Start Shows Berichte Rezis Kalender Members Kontakt
Login: BS-Nummer oder Email: Passwort: | | Passwort vergessen?
Queensday Festival: The Flatliners, Smoke or Fire, Tim Vantol, Larry And His Flask, Old Man Markley, Nü Sensae, Astpai, Goodbye Fairground, Nikki Corvette, Slim Cessna's Auto Club, Accelerators, Urban Voodoo Machine, 30.04.2013 in Venlo (NL), Perron 55 - Bericht von Fö

Queensday Festival, 30.04.2013 in Venlo (NL)

Im vergangenen Jahr war das Queensday Festival in Venlo echt ein ziemliches Jahreshighlight. Da gilt es, nicht lange drumrum zu reden, wenn die diesjährige Ausgabe stattfindet! Übrigens vermutlich die letzte, denn, wie ihr Gossipleser alle wisst, heißt es ab sofort Kingsday. Nunja. Äh. Hinfahrt ganz angenehm in der Familienkutsche, pünktlich da zu...
...URBAN VOODOO MACHINE. Aus London. In einem Paralleluniversum aus New Orleans, wo sie den Blues neu erfunden haben und in den Mixer mit Gypsy, Swing, Mariachi und Rockabilly gepackt haben. 11köpfige Band mit einer wilden Fusions-Revue inklusive Unterhaltungsprogramm, erlesenen Fummeln und, äh, gutem Wetter.
Soweit die Beschreibung, oder die vermutete Idee hinter der Band. Die Ausführung ist eher durchwachsen, so wirklich in seinen Bann ziehen will mich das nicht. Klingt ein wenig wie ne abgespeckte Version von Calexico oder Firewater - abgespeckt weil ohne die Hits. Der Gesamtsound ist stimmig, die Band gut drauf, Scherzkes und Gedöns, aber es bleibt nicht wirklich was hängen.
Außer: Die haben zwei Drummer. Und einer hat entweder gestern zu tief ins Glas oder heute zu tief in den Farbbottich gegriffen - ganz grün, der Gute. Die Schlagzeuger sind auch sonst ganz lustig anzusehen. Tauschen Plätze, spielen Rundlauf und verpassen die wir-stehen-jetzt-­alle-ganz-still-Szene.
Letzteres ist eines der vielen Show-Elemente, die noch Einzug halten in die wilde Performance der Urban Voodoo Machine. Aber wie gesagt: Trotz aller Show nicht wirklich mitreißend. Immerhin ziemlich abgefahren. Nicht ganz so abgefahren wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich abgefahren.
Ab nach drinnen! Das Queensday Festival findet alljährlich statt im Kulturzentrum Perron 55. Neben der Außenbühne gibt es drinnen zwei weitere: Unten der "große" Saal für 280 Zuschauer, oben das gemütliche Café für angeblich bis zu 120 Leuten. Also alles ganz angenehme Größenordnungen. Der große Saal und die Außenbühne wechseln sich im Programm (naja, mit ein paar Minuten Überschneidung) ab, also geht's als Nächstes nach drinnen, wo ASTPAI soeben begonnen haben, zu spielen.
Melodic Punkrock/Hardcore aus Wiener Neustadt, Niederösterreich. Eine von diesen Bands, die mir schon ewig geläufig sind, sogar dann und wann ihre Runden auf dem Plattenteller drehen, ich aber bisher nie live gesehen habe. Zunächst mal die Überraschung: Ich hätte ja nen fiesen Ösi-Akzent erwartet, aber zumindest die englische Sprache kommt denen echt fließend aus den Backen. Könnte daran liegen, dass sie ständig mit native speakers unterwegs sind, aktuell mit Smoke or Fire.
Ich hatte mir im Vorfeld schon einiges über die Livequalitäten dieser Band erzählen lassen, die persönliche Erfahrung ist dann doch etwas enttäuschend - aber das mag an der frühen Stunde liegen. So wirklich am Ausrasten ist hier noch keiner, weder Band noch Publikum. Die erste Reihe vor der Bühne besteht übrigens ausschließlich aus Szeneprominenz - also aus Leuten, die so cool sind, dass sie ihre gesammelten Backstagepässe an der Hose tragen. Aber ich glaube das ist son Amiband-Ding, kann man denen nichtmal vorwerfen. Macht man halt so.
Ich würde die Band mal grob in diese Österreichische Schule stecken. Die gibt es zwar nicht wirklich (zumindest nicht in der Musik), aber wenn man nicht wenigstens einmal irgendne Szene als "Schule" bezeichnet hat, ist man kein anständiger Kulturjournalist. Also, äh, wat ich sagen wollte: Für Fans von Rentokill, Red Lights Flash oder so. Auch wenn es die nicht mehr gibt. Rauer Gesang, viel Melodie und insgesamt eher mid- als high-tempo.
