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Kaput Krauts, Todeskommando Atomsturm, 26.12.2013 in Düsseldorf, AK47 - Bericht von Gerd & Fö

Kaput Krauts, 26.12.2013 in Düsseldorf

Gerd: Weihnachten. Braucht man das wirklich? Naja. Immer eine gute Gelegenheit, mit den Leuten aus der Schulzeit einen heben zu gehen. Oder mit den Eltern was schönes essen. Kann man machen. Nach zwei Tagen reichts mir dann aber auch wieder und außerdem hat Jenz geladen, bei ihm in der Küche mal wieder einen draufzumachen.
Gerd: Also steige ich in den RE2 nach Düsseldorf und dann wird dem emigrierten, zum Alttrinker verkommenen Norddeutschen Jenzel Rhomb gezeigt, was man da oben heutzutage so trinkt. Brodersen natürlich! Nach drei Stück ist es dann auch schon fast 20 Uhr und uns fällt ein, dass wir ja noch was vorhatten.
Fö: Nach drei Stück hattet ihr schon dermaßen Schlagseite? Oder geht Jenz immer so schief? Oder hat der Brodersen einfach so viel unter der Haube?
Gerd: Nach dem üblichen Hallosagen geht es um Dreiviertel Zehn (verriet mir der Bassist) auch los mit TODESKOMMANDO ATOMSTURM, einer Band, die man schon wegen ihres Namens klasse finden muss.
Gerd: Und wem das nicht reicht, der kann sich ja das fulminante Debütalbum "Zeit zu Pöbeln" anhören, von dem sich heute bis auf einen oder zwei auch alle gespielten Songs rekrutieren.
Fö: Ja, Weihnachten, blabla. Kann man drüber reden, muss man aber nicht. Ich glaube, Todeskommando Atomsturm haben auch 2-3 Wörter darüber verloren. Ging sinngemäß darum, dass am Vortag gesoffen wurde. Was daran jetzt sooo weltbewegend war, verstehe ich wiederum nicht so ganz. Wie auch immer. Ich hab am Vortag nicht gesoffen und meine Eltern ganz vorbildlich um 22 Uhr ins Bett geschickt.
Fö: Todeskommando Atomsturm, tolle Band! Ich hatte ja im Vorfeld gegensätzliche Aussagen gehört: Die einen sagen, die Band wäre live eher zurückhaltend bis stocksteif, die anderen heißen Gerd. Aber irgendwie war ich mir vorher ganz ungesehen ziemlich sicher, dass ich entweder ebenfalls Gerd heiße oder sich zumindest die zweite Personengruppe von der ersten durch andere Attribute unterscheidet. Bei nem so guten Album KANN die Band doch live gar nicht enttäuschen!
Gerd: So weit, so gut. Über die Songauswahl gibt es nichts zu meckern, denn das Album ist wahrscheinlich mein meistgehörtes in diesem Jahr. Knackiger, auf den Punkt gespielter Punkrock mit kongenialen deutschen Texten. Aber!
Gerd: Der Sound versaut das heute son bisschen. Die Stimme ist total übersteuert und die Instrumente verschwimmen ineinander. Mein Problem mit dem Soundsystem schlichtet nicht mal Heiner Geißler.
Gerd: Jemand wollte dann noch Parallelen zu Nasty Jeans ziehen, aber außer einer blauhaarigen Sängerin kann ich da nichts hören. Naja. Sind aber schon beides echt ganz gute Bands!
Fö: Den Vergleich mit Nasty Jeans hab ich auch nicht verstanden. Maks brüllte mir das irgendwann ins Ohr. Kurz danach fragte er, ob ich "Twisted Shorts" kennen würde. Ich antwortete mit Stirnrunzeln und Achselzucken. Gespräche bei Livemusik sind aber auch schwierig. Das Konzert jedenfalls, falls noch nicht erwähnt, von vorne bis Ende irre gut!
Fö: Zwischendurch gibt's noch ein Sprühschlangen-Attentat von Seiten der Kaput Krauts, ansonsten überzeugt das Publikum eher durch Stocksteifheit, die erst gen Ende des Sets (und bei den Zugaben) aufgehoben wird. Dafür immerhin einige, die sich als ziemlich textsicher erweisen. Beispielsweise Gerd, der sein Sprechorgan auch noch zielsicher schräg hinter meinem Ohr platziert hat. So ist mir der von Gerd kritisierte Sound auch relativ egal, wo doch seine süßliche Stimme eh alles übertönt.
Fö: Die Band kommt verdammt spielsicher rüber. Zum Konzept gehört wohl auch das berüchtigte two-songs-in-a-row, wobei es hier manchmal sogar three songs sind. Für ne Punkband ja eher ungewöhnlich! So gehen die Songs fleißig ineinander über, und, keine Frage, Hit nach Hit. Meine Highlights: "Popcorn, Cola, Revoltion", "Zum Sterben nach Berlin", "Eine Milliarde Chinesen", und, naja, der Rest halt. Tolle Band, Highlight-Konzert.
Gerd: Dann schon bald die nächste Band. Trotz des Feiertags ist der Laden mittlerweile ganz gut gefüllt - echte Punker feiern halt kein Weihnachten, da sind mir meine brodersenbedingten Rotkohl-und-Klöße-Rülpser schon fast peinlich.
