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Ruhrpott Rodeo 2013 Tag 2: The Adicts, Mad Caddies, The Baboon Show, Knochenfabrik, Ska-P, El Fisch, Tim Vantol, Dritte Wahl, Mad Sin, Boskops, The Queers, Monsters of Liedermaching, 19.05.2013 in Hünxe, Flugplatz Schwarze Heide - Bericht von der Redaktion

Ruhrpott Rodeo 2013 Tag 2, 19.05.2013 in Hünxe

Tag 1 - Tag 2

Fö: Ruhrpott Rodeo 2013, der zweite und letzte Tag. Gestern ging schon gut auf die Knochen, aber heute kommt der Tag mit dem für mich angenehmeren (gleich: stressigeren) Programm. Und ausgerechnet für heute ist Regen und Unwetter angesagt. Merkt man aber nichts von, im Gegenteil: die Sonne brutzelt wie der vegane Hähnchengrill. Herr Schwers' Vertrag mit dem Wettergott ist offensichtlich immer noch nicht ausgelaufen.
Schoko: Tag 2, Puh! Mit meiner Freundin Gin-Tonic habe ich Schluss gemacht, ich habe für heute eine neue Liebe: Dosenbier! Hansa um genau zu sein. Halb Neun aufgestanden, erstmal ne Dose geknackt, so kann der Tag losgehen!
snitch: Frau Aals Wohnburg. Wohl auch noch recht früh am Tag. Morgens, halb zehn, bei uns in der Profilneurotiker- Ecke: Kiki & Schlossi packen gerade ihr Frühstückchen aus: Mexikaner from hell. Noch immer nicht erholt von. Laut einer unbekannten Besucherin brennt das Zeug mehrmals. Too much information. And alle bad Schenkelklopfers abgehakt.
Gerd: Dieser blaue Hocker kommt mir bekannt vor. Ist damit nicht irgendsoein Typ über das Zeltgelände gelatscht und hat sich immer hingesetzt, wenn er gerade Lust hatte, in der Kloschlange z.B.? Vielleicht gab es aber auch mehrere Hocker oder ich hab das alles nur geträumt (denn ich hab heute nichts versäumt).
Fö: Der Hocker strandete bei uns, nachdem der mutmaßliche Besitzer sich etwas Grill-Zeit für sein containertes Fleisch borgte...
Fö: Die MONSTERS OF LIEDERMACHING. Ach, ich weiß nicht. Langweilt mich zu Tode. Ich hatte ja gehofft, dass die ihrem Ruf gerecht werden und Witz & Elan versprühen, aber Pustekuchen. Wer hat denn überhaupt das Gerücht in die Welt gesetzt, die hätten so tolle Texte?
Gerd: Och, ein paar ganz witzige Sachen haben die. Ist aber eher was für ein kostenloses Stadtfest als für ein Punkfestival, deshalb bin ich, obwohl ich während "Das Pack" noch überlegt hatte (der Sänger von denen macht da nämlich auch mit), nicht hingegangen.
snitch: Die da wieder. THE BABOON SHOW. Neben den Queers und Eisenpimmel eigentlich der einzig adäquate Teilnahmegrund an diesem Terz hier.
Coco: Baboon Show! Baboon Show! Diese Band ist einfach nur total unglaublich. Vermutlich die beste live-Band des Universums. Ich schwinge das Tanzbein!
Coco: Ich vermisse einige Hits. Das Set ist zu kurz, ey! Getröstet werde ich mit "You got a problem without knowing it", aber wo ist denn "This is how your story ends"?
Schoko: The Baboon Show, die wohl schwangerste Band der Welt und auch einer meiner Festivalhöhepunkte. Von der Musik her ist heute auch ein besserer Tag. Meine Freundin ist auch pünktlich zu den Schweden angekommen, was die Qualität des Festivals noch erhöht. Ich schließe mich Coco an, zu kurz.
Fö: Ja, ne halbe Stunde ist ganz eindeutig zu kurz! Auf die eher ruhigeren Stücke wurde vermutlich verzichtet und auf das volle-Granate-Festivalset vertraut. Ich nehme mir für heute vor, kein Lied zu vermissen und mich mehr auf das zu konzentrieren was gespielt wird. Klappt auch.
snitch: Bude voll, alles gut. War wohl auch der hinterhältige Plan des Veranstalters. Ansonsten macht es ja wohl auch keinen Sinn, diese geilen Säue, äh...Musikant_innen, um diese Zeit schon zu verheizen.
