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Wupperpunk Festival: Kannibal Krach, Die Bullen, The Aftermath, Gloomster, Keine ROIe, 19.04.2014 in Wuppertal, Die Börse - Bericht von Schoko

Wupperpunk Festival, 19.04.2014 in Wuppertal

Als erstes: Sorry für die miesen Bilder, habe zur Zeit nur eine Handykamera zur Verfügung. Sollte aber trotzdem gehen.
Justus lädt zum Wupperpunk Festival, hat ein ansehnliches Lineup auf die Beine gestellt und so erbarme ich mich mit meinen mitreisenden Anna, Andi und Scheiße auf den Weg in das Höllenloch Wuppertal zu machen. Nach Wuppertal fahre ich eigentlich nur, wenn ich dort selbst ein Konzert habe. Oder Das AZ hat alle 1,5 Jahre mal einen Kracher auf der Bühne, der mich überzeugt, den qualvollen Weg in diese fürchterliche Stadt zu begeben.
Heute ist der Weg nicht so schlimm. Wir fahren Auto. Das heißt, dass Anna auf Alkohol verzichten muss. Die arme.
Trotzdem blicken wir einem entspannten Konzerttag entgegen. Los gehen soll es mit Kannibal Krach, deswegen sind wir auch schon pünktlich um 16 Uhr in Wuppertal.
16 uhr, nicht viel los vor der Börse. Kein Wunder, um 16 Uhr stehen Punker in der Regel erstmal auf. Aber weil Justus unbedingt als erstes auf die Bühne will, habe ich mir nen Wecker gestellt.
Die Securities wollen am Eingang in Rucksäcke und Jutebeuteln gucke, weswegen Scheiße sein Bier einfach in die Hosentasche steckt und durchgehen kann. Wir sehen uns schon als Sieger gegen die Türsteher und das mit einer so simplen Schmuggeltaktik. Tag gerettet.
Die Halle macht einen sehr, sehr, sehr großen Eindruck auf mich. Wahrscheinlich, weil einfach noch keiner da ist. Los gehen soll es laut Justus jetzt um 17 Uhr, nicht wie geplant um 16:30 Uhr.
Also nochmal raus, Sonne genießen, Bier trinken.
17 Uhr gehts dann auch wirklich los mit Kannibal Krach. Ich finde die Band ja ziemlich geil, weil die so schön geisteskranke Texte haben und die Musik dazu alles wegbrettert. Manchmal habe ich das Gefühl, Justus ist genau so ein Psychopath wie ich. Sympathisch.
Auf der Bühne sitzt ein Typ mit Gasmaske und ner Bildzeitung in der Hand. Durchaus dekorativ, der Sinn bleibt mir zunächst verborgen.
Härp spielt ja nicht mehr bei Kannibal Krach, dafür gibts nen neuen Bassisten. Junger Typ mit OliBa. Stilsicher. Ein wenig schüchtern ist er auf der Bühne, ignoriert das Mikro so gut es geht, spielt aber ordentlich Bass. Hab vergessen nach dem Namen des Herren zu fragen, laut Kannibalkrach.de heißt er Harti.
Nachdem er genötigt wird "Wir sind wirklich das Letzte, Product-Placement, Datensätze" zu singen fordert die Band und das spärlich anwesende Publikum die Full Membership. Zurecht!
Nach ein paar Liedern wird aus dem Typen mit Gasmaske ein Typ ohne Gasmaske. Justus kündigt Kultur an, was wir bekommen sind Fäkal- und Genitalhumor in Gedichtform. Seit die Kassierer out sind oder ich über 16 bin, zündet diese Art von Humor nicht mehr bei mir.
Die Qualität der Gedichte kann dem Witz von Kannibal Krach nicht annähernd das Wasser reichen. Ich habe mehr erwartet, schade.
Justus findet es offensichtlich lustig.
Ansonsten ein gewohnt guter Auftritt von Kannibal Krach. Ich bekomme zu hören, was ich hören will: Nutten in Panzern, 12. September 2002, Lappencore etc.
Ein guter Mix aus den beiden Alben "Das Ende der Spaßgesellschaft" und "Hardcore war gestern"
Kris an der Gitarre macht einen frischen, unverbrauchten Eindruck. Grinst beim Spielen oft übers ganze Gesicht. So richtig Honigkuchenmäßig. Man merkt, er hat Spaß!
Justus erzählt zwischendurch auch mal was lustiges, was genau habe ich allerdings vergessen.
