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The Gentle Art of Chokin, Poweryoga, Auszenseiter, 18.01.2014 in Dortmund, Nordpol - Bericht von Fö

The Gentle Art of Chokin, 18.01.2014 in Dortmund

Heute Krach im Nordpol. Drei Bands, deren Namen ich immerhin zuvor schon mal gehört hatte, aber nie die Laune (oder den Mut?) aufwenden konnte, da mal reinzuhören. Aber is ja der Nordpol, und wenn der Nordpol ruft, dann wird gegroovt, so sagte einst der griechische Populärwissenschaftler Karl-Heinz Wadenbeißer. Der Nordpol ist die neue In-Gastronomie im Bankenviertel Münsterstraße. Heute werden also drei Bands innerhalb von zwei Stunden durchgeprügelt, die örtlichen Szenegänger sind euphorisch genug, um dem Laden ein trauriges Ausverkauft-Smiley an der Eingangstür zu bescheren. Hat es sich wohl doch mal gelohnt, frühzeitig den Marsch anzutreten. Vor Ort die üblichen Fachgespräche. So stellen wir fest, dass Giraffen als Tagschattengewächse ausdrücklich für den veganen Verzehr geeignet sind, während man Elefanten tunlichst meiden sollte. Keine Ahnung, was diese Tiere am Nordpol zu suchen haben.
Aber ich hab auch keine Ahnung, warum POWERYOGA sich Broccoli mit auf die Bühne genommen haben. Wird wohl eines der ewig unergründlichen Geheimnisse zeitgenössischer Bühnendeko bleiben. Auch fragen wir uns, ob deswegen ausverkauft ist, weil wegen den zwei Schlagzeugen eh kein Platz mehr in der Hütte ist. Zumal ja eh nur eines benutzt wird. Fragen über Fragen. Fragen wir doch erst mal, was Poweryoga für Musik machen.
Sie haben Bass, sie haben Schlagzeug, und sie haben Sampler-Einspielungen zwischen Spoken Word und 8-Bit-Gedaddel. Das Ergebnis ist dann, wie im Vorfeld angekündigt wurde, Drum'n'Bass-Screamo. Interessant, mal was anderes, usw, Floskel hier Floskel da. So wirklich weiß ich nicht, was ich davon zu halten habe. Das Fehlen von festen Strukturen und die Verweigerung jeglicher Genre-Konventionen schafft schon mal Sympathie.
Leider ist das aber auch viel zu anti, um bei mir irgendwelche Musiknerven anzusprechen. Ein schön lauter, quirliger Wust aus Geschrei, Getrümmer und besagten Elektrosounds, aber sehr selten ertappe ich mich dabei zu denken "oh, da war jetzt aber ne Melodie". Ist mir irgendwie zu unkoordiniert und verliert nach ein paar Songs seinen Reiz. Zumal sich der Auftritt etwas zieht, dadurch dass der Sampler immer mal ausfällt, oder auch mal ne Basssaite reißt, und die Zwangspausen nur bedingt zur Unterhaltung beitragen.
Trotzdem, kann man machen, kann man sich sogar mal anhören (wenn auch nicht unbedingt zuhause im stillen Kämmerlein), und spannender als die übliche Hardcore-Kapelle von um die Ecke ist das allemal. Vielleicht im Kunst-Kontext empfehlenswert. Oder für Leute, denen Les Trucs zu sehr Mainstream sind.
Anschließend kurz raus, aktiv oder passiv rauchen, weitere interessante Gespräche über die Wirkung von alkoholischen Getränken führen, bis irgendwann wieder Töne von drinnen kommen, die darauf schließen lassen, dass die nächste Band begonnen hat. Ich bin mir nicht wirklich sicher, um welche Band es sich hierbei handelt. Beste Chance, zu eruieren wer es ist: Als der Sänger sich bei den anderen Bands bedankt. "Vielen Dank an Poweryoga und an HBSAFZGIUHJKLN", zumindest wollen mir meine Ohren dieses Buchstabengeflecht weismachen. Nach dem Ausschlussverfahren kann ich somit immerhin konstatieren, dass es sich bei dieser Band nicht um Poweryoga handelt (und nicht um Hbsafzgiuhjkln).
Ich behaupte einfach mal, dass wir es hier mit AUSZENSEITER zu tun haben. Hardcore-Punk, etwas düster, krächzendes Geschrei. Ab und zu wird sogar mal ins Mikrofon geschrien, ansonsten aber auch gerne mal daneben, vorzugsweise wird der Schlagzeuger angeschrien und weniger das Publikum. Der Sänger nutzt den dürftigen Platz ausgiebigst, um ein paar Runden zu laufen (seit hier nur noch ein Schlagzeug steht, ist tatsächlich mehr Platz. Verblüffend!)
Kurze knackige Songs, für mich aber ohne sonderliche Höhepunkte. Das restliche Publikum schaut zumindest ganz gebannt zu. Wir scheinen es hier mit der Sorte von Hardcore zu tun zu haben, bei der das Publikum salzsäulengleich gen "Bühne" starrt, während die Band sich gnadenlos verausgabt. Das ist zumindest ne einigermaßen gerechte Aufgabenteilung.
Switchen wir gleich mal zur nächsten Band, ich wüsste eh nicht, was ich noch schreiben könnte, um den Bericht einigermaßen mit Lesestoff zu füllen. Lieber ein paar Füllsätze mit absolut Null Aussage, so wie diesen hier. Wichtig, wenn man auf die Redaktionsvorgaben von 800 Wörter pro Artikel kommen will. Nach allen Regeln der Mathematik dürfte diese Band hier nun THE GENTLE ART OF CHOKIN' sein.
Wieder Hardcore-Punk, wieder Krächz-Geschrei, diesmal noch ne Spur mehr Geschwindigkeit als bei der Band zuvor. Texte sind angeblich auf deutsch, aber es ist schier unmöglich da auch nur irgendwas rauszuhören. Also mutmaße ich einfach mal, dass die Message der Lieder was mit Teetrinken und Blümchenflücken zu tun hatte, beides natürlich im gesellschaftskritischen Kontext. Man kann ja kein Hardcore-Punk machen, ohne kritisch zu sein, echt mal. Oder wie auch immer die hier dargebotene Musikrichtung zu klassifizieren ist. Die Vorankündigung sprach von Powerviolence. Aber das Wort ist mir zu brutal.
Wie schon bei der Band zuvor, agiert man eher kurz und druckvoll, gefühlsmäßig dauerte der Auftritt etwa 20 Minuten, was auch gar nicht mal so fernab der Realität sein dürfte. Die Band schafft es sogar tatsächlich, pünktlich um 22 Uhr ihr Schaffen beendet zu haben. Pünktlichkeit ist eine Zier. Ich komm mal langsam zum Schluss: Netter Abend, musikalisch wurde nicht ganz mein Reizzentrum getroffen, dafür haben sich jede Menge bekannter Gesichter eingefunden und dank der eher knappen Spielzeiten wurde es ja doch ein kurzweiliger Abend. Ich mach mich dann mal aus dem Staub.
Bisschen Werbung in eigener Sache: Am 15.2. gibts wieder Punkrock im Nordpol. Hui!

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