen übrigens demnächst als Tape auf nem huge major label erscheinen, da könnte man durchaus mal ein Ohr riskieren. Auch wenn nur wieder alle sagen werden: "Da fehlt irgendwie der Bass". Komisch.
So weit, so geil. Alle Lieder gespielt, Zuschauer angetan. Und da es in Aachen offensichtlich kein Problem ist, Lieder doppelt zu spielen, lässt sich die Band dazu überreden, als Schülerbandbonus noch ne Zugabe zu geben. Es war aber nicht das Pizzalied.
Die genagelten Bretter konnten das Schlagzeug nicht lange aufhalten....huiuiui.
Aftershowparty mit...? Ja richtig, mit TOMMY B! Der kredenzt nochmal seine Werke. Zum dritten Mal "Willkommen in Aachen", zum zweiten Mal Die Ärzte und "Zu Spät" in einer wirren Polka-Version. Nebenbei wird uns der leckerste Mexikaner in der Geschichte leckerer Schnäpse dargeboten - danke Kurt! Geiles Zeug, aber ich darf nur nippen.
Und nu? Bisschen trinki trinki noch, der Mexikaner muss schließlich leer werden bevor er schlecht wird. Ein paar Leute gratulieren zum Auftritt, andere fanden die Witze doof. Irgendwann zurück gen Heimat. Wir fahren knapp 2 Stunden, hören dabei die Sichelzecken und sind glücklich.

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