Ein paar Leute sind vor der Bühne. Mehr sind auch wohl noch nicht da.
Die, die da waren, hatten offensichtlich Spaß, ich auch. Gelungener Auftritt von Kannibal Krach.
Ich freue mich schon auf das Gastspiel beim 900 Jahre Operation Semtex Festival im Oktober
Da haben uns die Securities doch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach Kannibal Krach hängt plötzlich ein Schild an der Tür, auf dem steht, dass man den Laden nicht mehr verlassen darf, wenn man schon Eintritt bezahlt hat. Also ist man gezwungen, sich das Bier im Laden zu kaufen (0,3l für 3 Euro)
War wohl so mit der Gastro abgesprochen. Nervig. Naja, nachdem ich mehrmals bitte bitte gesagt habe, durfte ich dann netterweise noch meinen Pullover aus dem Auto holen. Sehr gnädig.
Der Innenhof der Börse wird also zum Treffpunkt, weil man hier rauchen darf. Ich treffe viele bekannte Gesichter und es wird viel gequatscht.
Hier entschuldige ich später auch Gerd bei den Jungs von DIE BULLEN für sein Nichterscheinen. Hab gesagt, er hat ne Schönheits-OP. Zunächst wurde die Notlüge mit Verständnis quittiert, dann meinte Hannes aber, Gerd hätte doch gar kein Geld dafür. Verdammt, aufgeflogen!
Die nächste Band: Keine ROIe. Eigentlich sollten jetzt Kill Kill Gaskrieg spielen, aber offensichtlich ist einer von denen im Knast. Sagt auf jeden Fall Facebook einen Tag später. Abgesagt haben sie wohl nicht. Ergo: Justus angepisst!
Nun also keine ROIe. Albern verkleidete EU-Skins singen Lieder über ficken, saufen und natürlich EU!
Absolut fürchterlich und unterste Stufe.
Manchmal frage ich mich, wie es vier erwachsene Leute es schaffen, so einen geistigen Dünnschiss von sich zu geben und das auch noch ernst zu meinen.
Mal ganz ehrlich, wie geht das?
So eine dämliche, inhaltsleere, unlustige und peinliche Scheißmusik habe ich schon lange nicht mehr gehört. Grauenhaft.
Da reißen auch die Kostüme nichts raus.
So dämlich wie er aussieht, ist auch die Musik, die er macht.
Zwei Stunden später liegt der Typ in der Halle und pennt.
Wenigstens lebt er seine Texte...
Die anwesende EU!-Fraktion feiert das unterirdische Uffta-uffta geprolle offensichtlich ab. Das würde ich selbst bei 3,6 Promillenicht schaffen. Zwei Lieder reichen und ich verlasse mit einem Würgereiz die Halle. Hoffentlich muss ich die Band nie wieder sehen.
Beim Rausgehen bekommt noch ein dicker Skinhead ne Bierbong vom Sänger serviert. Klischee Olé!
Danach endlich eine gute Band: The Aftermath!
Drummer Timo habe ich draußen schon getroffen. Timo kennt man ausm AJZ Bahndamm in Wermelskirchen. Meiner Meinung nach einer der besten Läden in NRW, leider voll am Arsch der Welt. Mit dem Sänger habe ich mich draußen schon ausgiebig unterhalten, hab aber leider seinen Namen vergessen. Mit The Aftermath haben ich auch mindestens einmal schon die Bühne geteilt (im AJZ Bahndamm, wo sonst?)
The Aftermath machen guten, schnellen Punkrock mit englischen Texten. Druckvoll und ab und an auch sehr melodisch.
Der Bassist spielt barfuß, weshalb er sich einen Teppich ausgelegt hat. Der Gitarrist rutscht schon beim ersten Song aus und landet auf seinem Pöter. Alle lachen, er selbst auch. Spielt dabei souverän weiter...
...und steht auch unbeschadet wieder auf
Der Sänger geht ordentlich ab und ist von verschiedenen Leuten angepisst. Am meisten hasst er Rassisten und faschistische Arschlöcher. Das sagt er alles auf englisch, aber weil ich in der Schule aufgepasst habe, kann ich das verstehen.
Auch an Backingvocals wird nicht gespart.
