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Jack Holmes, Travels & Trunks, Xenofon Razis, 12.05.2014 in Dortmund, Nordpol - Bericht von Fö

Jack Holmes, 12.05.2014 in Dortmund

Konzert im Nordpol. Kann man hin, auch wenn's "bloß" akustisch ist. Die aufspielenden Künstler klangen beim Vorab-Check (besteht bei mir im Normalfall aus "20 Sekunden reinhören") aber ganz akzeptabel, und immerhin einen der drei Barden kenne ich bereits, die anderen immerhin vom Namen, also wird's doch wohl hoffentlich nicht soo schlimm sein.
Beginn sollte 20 Uhr sein, Beginn ist dann erst etwa 15 Minuten später. Es beginnt der Typ, der später ständig hinter den anderen Musikern stehen wird, mit kritischem Blick auf die Uhr, um ihnen zuzuraunen, dass sie nicht mehr lange zu spielen haben. Muss man auch erstmal können. Aber ja, gut, an anderer Stelle stand was von 20 Uhr Einlass, da ist der kleine Zeitpuffer wohl verständlich. Achja, der Typ dort im rotorangenen Lichte ist Julius alias TRAVELS & TRUNKS.
Alias? Ja richtig, die Band scheint sich weiter dezimiert zu haben und hat daraufhin mit Julius' Soloprojekt fusioniert. Keine Ahnung ob's das trotzdem auch ab und zu mal in vollerer Besetzung geben wird, heute jedenfalls nicht. Heute gibt's ne Ladung rote Augen und volle Granate "Typ mit Gitarre". Gefällt mir tatsächlich überaus gut. Hatte das auch ganz anders in Erinnerung, nämlich als (gute) Gaslight-Anthem-Kopie, aber die Stimme klingt gar nicht mehr so sehr nach Brian Fallon. Endlich mal was eigenes, Glückwunsch.
Okay, dafür erinnert mich die Stimme jetzt an Chris Wollard. Zumindest manchmal. Aber so ist das halt mit den vielseitigen Eindrücken. Jedenfalls, um das mal zum Punkt zu bringen, gefällt mir das alles. Er kann singen, er kann schreien, und sogar Gitarre spielen. Bisschen zu Indie, aber trotzdem noch genug Punkrock-Vibe. Gespielt wird so diverses Zeug halt. Einiges kenne ich noch von Travels & Trunks, anderes nicht.
Es gibt sogar "Rockstarscheiß"! Und zwar mit Ankündigung, beziehungsweise sogar als Frage formuliert, ob wir das denn mitmachen würden oder ob das eher peinlich werden würde. Ich enthalte mich, werde aber überstimmt. Mist. Im Takt soll die eine Hälfte der prall gefüllten Mehrzweckarena mit dem Fuß stampfen und die andere klatschen. Meine Hälfte muss auch noch "whohoho" singen, kriegt aber keiner hin, weil keiner den Einsatz findet. Egal, der Wille zählt.
Als vorletztes Lied noch ein Coversong: "Just another Summer" von Moneybrother. Ich mag Moneybrother. Moneybrother kann aber auch besser singen, spielen, entertainen und so weiter als Julius, deswegen kickt mich seine Version nicht wirklich. Verleitet mich aber dazu, jetzt, während ich diesen Bericht schreibe, Moneybrother zu hören. Schöne Musik. Falls ich in diesem Textfeld zu wenig "Moneybrother" geschrieben haben sollte: Moneybrother. Das letzte Album war übrigens scheiße.
Akustikkonzerte sind langweilig zu fotografieren. Sieht alles gleich aus. Hier eine Person mit Bart. Es handelt sich um XENOFON RAZIS aus Griechenland. Ein Mann, ein Name, ein Zungenbrecher. Den Namen habe ich schonmal irgendwo gelesen, ich glaube er hat mal bei diesem Groezrock-Akustik-Gedöns gespielt und zieht schon seit ein paar Jahren seine Kreise.
Musik: Geschrammel mit Geschrei. So grob umrissen jedenfalls. Kommt ganz sympathisch rüber, hat ne angenehm raue Stimme. Von den Texten kommt hingegen nicht wirklich viel rüber, von den Ansagen irgendwie auch nicht, aber er scheint sehr dankbar zu sein, heute spielen zu können.
Kommt aus Athen, oder hat mal mal in Athen gewohnt, zumindest erzählt er was davon, dort gewohnt zu haben, wo die Straßen voller bedrohlicher Cops waren. Ein Riot-erfahrener Weltenbummler also!
Damit die Fotos nicht alle gleich aussehen, fotografiere ich den Teppichboden. Es ist ein schöner Teppichboden. Der Mann mit dem Bart steht da drauf. Also, so physisch zumindest, ob er nebenbei auch noch ne Leidenschaft für Teppichböden entwickelt hat, erzählt er uns nicht. Wäre aber zumindest nicht auszuschließen.
Warum ich so viel belangloses Zeug komplett am Thema vorbei erzähle? Weil das der nun folgene Künstler auch tut! Haha! JACK HOLMES aus Wien beziehungsweise ursprünglich Bristol, weswegen er sich auf englisch verständlich machen muss.
Er erzählt ziemlich viel zwischen den Songs, meistens über sich selbst. Eigentlich von der Geburt an, über die erste Liebe bis hin zum Tourleben. Alles ziemlich, wie sagt man, überschwänglich vorgetragen, damit auch jeder checkt was für ein Bastard er ist, nur leider finde ich die meisten seiner Ausführungen einfach nicht witzig. Schade aber auch.
Immerhin kennt er das Problem, dass Fotos von Akustikkünstlern immer gleich aussehen, und zeigt mir ein paar extra eingeübte Rockstar-Posen, damit er es eventuell aufs Titelblatt des Bierschinken-Mode-Magazins schafft. Okay, da bin ich doch gerne Fotograf.
Ebenso überschwänglich wie seine Storys ist also auch sein sonstiges Auftreten. Und womit ich noch weniger klar komme: Sein Gesang. Nennt auch eine beachtlich raue Stimme sein eigen, aber leider klingt die einfach nur gezwungen-gepresst, so ziemlich das Gegenteil von Natürlichkeit. Kann ich nichts mit anfangen.
Ganz natürlich auch der Umgang mit dem Publikum. Weil ich versäumt habe, jeden um Erlaubnis zu fragen, ob ich das Bild verwenden darf (mache ich ja sonst immer, mit doppeltem Durchschlag) habe ich mir mal erlaubt, Zensur walten zu lassen. Ich hoffe, ihr verzeiht.
Achja, Jack Holmes. Werd ich nicht warm mit. Bestimmt ein netter Typ, aber das Gelaber ging mir irgendwann einfach auf den Senkel und die Musik, naja, die konnte dann auch nichts mehr retten. Nuja, man kann nicht alles haben. So, ab zur Bahn, muss morgen früh raus. Gute Nacht.

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Frustus

13.05.2014 20:55
Das vorletzte Bild hat was von Aphex Twin

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