Schoko: Sehe ich ähnlich, abends kommen die sicher besser, im Club sowieso.
snitch: Apropos: Man ist sich zu Teilen einig, dass dieser junge Herr die Hauptinspirationsquelle für den Welthit "Geilsau of Death Metal" von Geld et Nelt war. Kick it!
Frau Aal: Baboon Show hab ich aufm Rodeo zum ersten Mal gesehen und war, nach all den überschwänglichen Erzählungen, dann doch recht enttäuscht. Die scheinen auf nem Festival also tatsächlich nicht zu funktionieren, also muss ich mir die mal reinziehen wenn die Sängerin aus dem Mutterschaftsurlaub raus ist.
Gerd: Hat schon jemand etwas über die Würzung der Person_innen an den Saiteninstrument_innenen gesagt? Fade war es jedenfalls nicht! Ach scheiße, den Witz hat vorher schon einer gemacht.
Frau Aal: Ich würde da lieber einen süddeutschen Mitcamper zitieren, Gerd!
Gerd: Baboon Show. Sind ganz geil. Weiß jeder. Und obwohl der kleinste Club, in dem ich die jemals gesehen habe, das FZW in Dortmund war, das ja nicht gerade besonders klein ist, maße ich mir an zu behaupten, dass das hier in einem kleineren Club mehr Spaß gemacht hätte.
Gerd: Irgendwie finde ich den Sound etwas lasch, aber zumindest bei "Gareth" und "You got a Problem" springt schon ein klitzekleiner Funke über. Prost.
snitch: Rechts unten im Bild: Adolf, der vermutlich schickste Staatsbeamte seit Helmut Schmidt. Das entlaufene Stofftier ist zum Glück von engagierten MitleutInnen gefunden worden.
snitch: Immer stramm Gymnastik machen. Den größten Hit von Van Halen und KrissKross haben sie zum Glück nicht gecovert.
Coco: Sie hat es schon wieder getan! Nicole und ich stellen fest, dass wir nicht mal ohne Baby-Bauch so elegant auf dem Schlagzeug rum klettern könnten. Unfassbare Frau!
Schoko: Trotz Abrissbirne unter dem Dress ist die Frau Sängerin einem Flummi ähnlicher, als einem Menschen. Geiles Rumgehüpfe!
Fö: Jörgi, wieder einigermaßen mit guter Laune gesegnet - nachdem ihm gestern etwas Geld gemopst wurde (wir berichteten). Aber die Baboon Show entschädigt ja für vieles. Arm in Arm brüllen wir uns die Kehlen wund.
  Fö: Proudly presented by Phosten Records: Hier mal für euch der komplette Auftritt der Baboon Show als Video! Nicht die gewohnte Multiangel-Phosten-Qualität, aber trotzdem gut!
Coco: Die Sonne scheint, Skatoons spielen. Ich bin nicht mehr so der Ska-Freund. Statt Bands gucken gehe ich lieber im nahe gelegenen See schwimmen. Hu, kalt!
Gerd: Man konnte da irgendwo schwimmen? Wieso fahre ich seit sieben Jahren auf dieses Festival und weiß davon nichts?
Schoko: Das mit dem Schwimmen ist mir auch neu! Hab Skatoons ein bisschen gesehen, langweilen mich. Ist halt Ska. Coco: Heidhofsee. Aber man muss sich schon damit anfreunden können, die örtliche Touristenattraktion zu sein... da gehen die Leute an Pfingsten eher im Sonntagsstaat spazieren.
Gerd: Skatoons, hör ich eigentlich auch nicht mehr so viel, hab ich aber noch nie gesehen und wollte ich abhaken. Spielen auch fast ausschließlich Lieder von dem einen Album, das wir alle kennen, was auch ganz nett war. Mein Lieblingslied "Kotzen" leider verpasst wegen Rockstarallüren. Zugabe und son Scheiß. Muss das sein, morgens um, äh, zwei? Auf nem Punkfestival? Ich finde nicht.