Gerd: Dann also mal wieder KAPUT KRAUTS, jetzt zum dritten Mal innerhalb der letzten drei Monate (Kiel, Münster und jetzt Düsseldorf). Der Sound ist leider auch hier nicht so prächtig, was ein bisschen schade ist.
Gerd: Der Sänger der Kaput Krauts hört übrigens auf den Namen Fossi. Ich kenn den gar nicht persönlich, aber der Name taucht immer auf, wenns irgendwo um die Krauts geht, genau wie bei Abfukk, da weiß auch jeder, dass der Sänger Marcel heißt.
Gerd: Fossi setzt mit seiner Sackhose jedenfalls ein schönes Statement gegen die Size-0-Jeans, die man in zeitgenössischen Punkerkreisen immer häufiger zu sehen kriegt. Ob gewollt oder ungewollt lasse ich jetzt mal offen.
Fö: Das AK47 gut gefüllt, teilweise ist da vorne kein Durchkommen mehr, so dass ich mich fast damit abfinde, heute mal keine Fotos "von vorne" zu machen. Dazu müsste ich mich ja bewegen. Aber, nunja, ihr kennt das, irgendwann reißt es mich dann doch ein paar Schritte in die Front. Echt der schiere Wahnsinn, was ein Kuddelmuddel an Körperteilen die Kaput Krauts heute entfachen.
Fö: Konzert natürlich super. Fossi erweist sich als Schlager-Fan und zitiert bei "Auf Verfahren eingestellt" mal eben den großen Künstler Christian Steiffen. Ich bin hin und weg! An eigenen Stücken: Wenn ich das mal kritisieren darf, irgendwie hab ich heute das Gefühl, dass recht wenig von der "Quo Vadis, Arschloch?" gespielt wurde. Kann dat sein?
Fö: Keine Frage, das aktuelle Album "Straße Kreuzung Hochhaus Antenne" ist auch super, aber nachdem es jetzt über ein Jahr lang seine Runden auf dem Plattenteller drehte, aber ich zurück zur Vorgängerplatte gefunden und stelle auch heute beim Konzert fest, dass bei mir die alten Songs einfach mehr zünden, beim restlichen Publikum aber offensichtlich eher die neuen. Was dann vermutlich so viel heißt, wie dass ich alt werde. Oder bin.
Fö: Der Ossi jedenfalls, dem geht es ähnlich, und er ruft zwischendurch "mehr alte Lieder" gen Bühne, woraufhin die Band ihm gönnerhaft anbietet, sich was wünschen zu können. Ossi, sonst um Worte nicht verlegen, muss passen, woraufhin die Band sich wünscht, dass er sich "mindestens haltbar bis..." wünsche. Da gehe ich voll mit d'accord! Danke, Ossi, für diesen Wunsch!
Gerd: Gewohnt energetischer Vortrag der Leute aus Berlin und Recklinghausen (wie passt das eigentlich zusammen? Einer zum Studieren weggezogen und die Band behalten? FU Berlin oder FH Recklinghausen? Wer weiß das schon), ab der Hälfte des Sets stellt sich sogar etwas Pogo ein.
Fö: Zwischendurch ein kleines Rache-Attentat der Todeskommando-Jugend: Aus rumstehenden Bierflaschen werden die Speichelreste zusammen gemischt, das Resultat wird Fossi (und schon wieder den Namen erwähnt!) in den Nacken gegossen. Gar nicht so spektakulär. Wenn Fossi nicht umgehend reagieren würde und das unter seinem Shirt feststeckende Objekt sofort befreit, damit die leckere Flüssigkeit nicht verloren geht. Anschließend genehmigt er sich genüsslich 2-3 Schlücke von der Resteplörre. Da wird mir doch rückwirkend leicht mulmig.
Gerd: Was ich ja immer etwas merkwürdig finde sind die Elektro- und Sample-Einspieler auch bei Livekonzerten. Ja Coco, ich find Samples total dufte und so, aber live brauch ich das echt nicht, das ist mir dann nicht mehr DIY genug!
Fö: Ansonsten, tja, falls ichs noch nicht erwähnt habe, ein wunderbares Konzert, eines der besten die ich je von den kaputten Kräutern erleben durfte, und das will ja was heißen. Running Gag am Ende des Sets: "Wir spielen jetzt noch zwei Lieder!" - damit kommen sie sogar eventuellen Zugabe-Rufen zuvor. Super!
Gerd: Stagediving wurde auch mal versucht. Habe ich aber eher kritisch beäugt, sieht man ja auch auf dem Foto.
Fö: Letzter Song: Instrumententausch und irgendwas mit Gebrüll. Ich kenne den Song nicht und vermute einfach mal, dass ich dazu zu jung bin. Ein schönes Gefühl.
Gerd: Dieses Bild macht betroffen. Der Langzeitarbeitslose Jenz D. in seiner Küche beim sog. Thunderdome-Frühstück, heute in der Weihnachts-Edition. Das bedeutet, dass Interpreten wie "Gabba Claus and Rudolph the Ravedeer" auch mal zum Zug kommen. Apropos, zum selben muss ich ja auch, schön noch im RE pennen und dann zu Hause noch ne Runde. Bis zum nächsten Mal, euer Gerd

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