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Glitterminister, Diarrhea Suicide, 26.09.2014 in Dortmund, Rekorder - Bericht von Fö

Glitterminister, 26.09.2014 in Dortmund

Freitag Abend, Bock was zu machen. Nur irgendwie sonst keiner. Muss ich mich also alleine auf den Weg machen in die große weite Stadt. Der Blick in den Veranstaltungskalender offenbart, dass "Glitterminister" heute ihr Albumrelease im Rekorder feiern und dazu die dilettantischen Halunken von Diarrhea Suicide eingeladen haben. Okay, kann man machen!
Am Einlass zunächst mal eine schändliche Enttäuschung: Anders als im Vorfeld angekündigt, kostet der Eintritt nicht 3,49 Euro, sondern ganze 5 Euronen! Diese verdammten Popschlagerfuzzis! Dabei war es doch gerade der niedrige Eintrittspreis, der mich hierher lockte. Aber als braver Bürger latze ich dann doch, anstatt, was eigentlich vernünftiger und konsequenter gewesen wäre, nen dicken Haufen auf die Kasse zu setzen, "Ausverkauf!" zu schreien und das Etablissement mit Bierflaschen zu bewerfen.
Matze hat auch ungefähr 20 Leuten versprochen "oh, ist dir zu teuer? Ich schreib dich auf die Gästeliste", nur zu mir meinte er, ich habe genug Geld. So eine Frechheit! Aber ich nehme das mal so hin, anstatt ihn, was eigentlich angebrachter gewesen wäre, mit Bierflaschen zu bewerfen. Er kommt eh irgendwann ganz bedröppelt zurück und muss zugeben, dass die Gästeliste eh schon voll ist. Haha! Achja, zum Thema, Musik, Band, DIARRHEA SUICIDE!
Die finde ich ja alleine schon wegen dem Namen großartig, der Rest ist da Nebensache. Und so scheiße wie man das instinktiv finden will, ist das auch gar nicht. Hier und da ein wenig holprig, und mit etwas klarerer Artikulation und eventuell etwas weniger am-Mikrofon-vorbeisingen könnte das echt ganz eingängig sein. Zumal hier, wie ich feststelle, einiges an Melodie über den Gesang transportiert wird. Auch wenn sich das eigentlich keiner vorstellen kann (Matze? Melodie? Gesang?)...
Ja, und wie klingt das nun? In meinem Kopf spielt sich ungefähr folgendes Bild ab: Snuff und Banner Pilot treffen sich total übermüdet in ner stillgelegten Ubahn-Unterführung, schmeißen sich nen unidentifizierbaren Drogencocktail rein, drehen alle Instrumente auf links und versuchen, Rancid zu covern. So ungefähr kann man sich Diarrhea Suicide vorstellen.
Wie sich das für ne amtliche Punkrockshow gehört, gibt es selbstverständlich auch technische Probleme, diesmal in Form der Fußmaschine, die anscheinend gerade dabei ist, sich in sämtliche Einzelteile zu zerlegen. Aber irgendwie kriegen sie ihren Auftritt dann doch gebacken. Wäre ja gelacht!
Gelacht habe ich auch, als ich bei Facebook gelesen hatte, dass sich knapp 90 Leute für heute Abend angekündigt haben. Ja klaar ey. Für GLITTERMINISTER oder was? Na, die müssen ja viele Freunde haben. Es wird dann aber tatsächlich ziemlich voll und als ich mich irgendwann zurück in die Kellerräume quetsche, um von der Hauptband auch noch was mitzukriegen, ist schon kaum ein Durchkommen mehr.
Ihre Musik bezeichnen sie als "German Acid Pop", was ich schon mal ganz witzig finde. Auch wenn sich dahinter eigentlich Trash-Schlager verbirgt, zu dem man auch gerne mal die Feuerzeuge auspacken kann. Musik kommt größtenteils vom Band, lediglich die zarten Stimmchen sind originoool, dazu packen die Protagonisten aber auch mal ab und zu Gitarren, Kuhglocke oder Rassel aus.
Tja. Schlager. Das muss man natürlich enger eingrenzen, auch wenn mir dazu ein wenig das Fachwissen fehlt. Ich sach ma, mehr Alexander Marcus als Christian Steiffen, noch eher denke ich an so 90er Indieelektropop-Projekte wie den Gautsch (sagt euch das noch was?), mehr Beispiele fallen mir grad nicht ein.
Da fliegt ganz viel Liebe durch den Raum. Und, glaubt man den Scherben auf dem Boden, auch Bierflaschen (na endlich!).
Ganz ordentliche Party! Im Publikum auch einige, die zumindest ansatzweise die Texte kennen, was ich von mir nicht behaupten kann, weswegen ich blöd dastehe, wenn alle nach "Tron Jahvolta" oder "Blaue Rosen" brüllen.
Irgendwie ist das schon ziemlich cool! Bisschen zu sehr easy-listening für meinen Geschmack, teilweise haucht die Musik nur so vor sich hin und der Gesang, naja, der schmachtet halt, so ganz genretypisch - aber das hat was. Zumindest sind hier alle durchweg am Grinsen, oder sie trinken Bier.
Das absolute Highlight kommt dann aber gen Ende: "Opa" wird gespielt. Kennt ihr, kennt ihr? Also, ein Coversong. Von, tada, na, von der TERRORGRUPPE! Das ist ja mal so großartig, ich möchte Glitterminister einen Altar bauen, gleich neben den TG-Altar. Ich wusste gar nicht, dass "Opa gib mir Geld für Stoff" so ein WDR4-tauglicher Refrain ist. Geiler Scheiß!
Anschließend darf die Zugabe nicht fehlen, und weil die auch nicht reicht, muss ein bereits gespieltes Lied nochmal geboten werden, das Publikum wünscht sich "Adel verpflichtet". Anschließend meint der Sänger mit der Steckdosenfrisur aber, das sei eigentlich unnötig gewesen und man werde kein weiteres Lied nochmal spielen. Das nenn ich mal "so halb aus dem Schülerbandstatus rauswinden".
Fazit? Ach, Glitterminister, kann man machen. Nicht ganz so geil wie die lautmalerisch ähnlich anmutende Dortmunder Kapelle "Glitzer", aber irgendwie doch ganz geil. Gute Nacht.

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timm
(timm)
27.09.2014 12:22
bild nummer 9 ist eine beleidigung fürs auge wegen diese mann
timm

27.09.2014 12:40
:)

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