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Alarmsignal, Paragraph 08/15, Dead Koys, 23.01.2015 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von der Redaktion

Alarmsignal, 23.01.2015 in Schwerte

Fö: So langsam erwacht das Konzertjahr 2015 aus seinem Winterschlaf. Im Rattenloch kündigt sich das nächste Highlight an: Alarmsignal schauen vorbei! Die Band, die es irgendwie geschafft hat, sich im Deutschpunk-Sumpf klammheimlich nach oben zu ziehen. Und nun haben sie das erreicht, wovon andere Bands nur träumen: Tour-Präsentation von bierschinken.net! Zwar erst für die Tour im April, aber hey, Rattenloch-Konzerte sind ja eigentlich eh durchgehend präsentationswürdig. Auch wenn eh keiner weiß, wofür so ne Präsentation eigentlich gut ist.
Wie auch immer! Heute soll es voll werden, also fahre ich früher als gewöhnlich los, schön gemütlich mit dem Bus. Wo mich dann irgendwann ein Anruf ereilt: "Du musst dich beeilen, es ist gleich ausverkauft!". Na klar, tippe ich eben dem Busfahrer auf die Schulter, er solle mal nen Zahn zulegen. Aber da die Buslinie noch nicht von bierschinken.net gesponsort wird, reagiert er nicht. Schade. Ankunft am Rattenloch kurz nach 20 Uhr, und es ist tatsächlich schon ausverkauft! Krasse Scheiße! Natürlich bin ich vorbereitet, habe wohlweislich einen Jawollo-TV-Presseausweis eingepackt, die Band um Gästeliste angeschnorrt und dem Veranstalter schöne Augen gemacht. Die Kombination aus allen dreien bringt mich dann schließlich in den Laden.
Zwen: Was der Fö macht, kann ich mir als weniger attraktiver Mensch natürlich nicht leisten. Deswegen bin ich schon um Viertel nach fünf am Rattenloch. Aber auch da musste ich mich schon durch Berge von Punks bahnen, die sich um diese Uhrzeit schon vor der Tür häuslich eingerichtet hatten. Drinnen wieder das übliche, Bier trinken, Interviews für Jawollo!-TV geben und überlegen, ob nun nicht der richtige Zeitpunkt sei, das Konzert ganz spontan abzusagen. Um Punkt 19 Uhr stürmt dann die Horde das Loch.
Fisher:  Endlich ist die Winterpause im Rattenloch beendet. Heute wurde mit Alarmsignal ein würdiger Headliner aus den Tiefen des Punkrockuniversums gebucht. Meine Anreise gestaltete sich Dank der DB, die den Zug von Wuppertal nach Schwerte einfach mal nach Dortmund umleitete, zu einer kleinen aber feinen Exkursion. In Do angekommen, habe ich erstmal zwei Flaschen Zaubertrank besorgt und siehe da, Punx in Sicht! Es kommt wie es kommen musste. Zwischen der Punkertruppe um Timo und mir entwickelt sich der üblichen Dialog: Haste mal nen Schluck Bier oder Kippen...
Gegen 18:30 am Rattenloch angekommen, blockieren gut 100 Personen den Eingang, so dass ich zum Notausgang reingehe und direkt anfange, die Bühne zu verkabeln. Mein Auftrag heute ist, für die passende Beschallung zu sorgen. Durchaus 50 Besucher genossen dann meinen fix durchgezogenen Soundcheck.
Fö: Beginn um, für Rattenloch-Verhältnisse ziemlich früh, 20:30. Aber voll is' ja eh, da kann man auch mal früh starten. DEAD KOYS machen den Auftakt.
Zwen: Ja, das war super so. Gerade fertig mit der Thekenschicht und ab zur Band. Fand die Jungs ja schon im FZW superst!
Fisher: Nach meiner Zeitrechnung war es eher 20:40, da ich noch zwei kalte Flaschen des an diesem Abend sehr begehrten Gerstensprudels ergattern musste.
Fö: Sie servieren uns heute, getreu dem Motto des Abends, ein Deutschpunk-Set. Nein, natürlich nicht. Aber mir kommt es trotzdem lauter und schneller vor als sonst. Ben schreit sich die Seele aus dem Leib und wird dafür mit Bier gefüttert, das Publikum ist begeistert.
Zwen: Das letzte Mal meinte ich ja noch, dass die Jungs eher Rock'n'Roll als Hardcore machen. Das war jetzt meiner Meinung nach eher Melodic Hardcore-Punk. Egal, mir gefällt beides. Vielleicht sollten die immer auf die Flyer schreiben, was für ein Genre sie heute mal spielen.