Man merkt, die Band hat Spaß am spielen und sie können ihre Instrumente bedienen. Super Konzert von einer guten Band. Sollten die Jungs mal bei euch in der Nähe spielen: Hingehen!
Vor der Bühne ist immer noch jede Menge Platz. Laut Veranstalter gab es an dem Abend 150 Gäste. Es hätten locker noch 500 mehr Platz gehabt. Der Laden also leider viel zu groß, weshalb auch nicht wirklich Stimmung aufkommen will. Die Band verausgabt sich, das Publikum steht (wenn vorhanden) meterweit weg. Schade.
Panne zwei bei The Aftermath. Nach dem tragischen Sturz von Gitarrist Nr.1 jetzt eine verlorene Gitarre von Gitarrist Nr.2.
Souverän wird in der Hocke weitergespielt.
Während für andere Bands schon nach dem ersten Sturz der Abend gelaufen und die Karriere beendet gewesen wäre, können The Aftermath mit ihrem lockeren Umgang mit Pannen punkten und sammeln jede Menge Sympathiepunkte bei einem bekanntlich sehr kritischem Punk-Publikum.
Ein sehr gelungener Auftritt einer guten Band! Gerne wieder!
In der Pause gibt es Pommes mit Soße für Einsfuffzich. Kann man nicht meckern. Schmecken auch gut!
Danach: Gloomster. Antifaschistischer Hardcore mit Message! Man findet Nazis scheiße, Sexisten auch, homophobe Spinner ebenfalls und Sarrazin ist sowieso ein Volldiot.
Musikalisch nicht ganz mein Ding, wobei ich es begrüßenswert finde, wenn HC-Bands nicht nur über Männlichkeit, Bier und das harte Leben singen.
Bei dem Sound hat man das Bedürfnis, sich nen Tunnel ins Ohr zu rammen und Windmühlen zu drehen. Nicht ganz mein Fall. Scheiße gefällt´s umso mehr, demensprechend begeistert ist er nach dem Konzert. Ich versuche noch ein Drummerfoto und verschwinde dann in den wunderschönen Innenhof, um bei Pommes und Bier Blödsinn zu quatschen. Zum Beispiel, warum Wuppertal so scheiße ist. Fahrradfahrer stimmen mir sicherlich zu, ohne meine Argumente überhaupt zu kennen.
Ein Argument gegen Wuppertal ist auf jeden Fall die S9. Die geht gar nicht! Eine Stunde fahren von Essen aus, ohne pissen gehen zu können. Ätzend.
Außerdem fährt deren U-Bahn in der Luft. So bescheuert kann doch niemand sein, eine U-Bahn in der Luft zu bauen. Die spinnen, die Wuppertaler.
Hier noch das versprochene Drummerfoto. Geht sogar!
Dann kommt das, worauf ich gewartet habe. DIE BULLEN!
Endlich mal ne Band, die für Recht und Ordnung kämpft!
Funfact: An diesem Abend wurde in der Börse eine Toilettenschüssel zertreten. Das ist natürlich ziemlich Punk, weil der Veranstalter, der eh nicht genug Besucher hat, um den ganzen Spaß hier zu finanzieren, alleine dafür aufkommen muss. Ziemlich coole Aktion auf jeden Fall. So Spaßbremsen wie DIE BULLEN verurteilen solche Aktionen während ihres Auftritts vollkommen zu unrecht.
Da die Platte "Die Bullen komm´ hier komm´die Bullen" nur Smasher enthält, erwarte ich auch nur Smasher.
Diese werden auch gespielt. Gleich zu Beginn gibt es den langen Schwanz des Gesetzes zu spüren, kein Wunder bei den drohenden, amerikanischen Verhältnissen, vor denen man langsam mal Angst haben sollte.
Natürlich kommt auch ganz Bullenlike ein Megaphon zum Einsatz. Sonst kann das Pack den Anweisungen ja nicht folgen.
Auch hier bekomme ich ein Drummerfoto hin. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter.
Zwischendurch schleicht sich ein Störenfried auf die Bühne. Zunächst wiegt er sich in Sicherheit, bis er von den Bullen bemerkt wird und zurecht unsanft von der Bühne geprügelt wird. Wer unberechtigt Grundstück betritt, braucht sich über Hämatome und / oder Knochenbrüche nicht wundern. Als gesetzestreuer Bürger lautet mein Urteil: Legitim!
Zwischen den Liedern gibt es lustige Ansagen wie "Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen" oder "danke für ihre Kooperation".
