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Christian Steiffen, 09.04.2014 in Köln, Blue Shell - Bericht von Fö

Christian Steiffen, 09.04.2014 in Köln

Als Tobi vorschlug, gemeinsam zum Christian-Steiffen-Konzert nach Köln zu fahren, war ich ja zunächst skeptisch. Ich meine - nichts gegen Christian Steiffen, und Köln ist ja auch ganz okay, aber mit Tobi?? Egal, wenn es um Christian Steiffen geht, tanzt man auch mit dem Teufel. Denken sich auch Kati und Stefan, womit die Reisetruppe auch fest stünde, in Köln noch ergänzt durch Vera und Thomas, zwei Leute, denen Tobi anscheinend viel Geld bezahlt hat, damit sie sich uns gegenüber als seine "Freunde" ausgeben. Kam auch einigermaßen glaubhaft rüber, und blendet man mal die Tatsache aus, dass sie offensichtlich geschäftliche Beziehungen mit Tobi pflegen, machen sie einen beinahe menschlichen Eindruck.
Aber zurück zum Ziel und Zweck unserer Reise: CHRISTIAN STEIFFEN! Das Bernsteinzimmer der guten Musik macht Halt im Blue Shell. Recht kleiner Laden, war ich noch nie, würde ich jetzt auch nicht unbedingt täglich besuchen wollen (es sei denn, Christian Steiffen träte jeden Tag auf), aber eigentlich doch ganz nett. Das Konzert ist schon lange im Voraus ausverkauft, aber wir gehören zu den glücklichen Karteninhabern - also rein.
Zunächst mal müssen wir einige Zeit warten, bis der Auftritt startet. Ich bekomme dezente Gewissensbisse, ob es die richtige Entscheidung war, hierher zu fahren. Das Publikum ist teilweise von einer Ballermann-Sauf-Party nicht weiter entfernt als Tobis Zeigefinger von seinem Popoloch, und selbst unter dem Aspekt der Ironie weniger dem Klientel entsprechend, mit dem ich mir sonst gerne den Konzertraum teile. Da werden schon vor dem Konzert Sprechchöre angestimmt, es wird geklatscht und geschrien, als ob da gleich Modern Talking auf die Bühne kommen.
Sindse aber nicht! Es sind CHRISTIAN STEIFFEN und das ORIGINAL HASELAND ORCHESTER! Sämtliche Zweifel sind ausgeräumt, als ich nur dieses Gesicht und diesen eloquente Persönlichkeit sehe, was ein Mann! Und Christian Steiffen ist ja auch nicht ohne.
Und so ertappe ich mich schon  bei den ersten Tönen von "Wie gut, dass ich hier bin" dabei, fleißig zu schunkeln, mit den Armen zu wedeln, eifrig alles mitzusingen und dabei zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Es hat mich einfach mal wieder gepackt. Christian Steiffen, meine Damen und Herren.
Er kann singen, er kann pfeifen, und er ist ein begnadeter Entertainer. Jede einzelne Geste sitzt wie eine Eins, Blickkontakt und Tuchfühlung mit dem Publikum inklusive, ein Charmeur sondergleichen. Und er hat mir zugezwinkert! ("Nein mir!" - "Nein mir!")
Wenn es etwas gibt, das die großartige Lyrik und musikalische Klasse seines Liedgutes toppen kann, dann sind es wohl die Ansagen. Spontan reagiert er auf Publikumsrufe, ist sich nie zu schade für ein schlüpfriges Schmunzeln und festigt von Wort zu Wort seinen Platz in unseren Herzen.
Auf den Zwischenruf (natürlich von Zwischenruf-Profi Tobi), ob Dr. Martin Haseland wirklich einen Doktor hätte, erwidert Christian: "Natürlich ist der Doktor echt. Oder, du hast doch nen Hausarzt?". So super, und so spontan reagiert, unfassbar! Das Publikum hängt an seinen Lippen, vollzieht eifrig die vorgeschlagenen Tanzschritte und stößt fleißig mit ihm an, als er sich zu "Eine Flasche Bier" durch die Menschenmenge bis zur Theke durch schlägt.