Gerd: Während ein paar schwächerer Stücke der Skatoons haben wir uns Lose bei Rilrec gekauft und Fr. Aal diese schöne Strumpfhose gewonnen. Die schönen Fake-Rayban-Sonnenbrillen verteilt Pall Mall gegen Emailadressen gratis. Auch ein toller Job, da mit Asselpunks zu diskutieren, ob das denn ihre echten Kontaktdaten wären...
Fö: Das Ruhrpott Rodeo wird zum Wellness-Urlaub, Schlammpackung inklusive. Im nächsten Jahr dann bitte Sole-Bad und Thai-Massage. Kneippen statt pogen!
snitch: Neuauflage des "Metal Rendezvous"- Covers?
Fö: Das mag durchaus die Intention des betrunkenen Fahrers gewesen sein. Der schrabbte beim Einparken direkt mal die komplette Seite von Ricardas Auto auf, knallte dann noch die Autotür dagegen, ließ die Karre stehen und wankte gen Gelände. Fahrerflucht ist das dann übrigens trotzdem.
snitch: Links im Bild: Teil der Eheleute Nice. Preisfrage: was ist definitiv taffer, als kurz vorm Kreißsaalbesuch noch auf Bassdrums umherzuspringen? Ganz einfach - nennen Sie Ihren Nachwuchs Elsa. Weltklasse. Na, die wird sich mal bedanken, irgendwann... Remember "A Boy Named Sue". youtube.com/watch?v=-jRuhwRhRf4
Fö: Eigentlich wollte ich Sonic Boom Six sehen, aber der Auftritt musste kurzfristig abgeblasen werden. Gerüchteweise hatten sie ihr Navi mit "Hunxe" statt "Hünxe" gefüttert und befinden sich in irgendeiner anderen Pampa. Zaunpfahl nur vom Zeltplatz mitbekommen (waren die schon immer so langsam?), zu THE QUEERS geht's dann aber wieder vor die Bühne!
snitch: Zwei gute Bands an einem einzigen Nachmittag. Da fällt dir nix mehr ein. Erwartungsgemäß bleiben die über den diesjährigen Zwangsverzicht auf Betontod trauernden Deutschrock- Teenies fern. Naja, geht auch so.
Schoko: Ich hab ein paar Songs der Queers gesehen und mich geärgert, dass ich nicht früher da war.
Fö: Ich muss ja zugeben: ich kenne nicht wirklich was von der Band - wollte sie aber sehen, weil die Beschreibung "catchy Ramonesque-Poppunk" verlockend klang - und Tatsache, ich stimme dem zu. Auch wenn die Lieder alle demselben Schema zu folgen scheinen, mir gefällt's! Anderen Anwesenden offensichtlich auch.
Fö: Dann die BOSKOPS. Noch eine von diesen Reunion-Bands. Und noch eine der Bands, von denen ich kein Lied kenne. Kommt aber ganz geil. Brachial-HC-Deutschpunk und so. Wird aber nach ein paar Liedern doch irgendwie eintönig.
Schoko: Noch ein Highlight für mich, die Boskops! Alter, ich bin wieder 13! Stehe neben Zotti, der mir erzählt, dass angeblich kein Originalmitglied dabei ist. Klingt trotzdem gut! Zotti erzählt mir auch, dass ihm sein Portemonnaie geklaut wurde. Ich bin erst davon ausgegangen, er hätte es besoffen verloren.
snitch: Können Oppas Lärmen? Schmierfink, halt's Maul, sonz gibt's Banane!! Ja, geht ab. Und wenigstens mal Reunion-Protagonisten, denen man die lange Abstinenz nicht von drei Meilen aus schon ansieht und -hört. Auch, wenn der Bassist optisch eher zu den Heiligen Bruehdern passen würde.
Schoko: Ich bin begeistert, die Hits werden fleißig mitgegröhlt. Auch wenn der Sänger bei dem Bananensong nicht mitkommt, macht es Spaß. Is Punk. Zotti ruft irgendwann: "Spielt das Lied mit den Bullen!" Und prompt kommt die Frage: "Können Schweine schwimmen?" Sauber!
Fö: unsere Zeltnachbarn. Nerven mich manchmal tierisch (wenn die Akustikgitarre ausgepackt wird) und sind manchmal verdammt unterhaltsam (wenn der Gitarrenspieler gefesselt wird). Aber alles ist besser als sich Wilde-Zeiten-Michel solo anzugucken.
