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Youth Avoiders, Hysterese, Planks, Chuck Damage, Abest, 13.12.2013 in Münster, Baracke - Bericht von Fö

Youth Avoiders, Hysterese, 13.12.2013 in Münster

Diverse Ausgehangebote am heutigen Abend, wirklich aufraffen kann ich mich zu nix, aber irgendwas muss ja. Als schließlich Robert anbietet, mit Auto nach Münster zu fahren, sage ich dann aber mal zu. Is ja doch irgendwie bequemer als Zug. Auch wenn mein Versuch, das Spritgeld mit meinem Studententicket zu begleichen, ins Leere schlägt.
Aufm Weg zum Bahnhof, von wo Robert uns abholt, noch schnell ne gute Tat: Ich helfe zwei Typen, nen Bulli mit Motorschaden in nen Hinterhof zu schieben. Erst später wird mir klar, dass ich mich damit ja als Autoschieber betätigt habe. Boah ey, hoffentlich hat das keiner gesehen! Immerhin sinkt durch das Erlebte die gefühlte Wahrscheinlichkeit, dass Roberts Bulli auch nen Motorschaden erleidet. Nicht dass ich damit rechnen würde.
Baracke, Attacke. 5-10 Euro Eintritt heute, ein breite Auswahl an Zahlungsalternativen also, das Geld geht an den Przychodnia-Squat in Warschau, dem es, wie man hier sieht, nicht allzu gut geht. Dafür kriegt man aber auch ganze fünf Bands zu sehen. Wird also ein langer Abend...ABEST machen den Anfang.
Kommen aus Göttingen und wurden wohl netterweise von ihren Kollegen von Planks mit ins Line-Up gedrückt. Drücken ist ein gutes Stichwort, das sollte die Musik nämlich auch. Gibt so schmierigen Sludge-Hardcore zu hören. Find ich ja live meist immer ganz nett. Bisschen wabernde Düster-Mucke mit viel Gebrüll dazu. Das Gebrüll ist es dann auch, was mich am meisten nervt. Können die nicht einfach normal mit einem reden?
Achja, reden, doch, könnense. Der Sänger bedankt sich zwischendurch, macht auf ne kürzlich erschienene Split-7" und ein bald erscheinendes Album aufmerksam, lobt das gute Essen - so weit, so standard. Unterhaltsam dabei ist, dass er das im Gegensatz zu seiner krassen Gesangsstimme eher zaghaft herausbringt, während er verschämt lächelt und sichtlich nicht so weiß, was er eigentlich sagen soll. Nicht dass ich mich darüber lustig machen will, aber der Kontrast ist schon irgendwie witzig.
Eigentlich bin ich ja heute nur hier, um meine neue Kamera auszuprobieren. Das ist natürlich nach wie vor ne gewöhnliche Kompakte und kein High-End-Aufbau, aber nachdem meine alte Kamera mir 5 Jahre lang gute Dienste geleistet hat, ließ zuletzt die Blitzleistung deutlich zu Wünschen übrig und was Neues musste her. Mal gucken, was die so leistet. Zunächst mal: Neue Kameras werden augenscheinlich hauptsächlich in einer Sache optimiert: ein besseres Display. Darauf sehen die Fotos nämlich durchweg alle total geil aus, unabhängig davon wie das beim Endresultat sein wird. Ich müsste eigentlich ne zweite Kamera mitnehmen und damit ein Foto vom Display machen, ist dann bestimmt besser als das eigentliche Originalbild.
Später, also jetzt, beim Berichtschreiben, fällt mir auf, dass die Bilder alle grobkörnig und zu hell sind. Muss ich wohl noch ein wenig an den Einstellungen schrauben, was mir ja vor Ort unmöglich gemacht wird, wenn aufm Display alles geil aussieht. Was denken sich die Hersteller bloß dabei? Und bevor jetzt die schlauen Kommentare kommen: Ja, ich weiß, ISO runterschrauben. Bla. Stattdessen hier für euch ein wenig Nebel. Abest hatten nämlich ihre eigene Nebelmaschine dabei, auf die der Sänger ab und zu mal drauftreten darf. Hab ich schon erwähnt, dass ich Nebel scheiße finde? Aber manche Leute (vorzugsweise Besitzer von Nebelmaschinen) sind anscheinend der Meinung, schlechte Sicht und miefige Luft seien irgendwie geil für die Stimmung.
