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The Orions, Hungry Wolves, 30.09.2013 in Dortmund, Rekorder - Bericht von Fö

The Orions, 30.09.2013 in Dortmund

In Dortmund tut sich ja doch was! So im kulturellen Bereich zumindest. Muss ja nicht alles den Bach runtergehen! Hätte ich ja nicht für möglich gehalten, aber auch hier gibt's Leute, die nicht nur Bock haben, was auf die Beine zu stellen, sondern das auch noch machen. Wie die tollen Leute von der tOnbande, die kürzlich ihren frischen eigenen Laden "Rekorder" eröffnet haben und so langsam genug Programm haben, um deutlich mehr als die mal irgendwann angedachten "2-3 Veranstaltungen im Monat" hinzukriegen...ja, äh, logo, muss ich mir mal anschauen!
Kurz zum Laden: Steht in der Gneisenaustraße 55, schräg gegenüber vom Subrosa, etwa 10-15 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof. Oben ein netter Thekenbereich mit DJ-Pult und Sofas, unten ein kleiner schmaler "Konzertraum" (ich schätz mal für um die 60-70 Leute), mit eigener Theke. Von der Größe und Aufteilung her find ich das super, eigentlich perfekt für coole kleine schräge Aktionen. Die Leute, die hier aktiv sind, sind auch noch verdammt nett, soweit ich das beurteilen kann. Es gibt Flaschenbier für 2 Euro (auch mein geliebtes alkoholfreies), Eintritt heute n Fünfer, soweit so gut. Die allgemeine Programm-Ausrichtung ist allerdings nicht 100% meins - naja, muss ja auch nicht. Es gibt viele Partys, ab und zu Konzerte. Wobei man sich da musikalisch nicht wirklich einengt. Aber ich wage mal die These: So richtig laut wird es eher selten. Aber wat solls.
Heute spielen The Orions und Hungry Wolves. Beides auch nicht ganz mein Ding, aber ich lass mich ja gerne überzeugen...
Rein da, Bierchen trinken. Irgendwann werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es gleich los geht - also ab in den "Keller". Ich mag die Bühne, schön klein. Und ich bin gespannt auf die Hungry Wolves, weil man den Namen ja in letzter Zeit doch öfter mal hier und dort hört. Dafür hab ich Probleme mit meiner Kamera: Der Blitz will heute nicht. Die Lichtverhältnisse sind mir auch nicht wohlgesonnen, also müsst ihr euch heute mit dunklen und verwischten Fotos begnügen...
...naja, dafür müsst ihr nicht die teilweise doch extrem avantgardistischen Etepetete-Kopfbedeckungen im Publikum ertragen. Das trägt man heutzutage, wenn man zeigen will, dass man total sein eigener Mensch ist. Voll individuell und so. Egal, zur Band. Das, was der Sänger da trägt, nennt man Frisur (total oldschool). Das in seiner Hand ist ne Akustikgitarre, und neben ihm sitzt ein weiterer Mensch und spielt Cajón, oder klatscht. Angeblich haben sie noch einen Dritten, aber der sei heute nur im Herzen dabei. Kann ich grad nicht verzifizieren (Operationen am offenen Herzen sind, so sagt man mir, im Rekorder untersagt).
Der Sänger erzählt zwischendurch Sachen, die irgendwie alle witzig finden, nur ich nicht. Also naja, zumindest wird gelacht. Mag auch an der Frisur gelegen haben, aber so schlimm fand ich die auch nicht. Vielleicht einfach humortechnisch anders sozialisiert, kann ja vorkommen. Der Sänger hat außerdem Nasenbluten, wie er erzählt. Sieht man nix von, entschuldigt aber vermutlich zum Teil, warum er so gepresst-näselnd singt. Englische Texte von Früchten und Vögeln (also, die Tiere - glaube ich). Ziemlich ruhige Angelegenheit.
