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Montreal, DamnIam, 21.09.2012 in Münster, Sputnikhalle - Bericht von Gerdistan

Montreal, 21.09.2012 in Münster

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ja, es stimmt. Ich war auf einem Montreal-Konzert. Und ich schäme mich nicht mal dafür, jedenfalls nur ein bisschen oder so wenig, dass ich trotzdem einen Bericht darüber schreibe. Aber ihr wart ja auch alle mal die übelsten Ärzte-Fans, ich muss mich hier für gar nichts rechtfertigen!

"Montreal? Das ist doch keine Band."
- Graf Disco
Bevor es losgeht, trinke ich noch ein furchtbares belgisches Starkbier, das ich nur gekauft habe weil auf der Dose ein lachendes Schwein Bier trinkt. Der Name des Bieres heißt übrigens übersetzt "Schweinebürste".
Leicht euphorisiert durch das Bier steige ich aufs Rad und kriege dabei noch mit, dass die Leute über uns endlich ausziehen. Das sind die, die sich immer beschweren wenns laut ist. Nächstes Wochenende ist also erstmal WG-Party angesagt.
Aber zurück zum Thema. Punkt 20:15 stehen Damniam aus Münster auf der Bühne. Ich hab mich lange gefragt, was ich machen soll, wenn ich das zweite Mal einen Bericht über eine Band schreiben muss, da sich meine Berichte ja sehr stark auf Beschreibungen der Bandmitglieder und ihrer Handlungen stützen.
Äh ja, also. Auf der Bühne Damniam aus Münster. Die spielen so Punk und wenn man die Augen zumacht, klingt es wie Green Day. Jetzt steht diese Zeile in jedem Bericht, den es über Damniam auf Bierschinken gibt.
Was natürlich immer gut geht, wenn man so mehrere Berichte über eine Band schreibt, sind hochinteressante Vergleiche zum letzten Gig. Heute ist bei Damniam zum Beispiel deutlich weniger los als beim letzten Mal, aber da waren die ja auch Hauptband.
Um diesem Umstand zu entgegnen, werden Leute auf die Bühne geholt und zum Stagediven animiert, was nur nicht so gut klappt, da vor der Bühne kaum jemand ist. Als Lisa an der Reihe ist, muss ich sie quasi alleine auffangen und es erfüllt mich mit einer spießbürgerlichen Freunde, dass ich derjenige bin, der dabei ihre Brüste ins Gesicht kriegt.
Und nicht zum Beispiel der Typ hier. Der darf bei irgendeinem Lied mitsingen. Publikumsinteraktion!
Dieses Mal kenn ich sogar ein paar mehr Songs als letztes Mal und "Welcome to the end" bleibt mir derart im Ohr hängen, dass ich heute noch einen Ohrwurm davon habe.
Der Typ wohnt angeblich ganz bei mir in der Nähe. Vielleicht treff ich ihn ja mal beim Einkaufen!
Drummerfoto, und dafür muss ich nicht mal hinter die Schießbude linsen, da er nach vorne kommt um sein gnadenloses Selbstabfeierungslied zu zelebrieren. Das Publikum ist auch ein kleines bisschen nach vorne gekommen und hier und da singen auch Leute mit.
Nach etwas mehr als ner halben Stunde wars das auch schon mit Damniam, ganz guter Auftritt, immer wieder gerne.
Was eignet sich besser zur Überleitung von Band 1 zu Band 2 als ein schönes Klofoto? Der Grund für die Schläuche in den Pissoirs ist nach wie vor ungeklärt, Fö hatte da eine echt seltsame Idee über einen in der Wand dahinter wohnenden Fetischisten.
Jetzt ist es soweit, Montreal aus Hamburch Ciddy stehen auf der Bühne, Digger. Das Bühnenbanner ist schon etwas absurd groß. Das war früher noch anders!
Jaja, früher. In den ersten paar Semestern meines Studiums, zu Zeiten der ersten zwei Alben von Montreal, habe ich die regelmäßig auf irgendwelchen Popelkonzerten mit einstelligen Eintrittspreisen gesehen.
Dann kam irgendwann ein unsägliches drittes Album raus und meine Begeisterung ist stark abgeflacht. Danach haben sie sich von ihrem Label getrennt und in Eigenregie ein viertes Album gemacht, das kenn ich aber noch nicht.
Stagediven klappt hier auch deutlich besser als bei der ersten Band. Links im Bild deutet sich an, was man in der gesamten Sputnikhalle sehen kann: Verstöße gegen Regel #1, in Hülle und Fülle.
Ein Punkrockfinger und eine wunderhübsche Uhr.