Naja, die nächsten Bands verzichten glücklicherweise auf diesen Scheiß. CHUCK DAMAGE beispielsweise. Aber die machen ja auch kein Sludge. Die brauchen kein Nebel, um zu visualisieren, dass ihre Musik total matsche ist. Isse ja auch gar nicht. Eher so die Konsistenz von Pflastersteinen. Chuck Damage kommen aus irgenwo hier und machen schnellen krachigen Hardcore-Punk der 80er Schule. Den Schlachzeuger kennt man auch von Nervous Breakdown, die anderen bestimmt auch von irgendwo, so selten wie Chuck Damage spielen MÜSSEN die doch noch irgendne Nebenbeschäftigung haben.
Knackiger Auftritt, die Songs prasseln nur so auf uns nieder, alles Ein-Minüter mit viel Wut und Angepisstheit, der komplette Auftritt dauert (geschätzt) ne Viertelstunde. Kann man mal bringen! Genau richtig, um sich mal eben die Ohren durchzupusten. Haut mich jetzt nicht komplett vom Hocker, dafür hab ich von dieser Sorte Bands einfach schon zu viele gesehen, irgendwann stumpft man halt ab. Aber, wie sagt man so schön, in der Kürze liegt die Würze, und so schaffte es die Band dann doch, durchweg Spaß zu bereiten. Noch länger wär irgendwie eintönig geworden.
Publikum soweit auch ganz angetan, erste kleine Moshpits durchpflügen den Raum, einige der Protagonisten haben augenscheinlich schon gut gekübelt, andere stehen stumm da und glotzen doof, warten vermutlich auf die nächste Sludge-Band. Tja, gemischtes Programm heute. Also, netter Auftritt von Chuck Damage, aber irgendwie zu gewöhnlich um sich so wirklich festzusetzen.
Nächste Band: YOUTH AVOIDERS. Hauptgrund meiner heutigen Anwesenheit. Ihr könnt euch ja, wenn ihr Bock habt, vorab ihr aktuelles Album hier durchhören und runterladen. Hardcore-Punk aus Frankreich, auch wieder stark 80er-infiziert, aber im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Vertretern wird nicht einfach nur drauf los geknüppelt, es gibt auch mal Elemente von Rock'n'Roll, Garage und sogar Pop-Punk zu hören, ohne dass das den Musikgeschmack irgendwie schmälert.
Ordentlich Energie, die dort über die Bühne fegt. Abgehackte Melodien, durchweg Gaspedal im Anschlag, fein. Was für Freunde von Cerebral Ballzy, Gewapend Beton, AC4, oder so. Um mal einige Genrevertreter zu nennen. Nur eben aus Frankreich. Bis auf einen Gitarristen, der scheint Deutscher zu sein, überlässt das Reden aber lieber dem Sänger.
Beachtenswert auch das Backdrop. Also dieses Teil, was die Band da hinter die Bühne gehangen hat. Einfach ein Jupiler-Banner geklaut und den eigenen Namen draufgeschmiert. Geil! So ganz allgemein, kann mich gar nicht erinnern ob ich jemals ne Band in der Baracke gesehen hab die überhaupt ein Banner aufgehangen hat.
Wie auch immer. Starker Auftritt, da haben die Konservenaufnahmen nicht zu viel versprochen. Kann man sich ruhig mal geben. Das Publikum fordert natürlich noch eifrig nach Zugaben, die auch, nach kurzer Rücksprache mit eigentlich niemandem, weil sich anscheinend keiner dafür verantwortlich zeigt, gegeben werden.
