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Kaput Krauts, Katz Kadaver, Volxverdummung, 21.06.2013 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von Fö

Kaput Krauts, 21.06.2013 in Schwerte

Endlich mal wieder ins Rattenloch! Und endlich mal wieder Kaput Krauts. Beides kann man sich nicht oft genug geben! Und beides auf einmal, das, naja, sprengt die Synapsen. Oder so. Dafür verzichte ich dann auch auf den eigentlichen Pflichtbesuch des Tages, nämlich unser aller Lieblingsband Rabatz in Mülheim. Ach, nunja.
Angekommen am Rattenloch, wundern wir uns zunächst über die vielzähligen bunten Gestalten auf dem Schulhof. Erstens, weil die überhaupt auf den Schulhof gelassen werden und zweitens, weil dat so viele sind. Ersteres hängt vielleicht mit dem Durchschnittsalter der Konzertbesucher zusammen, den Schnitt heben wir nämlich etwas an. Hier ist selbst Maks mit seinen zarten 28 schon ein alter Greis.
Alsbald auf der Bühne: KATZ KADAVER! Die Band hat sich ja in letzter Zeit etwas rar gemacht, so wusste eigentlich keiner, inklusive der Bandmitglieder selber, ob sie überhaupt noch existieren. Geprobt haben sie, deute ich mal aus den Ansagen, auch nur so halb. Macht aber nix, trotzdem gut.
Die Musik will auch höchstens so halbwegs zu den euphorischen Jungtänzern vor der Bühne passen. Vermutlich lockt alleine der Name "Katz Kadaver" die Deutschpunk-Kiddies nach vorne. Oder sie suchen immer noch die Brille von einem, der zwischenzeitlich den Verlust dieser bemerkt, woraufhin der gewiefte Dox einwirft, die Brille habe der Suchende doch schon vorher nicht auf der Nase gehabt. Ker, besser als jede Slapstick-Komödie hier!
Achja, Katz Kadaver machen Punk. Ziemlich trümmerig, Rachut-inspired (ein Stück wird als Cover von "Angeschissen, Dackelblut, Blumen am Arsch der Hölle oder irgendeine andere von diesen Bands" angekündigt), Melodie trotz Geschrei, blabla, und zwischenzeitlich klingt das sogar nach EA80. Schöner Sud aus schrammeliger Garage plus punkiger Melancholie mit gut dosiertem Hass.
Diese Flitsche wird spontan als neues Werkzeug in den Pogoreigen aufgenommen. Wild mit Bier um sich spucken und danach direkt alles wieder sauber machen. Sehr vorbildlich! Also, bis auf die Bierverschwendung natürlich.
Achja, Bier. Ich hab lange nicht mehr betont, wie wunderbar günstig die 0.5er Kanne hier zu Buche schlägt: Einsfuffzich plus Pfand. Oder, wer Hansa will, inklusive Pfand. Ist auch der einzige mir bekannte Laden in dem es direkt zwei alkoholfreie Sorten gibt. Frecherweise wird mein bevorzugter Drink (Jever "Fun") manchmal so weit hinten im Kühlschrank versteckt, dass überforderte Kellner in der irrigen Annahme, es gäbe keines mehr, mir das alkfreie von Krombacher andrehen wollen.
Wie auch immer. Katz Kadaver, Oioioi. Auftritt gefällt, mehr fällt mir jetzt dazu nicht ein. Die Lieder kenn ich alle nicht mehr, aber wenn die einzige Veröffentlichung ein Live-Tape ist das ich ungefähr nie höre, sollte das auch keinen wundern. Mich zumindest nicht.
Pause. Kurz raus, Luft schnappen, Getränk schnappen, Löcher in die Wand starren, wieder zurück in den Konzertraum. Dort traue ich meinen Augen kaum: Wie voll ist das denn hier? Das Schwimmbecken ist ein unglaubliches Kuddelmuddel besoffener Jungpunks - und die Bühne auch. Ich wusste gar nicht, dass VOLXVERDUMMUNG so bekannt sind.
Genau, Volxverdummung heißt die Band. Kannte ich bisher nur vom Namen, hab ich gefühlsmäßig immer eingeordnet in die Schublade der Deutschpunk-wird-nie-sterben-Bands, da kommen all die unzähligen lokalen jungen Deutschpunk-Kapellen hin mit jugendlichen Mitgliedern und dem gewohnten Misch aus Spaß, Parole und mangelnder Eigenständigkeit. Oder wie Kaput Krauts so schön singen: "Kalter Kaffee, Tiefkühlkost, Mikrowellenfraß, Ideenlosigkeit".
Und, passen Volxverdummung in diese Schublade? Definitiv! Spaß macht das Ganze trotzdem, gerade weil das Publikum so dermaßen neben der Spur ist, dass man vom Zusehen schon betrunken wird. Volxverdummung geben heute ihren allerletzten Auftritt, was wohl erklärt, warum so viel los ist. Also feiert alles brav. Die Musik selbst packt mich weniger, standard-Deutschpunk halt - aber, trotz allem Suff, durchaus gekonnt dargeboten.
