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Go!Zilla, The Jim Tablowski Experience, 03.02.2014 in Dortmund, Rekorder - Bericht von Fö

Go!Zilla, 03.02.2014 in Dortmund

Konzert in Dortmund, Rekorder. Kann man machen. Hin.
Geht los mit der schönsten Band Dortmund (sag ich jetzt mal so, weil sie jeden anderen Wettbewerb eh verlieren würden): THE JIM TABLOWSKI EXPERIENCE. Die haben neue T-Shirts, auf denen Shrimps zu sehen sind. Je-de Menge Shrimps! Damit können alle anderen Bands aufhören, T-Shirts raus zu bringen. Bringt ja alles nix. Shrimps, ey. Ansonsten, tja, wie sich das für aufstrebende Musiker gehört läuft die T-Shirt-Kollektion zwar in vollen Zügen, das nächste Tonträger-Output lässt hingegen noch etwas auf sich warten, wir bekommen aber einige neue Stücke serviert.
Die Musik ist, wie immer, total schön. Punkgaragenpopgefummel auf 180. Die Lieder handeln von Tieren, Gehirnen und anderen alltäglichen Dingen. Spricht einem quasi aus der Seele. Die Ansagen sind fast noch unterhaltsamer als die Lieder, die gehen dann ungefähr so: "Das nächste Lied handelt von Gehirnen! Kennt ihr, oder?" und ähnliche Floskeln, die einfach mal so in den Raum geworfen werden.
Weil ihnen keiner gesagt hat, wie lange sie spielen dürfen, überraschen sie mit der Ankündigung, heute ihr 3-4-Stunden-Set auszupacken, was sich aber irgendwann relativiert, als beim Durchgehen der Setlist immer mal ein Bandmitglied einwirft, dass er das nun folgende Lied scheiße fände und er dafür plädiere, es zu skippen. Chaoten am Werk. Irgendwann reißt Keith auch noch ne Bass-Saite, was selbstverständlich auch ein ganz normaler Move im Tablowski-Universum ist, ebenso wie der Umstand, keinen Ersatz dabei zu haben. Easy.
Ich bin mal wieder sehr angetan vom Horsd'?uvre dieser wunderbaren Band, die aus drei so schönen Menschen besteht und trotzdem, im Gegensatz zu beispielsweise Boyzone, total tolle Musik macht. Irgendwann, wenn die außerirdischen Invasoren auf diesem Planeten landen, quasi kurz bevor sie uns alle mit ihrer mit ihrer überstellaren Phaserphotonenkanone vernichten, werden sie innehalten und sagen "Nein, Moment, da ist diese Band die so tolle Musik macht und Shrimps auf dem Shirt hat! Lasst uns ein Shirt kaufen und andere Planeten atomisieren". Natürlich sagen sie das in ihrer eigenen, aus Knacklauten und durch das dritte Auge unterhalb des Nasenlochs übertragene Telepathie bestehenden Sprache, weswegen die Erdlinge nie merken werden, wer sie gerettet hat. Aber The Jim Tablowski Experience haben 10 Alien-Euro mehr in ihrer Bandkasse.
Danach: GO!ZILLA. Aus Italien. Auch eine schöne Band, der eine Gitarrist hat Locken und der andere eine grüne Gitarre. Dafür haben sie keinen Bass, kriegen aber trotzdem einen ordentlich ausgefeilten Sound hin. Anfangs denke ich mir noch, Huch, denke ich mir, wo biste denn hier gelandet, aber irgendwann, lässt man sich auf die Musik ein, kommt man aus dem euphorischen Mitwippen gar nicht mehr raus.
Die Musik ist, nunja, zunächst einmal schwer zu erklären, zumindest für einen Musikbanausen wie mich. So ne Suppe aus Rock'n'Roll, Fuzz, Psychedelic, Punk, Garage, Grunge und [hier beliebigen Musikstil einsetzen], ne Mischung die alles sein kann und manchmal doch irgendwie auch nichts, aber erstaunlicherweise ganz gut funktioniert. Scheinen unermüdlich am Touren zu sein, eigentlich ständig aufm ganzen Kontinent unterwegs. Mir bisher lediglich ein Begriff, weil irgendein Anonymer fleißig deren Heilbronn-Termine (der nächste am 28.5.) in den Bierschinken-Konzert-Kalender einträgt. Sachen gibt's.
Kommen aus Italien, wie erwähnt, stellen sich aber auf ein ordentliches Kommunikationslevel inklusive stetigem Austausch mit dem Publikum. Als ein Besucher irgendwas in einer romanischen Sprache einwirft, kontert der Sänger glasklar, indem er den Sprecher darauf hinweist, soeben spanisch statt italienisch gesprochen zu haben - und sagt das nächste Lied prompt auf spanisch an. Ihr wisst ja, ich bin eh für die Atomisierung aller Grenzen. Vielleicht sollte man das den außerirdischen Invasoren noch schnell flüstern, bevor die mit ihrem Shrimps-Shirt abhauen.
Ansonsten, ja, schon ziemlich stark was die da zaubern, viel Verzerrung und Gefiepe und gar nicht so eintönig wie erwartet. Irgendwann die Frage, ob wir als Nächstes lieber psych-Zeug oder Haudrauf-Gewummse hören wollen, und ab da wird das Konzert nochmal richtig gut, vielleicht weil mehr drauf gehauen wird, und mehr gewummst. Ihr wisst schon. Totale Erschöpfung nicht nur beim Sänger, auch bei den Zuschauern in den ersten Reihen, die es irgendwann leid sind, immer wieder netterweise die Mikroständer neu aufzustellen wenn sie mal wieder ein Gitarrenhals umgemäht hat.
Zugabe hier, Zugabe da, tralala, am Ende sogar sowas wie ein Moshpit in den ersten Reihen. Also so ein Psych-Garage-Acid-Grunge-Moshpit, man sieht sogar lange fettige Haare, wie sich das gehört, gude Laune, die Band freut sich auch sichtlich, und das an nem Montag, geil, ich kauf mir noch ein Shrimps-Shirt, gute Nacht. Viel Spaß in London, Diana. Oi.

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