Ich find's, naja, "nett". Der Gesang hat teilweise was von Bedouin Soundclash, immerhin ein Pluspunkt. Allerdings geht mir die Musik weder ins Ohr noch ins Bein. Vielleicht brauch ich ja ne Kopfbedeckung, vielleicht ist da ja son Hör-Filter drin um das Ganze viel intensiver wahrnehmen zu können, zumindest wird ganz gut applaudiert hier drinnen, nur ich find's langweilig, und habe außerdem fortwährend das Gefühl, irgendeinen Witz nicht verstanden zu haben. Lachen die vielleicht über mich? Weil ich keine Mütze trage? Egal. Ich lache dann auch, nämlich als zur Zugabe ein Lied gespielt wird, das bereits vorher im Programm war. Buhuhu!
Kurz raus, Luft schnappen. Und gucken, ob ich den Kamerablitz aktiviert kriege. Aber nö, dazu müsste ich wohl wirklich ne Operation am offenen Herzen durchführen. Also bleiben die Fotos doof. Netterweise werden wir direkt wieder rein-und-runter-gebeten, offensichtlich hält man nicht viel von Umbaupausen - denn The Orions spielen bereits! Sympathischerweise (ich mag sowas) wird die Bühne ignoriert und man spielt größtenteils (außer Schlagzeug halt) ebenerdig direkt vorm Publikum.
Und WAS spielt man? Ja, äh, Surf nennt sich das! Tatsächlich! Und zwar rein instrumental. Quasi so 70er-Filmmusik, bloß mit dem Unterschied: Das hier ist weder nervig noch langweilig, das geht sogar in Ohr und Bein, und wird auch noch von Stück zu Stück besser! Geil! Surfmusik begegnet dem gemeinen Punkrocker ja höchstens mal, wenn es wieder irgendeine Band für extrem originell hält, Dick Dale zu covern...aber hier gibt's auch son paar Punk-Bezugspunkte
Zum Beispiel die Bandmitglieder. Die kommen mit Irokesenschnitt und Ohrlöchern, dazu Shirts von Black Flag und Negative Approach, ein Off!-Button...hui. Teile der israelischen Band spielen wohl auch bei Uzbeks, Sweatshop Boys und keine Ahnung wem noch. Punk-Credibility vorhanden. Puh.
Jetzt müsste ich nur noch die Musik näher beschreiben, aber dazu fehlt mir das Surfmusik-Fachwissen. Deswegen weise ich einfach mal auf den Haifisch-Aufsteller im Hintergrund hin. Man merkt: Zu gucken gibt es auch! Allerdings gibt es auch genug zu gucken, das vom Haifisch ablenkt - nämlich wie rasant die Finger der Bandmitglieder über ihre Griffbretter schwirren. Heiliges Kanonenrohr!
Geradezu abartig schnell. Und man hat das Gefühl, als ob es immer schneller wird. Als wenn man mit 180 Sachen auf ne Mauer zu fährt, aber dann ist da gar keine Mauer mehr, sondern ne Klippe, und man fällt runter, und dann hat man noch so ne schwere Kanonenkugel am Bein, und dann fällt man da so runter, und es wird immer schneller, der Wind pfeift, und dann kommt der Boden, und man denkt sich, oh, denkt man sich, gleich isset vorbei, aber dann ist da DOCH NICHT der Boden, sondern die Überschallgrenze. Ungefähr so.
Dazu verrückte Melodien, also so Rock'n'Roll-Gedöns, nur eben Rock'n'Roll von der Strandbar. Hab ich erwähnt, dass sich die Band mit "We are The Orions from the beach" vorgestellt hat? Ja, also, äh, wat soll ich sagen, echt ziemlich kurzweiliger Auftritt. Und der Rekorder ist auch noch amtlich gefüllt, alle shaken brav ihre Extremtitäten, ganz unvermeidlich muss auch noch ne Zugabe gespielt werden, und dann noch eine, und als immer noch alle johlen, gibt es...äh, keine weitere Zugabe. Alle Songs gespielt. Schade.
Immerhin geben sie sich nicht die Blöße, einen bereits gespielten Song nochmal zu servieren. Wobei das bei Instrumental-Musik vielleicht gar nicht so auffallen würde.

Also, wo war ich stehen geblieben? Alles toll, alles geil, ich glaub ich werd jetzt Surfer. The Orions. Wenn die mal in eurer Nähe spielen, gebt euch das! Ihr werdet's nicht bereuen!

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