Fö: MAD SIN. Eigentlich immer ne Nummer, kann man nichts mit falsch machen. Die letzten paar Lieder vom Set gebe ich mir dann auch. Eigentlich wie immer: Psychobilly-Gebratze und alle Augen sind auf den stampfenden Köfte gerichtet.
Fö: ...und jetzt auch mal die Kamera. Weiß gar nicht mehr, welche Lieder noch gespielt wurden, nur daran, dass diese knallhart durchgezogen wurden und auch mal auf Intros verzichtet, um möglichst viel in die Spielzeit unterzukriegen. Löblich! Am Schluss noch The Clash covern, kann man auch machen.
snitch: Das spannendste an deren Gig war definitiv das Bernard- Herrmann- Intro. Sonst: possierliche Gestalt*innen, routiniert wie immer.
Schoko: Mad Sin habe ich mir auch gegeben, solide wie immer, mit Mad Sin kann man nichts falsch machen! Gute Liveband!
Gerd: Bernd das Brot war auch bei uns am Zelt. Weniger da war einer unserer Nachbarn, der auf dem Rückweg einer Einkaufstour keinen Bock mehr hatte, acht Dosen Bier zu tragen und stattdessen an einer Bushaltestelle sitzenblieb und diese austrank. Wie immer: Ohne Handy, ohne Geld. War dann lattenstramm noch auf irgendnem Volksfest in der Gegend und ist mit 2,3 Promille im Krankenhaus aufgewacht, von wo ihn eine feierabendhabende Krankenpflegerin sogar noch bis zum Gelände gefahren hat. Pünktlich zu Dritte Wahl wieder da! Chapeau.
Gerd: Das ist, dem Pulli nach zu urteilen, mein Freund Jan aka Glas Vader, wie er sich am Rilrec-Stand Lose kauft. Er hat u.a. einen Jutebeutel gewonnen, benutzte den auch sofort, um sich auf dem Festivalgelände draufzusetzen. "Waren da nicht auch CDs drin?" - "Ups.".
snitch: Et Shlozzy (so sprechen das knackige Herren aus Wisconsin aus). Stylish wie eh und je. Wer hat denn eigentlich diese hässlichen Mützen hergestellt?
Schlossi: narf!
Fö: DRITTE WAHL! Da kann man sagen was man will: Die Band hat mich bisher immer gepackt! Also ab nach vorne und Abfeiern. "Wo ist mein Preis", "Fliegen", "Mainzer Straße", "So wie ihr seid", "Störung" oder auch das selten live gespielte "Ich hab da diesen Tick" - nur Hits!
Schoko: Leider verpasst, aber mein Dosenbiervorrat musste reduziert werden.
Fö: Auch wieder mit dabei ist Keyboarder Dietmar alias Rainer Langhans - gibt auch den älteren Songs den zusätzlichen Sprenkler an Eingängigkeit. Ach, wie er seine Mähne schüttelt - herrlich.
Gerd: Im Ox stand übrigens, das sei wirklich Rainer Langhans. Musste ich erstmal bei Wikipedia nachgucken.
snitch: Nicht umsonst lautet eine der treffendsten Textzeilen der Welt: "An seine Kutte baumeln Ketten und Stahl/ seine Plattensammlung issen Marterpfahl/- und dritte Wahl!!".
Fö: Auf der Hängerbühne: TIM VANTOL und seine Misprints. Cool! Musik, die ich weniger auf dem Ruhrpott Rodeo vermuten würde, aber trotzdem passt wie sonstwas. Folk-Akustik-Punkrock. Erst vor wenigen Wochen beim Queensday Festival gesehen, aber auch heute macht das wieder Spaß.
Fö: Hatte ja eigentlich gedacht, er würde hier solo auftreten - aber mit Band ist mir dann doch lieber. Da gehen die Lieder einfach noch besser in die Beine. "Nothing" dürfen wir alle fleißig mitsingen, "Road Sweet Road" geht raus an die Musiker in unseren Reihen - äh, danke.
Schlossi: Da schließe ich mich doch mal der Meinung meines Vorredners an: großartige Band. Kannte ich bis dato gar nicht, war aber meiner Meinung nach eins der Highlights des Festivals. Warum? Hm, weil jung und unverbraucht?