So langsam beschleicht mich das Gefühl, so ziemlich alle Bands des heutigen Tages wären besser damit beraten, so um 23 Uhr zu spielen. Dann sind nicht alle so mittags-träge. Logistisch wäre das aber etwas schwierig zu meistern, das gebe ich zu. Achja: Letztes Lied: "Honest Or Sentimental". Hit. Ohrwurm. Geil! Nicht ganz so ein Ohrwurm wie absolut jedes Lied meiner neuen Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ein ziemlicher Ohrwurm.
Und direkt wieder raus! GOODBYE FAIRGROUND dürfen nun gegen die Sonnenstrahlen antreten. Ursprünglich waren für diese Spielzeit Toys That Kill vorgesehen, deren Tour aber durch ärztliches Attest untersagt wurde. Die Ersatzband ist zwar nicht ebenbürtig, aber trotzdem willkommen. Auch wenn vor der Bühne gähnende Leere herrscht.
Wie man es mittlerweile gewohnt ist von Goodbye Fairground: Auch heute mal wieder in anderer Besetzung. Die Austauschmannschaft von Idle Class ist separat unterwegs und hat frecherweise höhere Ansprüche auf Bassist Benny angemeldet. Aber die Ersatzbank scheint breit genug zu sein, und so wird Produzent Jochen kurzerhand zum Bassisten befördert (oder degradiert? man weiß es nicht).
Das wäre alles schön und gut, würde nicht beim zweiten Lied der Bass ganz einfach mal ausfallen. Sänger Benjamin bewertet das als Steigerung zum letzten Niederlande-Gig - da sei der Bass schon beim ersten Lied ausgefallen. Ich weiß was ihr jetzt sagt: Nicht ganz so ausgefallen wie meine neue Lieblingsband Rabatz - aber ihr müsst zugeben: Immer noch ganz schön ausgefallen!
Achja, zur Musik. Goodbye Fairground, "neues" Sternchen am deutschen Punkrockhimmel, das hoffentlich so schnell nicht verglühen wird. Aber das aktuelle Album "I Started With The Best Intentions" schlägt ja ganz gut ein. Mal wieder rauer Punkrock mit Melodie-Kante, inklusive Hang zur Hymnenhaftigkeit und einem unbändigem Druck, der heute irgendwie nicht ganz so rüberkommen will.
Auf die Frage, was man denn nun mit so nem ausgefallenen Bass mache, kommen direkt hilfreiche Tipps aus dem Publikum: "Drink beer!" ruft da jemand. Juhu! Scheint, als hätten die Niederländer durchaus einen Sinn für Kausalität. Die verneinende Antwort von Benjamin, kombiniert mit dem Schluck aus der Wasserflasche, ruft dann aber eher tiefergehende Aggressionen im Publikum hervor. Verdammt.
Schlechter Stand für Goodbye Fairground, auch wenn die Pöbeleien ja nur die Punkrock-Äquivalenz zum durch-die-Blume-sagen sind: Applaudiert wird nämlich brav. Sogar mit Szenenapplaus, als der Bass wieder läuft. Alle glücklich. Trotzdem: Kleine & flache Bühne könnense besser. Und um 23 Uhr.
Okay. Anschließend mal wieder gucken, was drinnen so geht. Die ACCELERATORS haben Teile unserer Reisegruppe im vergangenen Jahr in Amsterdam sehen können, nun also mal in Venlo. Musik: Klar, Punkrock. Diesmal eher die Poppunk/Powerpop-Ecke mit schönem Tempo und Kaugummi in den Backen.
Die erste Band heute, bei der ich das Gefühl habe, dass die wirklich ein paar Leute sehen wollen. Könnte daran liegen, dass es Einheimische sind - zumindest ist es amtlich gefüllt vor der Bühne, hier und da wird mitgesungen. Die Ansagen natürlich auch durchgehend auf niederländisch, aber so klar gesprochen, dass die auch für unsereins recht verständlich sind. Nicht ganz so verständlich wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich verständlich.
Gesamteindruck: Okay zum Mitwippen, aber aus den Latschen kippt mich das heute nicht. Ist halt "okay" oder "solide" oder wie diese ganzen diplomatischen Formulierungen lauten. Man macht halt einfach nichts falsch, wenn man sie sich anschaut - aber wegschauen tut auch nicht weh.
Wieder raus. OLD MAN MARKLEY markieren anscheinend die Grenze von den "unwichtigen Bands, die am Anfang spielen" zu den "wichtigen Bands, die länger spielen dürfen" - hatten bisher alle auftretenden Acts jeweils ne halbe Stunde Spielzeit, bekommen die Kalifornier gleich ne ganze Stunde. Die Musik ist, wie sich anhand diverser Folk-Instrumente auf der Bühne erahnen lässt, etwas quirliger. Nicht ganz so quirlig wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich quirlig.
