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Antillectual, Timeshares, 11.09.2013 in München, Backstage - Bericht von Gerdistan

Antillectual, 11.09.2013 in München

Wie dem aufmerksamen Leser ja sicherlich nicht entgangen sein dürfte, befinde ich mich derzeit auf einer Reise, einer Reise der Wissenschaft. Ein zweiwöchiger Lehrgang zum Thema Neutronenstreuung. Hochgradig spannend. Die mittlerweile zweite Woche ist angebrochen, man wird nicht mehr im Forschungszentrum Jülich unterrichtet sondern darf mittlerweile sogar ein bisschen zugucken und anfassen im Forschungsreaktor in Garching. Weit im Voraus recherchiert hatte ich, dass am Mittwoch in München ein Konzert mit den Niederländern von Antillectual stattfinden sollte. Es ergab sich dann aber noch kurzfristig, dass ich im Austausch für zwei Gästelistenplätze ein Interview mit der Band führen sollte. Huiuiui.
Zu meiner eigenen Überraschung konnte ich während des Kurses sogar noch vier Leute zum Mitkommen bewegen, und das obwohl der Eintrittspreis an der Abendkasse bei recht hoch gegriffenen zehn Euro lag. Diese zehn Euro ließen drei Möglichkeiten offen: Antillectual sind bekannter als ich dachte, München ist noch teurer als ich dachte oder es wird sehr leer werden.
Bevor ich diese spannende Frage auflöse, hier noch ein Bild aus dem Olympiapark. Da konnten sich Prominente in Beton verewigen und das hier hat Chris Rea(r) daraus gemacht. Knaller.
Sobald wir die Location betraten wurde dann leider klar, dass Antwort 3 die richtige bleiben würde. Außer uns waren ca. fünf weitere Gäste im Saal und dementsprechend ließen sich die Timeshares noch reichlich Zeit, bis sie mit ihrem Set anfingen.
Gegen 20:45 war es dann doch so weit und das Quartett aus dem Staate New York (und nicht wie im letzten Bericht fälschlicherweise behauptet aus UK) betrat die Bühne.
Dass der eine Gitarrist seitwärts zum Publikum steht, war mir in Holzerath bereits aufgefallen, scheint aber sowas wie sein Markenzeichen zu sein. Egal. Ich bin heute etwas nüchterner als beim Roedsrock-Festival, das tut der Stimmung aber keinen Abbruch.
Das sind nämlich eher die fehlenden Leute und der Sound, der vielleicht für volles Haus eingepegelt wurde. Es ist viel zu laut, übersteuert, man versteht den Gesang kaum. Schade schokolade. Die Soundqualität reicht aber dennoch aus, um mir einen Eindruck vom irgendann demnächst rauskommenden neuen Album der Jungs zu verschaffen.
Und das könnte durchaus was werden! Die aktuelle Scheibe "Bearable" ist ja schon ganz in Ordnung, aber die Songs von der nächsten legen da noch mal ne Schippe drauf. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber moderner Melodiepunkrock von Herzen sollte in meinen Ohren ziemlich genau so klingen.
Was mir beim Roedsrock auch schon aufgefallen ist: Die stimmen ihre Instrumente irgendwie häufiger als andere Bands. Woran das wohl liegen mag? Der Sänger trinkt außerdem immer aus einer metallenen Flasche. Was da wohl drin ist?
Außerdem kann man hier im Hintergrund die schöne Glocke erahnen, die der Drummer verwendet. Mal was anderes! Nach diversen Ansagen, wofür oder wogegen oder für wen das jeweils nächste Lied ist (der Drummer ist offenbar von der "9/11 was an inside job"-Theorie überzeugt) werden dann auch die letzten zwei Songs angekündigt und gespielt. Timeshares, kann man mal machen!