Schlossi: Vielleicht. Auf jeden Fall mitreißender als so manche vor zwanzig Jahren relevante, wiedervereinigte Wir-sind-alt-und-brauchen-das-Geld-Band. Aber was weiß ich schon, ich bin nur ein komisches Mädchen mit einer albernen Mütze. Ich geh lieber zum Rilrec-Stand. Lose kaufen. Vielleicht gewinn ich noch 'ne passende Krawatte.
snitch: MAD CADDIES. Die vom "Dick & Doof"- Soundtrack. Stört nicht weiter als Background zum weiter Abschmieren.
Schoko: ich bin ja kein Ska-Freund, deswegen: Dosenbier!
Fö: Pah, Background. Für mich überraschenderweise das Highlight des Tages. Eine der wenigen Bands mit Ska-Einflüssen, die ich mir noch gut geben kann, aber dass mir der komplette Auftritt so dermaßen Spaß bereiten würde, hätte ich nicht erwartet.
Fö: Vor der Bühne wird auch gut gefeiert, alles fleißig mitgesungen, und trotzdem ist es platzmäßig noch sehr angenehm. Genau richtig quasi. Dazu liefern die Mad Caddies ne knappe Stunde lang Hits am Fließband.
Fö: Ist ja auch nicht wirklich Skapunk zu nennen, was die wilden Kalifornier da zelebrieren. Eher so Swing-Gypsy-Poppunk. Großartig. Egal ob wilde Songs à la "Monkeys" oder die ruhigen wie "State of Mind", hier stimmt alles. Also, Tanzbeine schwingen, Punkrockfinger raus und fleißig feiern. Hab die Band ja schließlich schon Ewigkeiten nicht mehr live gesehen. Das muss sich ändern!
Fö: Leider auch hier wieder, wie anscheinend bei jeder Band mit größerem Gedränge: Die Taschendieb-Meute ist unterwegs. Beiläufig kriege ich mit, wie ein paar Besucher einen Typen stellen und die Security ihn schließlich zu fassen kriegt. Ändert nichts daran, dass auch danach noch jede Menge leerer und herrenloser Geldbörsen gefunden werden.
Gerd: Bei uns haben sie auch die Zelte durchwühlt. Zum Glück aber ohne Beute. Witzigerweise hab ich neulich ein Statement von Alex aus dem Jahr 2010 gefunden, wo es heißt, dass das Kartenkontingent beschränkt wird, weil er nicht das größte, sondern das schönste Punkfestival machen will. Tja.
Gerd: Aber zurück zur Musik! Mad Caddies, eine der Bands, die maßgeblich zu meiner Primärsozialisation in Sachen Blasmusik beigetragen haben. Leider begeistert mich ihr neuer Output nicht so besonders (ihr kennt das: Nur die alten Sachen!), weshalb ich mir das von weiter hinten gebe.
Fö: Wäre schön, wenn es mal neuen Output geben würde. Das letzte reguläre Album "Keep it going" (von 2007) war, obwohl anders als die vorherigen, ein Meilenstein. Meine Meinung.
Gerd: Und obwohl da eine Handvoll geiler Kracher gespielt werden, bleibt leider der Eindruck, dass niemand jünger wird und viele Bands deshalb auch immer langsamer. Was sehr schade ist. Eigentlich hatte ich den Livegigs dieser Band auch deshalb schon abgeschworen.
Gerd: Aber man soll ja die Hoffnung nie aufgeben, hab die auch schon ein paar Jahre nicht mehr gesehen, aber war leider doch eher zum Schunkeln als zum Pogen. Und das find ich doof. Naja, war trotzdem mal wieder ganz schön. Und kost ja auch nix!
Fö: Fantastische Band. Trotzdem verziehe ich mich beim letzten Song etwas in die hinteren Reihe und trete den Weg gen Hängerbühne an - man könnte ja was verpassen: KNOCHENFABRIK spielen ein unplugged-Set!
snitch: Nochmal ächz. Erst Getröte und Gehupe und dann auch noch Lagerfeuergeklampfe in Zimmerlautstärke. Das völlig im arschene Publikum weist aber dennoch eine Engelsgeduld auf. Und das ohne Wellenbrecher.
Coco: Haha, da wo du gestanden hast vielleicht. Vorne vor der Bühne fallen die Haubitzen um wie die Dominosteine.