Was hier aber wirklich mal fehlt: Anständiger Sound. Irgendwie geht da in der Abmischung was verloren. Die MandolineDas Banjo ist (neben Gitarre und Schlagzeug) so ziemlich das einzige exotische Instrument, was man aus dem Soundwust heraus hört, der Rest geht, obwohl inbrünstig gespielt, total unter. Schade. Die Kombination aus abgeranztem Waschbrett und Hochglanz-Harfe sieht doch echt witzig aus.
Mein Lieblingsinstrument ist aber der augenscheinlich aus einer Blechwanne und einem Toilettenpömpel selbst gebastelte Bass! Großartig! Zur Musik: Ich kenne nichts von der Band und habe hier wieder ein ähnliches Problem wie zuvor mit der Urban Voodoo Machine - geile Show, aber so wirklich hängen bleibt da nichts.
Achja, weiter geht's mit exotischen Instrumenten. Das Strahlekind von Sänger erzählt irgendwann, den nächsten Song normalerweise mit Kazoo zu spielen, dieses aber verloren zu haben - und prompt wird ihm aus dem Publikum zunächst ne Nasenflöte und anschließend sogar ein Kazoo angeboten. Hat man ja immer in der Tasche! Kazoo nimmt er dann auch dankend an.
So, fehlt noch ein abzulichtendes Instrument: Die Violine. Leider drängt sich beim Ablichten der überdrehte Bassist ins Bild. Was der Dynamik des Fotos aber nur zugute kommt.
Old Man Markley schaffen es dann auch, das Publikum aus der Lethargie zu befreien. Es wird getanzt und sogar ein Circle Pit inszeniert, da haben wir doch endlich mal ein wenig ausgelassene Feierei. Jawoll!
Den Typen da vorne habe ich gebeten, sich doch bitte kurz zu ducken, damit ich ein Paparazzi-Foto von Marc Gärtner hinkriege. Danke dafür. Achja: Anschließend spielen auf der Innenbühne "The Feeling of Love" sowie oberhalb der Treppe "Herve Peawee" - aber wir gönnen uns eine wohlverdiente Pause bei Burger und, äh, Wasser. Die Stände sind draußen aufgebaut und ziemlich einladend, denen kann man sich echt nicht entziehen.
Aber pünktlich zu SMOKE OR FIRE stehen wir wieder vor der Bühne. Die Bostoner überzeugen zunächst mal durch exquisiten Geschmack, was die Stilfrage angeht: Hochroter Kopf zu hochrotem Hemd - er kann's tragen. Highlight aber die salzverkrustete Hose des Gitarristen (auf dem Foto nicht ganz so gut ersichtlich), die ziemlich lebhaft zeigt, dass dreieinhalb Wochen Tour so ihre Rückstände auf Hosenbeinen hinterlassen können.
Hier nochmal zu sehen. Okay, im Nachhinein muss ich sagen: Die Hose ist echt nicht ganz so salzverkrustet wie beispielsweise meine neue Lieblingsband Rabatz. Aber immer noch ziemlich salzverkrustet.
Achja. Smoke or Fire. Monsters Among Us. Gute Band. Flotter Punkrock bis Poppunk aus der Fatwreck-Schiene, so grob die Ecke Dead To Me oder Loved Ones. Schöne Kiste, geht gut in Beine und Fäuste, und ziemlich humorvoll geben sie sich auch - zugegeben, nicht ganz so humorvoll wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich humorvoll. So ist der Konsum von in den Niederlanden gesellschaftlich akzeptierter Drogen ein Thema. Oder der betrunkene Junge, der 20 Becher mit sich rumträgt.
Ich habe Schoko gebeten, sich doch kurz ne Sonnenbrille aufzusetzen, damit ich ein Paparazzi-Foto von mir sellba hinkriege. Danke dafür.
Highlight bei Smoke or Fire sind eigentlich zwei Typen, die sich selbst als "totally wasted" bezeichnen würden (und tun) und direkt vor der Bühne wild feiern. Der eine quasi durchgehend am Headbangen. Der muss nen Elefantenhals haben. Ansonsten hat es sich im Vergleich zu Old Man Markley wieder etwas geleert - ist anscheinend eher so Hippiepublikum heute hier.
Ein Liedchen wird auch noch vom Sänger quasi-solo vorgetragen. Oder vielleicht verstecken sich die anderen Bandmitglieder nur, weil der Typ vor der Bühne ihre Nasen geklaut hat.
Und am Schluss präsentiert uns der Sänger auch noch seine frisch erworbene Unterwäsche (von Old Man Markley), deren Ablichtung ich den anderen Fotografen überlasse und mich lieber den Schuhen widme. Die Unterhose war aber auch schön. Und noch total sauber, nicht so salzverkrustet wie die Bassistenhose oder wie Rabatz.