Herrentoilette. Unweit der Pissrinne befand sich auch ein Aufkleber einer unsäglichen Augsburger Beatdown-Band, der eigentlich direkt in die Rinne gehört hätte (nein, nicht die Geggen Gaggas). Zur Verteidigung des Münchner Konzertpublikums muss man sagen, dass er aber auch schon etwas abgepult war.
Wenig Zeit später stehen dann auch die drei Niederländer von Antillectual auf der Bühne. Mittlerweile weiß ich ja, wie der Name gemeint ist und finde ihn auch nicht mehr so irreführend. Lest das Interview! Hier im Bild: Glenn am Bass, das Propagandhishirt verrät ein bisschen, wo die musikalische Reise heute hinführt.
Die hoch hängende Gitarre bedient Willem, das einzig verbliebene Gründungsmitglied der Band. Immer wieder erstaunlich, was der Kollege ohne zweite Gitarre da rausfidelt, ohne den nötigen Druck vermissen zu lassen.
Drummerfoto, muss sein. Er hört auf den lustigen Namen Riekus und kann so gut Schlagzeug spielen, dass einige der anwesenden Damen im Publikum den Blick gar nicht von ihm abwenden können. Auch er hat so ein kuhglockenartiges Gerät in seinem Schlagzeugaufbau. Da kann niemand "more cowbell" verlangen.
Hier wird geschwindigkeitsmäßig noch etwas mehr reingehauen als bei der ersten Band, was mir ganz gut gefällt, meinen BegleiterInnen aber nur so teilweise. Egal, auf die zwölf. Das muss so! Es ist mittlerweile auch etwas besser abgemischt und weniger laut.
Die Setlist fühlt sich der vom Roedsrock recht ähnlich an, da ich aber nach wie vor nur ein Album der Band besitze, kenne ich auch nicht so viele Lieder. Das neue Album kann man aber auch schon streamen und das klingt recht vielversprechend. Macht das ruhig mal, die freuen sich!
"The New Jew" darf im Set natürlich nicht fehlen, für den gemeinen Deutschen wird vorher noch erklärt wer Geert Wilders ist und warum man ihn besser verachten sollte. Die Aussage darf eben auch nicht zu kurz kommen.
Für einen etwas langsameren Song werden die lustigen Puschel-Schlagzeugstöcke ausgepackt, wie hier im Hintergrund zu sehen ist. Weitere Knaller aus dem Set: Der Opener "Every crisis is a moral crisis" aus dem vorletzten Album, "Soundtrack" vom aktuellen.
Durch eine zaghafte Nachfrage aus dem Publikum "do you know zugabe?" werden auch noch ein paar Songs dran gehängt. Man darf sich sogar was wünschen, mir fällt leider kein Lied mehr ein, das noch nicht gespielt wurde. Erneut der Mangel an Kenntnis der Alben. Sollte ich mal ändern!
Nach einem Schwätzchen und dem Kauf eines T-Shirts am Merchstand fahren die anderen zurück in unser schäbiges Hostel, während ich die Band im Backstageraum noch interviewen darf. Das geht erstaunlich gut von der Hand, ob es hinterher auch interessant zu lesen ist, dürft ihr selbst herausfinden.
Als ich nach 26 Minuten Interview und ein paar weiteren nichtaufgenommenen Gequatsches dann durch die Halle schleiche, um durch den Notausgang bei den Klos nach draußen zu gelangen (der normale war schon zu - 15 Minuten nach dem Konzert wurden alle Gäste rausgeschmissen, auch wenn sie gerne länger geblieben wären), läuft mir noch der Sänger der Timeshares über den Weg.
Und erzählt mir, dass er kurz im Backstageraum gewesen sei aber gemerkt hätte, wie profimäßig ich dieses Interview durchziehen würde und da wollte er lieber nicht stören. Haha! Nachdem ich ihn aufgeklärt habe, stürze ich mich in das unübersichtliche Münchner Nachtleben (Ok, da war ne Baustelle), bevor ich am nächsten Tag feststellen musste, dass mir das Tshirt nicht passt. Naja, dumm gelaufen. Bis zum nächsten Mal, euer Gerd

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