Witzig.
Vor der Bühne hat der Dreiköpfige Die Bullen Fanclub Wuppertal seinen Platz eingenommen und singt jedes Lied inbrünstig mit!
Weil vor der Bühne so viel Platz ist, macht sich Hannes hier breit, um neue Rekruten für den Beruf des Polizisten zu gewinnen. Leider hat das Bild des Polizisten in der Öffentlichkeit in letzter Zeit gelitten, weshalb man jetzt junge Mitarbeiter mit Vorbildfunktion auf die Straße schickt um Image- und Rekrutierungsarbeit zu leisten. Klappt!
Ein Schluck aus der Kaffeetasse muss auch mal sein, bei dem harten Einsatz.
Nicht nur die Ausübung des Berufes ist für Polizisten ein Drahtseilakt, auch die musikalische Öffentlichkeitsarbeit verlangt viel Balance.
Es gibt auch ein Lied zu hören, was ich noch nicht kenne. Es heißt Ladendiebstahl bei Media Markt und es geht um Ladendiebstahl bei Media Markt. Irgendwie hat ein kleiner Junge ne CD geklaut und wurde öffentlichkeitswirksam von der Polizei abgeführt, dass das ganze Dorf es mitbekommen hat. Daraufhin hat dieser Junge sich aus Scham für den Freitod entschieden. Da hat die Polizei wieder mal alles richtig gemacht, ein potenzieller Straftäter weniger, ohne dass die Behörden selbst ein Exempel statuieren mussten. Klasse!
Das finden auch die Bullen.
Zwischendurch wird auch mal Keyboard und Gitarre gleichzeitig gespielt. Hut ab!
Auch Autofahrer bekommen ihr Fett weg, denn jeder weiß: Die coolsten Karren haben die Bullen! Blaulicht, Martinshorn, Parken wo man will...
Genau das, womit man sich als outlaw in-law profilieren kann.
Zu meiner Überraschung wird auch Robocop gespielt. Dafür hat der Drummer extra nen Drumcomputer mit den lustigen 80er Jahre Drumcomputer Sound. Dazu Keybord und Robotergesänge. Abwechslung ist das Stichwort.
Mit einer gefühlten 8 min. Version von Feierabend wird dann auch der Feierabend eingeläutet. Die Bullen haben Spaß gemacht und auch auf diese Band freue ich mich beim 900 Jahre Operation Semtex Festival.
Nach den Bullen heißt es auch für uns Feierabend und wir machen uns auf dem Weg nach Hause.
Fazit: Geiles Lineup, Scheiß Laden, scheiß Stadt.
Hätte das Konzert in einem kleinerem Laden wie zum Beispiel dem AZ Wuppertal stattgefunden, wäre die Stimmung mit Sicherheit besser gewesen. So hat sich das ganze sehr verlaufen und der Raum war selbst zu Höchstzeiten nichtmal bis zur Hälfte gefüllt.
Am nächsten Tag faselt ein unzufriedener Justus was von "Relevanz eines Punkkonzertes überschätzt" und "Schulden im dreistelligem Bereich in der Börse abarbeiten können."
Jetzt wo er arbeitslos ist, kann man das mal machen. Aber hey, wir hatten auf jeden Fall Spaß und finden ein Punkkonzert auch in so einer Scheißstadt wie Wuppertal wichtig und richtig. Beim nächsten mal halt nicht in der Börse, dann wirds sicher richtig super.
Aber mal ganz ehrlich, wie kommt man auf die Idee, eine U-Bahn in die Luft zu bauen?
Als nächstes stecken die noch nen Elefanten da rein, um zu beweisen, wie sicher sowas ist. Wuppertal...

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Frustus

22.04.2014 19:37
Danke für den leerreichen Bericht! Die Tränen sind mittlerweile getrocknet
JoyBoy Law

23.04.2014 11:29
Scheiße - die Schuhe!
Gerdistan
(Gerdistan)
23.04.2014 13:04
Das mit der S9 sind die wahrsten Worte, die je auf Bierschinken geschrieben wurden.
Frau Aal
(Frau Aal)
25.04.2014 01:35
Kann ich so unterschreiben. Den Rest der über Wuppertal gesagt wird ebenfalls.
Typ

27.04.2014 12:26
>und das auch noch ernst zu meinen
>keine Roie
>ernst
Lolwas?

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