Coco: Pünktlich zu Knofa wieder von See und Kater kurieren zurück. Ein Unbekannter fragt mich, ob "da jetzt auch so Pausen-Überbrückung spielt". Pausen-Überbrückung?? Hallo, das sind Knochenfabrik!
Schoko: Ich bin begeistert. KnoFa in ruhig! Scheiß auf MTV Unplugged mit Udo Grönemeyer oder den Fantastischen Ärzten, KnoFa ist DIE! Unpluggedband. Vielleicht ist auch das Dosenbier schuld. Aber der Menge scheint es zu gefallen und selbst ein neuer Song, "Zu Fuß nach Nashville" zündet!
Coco: Hm, wobei... erst mal zehn Minuten Gitarre stimmen, wenn man eh nur 15 insgesamt hat? Ich krieg nen Fön. Knofa funktioniert in slow-motion irgendwie nicht sooo gut. Doch, "Willi über Wiesen" schon. "Das ewige und einzige großdeutschen Truckerlied" hätte hier Sinn ergeben, wurde aber nicht gespielt.
Fö: Ich find alles irre geil. Oder, naja, ersetzen wir "geil" durch "witzig". Die Songs werden nicht einfach nur akustisch runter geschrammelt, sondern eben auch langsamer. Was beispielsweise beim Swing-Klassiker "Im Fadenkreuz" nen komplett anderen Song ergibt. Wer ne nüchterne und durchgeprobte Kapelle mit Streichorchester erwartet hat, wird aber enttäuscht.
Gerd: Ich fands auch lustig. War wieder dieses Phänomen, das man von vielen Konzerten kennt: Claus sagt irgendwas und alle lachen. Irgendwo in der Menge läuft mir Bocky von Power über den Weg und informiert mich über die Situation mit den Taschendieben - wir blieben zum Glück alle verschont.
Coco: Fallt doch nicht immer alle auf mich drauf. Aua!
Gerd: Es gab da nen Moshpit? Au weh. Dazu waren wir zu weit hinten. Ich fand übrigens noch lustiger, bei der beschränkten Setzeit so ewig Toni Schumacher zu spielen. Einfach toll.
  Fö: Auch wenn mir die vielen Typen mit Handykamera, die hier ständig am Filmen sind, mittlerweile auf den Sack gehen - eins kann ich ja auch mal liefern. Knochenfabrik spielen "Kleingeld" unplugged...
Gerd: Frag mal den Sänger von Affenmesserkampf nach Typen mit Handykameras...
Fö: Die Zaungäste. Coolste Sau: Der Berten, steckt sich seelenruhig ne Kippe an und guckt nebenbei vermutlich nach Fußballergebnissen.
Gerd: Ja, Fußballergebnisse. Alle heulen rum, weil Fortuna abgestiegen ist, aber wie Werder gespielt hat, wusste auf dem ganzen Platz niemand!
Coco: Seite gerissen! Bis der die Gitarre wieder neu gestimmt hat, sind die 15 Minuten doch eh rum. Jemand gibt ihm eine andere, Glück gehabt.
Gerd: Saite. Mit a.
Frau Aal: Ich fand den Auftritt echt witzig, vor allem weil die Akustikversionen teilweise echt ne ganz andere Stimmung rübergebracht haben. Punkrock-Lagerfeuerromantik quasi. Alles super, aber nächstes Mal bitte n vernünftiges Stimmgerät mitnehmen!
Coco: Für den Affenzirkus haben die aber doch sicher nur Bier und keine Gage bekommen, oder? Nicole meint, es wäre eigentlich geiler gewesen, wenn sie nur eine Knofa-CD abgespielt hätten. Und dazu auf der Bühne im Klappstuhl saufen oder so. Wir hätten dann auch alle todsicher trotzdem alles mitgegröhlt. Vielleicht nächstes Jahr?
Fö: Anschließend SKA-P. Hm. Die Zeit, als ich sowas gehört habe, ist irgendwie vorbei. Und eigentlich hatte ich die Hoffnung, das die Band mich live heute doch mal zu packen vermag - aber nee, irgendwie zündet das gar nicht.
Fö: Höchstens unter dem Aspekt, das doch irgendwie witzig zu finden. Wenn die Band uns beispielsweise konsequent als "Düsseldorf" bezeichnet. Oder ansonsten voll auf unsere Spanisch-Kenntnisse vertraut, wenn mal Ansagen gemacht werden. Sí sí...