Ein paar Offbeat-Parts in den Songs, hier und da mal Tempowechsel, Mitgröl-Refrains und so weiter. Also, falsch machen die definitiv nichts, aber andere können das besser. Mich fesselt eh mehr das Publikum. Wahrlich eine Wonne, zuzuschauen, wie nach und nach immer mehr Oberkörper unbekleidet über die Fliesen schliddern. Und eine Wall of Death darf natürlich auch nicht fehlen! Ich schwanke zwischen mir ständig die flache Hand vor die Stirn kloppen und totaler Abfeierei, erreiche aber beide Extreme nicht so ganz und bin, sagen wir mal, angenehm belustigt.
Der versiffte Lappen in den Händen des skeptischen Sängers ist übrigens die Setlist des heutigen Abends. Wie man da noch was drauf lesen kann?? Gibt auch ein paar Lieder, die als "neu" angekündigt werden, aber auch eins, dass irgendwie so "das letzte Lied" hieß. Da wird bestimmt auf die Reunion 2014 spekuliert.
Etwas zu lang für meinen Geschmack, das Ganze. Will schon rausgehen, da erklingen doch vertraute Töne. Den Slime ihr "Deutschland muss sterben", da rasten nochmal alle total aus, brennende Fahnen und gereckte Fäuste, die auch nicht unbedingt weniger werden, als anschließend noch "Bullenschweine" geschmettert wird.
Also: endlich mal wieder ne amtliche Deutschpunk-Sause. Auch wenn ich die Band nicht wirklich kenne und mich auch sonst nicht unbedingt auf einer Ebene mit dem Publikum sehe (ich traue mich maximal eine Treppenstufe runter). Kikis Urteil war da übrigens härter, der fand Band und Publikum total beschissen.
Dann KAPUT KRAUTS! Mindestens so tolle wie unterbewertete Band! Vor der Bühne mittlerweile wieder etwas mehr Platz, die meisten Volxverdummungs-Fans liegen vermutlich schon kotzend in der Ecke. Geht aber klar. Ich hatte ja schon böse Phantasien, dass bei der Hauptband entweder keine Menschenseele mehr hier ist oder das Publikum so weiter macht wie zuvor - bloß dass ein saufendes und pöbelndes Publikum dieser Band eher weniger gerecht wird. Saufen und Pöbeln könnense nämlich selbst viel besser!
Und mit Bier spritzen. Königsdisziplin im Deutschpunk: Erst Bier schnorren und dann alles wegschütten. Ähm, ja. Zum Auftritt. So ungefähr die erste Hälfte des Auftrittes macht mir gar keinen Spaß. Fossis Stimme klingt wie durch ein Fass Bier gezogen, angesäuselt, näselnd und so als hätte er heute mal gar keinen Bock zu singen. Aber da die komplette restliche Band das total witzig zu finden scheint, hake ich das mal ab unter "die Kaput Krauts haben nen eigenartigen Humor"
Da wird auch bei "Auf Verfahren eingestellt" zwischendurch einfach mal irgendein Schlager geschmettert. Gehört sich ja so. Das Zurückfinden in die alte Gesangslinie dann mit Blick zum Gitarristen: "Gib mir mal nen Ton". Ehrensache, dass dieser Ton dann absolut gar nichts mit dem zu tun hatte, was die zarten Stimmbänder anschließend heraus krächzten.
Ja, wie gesacht, so ab der zweiten Hälfte packt mich der Auftritt dann doch und alles macht Spaß. Schade nur, dass in der ersten Hälfte auch direkt, hm, sagen wir mal, die Hälfte der Hits des heutigen Sets verbraten wurden. Gespielt wird sich quer durch die zwei Alben. Das Publikum etwas zurückhaltend. Mitgegrölt wird erst gen Ende. Vielleicht fehlt den anderen ja auch der Funke, den ich heute suche.
Auch schön: Dieser sublime Hang zur Perfektion, der einen solch herrlichen Kontrast bietet zur sonstigen Performance der Band. So gibt es Einspieler vom Pad, also irgendwelche Elektro-Samples wie bei "Auto". Find ich normalerweise ja überflüssig sowas - hilft aber hier den Songs dann doch, nicht ganz so breiig zu klingen.
Wie war dat noch? Bierspritzen! Kommt immer gut!
Allen Unkenrufen und fehlenden Funken zum Trotze: Guter Auftritt, so insgesamt. Vor nem halben Jahr in Düsseldorf fand ichs noch n Stückchen geiler, und in zwei Wochen wird garantiert der Knaller. Heute, ja, fehlen mir zum Beispiel die mitgrölenden Assis.
Was den Auftritt rettet, sind definitiv die Songs der Band. Allesamt Kracher. Jawoll!
Am Ende, als Zugabe, einfach nur weil sie's können, Instrumententausch und, weil man dat als Deutschpunkband so macht, Slime covern - da können dann auch alle mitgrölen. Diesmal auch in ner Vollgas-Version, dahingehend war die Volxverdummungs-Performance ja fast noch Schlager!
So, Auftritt vorbei, heim. Oi.

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