Anschließend erfahren wir, dass der betrunkene Junge deswegen 20 Becher mit sich rumträgt, weil man dafür (statt Pfand) ein Freibier bekommt. Wieder was gelernt. Kurz gucken, was drinnen so geht. Auf dem Weg fällt uns Maks mit einem "geht da bloooß nicht rein" in den Weg, aber mutig schreiten wir hinein - und werden begrüßt durch eine Bastion von Soundgewitter, schrillem Gekreische und viel Nebel. Das MUSS gut sein! NÜ SENSAE nennt sich die Band.
Und zur Einstimmung solltet ihr euch mal dieses Video geben, auf das mich Schoko freundlicherweise aufmerksam machte. Abgefahrene Band! Dröhnender und intensiver Noise-Punk-Grunge-Soundteppich und meine persönliche Überraschung des heutigen Festivals. Achja, nur der Vollständigkeit halber: Ein nicht ganz so intensiver Noise-Punk-Grunge-Soundteppich wie bei meiner neuen Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ein ziemlich intensiver Noise-Punk-Grunge-Soundteppich.
Nü Sensae kommen aus Vancouver und spielen heute das letzte Konzert ihrer Europa-Tour. Irgendwie schade, definitiv ne Band die ich euch ans Herz legen würde wenn ihr ansatzweise empfänglich seid für massive Soundwände. Dabei ist das gar nicht mal brechend laut oder krachig, einfach nur überaus dicht. Und die Sängerin/Bassistin kann nicht nur schrill kreischen, sondern sogar ansatzweise singen. Und nicht nur Bass, sondern auch Schlagzeug.
Brummende Bässe, auch die Gitarre geizt nicht mit Effekten und Feedback - aber das eigentliche Gewitter erzeugt der Schlagzeuger. Was ein Tier! Da fallen einem echt Augen und Ohren aus dem Kopf. Ganz schön wild! Wir sind echt hin und weg.
Ich habe den Punkrocksekretär gebeten, doch kurz ein Foto zu machen, damit ich ein Paparazzi-Foto vom Punkrocksekretär hinkriege. Danke dafür.
Jau. Starke Band. Solltet ihr mal die Chance erhalten, dem Live-Erlebnis beizuwohnen - nehmt sie wahr. Dann könnt ihr auch selbst beobachten, wie der Drummer seine zerbrochenen Sticks reihenweise entsorgt, als wäre es die normalste Sache der Welt.
Wieder raus, mal schauen was die große Bühne kann. SLIM CESSNA'S AUTO CLUB serviert uns, äh, etwas ungewohnte Kost. Zwischen Schauspielergruppe, Country, Gospel und Gothrock. Irgendwie spannend, aber auch ein wenig unheimlich. Nicht ganz so unheimlich wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich unheimlich.
Die Bühnenshow ist so ein wenig wie Teufelsaustreibung auf Absinth. Inklusive theatralischer Gesten, Kniefällen und ausdrucksstarker Mimik der beiden Sänger. Als würde man "Cannibal The Musical" als Gothic-Operette neu verfilmen.
Schon ganz interessant das alles - allzu unbekannt scheint die Band auch nicht zu sein, zumindest wird hier und da fleißig mitgesungen. Mir reichen ein paar Lieder, irgendwann macht sich dann doch bemerkbar, dass mir die Musik nicht wirklich zusagt. Rapider Spannungsabfall zur zweiten Hälfte. Kennt man ja von Rabatz.
Kurz mal hochlatschen. Haben ja noch gar nicht geguckt, was oben auf der Bühne so geboten wird... NIKKI CORVETTE & THE ROMEOS sorgen hier für die nötige Portion Rock'n'Roll. Vor allem in Gestalt der robusten Frontdame.
Mir bisher nur vom Namen ein Begriff: Nikki Corvette kommt aus der Detroiter Rock'n'Roll/Garage/Punk-Schule, würde ich mal grob sagen, und hat schon 1977 Musik gemacht. Soweit die Infos aus Wikipedia. Für den europäischen Kontinent hat sie sich ne Band zusammen gesucht, die auf den Namen "The Romeos" hört und aus Italien stammt.
Ist auch ganz unterhaltsam, vor allem durch die freche Zunge der Sängerin, ansonsten solide Mitwipp-Kunst - mal wieder zu wenig meine Musik, um mich vollends zu begeistern, aber immerhin nicht zum Weglaufen. Kann man sich mal geben. Nikki lädt uns noch ein, doch nachher auf ein Bier am Merchstand vorbei zu schauen - "maybe I'll kiss you". Ja, äh, ma gucken nä?
Pünktlich zu THE FLATLINERS aber wieder unten im Saal! Yeah. Ist ja mittlerweile 4 Jahre her, dass ich die Band zuletzt gesehen habe. Großer Unterschied heute: Die Band ist 4 Jahre älter als damals. Also erwachsen jetzt (nicht so erwachsen wie Rabatz, aber immer noch ziemlich erwachsen). Aber was für eine Wucht! Der Raum ist ordentlich gefüllt und in der Pogozone kein Halten mehr.
