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Das Pack, 11.10.2012 in Münster, Sputnikhalle - Bericht von Gerdistan

Das Pack, 11.10.2012 in Münster

Joa, eins vorweg, hier war eigentlich noch ne zweite Band, aber da ich nicht widerspruchsfrei rauskriegen konnte, wie die hießen, hab ich die jetzt mal nicht markiert. Ich will ja keine falschen Einträge in der großen Bierschinken-Datenbank erzeugen.

So. Es ist Donnerstag Abend und die mir von Youtube bekannte Spaßmusikkapelle "Das Pack" besucht (erneut) Münster. Ein paar Sachen von der Band habe ich schon auf diversen Monsters of Liedermaching-Konzerten gesehen, weil Sänger und Gitarrist Pensen auch dort zu den Mitgliedern zählt und deren Philosophie ja so funktioniert, dass da jeder seinen eigenen Scheiß mitbringen kann, und so. Beim letzten reinen Pack-Konzert war ich leider nicht in der Stadt, obwohl es sogar umsonst war. Ärgerlich, aber kann man ja für knappe 13 Euro alles nachholen.

Einlass ist 19 Uhr, Beginn 20 Uhr, mutig wie wir sind kommen wir um 19:50 ohne Karten an der Sputnikhalle an. Aber richtig kalkuliert, noch nicht allzuviel los, noch Karten da, alles gut. Naja, über den Preis lässt sich streiten.
Erstmal schiffen. Interessant, im Klo steht eine Leiter. Ich frage mich, wann der erste da raufsteigt um im hohen Bogen ins Urinal zu brunzen (neues Wort gelernt!).
Wenig später beginnt dann auch die eingangs erwähnte Band, deren Namen ich nicht weiß. Auf der Sputnikhallenseite wurden sie als "Kreißler and the Haus of Love" angekündigt.
Auf ihrem Merch und ihren Platten steht aber nur "King Kreischer". Egal. Das ganze ist jedenfalls ein Seitenprojekt der "Ohrbooten" und besteht aus...
diesen drei Typen hier. Drummer mit sehr reduziertem Schlagwerk und Perücke, Typ am Synthie mit Sombrero und geilem Fahrradlenker-Schnurrbart (ich weiß nicht, ob man "handlebar moustache" so übersetzen darf) und...
...dem Herren in dem schmucken Schlangenlederoptik-Morgenmantel und der falschrum aufgesetzten Kronenbaseballmütze. Die Musik geht am meisten in Richtung Hiphop, ein bisschen anderes Zeug wird auch noch eingeflochten, kommt aber bei den meisten Konzertgästen nicht besonders gut an.
Und das trotz der Lightshow und der permanenten Selbstabfeierei ("Oh mein Gott wie geil", ca. 10x). Die Songs handeln vom Autofahren und von Zwillingen, die sich noch im Mutterleib gegenseitig auffressen. Vervollständigt wird das ganze durch Hörspieleinlagen und Publikumsinteraktion.
Der Pinguin fand es auch nur so mittel. Zwischenzeitlich ganz lustig, insgesamt aber etwas zu träge. In ner halben Stunde haben die sage und schreibe fünf Songs geschafft, ich glaube das ist für meine Konzertbesuche Rekord.
Gerettet wird das ganze nur durch diesen schönen Hut. Gelegentlich stelle ich mir vor, er sei aus Käse und ich könnte herzhaft hineinbeißen. Jau, Vorband zu Ende, es war für ein paar Minuten doch ganz lustig.
Ist dieser Aufkleber nicht wunderschön? Über die Lustigkeit der URL kann man streiten, aber die Wichtigkeit von postpubertärem Zwangsvulgarismus wird später noch wortreich erklärt.
Scheiß Post! Das restliche Publikum besteht größtenteils aus Metalfans und anderen verwirrten mit Schneetarnhosen, zahlreiche Verstöße gegen Regel Eins (und das Rauchverbot der Sputnikhalle) habe ich auch gezählt.
Nach einer nicht besonders langen Umbaupause kommt dieser Herr hier (später lernen wir, dass er aus Mazedonien kommt und Dragan heißt) auf die Bühne und tanzt das Intro der Mini-Playback-Show. Das hab ich ja ewig nicht gehört und eigentlich war das auch ganz gut so.
Lisa erkennt das Lied an den ersten zwei Takten, Mann Mann Mann. Danach kommt dann die eigentliche Band auf die Bühne. Er hier, Pensen, an der Gitarre. Ein geborener Entertainer vor dem Herren, ein sehr lustiger Mann.
Und er hier, Flozze, an den Drums. Ohne Vollbart kaum wiederzuerkennen. Hat im Stehen gespielt, glaube ich, und kriegt auf jeden Fall den Preis für die schönste Jacke. Mein Freund Tillmann hat mal mit den beiden gesoffen und gesagt, dass die echt cool drauf sind!
Der Preis für die schönste Hose geht allerdings zweifelsfrei an den Mann, dessen Schuhe auf Blitzlichtbildern auch echt klasse aussehen. Nach den ersten paar Takten wird mir auch klar, warum sich so viele Metaller in die Sputnikhalle verirrt haben.
