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West Side Rockfest, NoFX, Millencolin, Skindred, 25.08.2013 in Oberhausen, Turbinenhalle - Bericht von Gerdistan

West Side Rockfest, 25.08.2013 in Oberhausen

Das Westside Rockfest sollte eigentlich im Landschaftspark Duisburg stattfinden, Open Air sein und zu einer recht humanen Uhrzeit, die mir eine Abreise mit öffentlichem Schienennahverkehr problemlos ermöglicht hätte, zu Ende sein. Tickets waren auch seit Monaten gekauft. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Zuerst werden noch Betontod bestätigt (würg) und aufgrund irgendwelcher Querelen mit dem Ordnungsamt wurde das ganze kurzfristig in die Turbinenhalle nach Oberhausen verlegt, böse Zungen murmeln was von "nicht genug Tickets verkauft", keine Ahnung, immerhin findet das überhaupt noch statt, könnte ja auch einfach der Veranstalter pleite gehen und man sieht seine Kohle nie wieder oder so. Naja, jedenfalls ist Oberhausen aus meiner Richtung deutlich weniger gut mit Bus und Bahn zu erreichen und zu allem Überfluss wurde der Zeitplan auch noch ne Stunde nach hinten rausgeschoben! Klasse! Dass ich die Turbinenhalle als Veranstaltungsort auch nicht gerade schätze gibt meiner Vorfreude den Rest, leider bin ich der Typ, der im Vorfeld die Tickets besorgt hat, und mache mich dann doch um 15:36 auf nach Oberhausen. Im Zug (steht am Bahnhof) lese ich "Tonio Kröger" von Thomas Mann (kackt sich in die Hose), um gewisse Fehlinterpretationen ein für allemal auszuräumen. Fast ohne Verspätung komme ich in Oberhausen an, es gesellen sich Jenz und seine Freundin Jenzine sowie Frisbee und seine Freundin... Frisbiene zu mir. Bin ich also auch noch das fünfte Rad am Wagen! Naja, mit denen kann man das mal machen.
Nach gewissen Wegfindungsschwierigkeiten an der Turbinenhalle angekommen, gibt es erstmal Bändchen (immerhin, die gabs in Hamburg nicht) und nach einem ersten stillen Pils (so wie stilles Wasser, geredet wurde dabei natürlich viel) betreten wir die Halle und gucken uns Skindred an. Eigenartige Musik, der erste Song klingt astrein wie Limp Bizkit, im zweiten Lied werden dann die Reggae-Einflüsse auch mal hörbar, die sich die Band um MC Fitti und den Herrn mit den Dreadlocks auf die Fahne schreibt. Als mehrere Male hintereinander aufgefordert wird, jetzt doch endlich mal zu bouncen, verlassen wir die Halle und checken mal den Biergarten aus.
Der überall beworbene "Biergarten" hat leider weder mit Bier noch mit Garten besonders viel zu tun. Ein abgezäuntes Stück gepflasterter Parkplatz und ein Getränkeausschank, an dem das gezapfte Pils schon alle ist und man sich für 2,50 eine 25cl Flasche Heineken in einen Plastikbecher umfüllen lassen kann. Eher mäßig! Die Bierpreise sind damit auf dem selben Niveau wie in Hamburg (ok, drinnen kriegt man mehr fürs selbe Geld, dafür ohne Kohlensäure, weil da die Zapfe verrückt spielt). Aber wenigstens die Wurst soll "echt geil" geschmeckt haben! Wir vergeuden die Zeit mit T-Shirt-Studien und Festivalplanung. Muss schließlich auch mal gemacht werden.
Kurze Zeit später wieder rein. Nur 10 Minuten zu spät beginnen Millencolin ihr Set, zu meiner großen Überraschung mit "No Cigar", das fängt gut an, muss man ja ganz ehrlich mal sagen! Wir boxen uns sogar etwas weiter nach vorne, leider hab ich meine Kamera dabei nicht mitgenommen, deswegen jetzt ein paar beknackte Handyfotos. Aber mal ehrlich, bei so großen Veranstaltungen sind die Fotos ja eh immer kacke, wenn man keine Foto-Akkredition hat und direkt vor die Bühne darf (Fö, mach das demnächst mal klar!). Millencolin spielen, obwohl sie mittlerweile immer mehr zu einer belanglosen Rockband verkommen, kein Lied von der letzten richtigen Veröffentlichung "Machine 15", was mir ganz gut in den Kram passt - wie so oft bin ich eher Fan der alten Sachen.