Mein Highlight des diesjährigen Queensday Festivals! Ordentlich Tempo, Band top drauf, so muss dat. Zugegeben, ein klein wenig nervt mich die "Pogo-Zone", weil die sich genau neben mir befindet, und weil es immer mal Leute für wichtig erachten, in Unbeteiligte hinein zu rennen, aber nuja. Wenn dat für die Punkrock is, dann meinetwegen.
Ist zwar nicht ganz so Punkrock wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich Punkrock. Hier übrigens ein neuer Versuch meiner Sprungfoto-Serie. Vielleicht sollte ich doch etwas weiter weg von der Pogo-Zone stehen. Aber dafür hat der Typ nen Lolli in der Hand. Neuer Musikstil: Lolli-Pop.
Nagut, pop passt eher weniger, dafür ist das hier zu rotzig. Sinnbildlich dafür ein Bild vom Sänger, wie er gerade auf den Boden rotzt. Das macht er ungefähr alle 30 Sekunden. Die nachfolgende Band wird es schwer haben, auf diesem Rotze-Film stehen zu können.
Ja, äh, alles geil. Wie eigentlich zu erwarten zu wenig alte Stücke und zu viel vom immer noch aktuellen dritten Album "Calvacade", aber nuja. Solange "Eulogy" gespielt wird, ist mir alles recht. Und zugegebenermaßen sind die Calvacade-Stücke auch ziemliche Kracher, gerade live, ein Fest. "Besonderes" Highlight: Ein Coversong (Recherchen ergaben, dass das Lied "Don't Darlene" hieß) von Rocket From The Crypt. Kann ich wenig zu sagen, bin Banause und hab die Originalband nie groß gehört.
Publikum. Stagediven wird hier noch groß geschrieben - da lässt man sich nicht langsam in die Arme der wartenden Meute gleiten, meistens liefern die wilden Jugendlichen nen schönen Rundlauf über die Bühne ab, um sich dann hechtsprungartig ins Publikum zu werfen - naja, meistens. Der Großteil ist dann doch schlau genug, vorher zu gucken, ob da, wo sie hinwollen, auch Leute mit Armen und Händen stehen. Äh, die lila Bändchen, sind die vom Groezrock?
Also, großartiger Auftritt, nur zu empfehlen die Band. Zum Beispiel beim Tourfinale auf dem Ex Fest am Samstag, hust. Nach den Flatliners aber schon leichte Ermüdungserscheinungen bei mir - war lang, der Tag! Aber bevor es Pommes holen geht, stehen ja noch weitere Highlights auf dem Programm.
Im letzten Jahr noch irgendwann zwischendurch auf der "Upstairs"-Bühne, diesmal direkt Außenbühnenheadliner: LARRY AND HIS FLASK! Vollkommen zu Recht natürlich, waren sie doch für mich und vermutlich für sämtliche andere, die ihnen im letzten Jahr beigewohnt haben, die Überraschungsband schlechthin.
Abgedrehte Kombo aus den Staaten, die diesem Punk-Bluegrass-Mix noch ne ordentliche Portion Wildheit bei rührt. Was da auf der Bühne abgeht, spottet aller Beschreibung. Rennen wild durcheinander, springen hin und her, eine Wonne. Das war im letzten Jahr auf der kleinen Bühne noch ein ordentliches Stückchen abenteuerlicher (weil man ständig Angst haben musste, nen Kontrabass in die Fresse zu kriegen), aber große Bühnen könnense augenscheinlich auch.
Da wird nicht nur die Musik und die Show in einem Affenzahn vor sich her getrieben - nää, auch sonst scheinen die Musikanten Wiesel-Gene zu haben. Ich hab noch nie jemanden so schnell die Saiten wechseln sehen wie den Gitarristen hier, auch weitere Equipment-Probleme mit Bass und Amps werden so fix behandelt, dass man beginnt, an Überlichtgeschwindigkeit zu glauben. In einem Moment steht der Typ noch mit Taschenlampe im Mundwinkel und Zange in den Fingern hinten am Basteln - und eine Überlichtsekunde später steht er vorne am Mikro und spielt Gitarre, als sei nix gewesen.
Von Platte ist die Band nur halb so empfehlenswert wie live, weswegen ich nach wie vor keine Lieder kenne. Und ansonsten hat der heutige Auftritt einen Fehler: Nach dem Erlebnis im letzten Jahr ist der Überraschungseffekt verpufft und man kann ganz entspannt dem Treiben folgen und "ach, die da sind die Wilden wieder" murmeln.
