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Kotzreiz, 31.12.2012 in Hamburg, Skorbut - Bericht von flo

Kotzreiz, 31.12.2012 in Hamburg

Hamburg ist eigentlich immer eine Reise wert, besonders dann wenn Shan "Das ist mein DFB-Pokal" Khan einlädt, Silvester in seinem derzeitigen Domizil im beschaulichen Wilhelmsburg zu verbringen. Und als Sahnehäubchen dann noch die stumpfe Silvester-Sause mit Kotzreiz im Skorbut. Das war ein Angebot, was wir nicht ablehnen konnten. So haben wir uns, im einzelnen Max Winchester, Shan Khan (den wir von der Saar wieder an die Elbe bringen durften), Mr. und Mrs. Mötherfucker und meine Wenigkeit, morgens um 4:00 Uhr (in Worten: vier) auf den Weg gen Norden gemacht (Sidewalk Mona wird im Laufe des späten Abends noch per Bahn eintreffen). Ankunft 10:00 Uhr, erstmal ausschlafen um dann am 30.12. vorm gerade öffnenden Skorbut zu stehen, um die letzten Karten im Vorverkauf ergattern zu können. Eine sehr lohnenswerte Taktik, wie sich später herausstellen sollte.
Plothole: Gegen 19:30 Uhr machen wir uns bewaffnet mit dem ein oder anderen Zentiliter grüner Heiterkeit in Flaschen von dem "Villenvorort" Wilhelmsburg, wo sich die Gängs schon lange vor Mitternacht mit Böllern bekriegen, die noch aus Zeiten der amerikanischen Besatzung zu kommen scheinen, auf den Weg Richtung St. Pauli.
Am Skorbut angekommen gehts, wer könnte es ahnen, erstmal zur Bar, um im Anschluss die ganzen bekannten Gesichter aus Berlin zu begrüßen, die ob dieses besonderen Events extra per gemietetem Reisebus angereist sind. Ungewohntes Bild für das Hamburger Stammpublikum, die aus dem leeren Laden wieder rausgeschickt werden -> Ausverkauft!
Gegen 22:00 Uhr, der Laden ist auch schon komplett gefüllt, legen Kotzreiz ohne Vorband und Schnick Schnack los. Und es hagelt von Beginn an Hits. Wie immer: 3 Akkorde voll auffe Fresse. Kotzreiz, Pfandflaschenmessi, Karies. Umgehend verwandelt sich die kleine Kiez-Kneipe in ein Tollhaus (Wird sowas heutzutage noch geschrieben?).
Nur mit vollem Körpereinsatz ist es möglich, sich unter kompletter Missachtung der körperlichen Unversehrtheit direkt vor die Bühne zu begeben.
Und weil das bei Bierschinkenberichten immer so gern gesehen ist, hier noch ein Schlagzeugerfoto deluxe: "Chris, kannst du mal bitte fürs Bierschinken posieren?"
Das Set der Hauptstädter ist wie das Publikum, dreckig und bunt gemischt. Weiter gehts mit 3 Hunde 65 Tage, Bauarbeita stürb und Fahschein.
Das nächste Lied wird dem aktuellen Wochentag gewidmet. Trotz des Titels einer der erheiterndsten Montage seit langem.
Inzwischen ist jeglicher Sauerstoff aus der Luft in diesem kleinen Keller vollkommen aufgebraucht. Zum Glück kein Rauchverbot, so hält sich zumindest der Schweißgeruch in Grenzen.
Trotz der käfighaltungsähnlichen Platzverhältnisse und den daraus resultierenden Folgen herrscht während des gesamten Konzertes eine sehr positive (watt? Hieppiescheisse?) Atmosphäre.
Und bevor das untern Tisch fällt: Kotzreiz spielen das meines erachtens nüchternste (Band und Schreiber) und tighteste (das sagt man unter Muckern so, ha.), dem ich bis dato beiwohnen durfte.
Bei "Der Klügere kippt nach" merkt man sogar live überdeutlich, dass son Stereotüp seine Finger mit im Spiel hatte.
Useless vom gleichnahmigen Fanzine-Sampler bzw. der Scheisse bleibt Scheisse Single, Emosau, Knüppelvoll. Alles ohne viel Pausen und Gelaber, biertrinken zwischen den Songs lass ich duchgehen. Is doch Pank und so.
Nach einer dreiviertel Stunde merkt man den Jungs aber auch schon überdeutlich an, dass es sich bei Kotzreiz um eine Punkband und nicht um Leistungssportler handelt.
Das Konzert MUSS wohl gut sein. Wie sonnst könnte es passieren, dass selbst die lethargischsten miesepetrigsten Misanthropen sich der Feierlaune nicht entziehen können?
Hier gibt es einfach alles zu sehen. Es konnte sogar eine Momentaufnahme des sehr selten dokumentierten Hahnenkampfpogos festgehalten werden.
Witzig: Das vor kurzem zum Anlass der erreichten 5000 facebook-likes geschriebene und bei youtube hochgeladene Lied "5000" wird kurzer Hand dem Anlass entsprechend in 2012 umbenannt und dem inzwischen so gut wie vergangenem Jahr gewidmet. Nur dass Chris sich in der Jahreszahl irrt und 2011 gesungen wird.
Egal, ist das außer dem Autoren irgendwem aufgefallen? Ich glaube kaum. Den Abschluss der regulären Spielzeit (gekonnt den Anglizismus umschifft) macht dann "Punk bleibt Punk", bei dem seitens Band und Publikum gleichermaßen die letzten verfügbaren Reserven mobilisiert werden. Und damit Berlin, welches sinnigerweise kurzfristig in Hamburg umgetextet wird, nicht so alleine im Zugabenblock stehen muss, werden noch der Peffi-Song, bei dem mir die Divenunterstützung ein wenig gefehlt hat, und "Alte Männer rosten nicht" zum Besten gegeben.
Tiere, Menschen, Sensationen. Ein Bild sagt mehr als...ihr wisst Bescheid. Wo ist Captain Ahab wenn mensch (Bierschinken-Auto-P.C.-Korrektur) ihn braucht?
Natürlich lockt ein solches Event der Superlative auch die überregionale Prominez an. So lässst es sich auch Herr Doktor J. nicht nehmen, diesem schmuddelig schönen Jahresabschluss beizuwohnen. In diesem Sinne, coole Nummer ihr Drei. Wir sehen uns in Neunkirchen.
Da sich der Rest unserer Reisegruppe gegen 23:30 verabschiedet, um den Jahreswechsel direkt am Hafen zu feiern, sieht sich der Autor dazu genötigt, noch das ein oder andere Kaltgetränk in einer der sympathischsten Lokalitäten der St.-Pauli-Gastronomie zu genehmigen.
Im Laufe der Nacht trifft man (die Korrektur funktioniert nicht immer) sich aber in diversen wohlbekannten Kaschemmen wieder, um gemütlich und gesittet gegen 6:00 Uhr gemeinsam den Weg zur Schlafstätte anzutreten. Schließlich heißt es für einen Großteil am 02.01.2013 wieder an der Schüppe zu stehen.

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