Gerd: Ska-P, antisemitische Zirkusmusik, jedenfalls wenn man dem jüngsten Skandal der linken Szene glauben will. Spielen ziemlich lange nur altes Zeug, was mir daran auffällt, dass ich jedes Lied kenne - obwohl ich sicher seit fünf Jahren bewusst nix mehr von Ska-P angemacht hab.
Fö: der "jüngste Skandal" könnte seinen Bart auch mal wieder stutzen.
Gerd: Ich fands eigentlich ganz nett, aber als sie dann nach ner halben Stunde mit der ewig gleichen Bühnenshow anfangen, hab ich auch genug. Muss ja auch noch mein Zelt einpacken und alles.
Schoko: Ich bin ganz vorne mit meiner Freundin, ein bisschen nostalgisch ist das Feeling schon, aber mittlerweile find ich Ska ja doof und Antisemiten sowieso. Hab mir dann ein paar Songs gegeben, dann das Portemonnaie klauen lassen und dann bin ich auch schnell Dosenbier nachtanken gegangen. Wenigstens hatte ich durch den Diebstahl nen Grund noch nen Bier zu trinken. Frustsaufen. Der Auftritt war belanglos und durch choreographiert, außerdem lasse ich mich nicht gerne als Düsseldorf beschimpfen.
Frau Aal: Ich kannte Ska-P ja schon bevor sie cool waren, seit sie mir 1997 bei nem Schüleraustausch in Spanien nähergebracht wurden (und wahrscheinlich waren sie zu der Zeit hier auch schon bekannt, aber hey, klingt so toll!). Fand ich lange Zeit recht gut, lockt mich mittlerweile aber gar nicht mehr hinterm Ofen hervor. Die Show find ich auch zu nervig und albern.
snitch: Hätte ja schwören können, dass es sich hierbei um den gut getarnten Zwakkelmann handelt.
Coco: Ska-P. Nicole und ich sitzen auf der Bierbank hinten, essen Nudeln und philosophieren über Ska. Und darüber wie bescheuert wir sind. Für jeweils 15 Minuten Zwakkelmann/Knofa/Eisenpimmel 50 Euro. Dat hätten wir im AZ an der Ecke billiger haben können.
Gerd: Diese Punker sind aber auch immer eingeschränkt in ihrer Klamottenauswahl!
Schlossi: vielleicht gab es die aber auch bei H&M im Schlussverkauf.
snitch: Was gab's denn da abzufeiern, Mrs.? Die frische Luft?!
snitch: Noch so ein Antialkoholiker. Das Carpendale-Cover klang aber recht nett im Hintergund.
Coco: El Fisch! Und schon ist der Quark mit "warum sind wir eigentlich hier?" vergessen. Deswegen! Bor ist dat geil, ich kann nicht mehr! Jedes Lied ein Hit!
Coco: Und das Publikum ist auch rekordverdächtig. "Olé, olé, olé, viva Lokalmatador!"... Sogar das Kochtopf-Lied! Und ein neues Lied: "Ich bin so voll wie die A40 um halb acht", oder so. Wunderschön!
Schoko: Da ich THE ADICTS nicht verpassen wollte, habe ich mir El Fisch gespart. Kenn ich ja schon.
Gerd: Zu diesem Zeitpunkt war ich dann wahrscheinlich schon auf der A43, aber ich bin froh, den Ohrwurm von "Viva Lokalmatador" nicht mitgenommen zu haben. Jetzt hab ich ihn trotzdem. SCHEISSE!
Fö: Richtig großartig! Lokalmatadore-Stücke (auch solche, die bei der Band eher nicht zum Programm gehören), eigene Sachen oder Eingedeutschtes ("Viva Hohensyburg", "Bottroper Bier") Kulturgut - fantastischer Künstler.
Coco: Haha, ich glaube, THE ADICTS haben sich nach hinten verschoben, weil bei El Fisch alle die Nase nicht voll bekommen konnten. Ich hab alles gesehen, was ich sehen wollte, ich geh nach Hause in den Bus. Gute Nacht Ruhrpott Rodeo, hallo Wagenburg-WG.
