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Andrew Paley, Stefan Flanders, 09.12.2014 in Bochum, Neuland - Bericht von Fö

Andrew Paley, 09.12.2014 in Bochum

Akustikkonzerte gehören ja nicht wirklich zu den Sachen, die ich mir jeden Tag reinziehen kann. So fällt auch heute erst relativ spät die Entscheidung, nach Bochum zu fahren. Eigentlich mehr son Langeweile-Vermeidungs-Ding und nebenbei die Möglichkeit, ein paar Leute zu treffen sowie mal das "Neuland" kennen zu lernen, in dem heute das Konzert stattfindet.
Bochum Nachbarstadt, relativ unspektakuläre Anreise. Als Fahrtlektüre habe ich mich für das Plastic Bomb entschieden und stelle beim Lesen fest, dass die Plastic-Bomber offensichtlich auch keine Ahnung von Akustikkonzerten haben - schreiben die "Akkustik" doch tatsächlich mit Doppel-K! Nicht dass ich so ein großer Grammatik-Nazi wär...man stolpert ja in den diversesten Medien hin und wieder über Rechtschreibfehler, selbst in der Tageszeitung, und sicherlich auch auf dieser unsrigen Seite - ich will gar nicht wissen, wie oft ich in meiner Funktion als Lektorat schon das Wort "Akkustik" verbessern musste. Aber woher kommt das? Warum schreiben gefühlt 70% der Menschheit "Akkustik"? Ich habe ja mal irgendwann die Theorie aufgestellt, dass daran Tagtraum mit ihrem Lied "Ak(k)u" Schuld sind. Darüber hatte Tagtraum-Matze mal irgendwann gesagt, dass Musik ein Akkumulator sei, der ihn immer wieder auflädt, daher das Wortspiel mit Akustik und Akku. Hat wahrscheinlich keiner kapiert. Und sich die Klammern weggedacht. Deswegen schreiben jetzt alle "Akkustik". Das ist okay für mich, es gibt Schlimmeres als mit Tagtraum-Ohrwürmern durch die Nacht zu fahren. Matze Rossi gehört auch zu den wenigen Künstlern, die alleine mit Akustikgitarre Großes zu erschaffen vermögen. Leider müssen sich in meiner kleinen Welt auch sämtliche Akustikkünstler an ihm messen lassen, und das hat bisher keiner geschafft. Was vermutlich der Grund ist, warum ich Akustikkonzerten eher skeptisch gegenüber stehe. Heute sind es immerhin Künstler, die ich selbst schonmal auf die Bühne gebracht habe (klingt heroisch, nicht?), namentlich Stefan Flanders, der im Frühjahr beim Bierschinken eats FZW spielte, sowie Andrew Paley, der besagtes Festival bereits ein Jahr zuvor mit seiner Band "The Static Age" beehrte.
Das Neuland ist ein netter kleiner Laden, ne Kneipe mit eigener Küche. Dienstags ist Pasta-Tag und Kultur-Tag, heißt Dienstags gibt es immer irgendwie Programm, seien es Lesungen oder Konzerte, und man hat immer die Option, die Künstler bei Nichtgefallen mit Spaghetti zu bewerfen. Cool! Eintritt frei, beziehungsweise geht später der Hut rum.
STEFAN FLANDERS. Mit dabei heute Kompagnon Micha, den ich somit schon das dritte Mal innerhalb weniger Monate beim Musizieren sehe, jedes Mal mit einer anderen "Band"! Hat der Junge nix zu tun, oder wat?
Kommt aber ganz gut, so mit Micha als Sidekick, da die Gitarrenarbeit deutlich über das genreübliche Geschrammel hinaus geht, und auch die zweistimmigen Gesänge überzeugen. Gar nicht son lahmer Akustikrock wie erwartet.
Die Lieder handeln anscheinend von persönlichen Erfahrungen bis hin zu irgendwelchen Traum-Szenen, an deren Deutung ich mich nicht heran wagen will und deren Erklärung ich sowieso nicht ganz folgen konnte.
Schon ganz ordentlich! Musikalische Darbietung gefällt. Stimmlich auch ganz ordentlich, mit leichten Abzügen in der B-Note, weil Stefan teilweise so schnell singt, dass ganze Silben verschluckt werden und man den Texten nicht mehr so ganz folgen kann. Aber nunja. Die Texte findet man ja auch im handgeklöppelten Booklet seiner CD, falls es wen interessieren sollte.
Dann ANDREW PALEY aus Chicago! Der hat, wie er erzählt, vor 4 Tagen seine erste eigene EP rausgebracht. Daraus gibt es ein wenig Material zu hören, aber zu meiner Freude auch Stücke von The Static Age.
Ist schon ganz cool, was er macht - nur denke ich mir irgendwie durchgehend, wie viel besser das doch mit Band wäre. Keine Frage, er hat eine fantastisch träumerische Stimme, dieses leicht versunken-heisere, das kann schon ganz gut fesseln.
Aber mir fehlt da trotzdem etwas an Power. Klar dass da natürlich die Songs am besten zünden, die ich von seiner Hauptband kenne - weil ich da nämlich die Originale im Hinterkopf habe. Hähä.
Gespielt wird beispielsweise "Eulogy" und "These Days", aber auch das ältere "Ghosts", das laut Andrew noch nicht wirklich für Akustikgitarre arrangiert wurde. Aber heute muss er ja irgendwie das Set füllen, auf den bisherigen Daten der Tour hatte er lediglich kürzere Support-Slots.
Ist übrigens eh die erste Solo-Tour von Andrew. Von daher schon beeindruckend, was er da alleine so schafft. Und was für ein netter Bursche er ist. Grüßt die Gastgeber, die Angereisten, die Opener, die "Tour-Pals" und sowieso gefühlt jeden im Raum.
Gecovert wird auch noch. Hank Williams und Elliott Smith. Von letzterem war, wie Andrew erzählt, beim gestrigen Konzert der Keyboarder anwesend und begleitete Andrew bei diesem Song, für ihn eine große Ehre. Kann ich mir vorstellen.
Jau. Schöner Auftritt, aber beim nächsten Mal bitte wieder mit Band!

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