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Twisted Chords Labeltour: Todeskommando Atomsturm, Abfukk, Kaput Krauts, 04.10.2014 in Münster, Baracke - Bericht von Gerd & Coco

Twisted Chords Labeltour, 04.10.2014 in Münster

Gerd: Mal wieder eine Reise nach Münster angetreten um meine Liebste zu besuchen. Die verzieht sich allerdings am Samstag nachmittag nach Köln, um sich an drei Tagen vier Konzerte ihrer Lieblingsband Boysetsfire reinzuziehen. Wer macht denn sowas?! Naja, wären das jetzt NOFX oder A Time To Stand, würde ich das vielleicht auch machen. Nur dass es bei NOFX zwei Wochen dauernd würde und bei ATTS ne halbe Stunde. Aber ich schweife ab! Apropos ab: Ab aufs Rad und zur Baracke, wie damals, in der glorreichen alten Zeit, als ich noch in Münster gewohnt habe. Und genau wie damals will auch keine Sau mit, dementsprechen bin ich heilfroh, Coco vor der Tür zu treffen. Bisschen dumm rumlabern, darauf beharren, nicht vom Ordnungsamt zu sein, und irgendwann rein, Krauts gucken. Übrigens ist heute eins dieser Wochenende, wo überall in Deutschland gute Konzerte sind. Schrappmesser in Berlin, Always Wanted War in Cuxhaven, Detectors und Bombshell Rocks in Hamburg... aber die ganze Familie Hellwig (Maria, Margot und der Ultimate Warrior) beteuern mir, dass Münster heute am meisten zu bieten hat. Glück gehabt!
Coco: Der Twisted Chords-Wanderzirkus ist unterwegs. Erst Leverkusen, dann Hamburg, dann Münster. Weil Autofahren so ein fröhlicher Spaß ist. Oder so. Abfukk geht ("ganz überraschend") der ("niegelnagelneue") Bus kaputt, die Krauts werden in einen kleinen Unfall verwickelt. Klappt trotzdem alles irgendwie. Und die Reiseleitung aka Zirkusdirektor bleibt auch ganz entspannt.
Gerd: Jahahaha, Kaput Krauts. Mit dem neuen Bassisten. Hab ich ja mit dem alten Bassisten vor gar nicht allzu langer Zeit hier gesehen und damals war ich beim Bericht schreiben sehr unmotiviert, wie mir Coco immer noch vorwirft.
Coco: Immer noch! Ein einziges Mal erwähnt hab ich diese Tatsache.
Coco: Interessantes Foto, dieses hier.
Ich freue mich ja immer sehr über Kaput Krauts-Auftritte. Auf dieser Tour waren für meinen Geschmack ein paar zu wenige Menschen da, die das auch so sehen. Aber heute sind sie ja auch die erste Band, das ist ja immer so eine Sache mit den noch nüchternen Punkern. Oder so. (Waren sie überhaupt die erste Band? Irgendwie wird in diesem Bericht Pyro One unterschlagen, der auch irgendwann gespielt hat. Aber an welcher Stelle das war, weiß ich auch nicht mehr.)
Gerd: Der neue Bassist macht seine Sache gut, es sind eher die alteingesessenen Bandmitglieder, die sich ab und zu verspielen. Das größte Problem bleibt aber das Mikrofon, welches dauernd die Höhen nicht wahrnimmt und Fossis engelsgleiche Stimme ziemlich dumpf klingen lässt.
Coco: Hihi, ja, engelsgleich.
Der Mischer ist irgendwie mit dem Knie an einen verrückten Knopf gekommen; dann wurde der Gesang zu etwas, das wie aus der Gießkanne heraus klang. Da half dann auch das fröhliche Mikrofon-hin-und-her-Tauschen nichts mehr.
Gerd: Davon abgesehen gefällt mir der Auftritt doch ganz gut, sie haben sogar das Lied mit dem Auto gespielt. Der Komiker in mir macht immer noch schlechte Witze, aber der Zyniker sagt, ich solle das sein lassen.
Coco: Und das ist etwas, woran Mann sich halten kann. Damit Frau weiß, woran sie ist.
Ich fand ja, die allerbesten Lieder wurden gleich zu Anfang verbraten. Aber da die anderen Lieder auch alle toll sind, ist das nicht ganz so schlimm.
Gerd: Kaput Krauts machen ja auch so etwas unkonventionellen Punk, da musste ich mich erstmal reinhören. Aber wenn man das mal geschafft hat, gefällt es einem doch immer besser!
Coco: Tja, ansonsten muss ich gestehen, dass das hier alles schon lange her ist und sich in meinem Kopf mit den anderen Konzerten bereits zu einem Brei vermengt hat. Frag nicht nach den Fragmenten. War ganz bestimmt nicht das schlechteste Krauts-Konzert, dem ich bis jetzt beiwohnen dürfte. Aber auch nicht das beste. Aber an etwaigen Verspielern lag das ganz bestimmt nicht, auch nicht am Gießkannen-Gesang.
Coco: Ich finde ja immer, gute Live-Konzerte zeichnen sich durch diese ganz bestimmte Dynamik aus, die entsteht, wenn das Publikum ordentlich feiert und die Band dann irgendwie davon mit gerissen wird - oder umgekehrt, oder von Anfang an beides. Hier fehlte ein wenig die Party vor der Bühne und ich denke mal, der drölfte Mikrofon-Wechsel macht oben auch nicht die beste Stimmung.
