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The Tangled Lines, Left In Ruins, Sidetracked, 25.07.2012 in Kamen, Jugendkulturcafé - Bericht von Fö

The Tangled Lines, 25.07.2012 in Kamen

Mal wieder ein Hardcore-Konzert. The Tangles Lines - sagt mir nix. Left In Ruins - nie von gehört. Sidetracked - die gibts noch?
Okay, aber es schwärmen alle so von den Tangled Lines, und da ich ja so voll viel gebe auf die Meinungen meiner Freunde, geht's doch hin. Linda und Phil sind auch dabei, vor Ort die üblichen Verdächtigen und das übliche Gemecker über das Wetter. Heute: zu heiß.
Einlass war für 18 Uhr angesetzt und der Beginn als "pünktlich" angekündigt. Für nen Werktag klingt das fair. Tatsächlicher Beginn dann 20 Uhr. Ist immer noch fair. Aber was wollen die Veranstalter eigentlich machen, wenn ne Show mal WIRKLICH früh starten muss? Einlass auf 14 Uhr? Naja. Achja, den Opener machen SIDETRACKED.
Hardcore-Punk. Hier im Bild der bei solchen Konzerten übliche Halbkreis vor der "Bühne" und der engagierte Sänger, der versucht, diesen Halbkreis eigenhändig auszufüllen. So wirklich will die Euphorie aber nicht überspringen.
Vorn paar Monaten kam ja das neue Album von Sidetracked raus (hier hören). Aber da ich, wie immer, vorab nicht reingehört habe, hab ich auch keine Ahnung wieviel neues oder altes Material gespielt wurde. Erstaunt bin ich über 1-2 doch eher getragenere Songs im Set. Werden Sidetracked etwa erwachsen? Skandal!
Ja und sonst...Hardcore-Punk halt. Das Mikro liegt häufig auf dem Boden, der Sänger auch, einige Lieder klappen erst nach etlichen Anläufen, bei anderen singt das Publikum mit, ein Song klingt wie Disobey und überhaupt ist die Show ziemlich schnell vorbei und ich bin leicht skeptisch, ob bei mir heute überhaupt nochmal irgendwas wie Konzertstimmung aufkommt.
Anschließend raus, Luft schnappen - und dabei merken, dass es draußen eigentlich genauso stickig ist wie drinnen. Naja, dafür is' drinnen dunkler. Nächste Band: LEFT IN RUINS. Hardcore-Punk aus Italien mit quirligem Sänger. Auch hier gilt wieder: Der Halbkreis will voll genutzt werden. Also schmeißt er sich fleißig auf den Boden oder in die Leute.
Knallt ganz ordentlich. Die Musikanten sind fähig, der Schlagzeuger besteht nur aus Adern, Haut und Muskeln. Der Sänger hat ein schön angekrächztes Organ (kommt das vorm Tourleben?). Irgendwie schon ganz geil. Bloß: Klingt halt einfach wie jede andere Hardcore-Band. Schön angepisst, rau, krachig. Ich suche noch nach dem Alleinstellungsmerkmal.
Left In Ruins waren auch letztes Wochenende auf dem Fluff-Fest. Ker, dat wär was für mich. Gefühlt 100 Hardcore-Bands die alle gleich klingen. Harharhar! Tangled Lines haben da übrigens auch gespielt, und der Left-In-Ruins-Sänger betont, wie gut das war und wie sehr sie sich freuen, heute wieder mit ihnen spielen zu dürfen.
Ah, da isses ja. Alleinstellungsmerkmal. Ein Schellenkranz beim letzten Song. Hört zwar keiner, aber is ja egal. Ja, äh, und sonst? Schon ganz cooler Auftritt, aber nix um mich aus meiner Lethargie zu wecken. Die Welt braucht einfach mehr Deutschpunk. Sag ich mal so.
Dann THE TANGLED LINES aus Dresden. Hardcore-Punk. Alleinstellungsmerkmal: Der Gesang. Boah ey, nix für zarte Nerven. Schrill und in hohen Oktavbereichen, die Normalsterbliche wohl niemals erreichen würden. Auch als Hundepfeife verwendbar, oder um Maulwürfe zu verjagen. Harter Stoff.
Ich hab ja im Vorfeld sogar mal reingehört und direkt nach wenigen Sekunden gemerkt, dass das nix für mich ist. Aber halt gehofft, dass die live-Show das raus reißt. Naja. Geht so. Ansonsten kann die Musik echt was. Aber diese Stimme...boah ey...
Ist bestimmt Absicht. Konsequente Verweigerung jeglicher Mainstream-Ansätze. Damit ja keiner merkt, wie gut die Musiker sind, wird halt drüber gekreischt. Dezent verwundert bin ich auch über die anwesenden Gäste: Hier scheint sich keiner am Gesang zu stören. nee, die SINGEN SOGAR MIT! Ich werd einfach nicht schlau aus dieser Musik.
Könnte man ja theoretisch unter Trash-Aspekten noch gut finden - aber dafür ist die Band wiederum zu gut. Wer auch immer aus meinen Ausschweifungen schlau wird: Glückwunsch. Ist ja auch nicht so, dass ich bereuen würde, hier zu sein - aber da zündet einfach nix!
Ansonsten kommt die Band ganz sympathisch rüber. Ansagen zum Großteil auf englisch, und das einzig, weil die Italiener gefragt haben, ob das möglich wäre. Find ich ja schon irgendwie cool. Ist auch ganz gut verständlich, das englisch der Sängerin.
Achja, Tangled Lines sind gerade auf Abschiedstour. Kann ich also froh sein, die Band nochmal gesehen zu haben. Hust. Vereinzelte andere im Raum sind das. So dieses übliche "ich mach jetzt mal 10 Sekunden lang Moshpit mit mir sellba, danach kann ich nich mehr", das ich doch irgendwie schon ziemlich witzig finde.
Merke: Hardcore-Shows sind nur was für Leute mit viel Humor. Mit diesem Schlusssatz verabschiede ich mich. Ist grad so spannend zuhause. Zum Beispiel hier!

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