Punkrock im weitesten Sinne ist auch hier die Musik. Die klassische Powertrio-Besetzung, etwas poppig, aber ich kann mich ja nicht jeden Tag nur auf DIY-Hardcoreshows rumtreiben.
Er hier, Hirsch, der scharfe Bassist, kann ziemlich gut Mist zwischen den Songs erzählen und dabei saufen.
Die hier, das Publikum, sind alle deutlich jünger als ich, außer ein paar Frauen um die 50 in der ersten Reihe.
Geiles Shirt hier links im Bild, sehr schön 90er. Weiß einer, welche Band das ist? Bloodhound Gang. Krass, ne?!
Songtechnisch gehts quer durch alle Alben, alte Sachen, neue Sachen, gute Sachen, schlechte Sachen, witzige Sachen und weniger witzige Sachen.
Gitarrensolo hinterm Kopf. Echte Profis am Werk!
Wer bei Konzerten überm Kopf klatscht, wählt CDU!
Vom Publikum wird das hier alles stark abgefeiert, aber anhand der Shirtquote lässt sich einiges über die Fangemeinde aussagen. Aber da kann die Band ja nichts für.
Der Musikgeschmack der Fans, die keine Montrealshirts anhaben, ist manchmal eher schlecht (Vordergrund) oder auch ganz gut (Mittelgrund).
Dieser Vorzeigehipster scheint zur Crew zu gehören und macht, wie es sich für seinesgleichen gehört, artig Fotos mit einer Spiegelreflexkamera.
Während des Konzerts hatte ich mir eine lustige Geschichte ausgedacht, dass das dritte Album nur so schlecht ist, weil das Label das so wollte und sie sich infolgedessen vom Label getrennt haben. Untermauert habe ich diese Gedanken durch die Tatsache, dass über weite Strecken kein Lied des Albums gespielt wurde.
Aber zur ersten Zugabe kommt dann doch das furchtbare "Endlich wieder Discozeit", die Menge tobt und meine Theorie fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus.
Hier nochmal der Gitarrist. Drummerfoto gibts aus Prinzip nicht.
Vor überwiegend jungem Publikum ein Neue Deutsche Welle-Cover zu bringen ("Katherine Katherine" von einer Gruppe namens "Steinwolke") ist ja auch irgendwie lustig.
Schnubbi, Jeansweste, Hornbrille... alles da.
Ich habe übrigens angefangen diesen Bericht zu schreiben, als sich neben mir noch Leute den Film "Hobo with a Shotgun" reingezogen haben, mittlerweile sind die alle weg und ich gucke alleine die Wiederholung des Fußballspiels von gestern, obwohl es mich nicht interessiert und ich das Ergebnis kenne.
Nach zwei Zugaben ist das Set nach ungefähr 100 Minuten vorbei. Ich hab die noch nie so lange spielen sehen, meistens nur als Vorband oder auf Festivals.
Bums, zwei Null Frankfurt. Lustig, könnte ungefähr passiert sein, als ich dieses Foto gemacht hab!
Irgendwann ist dann auch gut, wir zischen noch ein Bier, um kurz nach 12 verpisse ich mich auf ne Party im Schwulenzentrum nebenan, bei der es ne Gästeliste gibt, auf der man steht, wenn man bei Facebook gesagt hat, dass man kommt. Weirdos.
Die Mädels bleiben noch in der Sputnikhalle, aber da ist echt mal vollkommen tote Hose, vielleicht ändert sich das später noch aber das kriegt keiner von uns mehr mit.
Auf der Party treffe ich tausend Leute, die zelebrieren, dass sie ihr Masterstudium um nur ein Semester überzogen haben und jetzt alle Lehrer werden können. Die Musik klingt die erste Stunde die ganze Zeit wie die Canteena-Band aus Star Wars.
Ich lerne, dass Club Mate mit Wodka wirklich ein ganz erträgliches Getränk ist und haue irgendwann nach Hause ab, wo ich noch eine halbe Stunde lang die komplette Diskographie von Over The Top durchhöre, Trashcore aus Münster, neue Entdeckung (für mich jedenfalls), total gut!
Irgendwann kommt mein verrückter Mitbewohner (besoffen) mit seinem Freund Till (nüchtern) nach Hause, wir spielen noch ne Partie Fifa, was aber an meiner unglaublichen Trunkenheit irgendwann scheitert. Ich lege mich ins Bett und schlafe unsanft auf meinen Kopfhörern, die ich um sieben Uhr morgens kaputt unter mir vorfinde. Dumm gelaufen! Bis zum nächsten Mal

euer Gerd

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irrekirremann

25.09.2012 10:46
Club Mate mit Vodka ist Vieles (z.B. ein räudiges Hipstergetränk) aber nicht "ganz erträglich"!

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