Fisher:  Die Jungs spielen einfach erfrischenden Punk mit guten Arrangements. Der Mob vor der Bühne kommt in Fahrt. Läuft! 
Fö: Wobei man dem Publikum vermutlich auch eine Schlager-Stoner-Thaipop-Band vorsetzen könnte und die würden das genauso abfeiern. Einige haben hier schon ordentlich die Lampen an. Aber is ja nich schlimm.
Zwen: Ich würde sagen, dass einige die Lampen sogar schon wieder aus hatten.
Fisher: Alle 20 Lampen sind an und illuminieren die Bühne. Sascha am Lichtpult gibt alles.
Fö: Ein junger Punker zieht seine Zweithose aus und legt sie auf die Stelle, die kurz zuvor noch eine Kotzlache zierte. Die Hose selbst fördert dann überraschenderweise noch einen Langhaarschneider zutage. Naja, bei den Struwwelköppen da auf der Bühne auch angebracht.
Zwen: Ach, da ist der Putzlappen!
Fisher: Apropos Langhaarschneider! Warum ist keiner der anwesenden Punx in der Lage seinen Iro zu stellen. Die Hose wird zu einem guten Zweck meistbietend versteigert.
Fö: Darf auch auf keinem Punkkonzert fehlen: Der Bauarbeiter! Er gibt auch heute mal wieder alles, kann kaum noch stehen aber dafür wunderbar lallen. Ein Traum! Keiner kann so schön in Zeitlupe umfallen.
Fisher: Gewerkschaftlich verordnete Pausen müssen eingehalten werden.
Zwen: Fromm scheint der Mann ja auch zu sein. Wie eine Kirchenmaus.
Fisher: Helmpflicht bei die Arbeit. Sicherheit geht nun mal vor. Laut Innungsvoschrift ist er hier "Blau aufm Bau"!
Fö: Danach: PARAGRAPH 08/15. An selber Stelle vor nem halben Jahr schonmal gesehen, also weiß ich auch was mich erwartet. So Deutschpunk halt. Diesmal sogar wirklich.
Zwen: Ich glaube da war ich auch da. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht mehr an die Band erinnern. Irgendwie ist noch so im Kopf, dass das eine 08/15 Punk-Kapelle ist.
Fö: 08/15? War das nicht so ne Naziband in den 90ern?
Fisher: PARAGRAPH 08/15 sind ja sozusagen die Bruderkapelle von The Grabowskis, daher sind sie mir wohlbekannt. Grabowskissänger Enno hat hier über Jahre die Gitarre geschrebbelt. 
Fö: Ich find die sogar ganz gut! Man muss ja bedenken, dass 90% aller Deutschpunk-Bands ganz erbärmliche Rotze fabrizieren. Die Paragraphenreiter kriegen es irgendwie hin, ganz souverän und unpeinlich rüber zu kommen.
Zwen: Ja, das war eine Standard-Band aber irgendwie ganz guter Standard. 
Fisher: Hier im Bild ist die hohe Quote an Sauerländer im Publikum zu betrachten. Einer dieser Herrschaften macht mich auf seine neue Band "Sauerland asozial" aufmerksam.
Fö: Erinnert teilweise an die frühen Hosen, aber auch diesen Umstand kriegen sie ziemlich unpeinlich hin. Muss man ja auch erstmal schaffen. Ihr größter Hit hat irgendwas mit Alkohol zu tun, Dritte Wahl werden auch noch gecovert, so weit so gut.
Fisher: Leider wurde der Hit "Altpunx" nicht gespielt. Oder ich habe ihn beim pissen gehen und Jawollobrause kaufen verpasst.
Zwen: Der Bassist hat auch gut rumgebasst. Während die ganze Band abging stand er den ganzen Auftritt in dieser Pose und hat sich so gut wie gar nicht bewegt. Bassisten-Pluspunkte!
Fö: Und die ganze Zeit ohne Plek gezupft!
Zwen: Man sollte vielleicht noch sagen, dass es auch im Pool immer voller geworden ist, und es bei der Kapelle hier schon einen ausgewachsenen Pogo gibt. Aber weiter im Text.
Fisher: Zu diesem Zeitpunkt gibt es nur noch warme Jawollobrause.
Fisher: Paragraph haben endlich ein amtliches Lineup beisammen, welches Freude auf mehr macht. Am kommenden Wochenende gehen die Jungs ins Studio.
