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Egotronic, 12.06.2014 in Oberhausen, Druckluft - Bericht von Fö

Egotronic, 12.06.2014 in Oberhausen

Wenn Leute sich bei Facebook darüber austauschen, wie sehr doch die Auswirkungen dieses Unwetters ihr Leben beeinträchtigen würden, dann kann das doch alles nicht so schlimm sein. Nunja. Vor ein paar Tagen fegte ein Sturm übers Land, es fahren keine Züge mehr durchs Ruhrgebiet und die Autobahnen sind überfüllt bis gesperrt. Schlechte Aussichten für ein Konzert, das am Ende des Ruhrgebiets stattfindet - zumindest mit Zug ist die Anreise einfach nicht machbar. Aber der Kuschelskin fährt erfreulicherweise mit Auto, wodurch die An- und Abreise nicht nur für ihn, sondern auch für Sabi und mich gewährleistet ist. Nett! Am Druckluft ist dann erwartungsgemäß eher wenig los, nicht allzu viele Leute scheinen den Weg hierher gefunden zu haben. Es macht gar die Runde, dass lediglich die Hälfte der Vorverkaufs-Tickets überhaupt eingetrudelt sind. Meine Vermutung, der gemeine Egotronic-Fan verbringe seine Zeit halt lieber vor dem Fernsehapparat beim Nationalitätenkickern, äußere ich aber lieber nicht laut. Die andere Vermutung lautet, dass das heutige Wetter einfach zu schön ist, um schon in die Drucklufthalle zu wechseln, wo als "Vorprogramm" DJ-Gelöte ist. Also, es wird aufgelegt, elektronische Musik gar, und, mit Verlaub, ich persönlich kann dem nichts abgewinnen. Kann ich allgemein nicht, zu Musik gehört für mich halt ne Band, da bin ich nunmal verdammt konservativ, umso verwunderter bin ich, dass statt einer Vorband ein DJ-Duo gebucht wurde. Aber die werden schon wissen, was sie tun. Ich muss es mir ja nicht anhören. Dementsprechend habe ich dann auch keine Fotos vom "Vorprogramm" im Angebot.
"Die Natur ist dein Feind" heißt das aktuelle Album von Egotronic. Das heutige Konzert ist übrigens der Nachholtermin für ein Konzert, bei dem Torsuns körpereigene Natur in die Schlacht zog und für den Ausfall sorgte. Heute sind es dann etwas globalere Naturgewalten, die den Verlauf des Konzertes bedrohen. Die nächste Single von Egotronic wird dann "Ey sorry Natur, tut mir leid, du bist echt ganz in Ordnung, bitte hör auf mich zu drangsalieren" heißen.
Aber ist dann doch alles gar nicht so schlimm wie befürchtet. Haben Egotronic erstmal in den Auftritt gestartet, füllt sich die Druckluft-Halle ziemlich rasant und irgendwann sind höchstens im hinteren Bereich noch größere Lücken auszumachen. Schade, hatte mich schon auf ein 15-Personen-Konzert in ner 400-Personen-Halle gefreut...
Das Konzert und die Zuschauer brauchen ein wenig, um warm zu werden. Aber spätestens beim zweiten Song "Raven gegen Deutschland" brechen die Dämme (Unwetter-Metaphorik ist derzeit angesagt!) und die Meute tanzt, brüllt, singt, lacht und grölt. Geht doch!
Das Thema Unwetter ist allerdings nicht ganz so präsent wie dieses andere Thema, das ganz entfernt mit Sport zu tun hat. Wobei Sport ja gar nicht unbedingt was Schlimmes ist, aber dieses der-Beste-und-Stärkste-sein-wollen ist doch wohl ganz eklig. Das wollte Hitler schließlich auch schon, und was hat's ihm gebracht? Selbstmord. Denkt da mal drüber nach!
Konzert heute: okay. Braucht so seine Anlaufzeit, was daran liegen könnte, dass kein wirklicher Anheiz-Support dabei war, ich zumindest hab so meine Probleme damit, so wirklich "reinzukommen". Anderen Leuten geht das anders, vor der Bühne ist gut was los. Am Rande eher weniger, was uns alten Menschen die willkommene Möglichkeit bietet, bequem vom Rande dem Treiben zu zu schauen.
Egotronic spielen jede Menge Hits, ist ja klar. Für Straight Edge ("Manchmal"), gegen Fußball ("Kotzen"), für die Antilopengang ("Kriegserklärung") und so weiter. Da kann man auch mal den Hut ziehen.
"Die Band der Vollidioten" darf auch nicht fehlen, unterstützt durch Chrü am röhrenden Deutschrock-Gesang. Super!
Was ich auch mal wieder beobachte (ich weiß, hab ich mich schon öfter drüber ausgelassen): Diese merkwürdige Eigenart von Menschen, sich zu denken "Oh, hier ist schlechte Luft, ich zünde mir mal ne Zigarette an". Verstehe ich einfach nicht. Wenn ich mir ein Bein breche, denke ich mir doch auch nicht "Oh, tut das weh, ich hau da mal lieber kräftig mit dem Vorschlaghammer drauf".
Der konstruktive Vorschlag, zwischendurch doch mal die Tür zu öffnen, klingt da schon sinnvoller.
Aber apropos Vorschlaghammer: Geile Beule hatte Kilian da am Ende. Aber wie auch immer. Am Ende wird dann noch die Bühne gestürmt. Kann man machen. Plötzlich ist noch viel mehr Platz vor der Bühne.
Also verlassen alle wieder die Bühne. Auch die Musiker. Sieht bequem aus. Gute Nacht.

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