Fö: Hatte mich nach dem Auftritt beim Rodeo vor 2 Jahren ja sehr auf die Band gefreut, auch wenn ich nach wie vor nicht wirklich Lieder von denen kenne - aber heute will das nicht so wirklich zünden. Geile Show, klar, aber (vermutlich wegen Uhrzeit) dermaßen leise abgemischt, dass Gespräche mit dem Nachbarn einfacher vonstatten gehen.
Schoko: Ich schließe mich Fö an, Vorfreude! War auch ein guter Gig, leider zu fertig! Viva la Revolution bekomme ich noch auf dem Weg zum Zeltplatz mit. Schöne Show, viel Konfetti und Luftschlangen. Als hätte der Sänger nen Laden mit Zirkusutensilien ausgeraubt.
Fö: Zu Gucken gibt's echt viel, der Frontmann "Monkey" zwiebelt sich nach und nach aus diversen Kleidungsutensilien und verteilt fleißig Luftschlangen und Kuscheltiere - so farbenfroh hat man das Ruhrpott Rodeo selten gesehen.
Fö: am Ende müssen sie auch noch ihr Set kürzen (dabei waren es doch eigentlich Ska-P, die ihre Umbaupause überzogen haben - oder?) - also, noch schnell "Viva La Revolution" und alle restlichen Papierschnipselchen verballert.
snitch: Wohl eher "Viva La Carnival". Da fällt einem direkt wieder ein, was man insbesondere an Köln schon immer so scheiße fand.
Fö: Der Vertrag mit dem Wettergott hielt anscheinend nur bis Montag morgen. Am Abreisetag regnet es - was uns aber eigentlich nur bewusst macht, welch gutes Wetter wir die letzten Tage genießen durften.
Schoko: 8 Uhr, Zelt abgebaut, ab nach Hause. Ein sehr gutes Festival, jetzt hoffe ich nur noch, dass mein Portemonnaie gefunden wurde, dass ich wenigstens die Papiere wieder bekomme. Ich habe nun auch dem Dosenbier Adé gesagt und der Katermodus beginnt. Um 10 Uhr schon zu Hause, TK-Pizza in den Ofen, Film, Pizza fressen, Cola saufen, schlafen und von vorn.
snitch: Waiting for the buses, but the buses won't come. Nehme an, der Rest der Reisegruppe war ebenso wenig neidisch wie wir.
snitch: Ausklang des Abends dann traditionell an unserm Fuhrpark aus Saar-Pfalz, Rhein- und Schwabenland. Sowie letzten Endes das berüchtigte Breakfast at Jochen's. Die dort anwesende Palette Ottakringer lässt Besuch aus Wien vermuten. Naja, fast. Da kommense auch schon umme Ecke. Immerhin ein Ex-Wiener, samt bei einem berühmten Online-Portal klargemachter besserer Hälfte. Ist zwar durchaus beeindruckend, wie Latti & Gattin es schaffen, unentwegt parallel & in stereo alles in Grund und Boden zu verbalisieren, allerdings kommt es der allgemeinen Ermüdung nicht gerade entgegen. Fürs Protolkoll: Gräbel hält dem Treiben noch etwas länger Stand, aber der ist ja auch am frühen Morgen von selbst angesetzten "Getränken", die eigentlich BTM- pflichtig sein sollten, verschont geblieben. Danke nochmal an Hänsel & Gretel für die gute Nachbarschaft.
So, und jetzt machen wir mal nen Punkt



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(Hünxe, 19.05.)
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Kommentar eintragen:

Zicke

22.05.2013 20:14
Die Ansagen waren schlecht!Meiner Meinung nach immer viel zu hoch gelobt!
Zicke

22.05.2013 20:15
Also Baboon Show

Ilona

22.05.2013 20:27
@ snitch, ich feierte weder die frische Luft oder meinen Sonnenbrandt, ICH feierte SKA-P!!!!!!!!!!!!!!!
Thommy

22.05.2013 21:48
Wieder ein geiler Konzertbericht! Texte über Konzerte auf denen ich nicht selber war lese ich eigentlich nur hier auf Bierschinken.net mit Genuss. Mad Props, yo!
Dirk

23.05.2013 07:45
Boskops spielen in Originalbesetzung...
Ø.

23.05.2013 11:39
hmm, uninteressante bands und hässliche menschen.
nix verpasst.

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