Ich kannte die Band hauptsächlich (neben Internetvideos) von ihrer ersten Veröffentlichung, auf der nur die Songs "Ich bin clean" und "Alle Menschen tot" heftige Schrabbelparts aufweisen, und selbst die klangen da noch etwas anders.
Aber irgendwann in den letzten Jahren haben die ihre Gitarre massiv tiefer gestimmt und die Schlagzahl erhöht und jetzt verstehe ich auch, warum Kabl das in seinem CD-Review in einen Topf mit JBO geworfen hat. Ist jetzt also so Zweimannmetal ohne Bass mit Nonsens-Texten.
Dragan setzt Pensen einen Isolierkannenwärmer von seiner Oma auf den Kopf, damit dieser aussieht wie der Papst. Das Gelaber zwischen den Songs ist wirklich hochkarätiger Schwachsinn, allein dafür hat es sich gelohnt, heute die Wohnung zu verlassen. Jedenfalls wenn man auf Pipikackahumor steht, oder bei den Mannen hier eher Glied-Scheide-Humor.
Eine kleine rote Glitzergitarre mit Rückspiegel. Die wird mir auf jedem Konzert jetzt fehlen, vorher wusste ich ja nicht mal, dass es sowas tolles überhaupt gibt. Mit dem Gerät werden übrigens auch mal etwas punkigere Töne angeschlagen.
Eine vom Publikum selbst initiierte Wall of Death findet auch statt. Mitmachaktionen von der Bühne gibts aber ebenfalls genug, und von der Meute wird alles gnadenlos abgefeiert. Für meinen Geschmack etwas zuviel Mitklatschen und so Zeugs.
Stagediving, allerdings rückwärts, also aus dem Publikum zur Bühne. Die wenigen neuen Stücke, die nicht mit brachialen Metalgitarren versehen sind bzw. nachträglich wurden, kommen so langsam auch ans Tageslicht. Im Publikum entdecke ich Studenten aus meiner letzten Übungsgruppe. Hoffentlich sehen die mich nicht (mit nem Vitamalz in der Hand).
Mittlerweile ist auch das eingetreten, was von Anfang an alle befürchtet haben: Die Leiter ist umgefallen. Oh Schockschwerenot! Doch die Masse feiert unbeirrt weiter. Das nächste Lied heißt "Du bist eine Nutte" und die Menge tobt.
Die Band freut sich tierisch über den Moshpit und insbesondere über die Langhaarigen, die in der ersten Reihe headbangen was das Zeug hält. Hab ich seit Wacken nicht mehr gesehen sowas! Und in Wacken war ich vor sechs Jahren.
Scorpionspyramide gibts nicht, aber immerhin ne Kelly-Family-Pyramide. Bei einem Song wird auch ziemlich lange improvisiert, was dann in einer gereimten Erzählung mündet, wie man sich bei Opel Kiffe Apfelmus kauft.
Die Choreographie zum Lied "Pferdeapfel". Der Text geht ungefähr so: "Pferdeapfel, njamnjamnjam, Pferdeapfel, kann ich noch ein ham?" und richtet sich prinzipiell gegen Fleisch und die daraus resultierende Umweltverschwendung.
Ich bin mir nicht sicher, ob die feinsinnige Ironie der vorhergehenden Ansage über Schweinefleisch und Antibiotika der breiten Masse des Publikums entgangen ist, sie sind jedenfalls schon wieder mit Wall of Death beschäftigt und lachen über die Schlusszeile "wir sind alle Äppel-User".
Oder Polonaise. Kurz vor Schluss werden dann noch die beiden größeren Hits "Weils geils" und "Mein Schwan" dargeboten, beide überzeugen durch recht pubertären Humor, der bei mir natürlich voll ins Schwarze trifft. Vor letzerem Song wird in einer längeren Ansage sogar noch philosophisch gerechtfertigt, warum es wichtig ist, sein inneres Kind zu erhalten und so weiter.
Nach über 100 Minuten (diverse Zugaben schon eingerechnet) geht die Band dann schweißgebadet von der Bühne und wir nach Hause. In den hinteren Reihen blicken viele erstaunt von ihrem Smartphone auf, warum es auf einmal so ruhig ist, und gehen ebenfalls nach Hause.
Joa, zusammenfassend war es ein sehr lustiger Abend mit überraschend viel Metal, viel gelacht, sehr schön alles, hat Spaß gemacht. Das Publikum hätte man noch etwas optimieren können, aber so ist das eben. Bis zum nächsten mal,

euer Gerd

PS: Übrigens mindestens der dritte Konzertbericht auf Bierschinken, in dem eine Leiter eine Rolle spielt!

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Kabl

12.10.2012 18:04
Geile Brunzräume!
Kabl

12.10.2012 19:14
Bild 21 sollte auf jedem CD-Cover jeder Band abgebildet sein. Großartige Fotokunst!

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