Wobei, etwas Respekt hab ich ja schon, als der Drummer den wackeligen Boxenturm erklimmt - und von dort tatsächlich wieder zurück zur Bühne springt. Ein weiteres Foto meiner ich-versuche-mich-in-Sprungfotos-Reihe. Eine sprunghafte Band, akustisch wie visuell. Sage ich mal so. Okay, nicht ganz so sprunghaft wie beispielsweise meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich sprunghaft.
Vor der Bühne ist es selbstverständlich auch gut voll, sogar einige Leute die fleißig die Lieder mitsingen. Wer auch mal reinhören will, kann das übrigens bei Bandcamp tun. Ein neues Album gibt es anscheinend auch, wird zumindest angekündigt, kann ich nix zu sagen. Es empfiehlt sich aber eh, nach Livevideos zu suchen. Am besten nach solchen, in denen sie noch Bärte tragen.
Gen Ende wird auch endlich mal der Gang ins Publikum gewagt, da habe ich irgendwie die ganze Zeit drauf gewartet. Eigentlich ist die Bühne hier draußen echt ein wenig zu hoch für solch spontane Geschichten. Aber immerhin finden sich sofort fleißige Mittänzer.
Schockmoment am Ende: Der Schlagzeuger reicht nen Beckenständer ins Publikum, klettert abermals auf den Boxenturm - und springt von dort mal eben die 3-4 Meter in die Tiefe. uiuiui. Kann man machen. Macht er auch. Leider auch hier wieder ein missglücktes Sprungfoto. Aber immerhin ist er nicht auf mich drauf gesprungen.
Anschließend: Rein ins schmucke Heim und die Treppen hoch. TIM VANTOL & THE MISPRINTS spielen zum Tanze auf. Tim Vantol war früher Bassist bei Antillectual und zieht jetzt seit einiger Zeit solo seine Pfade. Nicht ganz so solo wie meine neue Lieblingsband Rabatz, aber immer noch ziemlich solo - es sei denn, er hat seine Begleitband dabei. The Misprints rekrutieren sich aus diversen westeuropäischen Ländern und bringen die üblichen akustischen Instrumente mit, die ein Akustikkünstler so braucht.
Für mich Premiere: Das erste Mal, dass ich Tim Vantol live sehe. Lief aber eh immer unter der Kategorie "ach, den seh ich bestimmt eh irgendwann, so oft wie der auf Tour ist". Hier auf kleiner Bühne und vor angenehmen Publikum genau richtig. Zunächst mal: Geil! Der Typ selbst ist schon ne Nummer, sympathischer Kerl mit kräftiger Stimme. Der musikalische Output geht auch in Ordnung, auch wenn ich nur die Scheibe "Road Sweet Road" kenne.
Aaaber mit Band ist das echt mal ne ganz andere Nummer. Direkt der erste Song knallt so richtig nach vorne, schönes Tempo, vollgepackter Sound, so mag ich meine Akustik-Künstler. Von besagter Scheibe werden auch 2-3 Stücke gespielt - auch diese wissen in der Fullband-Umsetzung noch um ein dickes i-Tüpfelchen (dicker als das i selbst) mehr zu begeistern als normal. "Four wheels and a sixstring" - was ein Hit!
Von den Ansagen, da auf niederländisch, kapier ich nix, aber immerhin wird irgendwann zu englisch geswitcht (höhö), als den ganzen befreundeten Bands des Tages ein Liedchen gewidmet wird. Zu "Wagon Wheel" (Bob Dylan Cover) stürmen dann auch direkt Protagonisten von Smoke or Fire und Old Man Markley auf die Bühne, um ein wenig mit zu trällern.
Hat alles ziemlich krassen Revival-Tour-Charme. Dat wäre auch der einzige Kritikpunkt: Irgendwie hat man die Art und Weise doch in letzter Zeit schon ziemlich oft gehört. Naja. Zum letzten Lied gibt's dann noch nen mehrstimmigen Chorus dazu. Bei Youtube lässt sich übrigens ein Video vom Groezrock finden, in dem das Lied noch deutlich exzessiver zelebriert wird - Wahnsinn!
Punkt. Anschließend spielen unten noch die Riverboat Gamblers und dann oben die Cold Pumas. Aber letztere interessieren nicht wirklich, und ersteren eilt zwar ein guter Ruf voraus, aber in der Aussicht, die eh nicht mehr komplett zu sehen, warte ich lieber, bis ich genau dazu die Chance bekomme. Stattdessen Heimfahrt! Danke an Benjamin fürs fahren!
Braucht ihr ein Fazit? Ja, äh, tja: Queensday Festival, lohnt sich! Viele Bands die man sonst nicht so einfach vor die Nase kriegt, einige Überraschungen dabei. Insgesamt nicht so ein Über-Lineup wie im vergangenen Jahr, aber bei 10 Euro Eintritt soll nun wirklich keiner meckern. Also: alles geil. Wenn es nächstes Jahr nen Kingsday geben sollte - hin!