Und da wird man heute sogar gar nicht so übel enttäuscht wie sonst, mit "Fazil's Friend" hat sich sogar ein richtig alter Schinken ins Set geschlichen, den ich vorher auch noch nie live gesehen habe. Zwischendurch wird sich noch bei NOFX bedankt, denn ohne das Ribbed-Album, wären sie heute gar nicht hier. Nagut, ok. Die bekannteren Stücke der Band, welche natürlich auch alle aus der guten alten Zeit stammen, werden auch im Set untergebracht (Penguins & Polarbears, Mr. Clean, The Ballad (mit Unterstützung von El Hefe), Bullion), ein paar lahmere Sachen von der Kingwood und ein paar grenzwertige von der Home From Home gibt es gratis oben drauf, und ehe man sich versieht ist der Auftritt auch schon vorbei. Lang war das nicht, aber eigentlich ganz geil. Weiter so! Und vielleicht wieder Shirts für weniger als 20€ verkaufen, ihr Geier!
Eine ausgedehnte Ess- und Trinkpause später, in der noch eine echt egale Metalcoreband aus Hattingen an der Ruhr auf der Bühne stand, finden wir uns wieder in der Turbinenhalle ein. Die Kapazität der Halle beträgt 3000 Personen und ich möchte mal vermuten, dass wir heute nicht allzu weit davon entfernt sind. Auf der Bühne stehen mittlerweile NOFX aus USA, Intro wie immer der Rassisten-Song aus dem Musical "Avenue Q", heute wieder auf deutsch.
Das Publikum mit der Aussage "Hello, we are Die Arzte" begrüßend, wird erstmal ein paar Minuten geschwafelt, bevor der erste Song erklingt. Aufgrund der angespannten Abreisesituation kann ich jegliche Art von Verzögerung nicht so sehr genießen wie sonst, denn eigentlich ist das hier ja alles Teil der Show, für die man die horrenden Preise bezahlt, die NOFX mittlerweile wert sind. Auch das minutenlange Intro geht einem dabei eher auf den Keks.
Erster Song dann "Dinosaurs will die", geht gut los. Mit The Brews und Fuck The Kids wird gut weitergemacht, bevor "It's My Job To Keep Punk Rock Elite" erste Begeisterungsstürme ausbrechen. Immerhin der erste NOFX-Song, den Jenz je gehört hat! Bei mir war das Champs Elysees, was auch noch gespielt wird. Die Band ist heute etwas weniger sachlich drauf als in Hamburg, so wird beispielsweise einem 13jährigen Konzertzuschauer erklärt, wie die Sexualpraktik "felching" funktioniert.
Bei "Drugs are good" (Knaller!) wird mal der Einsatz verpasst, bei "Tegan and Sara" mit Ansage der Text vergessen. That's the problem with Diazepam. Die drei Songs von der aktuellen Platte ("I believe in Goddess", "Ronnie and Mags" und natürlich "72 Hookers") markieren die Tiefpunkte der Songauswahl, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Sowohl das Gelaber als auch die Setliste unterscheiden sich deutlich vom Auftritt in Hamburg, und so hat es sich mal wieder gelohnt, zwei Konzerte derselben Tour zu besuchen.
Was ich von den Labelkollegen der Mad Caddies leider nicht behaupten kann, bis auf ein paar Gags war da leider alles dasselbe. Wobei der "Hamburg"-Song ebenso mit "Oberhausen" dargeboten wurde, naja. Mit "Seeing Double at the Triple Rock" und Linoleum werden noch ein paar richtige Gassenhauer aufs Publikum losgelassen, auch die älteren Herrschaften werden mit "Leave it Alone" und "Quart in Session" begeistert.
Es gehen noch Dankesgrüße raus an Millencolin dafür, dass es sie ohne NOFX gar nicht gäbe. You're pretty fucking welcome. Irgendwann wird angekündigt, dass noch "vier plus two" Songs gespielt werden. Während des dritten davon (Stickin' in my eye) hauen wir ab, um den Zug nicht zu verpassen. "Bob" hätte man vielleicht noch spielen können, Kill All The White Men haben wir dann zugunsten der Heimreise wohl verpasst. Ja, geiler Scheiß. NOFX lohnt sich doch immer wieder. Auch wenn man dafür die Stadt verlassen und mehr als fünf Euro berappen muss.
Da die Züge in Richtung Münster schon lange weg sind, muss ich mal wieder die Nacht auf dem Sofa der Jenzschen Wohnung verbringen. Könnte schlimmer sein. Thunderdome-Frühstück fällt leider aus, denn wie auf dem Bild mit etwas mühe lesbar ist, habe ich bereits um 5:53 die S-Bahn zum Düsseldorfer Hauptbahnhof genommen, Jenz jettet derweil im ICE nach Süddeutschland.
Um 6:06 bin ich dann nach Münster losgefahren und gegen acht in mein Bett gefallen. Noch ne Stunde geratzt und ab zur Uni, die Leute gucken mich eher sparsam an, wie man denn nach einer Woche Urlaub so fertig aussehen kann. Tja, das Leben ist halt kein Baumarkt! It's My Job To Keep Punk Rock Elite! Fazit: Orga miserabel, Turbinenhalle mies, Bands gut, Fans auch eher schlecht (wegen Betontod viel Deutschrock/Grauzonenvolk unterwegs. Zum Kotzen).

Bis zum nächsten Mal,

euer Gerd

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