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Human Abfall, Mann kackt sich in die Hose, Großebombeallesweg, 01.12.2013 in Dortmund, Nordpol - Bericht von Fö

Human Abfall, 01.12.2013 in Dortmund

Deutschpunk hat seine anale Phase erreicht. Nach Bands wie Besudelt mit Stuhl, Kackreiz, Kackschlacht und wie sie alle heißen, kommt jetzt die Stulle nach dem Schiss: Mann kackt sich in die Hose. Das zeigt übrigens auch, dass Bands wie Angeschissen oder Kindakacke ihrer Zeit weit voraus waren. Wie auch immer. Scheisse bleibt Scheisse, und Punk bleibt Punk, und Nordpol bleibt Nordpol, und die Fliegen sammeln sich. Seit nem Monat gibt's den schönen Laden in Dortmund nun schon, heute also das erste vollverstärkte Deutschpunkkonzert! Romantische Shows geben ihren Konzertgruppen-Einstand und haben dazu die Crème de la Crème der abstrusen Bandnamen eingeladen. Human Abfall, Mann kackt sich in die Hose, Großebombeallesweg. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Also, sofern man sich Abfall, Kacke oder Bomben auf die Zunge legen will. Weil die Show so romantisch ist, gibt es eine Rose für jeden 100sten Besucher. Überleg ich mir also die Taktik, einfach beständig mit dem Kassenwart zu flirten damit ich n Auge auf die Besucher-Strichliste werfen kann, um dann, wenn 99 Leute drin sind, ganz lässig Eintritt zu latzen und ne Rose abzugreifen. Wenn das nicht klappt, hab ich ja immer noch die Chance auf die Nummer 200 oder 300. Aber naja. Ich bin ungeduldig und werde schließlich der 25ste Gast. Verdammt.
Erste Band um pünktlich kurz nach irgendwas: GROSSEBOMBEALLESWEG aus Dortmund. Hardcore-Punk, schön schnell aber hier und da auch etwas rumpelig. Was sie aber durch ausreichendes Engagement wieder wett machen.
Sänger Nisi (Freunde dürfen ihn Nasa nennen) nutzt die Fläche vor der (nicht vorhandenen) Bühne, um dort fleißig hin und her zu tigern. Ganz kurzweilige (und kurze) Show. Mit spannenden Show-Elementen wie Mikrofon-Ausfällen und sowas. Da können wir aber alle drüber lachen.
Kurzer Blick in die hinteren Reihen: Es tümmeln sich schon fleißig Leute vor der Bühne! Etwa 50-60 Leute werdens am Ende sein, die ihren wohlverdienten Heiermann an der Kasse hinterlegt haben. Damit ist der Nordpol ziemlich ordentlich gefüllt, an nem Sonntag ja keine Selbstverständlichkeit. Die Rosen hingegen stehen immer noch am Eingang in ihren Pilsflaschen.
Zu einem Song (schien ein Cover gewesen zu sein) gab's dann auch noch Gastgesang von diesem jungen Herrn hier. Der schien zwar etwas überrascht, dass er das Mikro ganz alleine übernehmen musste, tat dann aber doch wie befohlen. Was macht Nisi derweil? Vor der Bühne einfach mal ohne Mikro hin und her tigern. Wahnsinn!
Danach das Pack von MANN KACKT SICH IN DIE HOSE. Neue Band von Mazi, Makki, Timmi und Lisi. Fäkalpunk. Also, so räudiger Deutschpunk mit Texten über Nachbarn, Mitbewohner, Väter und was einem sonst so das Leben schwer machen kann. Mag jetzt unspektakulär klingen, kommt aber geil wütend daher.
Außerdem wird brav gegen das Publikum gepöbelt. Dass das alles Idioten wären, weil sie arbeiten gehen und Witze übers Faulenzen nicht kapieren, zumindest glaube ich, dass es übers Faulenzen ging, ich hab das nicht so ganz verstanden. Aber macht ja nix. Bester Spruch: "Das Bier schmeckt scheiße! Es schmeckt nach Heimat!"
Gespielt wurde, glaube ich, so ziemlich die komplette aktuelle Scheibe "Karibik", vielleicht auch mehr, vielleicht auch weniger, mir egal. Die Platte sollte man sich zulegen, wenn man am Hype beteiligt sein will. Wie man hört, sind die kleinen Buttons sogar schon ausverkauft! Verdammte Kommerzband. Sie spielen übrigens auch "Ausverkauf", was ein ziemlicher Hit ist.
Maz erzählt auch immer, was ihn zu den Texten bewegt hat. Das sind meistens ziemlich tragische Geschichten voller Pathos, Rührseligkeit und Vanilleeis. Das mit dem Vanilleeis war gelogen, aber ich brauchte ne anständige Klimax. Der Rest war aber eigentlich auch gelogen.
Oh, noch ne Band. HUMAN ABFALL aus keine Ahnung wo. Flyer sagte Sttgrt/Brln. Das Weglassen der Vokale deutet schonmal an, dass wir es hier mit einer reinen Hipster-Band zu tun haben. Der eine beichtet auch nach dem Konzert, sich als Hipsternerd eher dem Elektro zuwenden zu wollen.
"Der eine" schrub ich, weil man hier nicht mit den gewohnten Betitelungen wie "Der Gitarrist" agieren kann - die Instrumentenfraktion wechselt nämlich immer munter hin und her. Der starre Pol im Treiben des Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchens: Der Blick vom Sänger. Ker, is der irre.
Kommen wir zur Musik. Auch irre. Und verdammt geil. Man könnte Lofi-Noise sagen, garniert mit Wave, Garage und natürlich ner irren Kerbe brutalem Punk. Hat was von Trend, nur geiler. Die Texte bestehen aus kompakten Phrasen, die für sich gestellt schon tiefe Gesellschaftskritik offenbaren. Werden aber dermaßen brutal in unseren Kopf eingehämmert, dass an Gesellschaft schon bald nicht mehr zu denken ist. Einfach jede Phrase so oft wiederholt bis sie aus den Ohren heraus kommt, und dann kommt die nächste. Geil!
Hört euch einfach mal das Zeug der Typen auf Bandcamp an. Bloß dass das live noch wütender kommt. ICH BRAUCH KEINEN NEUEN STAUBSAUGER. Voll super. Sind noch ein paar Tage auf Tour, also hingehen! Nach dem Konzert das übliche Rumlungern, ich bekomme doch noch meine Rose, aber dafür keinen Prosecco, und irgendwann die Bahn nach Hause. BITTE VERLASSEN SIE JETZT MEIN BÜRO!

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Frustus

04.12.2013 08:21
Oh... da hat aber jemand Angst vor Outing-Aktionen.

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