...achja: nicht ganz so hin wie...

Bitte hier klicken, um diese Seite bei Facebook zu liken oder zu teilen. Mehr Infos, wie wir mit Einbettungen von externen Anbietern umgehen, hier.

Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentar eintragen:

Rabatz rockt

03.05.2013 21:44
Ey, warum musst du immer auf Rabatz rumhacken? Das ist gemein... Nicht so gemein wie Rabatz aber immer noch ziemlich gemein!
Rene

05.05.2013 16:19
Rabatz <3 :D
jumbo

05.05.2013 17:01
Coming to your Town,than burn it down !!!
RL

05.05.2013 21:58
Er hat bei "The FLatliners" vergessen zu erwähnen, dass die Kracher die sie gespielt haben,, nicht so Kracher sind wie die seiner neuen Lieblingsband Rabatz, aber schon ziemliche Kracher.

Kommentar eintragen - Anmerkung, Kritik, Ergänzung

Name:

e-Mail:

Kommentar:
Deine Eingaben werden bis auf Widerruf gespeichert und für Nutzer der Seite sichtbar.
Die Angabe der Email-Adresse ist freiwillig und sie bleibt nur sichtbar für eingeloggte Nutzer.
Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.

Location:

Zu den meisten Berichten werden nur ausgewählte Fotos verwendet.
Falls du mehr oder größere Bilder haben willst, wende dich an den Autor () oder nutze das Kontaktformular.
Dort kannst du dich auch melden, falls du mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen du zu sehen bist, nicht einverstanden sein solltest oder dich gar die Kommentare persönlich verletzen...
part of bierschinken.net
Impressum | Datenschutz