Gerd: Band-Trennbild. Abfluss. Kennt die noch jemand? Ich kenne von denen nur das grauenhafte Opus "In meinem kleinen Garten" von irgendeinem Chaostage-Sampler. Weia. Dachte, die gäbe es schon lange nicht mehr.
Gerd: Dann: Abfukk. Die Band, bei der immer alle schreiben, dass der Sänger Marcel heißt. Ist wohl so, hat aber auch eine beeindruckende Rampensau-Persönlichkeit, der Marcel. Ich sehe Abfukk heute zum ersten Mal live und bin ganz beeindruckt.
Gerd: Musikalisch klingt das hier wie Deutschpunk-Gesang vor einer Wand aus 80er-Hardcore-Gebretter. Die Bierschinken-Datenbank beschreibt den Musikstil so schön als "Punk (ziemlich asi). Kann man auch dazu sagen. Er ist aber auch ziemlch tätowiert, asozial und angriffslustig.
Gerd: Letzterer Spruch begleitet mich tagein tagaus, weil ich einen Abfukk-Aufkleber benutzt habe, um die Webcam meines Laptops zuzukleben. Was das angeht, mache ich jetzt keine Kompromisse mehr.
Gerd: Macht der Typ das eigentlich wirklich alles nüchtern? Respekt und Anerkennung!
Coco: Ich muss gestehen, dass ich mir Abfukk an diesem Abend gar nicht angesehen habe. Sie schliddern irgendwie an meinem Geschmackszentrum vorbei. Ich bräuchte mehr Melodie und ab und an eine andere Tonlage. Aber an mir ist ja auch der komplette Hardcore-Krempels vorbei gegangen, deswegen bin ich da keinerlei relevante Meinung.
Gerd: Na was denn nun?
Gerd: Der heimliche Headliner heute als verdienter Headliner. Todeskommando Atomsturm aus dem fernen München. Für euch fern, für Münster auch, für mich ja eigentlich nicht.
Gerd: Vom wundervollen Namen Todeskommando Atomsturm mal abgesehen, bietet die Band wunderbar schnelle Gitarrenharmonien, die sich vor einschlägigen Größen der kalifornischen 90er Jahre nicht zu verstecken bräuchten, würde nicht die Sängerin ihr rotziges Geschrei beisteuern, um das ganze auf ein ganz neues Level zu heben.
Gerd: Inhalt und Form der Texte sind dabei auch noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen dieser dreistöckigen Hochzeitstorte am großen Kuchenbüfett der zeitgenössischen deutschen Punkrocklandschaft. Also mal echt, ich finde diese Band einfach nur geil.
Gerd: Dementsprechend stehe ich auch, nach dem Genuss diverser 1,50-Hansa Pilse, ganz vorne und versuche, auch so eine schön heisere Stimme zu kriegen wie die Sängerin, die ja anscheinend schon am Donnerstag in Leverkusen nicht mehr richtig singen konnte. Egal, is auch Pank.
Gerd: Viele Hits vom Debütalbum "Zeit zu pöbeln" gespielt. Da sind so schöne Zeilen wie "Mein Problem mit dem System schlichtet nicht mal Heiner Geissler" drin. Das solltet ihr euch mal kaufen!
Coco: Es gab aber auch ein neues Lied zu bewundern. Eins, in dem der fehlende Hass besungen wurde, den man irgendwann doch mal hatte. Gefiel mir auch sehr gut.
Coco: Ansonsten kann ich mich da dem Gerd nur anschließen. Völlig zu recht heute Abend als Headliner und völlg zu recht werden sie abgefeiert. Ich wache auch ein bisschen auf und versuche zu tanzen. Nur den Kopf nicht zu dolle schütteln! Das mag der Kater nicht. Und Vorsicht vor dem Kamikaze-Besoffki, der immer mit einem Tanzschritt gleich den halben Saal durchquerte und dabei in seiner Flugbahn jeden mitnahm, der im Weg rum stand. Aber ich will mich nicht beschweren, wenigstens wird überhaupt ordentlich gefeiert.
Gerd: Du und deine Freunde auf Vatis Balkon, Popcorn, Cola, Revolution!
Coco: Lieber einmal der verdammte Hippie sein! Lieber noch einmal richtig auf die Schnauze fallen!
Coco: Es gab noch wüste Pöbeleien zwischen den Bands. Ich glaube, es ging um Bier, welches vorher in irgendwessen Mund war und nachher dann auf irgendwessen Gesicht und T-Shirt. Also, wie Ihr seht, ein rundum gelungenes Konzert.
Coco: Hier wird sicher gerade Munition nachgeladen (vor der Bühne).
Coco: Gerd hat ja auch schöne Fotos von diesem wunderschönen Konzert gemacht. Muss man ja mal sagen. Also, wie schon erwähnt, kauft alle Todeskommando Atomsturm-Platten und kommt auf Konzerte selbiger. Wird niemand bereuen!
Coco: Leider alles wieder viel zu schnell vorbei, die after-Tour-Depression setzt bereits des Nachts ein. Danke, lieber Wanderzirkus, dass ich dieses mal dabei sein dürfte. Bis zum nächsten Mal! World/Inferno haben mal so treffend gesagt: "Don't cry when the circus leaves town..."

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