Große Weltpremiere (ist zumindest das erste Mal, dass ich es seit der Show in Dortmund sehe): Die goldene Himmelstrompete wird ausgepackt und Dr. Martin Haseland alias Das Haseland Orchester darf sein ganzes musikalisches Können auspacken. Zu "komm und bedien dich bei mir", im Original von Peter Alexander, der sich widerum bei Tom Jones bediente, bekommen wir ordentlich einen getrötet.
Desweiteren erfahren wir, dass ein neues Album in Planung ist, was heißt, dass es neue Stücke gibt, die aber heute nicht gespielt werden - immerhin einige Titel verrät Christian Steiffen uns. Nur den Erscheinungstermin datiert er auf nicht allzu nahe Zukunft. Musik muss ja auch reifen, wie guter Wein, und deswegen kann es schon mal einige Jahre dauern, bis ein Song von Christian Steiffen das Presswerk erreicht.
Apropos Presswerk: Die Hitscheibe "Arbeiter der Liebe" gibt es jetzt auch auf Vinyl. Aus purer Liebe selbst heraus gebracht und nicht über Warner, weswegen man sich dieses Kleinod schwarzen Goldes unbedingt zulegen sollte. Ich sagte "sollte", habe es aber dann doch nicht getan, weil mein Punkerherz dann doch nicht 20 Euro für ne Platte ausgeben wollte. Sorry.
Und sonst? Naja, nur Hits, selbstverständlich, wie Christian Steiffen zu Beginn auch schon angekündigt hatte: "Ihr fragt euch, warum ich die Hits am Anfang spiele? Weil alle anderen Lieder auch Hits sind" oder so ähnlich. Und er sollte recht behalten. "Ich hab die ganze Nacht von mir geträumt", "Champagner und Kaviar", "Selbstmitleid", "Mein bester Freund" und die vielen weiteren tausend Perlen mehr. Großartig!
Ein Highlight darf natürlich auch nicht fehlen: Die Polonaise zu "Flasche Bier" in der Marsch-Version. Zugegeben, ist natürlich in Köln relativ einfach, ne Polonaise zu starten. Ebenso wie das Volk hier so einfach gestrickt ist, dass man, nur wenn man "da simma dabei" nebenbei erwähnt, direkt einen grölenden Saufchor vor sich hat. Aber das nur nebenbei. Christian Steiffen hat es bezüglich Karneval auch mehr mit "da simma Hawaii", erzählt er. Immerhin hat er es ja geschafft, die Polonaise von Karneval zu lösen.
Und nicht nur vom Karneval, auch vom Blue Shell. Gefühlt 200 Mann stark ist die Schulterkolonne, die nun über die Straße zieht. Perfektes Timing übrigens für die Brasilianer von STATUES ON FIRE, die morgen ihre Tour starten (12.4. in Schwerte! hin!), heute in Köln gelandet sind und soeben am Kiosk gegenüber ihr verdientes (x-tes) Willkommens-Bierchen zischen, als die Polonaise vorbei zieht. Perfektes Timing von Tourmanager und Touristenführer Caddy, und so finden sich unverhofft ein paar Samba-affine Oberkörper mehr in der nicht enden wollenden Polonaise.
Zurück im Blue Shell, gibt's als Zugabe noch ein weiteres Mal "Sexualverkehr" (ein Mann wie Christian Steiffen kann das auch mehrmals hintereinander), gefolgt von einer unglaublich erfrischenden Variante von "Leise rieselt der Schnee" mit lediglich zwei geänderten Worten: "Freue dich, der Christian kommt bald".
Wollen wir's mal hoffen, die nächste Tour kommt bestimmt, und auf dem Ruhrpott Rodeo wird man ihn ja auch noch bewundern können - diesmal endlich wieder mit mehr Iro-Trägern im Publikum. Ob die sich auch so brav vor die Bühne stellen um sich Autogrammkarten und Selfies abzuholen?
So, noch ein Bierchen und dann ab nach Hause. Es steht ja schließlich ein großer Tag bevor, Bierschinken wird 14 Jahre alt und die Gäste wollen ja keinen übermüdeten Veranstalter vorfinden. Hust. Gute Nacht.

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