Achja, Publikum. Schubsschubs. Ich würd mal grob vermuten, dass die meisten der heutigen Anwesenden für die Franzosen da sind, zumindest isses bei keiner Band so voll vor der Bühne. Gude Laune und so. Achja: Ausverkauft wars schon irgendwann nach der ersten Band. Da muss Gerd gar nicht erst nach Ausreden suchen, als er in der Pause mal kurz zum Händeschütteln vorbei kommt. Der war nämlich grad im Gebäude neben der Baracke und hat sich nen Film über Extremsport gegeben. Münster, ey. Hier hat man Möglichkeiten...
Anschließend erstmal was zum Runterkommen: PLANKS. Musikalisch so in die Richtung der ersten Band des heutigen Tages - nur in gut. Sludge bis Black Metal, so ungefähr. Tiefdröhnende Gitarrenwände, dazu röhrender Gesang. Tempo eher gemächlich zu nennen, teilweise hat man das Gefühl der Schlagzeuger würde gleich einschlafen. In anderen Momenten kloppt er aber wieder dermaßen rabiat auf die Felle, dass man meint, seine Arme würden gleich abfallen.
Definitiv keine Musik, die ich mir daheim im stillen Kämmerlein anhören würde, da hätte ich ja Angst mir was anzutun. Aber live geht das eigentlich klar. Wenn denn die Band gut ist. Ich erinnere mich mit Schaudern an diese eine Band kürzlich, Sundowning, bei der ich fast eingeschlafen wäre. Oder diese andere Band, noch kürzlicher, Abest, die, naja, mich auch nicht wirklich emotional zu berühren vermochte.
Aber Planks, ach doch, kommt ganz geil. Schön dicht gewobene Düster-Mucke, deren einziges Manko es ist, dass sie zwischen Youth Avoiders und Hysterese nicht so recht passen will. Und, ja, der Auftritt dauert mir auch zu lang. Die Lieder dauern ja schon gefühlte 8 Stunden, da muss man nach den 1-2-Minuten-Krachern der vorherigen Bands erstmal drauf klar kommen. Dafür gibt der Sänger Stoff zum Nachdenken: Wo doch langsam die großen Festivals ihre Headliner verkünden, ob denn "Downset" ein Headliner wäre. Antwort aus dem Publikum: "wer??" - ich schließe mich der Antwort an.
Nächste und letzte Band des Abends: HYSTERESE aus Tübingen. Mittlerweile schon das dritte Mal, dass ich die Band live sehe, und irgendwie gefällt mir das von Mal zu Mal besser. Vielleicht, weil's inzwischen auch von Platte gezündet hat. Was gibt's zu hören? Ich würds grob als Garage-Poppunk umschreiben, nur eben mit abartig treibender Geschwindigkeit versehen.
Ein Markenzeichen der Band scheint mittlerweile zu sein, dass der Bassist mit Rücken zum Publikum steht. Ein breiter Rücken, der auch direkt den Blick auf den Drummer verwehrt. Für die optische Symmetrie haben sich Sängerin und Sänger zu seinen Seiten aufgebaut und schreien uns ihre Weisheiten entgegen.
Der Gesang hat echt was. Mal wird aus beiden Kehlen gesungen, mal wechseln sie sich brav ab und mal übernimmt eine/r den Hauptgesang, während der/die Andere harmonische Backings einstreut. In Kombination mit der flotten Schrammelmusik kommt das ganz geil rüber. Zumindest kommt man nicht wirklich aus dem Mitzappeln raus.
Publikum auch mehr als angetan. Hit der Band scheint "Deadbeat" zu sein, da brüllen alle mit. Dabei können die anderen Stücke doch eigentlich auch was. Recht kurzer Auftritt mal wieder, unter ner halben Stunde, trotz Zugabe, die selbstverständlich breit gefordert wird. Aber nach dem langem Abend mit fünf Bands bin ich doch irgendwann froh, als es zuende ist. Dann machen wir uns mal an die Rückfahrt...

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kiki
(kiki)
15.12.2013 12:31
Gerds Extremsport ist doch bestimmt das Couching....


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