Fö: Schließlich ALARMSIGNAL. Das Schwimmbecken droht schon beim Soundcheck über zu laufen. Was beachtlich ist, schließlich kann ein Großteil der Anwesenden gar nicht mehr stehen und wird lediglich durch die breiten Schultern der Umstehenden davor bewahrt, auf die Fliesen zu klatschen. Ein herrliches Bild.
Fisher: Danke an Fö für die folgenden Fotos. Aus dem Mischerkabuff war einfach nichts, außer den Rücken der davor stehenden Meute, zu sehen.
Fö: Nee, jetzt mal wirklich: Großer Spaß! Mächtig Feierlaune vor und auf der Bühne, Texte werden inbrünstig mitgegrölt, ein Träumchen das.
Zwen: Ging gut ab!
Fisher: Dem schließe ich mich an. Hit an Hit folgt.
Fö: Ich muss ja gestehen, von Platte immer noch nicht wirklich warm geworden zu sein mit der recht parolenhaften Lyrik von Alarmsignal. Ich hab's versucht, aber irgendwann festgestellt, dass das live einfach viel mehr Spaß macht, wozu sich da noch mit den konservierten Aufnahmen quälen. Was nicht heißen soll, dass die Konserven schlecht wären, nur halt weniger meins.
Fö: Eine neue Konserve ist ja in den Startlöchern, "Viva Versus" erscheint am 20.03., 1-2 neue Stücke werden uns heute auch serviert. Ansonsten gibt die Band zu Protokoll, seit gefühlten 4 Jahrzehnten nicht geprobt zu haben. Steff meint vorm Auftritt, uns erwarte eine Mischung aus Betrunken im Klappstuhl und Superfreunde.
Fö: Aber ist okay, eigentlich merkt man nur an den hämischen Blicken der Bandmitglieder, dass sich mal wieder irgendwer verspielt hat.
Zwen: Ich hab da gar nichts gemerkt, war ein astrareiner Auftritt und ich glaube, sowohl Band, wie auch Publikum hatten richtig Spaß.
Fisher: Das kommt wohl auf den Betrachter an. Bands sind für gewöhnlich immer kritischer mit ihrer Darbietung als deren Publikum.
Fö: Bisschen Liebe muss auch sein: Alarmsignal geben den Soundtrack zu einem Heiratsantrag. Sehr putzig. Die Namen der Verlobten: Hansa und Astra. Total schön!
Fisher: Boah!!! Hier ist echt mal Fremdschämen angesagt. Hansa und Astra sind wohl Kollegen von Klobürste und Biotonne.
Fö: Etwas nervig dann aber, dass nicht nur Hansa und Astra, sondern auch diverse andere Gestalten fortwährend auf die Bühne stolpern, Mikrofone und Kabel in Beschlag nehmen und außer rumlallen und -torkeln nichts auf die Reihe kriegen. Das war zwar anfangs noch ziemlich witzig, aber irgendwann reichts einfach.
Zwen: Ja, nachträglich danke an die Leute, die mit mir Aushilfssecurity gespielt haben.
Fisher: Das ging mir auch auf den Sack. Ständig dieses Geplärre. Diese Eimer stören den von Klt gelobten Sound ungemein. Die Band findet das scheinbar auch nicht so geil.
Fö: Nunja. Dafür freuen sich alle, wenn sie mal wieder mitgrölen können. Gegen Nazis, gegen Arbeit, gegen Staat, gegen Tiermörder, sowas halt. Und natürlich pro Mittelfinger. Es ist immer gut, pro Mittelfinger zu sein.
Zwen: Pro Mittelfinger ist auch einfach toll. Die Choreo ist so herrlich einfach, dass selbst ich sie kann.
Fisher: Mittlerweile sind es im Technikraum schon 40 Grad, so dass ich mich nur noch mit Gerstenkaltschale abkühlen kann.
Fisher: Alarmsignal spiele einen guten Auftritt, der Mob tobt und die Suppe tropft von der Decke. Was will man mehr!
Zwen: Nach Alarmsignal erstmal ganz schnell Notausgangstür zum Lüften auf, da hier der Schweiß schon von der Decke tropft. Die Tür selbst öffnet sich mit einem lauten Zischen. Ich fühle mich, als säße ich in einer Flasche Bier, welche gerade geöffnet wird.
Zwen: Keine Panik, da brennt's nicht, dass ist einfach das sauerstoffarme Stickstoff-Gemisch, welches sich im Pool gesammelt hatte und hier nun rausströmt.
Fö: An die Luft ströme ich auch und mache mich alsbald auf den Heimweg. Starker Abend!

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Zwen
(Zwen)
25.01.2015 21:01
Irgendwer hat übrigens noch vor den Notausgang gekackt...

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