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No Weather Talks, Port Rois, Andalucía, 16.12.2012 in Münster, Baracke - Bericht von Fö

No Weather Talks, 16.12.2012 in Münster

Sonntags-Matinée! Gibt ja sonst nix, was man an so einem Tag machen könnte. Okay, ausnüchtern vielleicht. Oder schlafen. Doofe Filme gucken. Zugegeben, es gibt schon einiges. Vielleicht fällt deswegen meine Ausbeute, Mitreisende nach Münster zu finden, anfangs eher dürftig aus. Aber ich hätt's ja wissen müssen: Das liegt nur an dieser sonntäglichen Bequemlichkeit. Kaum werfe ich in den Raum, notfalls auch mit Auto fahren zu können, sind wir (moi, Krüppel-Phil, Insomnia-Jonas und, äh, René) plötzlich auch schon zu viert. Mist. Ich hasse Autofahren, das is schlecht fürs Karma!
Egal. Ziel: Baracke in Münster. 3 Bands am späten Nachmittag oder auch frühen Abend, und Beginn tatsächlich nur wenige Minuten nach der angekündigten Zeit. Erste Band: PORT ROIS! Wie man das ausspricht, darüber sind sich alle uneins, aber is ja egal, hauptsache ein "oi" im Namen. Die Band selbst tendiert dazu, das s als stimmlosen postalveolaren Frikativ auszusprechen. Könnte aber auch ein stimmhafter sein. Vielleicht ja so. Vielleicht auch wie ein Hafen an der Ostsee, wie NWT-Flicke später vorschlägt.
Musik: Ja. Punkrock bis Postpunk, teilweise etwas frickelig - was der Band aber ganz gut zu Gesicht steht. Anfangs eher schrammelig, packt die zweite Gitarre noch ein paar willkommen ausdrucksstarke Akzente in den Sound. Weniger meins: Der Gesang, leicht näselnd bis unauffällig mit der Tendenz, Silben am Wortende zu überbetonen. Also, nich dass der Typ nicht singen könnte, aber meins isset halt nicht.
Aber der Gesamteindruck zählt ja, und der ist durchgehend positiv. Als Opener kommt das ziemlich gut und auch nicht so lahm wie befürchtet. Ne 7" habense dabei, auf Soundcloud lässt sich reinhören. Schon bei der Vorab-Recherche fiel mir der Song "Blaha Lujza" ins Auge, allein der Titel weckt bei mir schon romantisch verklärte Erinnerungen an lange Nächte in Budapest. Und tatsächlich fragt die Band, ob von uns schonmal wer in Budapest war. Ich bin zu faul, mich zu melden.
Apropos faul: Tatsächlich stehen heute alle ein wenig neben sich, hab ich den Eindruck. Son typisch verkaterter Sonntag halt, das Publikum hält sich eher bedeckt und applaudiert höchstens zaghaft. Wobei, statt typisch Sonntag hätte ich auch typisch Münster sagen können. Aber andererseits habe ich ja selbst in dieser Stadt schon euphorischere Zuschauer erlebt.
Nächste Band: Überraschenderweise schon der eigentliche "Headliner" NO WEATHER TALKS! Dass ich die Band mag und dafür sogar liebend gerne Sonntags-Regen-Autofahrten auf mich nehme, dürfte vielleicht den Lesern dieser Rezension eh schon klar sein, alle anderen wissen es jetzt. Heute also auch erstmalig für mich die Chance, die Band mal live zu begutachten!
Zu Beginn schrecke ich zunächst zurück vor dem, was da aus den Boxen dröhnt: In dieser Lautstärke ist der Gesang doch dezent unerträglich und ich überlege, soeben erwähnte Rezension in die Tonne zu kloppen und mein Abonnement fürs Ox zu reaktivieren. Aber Glück gehabt: Die richtigen Regler werden alsbald gefunden und wenige Minuten später ist der Sound astrein stimmig fast wie von Platte. Puh!
Also. Noch nicht lange existente Band, aber in der kurzen Zeit ordentlich was abgerissen mit schön zeitloser Punk-Pop-Melancholie. Mit nem Demotape und der 7" im Rücken immerhin genug Programm für, naja, ich glaub das war noch unter ner halben Stunde. Aber ich will nicht meckern! Lied für Lied derbe gut, durchgehend melodieverliebt, teilweise knackig-mehrstimmige Gesänge, treibende Instrumentierung, so wünsch ich mir das!
Ein neues Lied gibt's auch zu hören (Album ist laut Tobbe "angedacht"), bisher unbetitelt, weswegen es als "Emo" angekündigt wird. Mutig! Aber wer will denn hier die nächste good-emo-bad-emo-Diskussion vom Stapel lassen. Auftritt wie erwartet top, Publikum, naja, dem Münsteraner Sonntag angepasst. Ich zähle genau einen Typen der ausschweifend tanzt und sogar mitsingt, was auch von der Band gewürdigt wird. Oder sie machen sich über seinen Alkoholpegel lustig. Wer weiß das schon.
Sängerin Flicke freut sich über die Möglichkeit, den Nachmittag beim Matinée zu verbringen und schlägt vor, doch zukünftig auch mal Shows vormittags während der Woche zu machen, bevor sie zur Arbeit geht. Irre Idee!
Ansonsten: Schöner Auftritt und endlich mal die Gelegenheit, die schönen Lieder der Band mal live mitzukriegen. Zu schnell wieder vorbei, es bleibt die Hoffnung dass im nächsten Jahr mit mehr Material mehr Shows gespielt werden, fürs Erste war das hier schon ziemlich geil.
Nächste Band: ANDALUCÍA. Die Vorabrecherche spuckte ein paar ganz nette Aufnahmen raus, und auch die Konstellation als Duo verspricht eigentlich nen spannenden Auftritt. Aber, äh, nö. Nich mein Fall.
Keine Ahnung was das für Musik war. Ich sach ma Psychedelic-PostRock-ProgIndie. Musik, auf die man sich einlassen muss, bis sie einen dann irgendwann vollends packt. Auf dieses Packen warte ich einige quälende Minuten lang, muss aber dann enttäuscht feststellen, dass das hier mich einfach Null berührt.
Bleibt also nicht wirklich viel hängen. Auch abgesehen von der (vermutlich nicht wirklich zu verachtenden) musikalischen Leistung kommt nichts rüber. 1-2mal zaghaft "danke", mehr kriegen wir nicht zu hören, und urplötzlich ist das Konzert auch schon, pünktlich kurz vor 9, zu Ende. Okay. Bierchen austrinken, Palaver hier und da, ab nach Hause.

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