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Fest des Friedens und der Solidarität: The Cradley Heath, Rasender Stillstand, 08.05.2015 in Dortmund, Josephskirche - Bericht von Fö

Fest des Friedens und der Solidarität, 08.05.2015 in Dortmund

Heute vor 70 Jahren wurde der Krieg beendet! Das war nett. Denn Krieg, wer will das schon. Was ne rhetorische Frage ist, denn irgendwie kommt es einem doch so vor, als wenn alle Welt Krieg will. Ob's die Kinder mit ihren Spielzeugpistolen sind, die Jugendlichen mit ihren Ballerspielen oder die Erwachsenen mit ihren Aktienspekulationen. Obwohl doch der vernünftige Menschenverstand eigentlich sagen sollte, dass Krieg voll doof ist, weil eigentlich alles doof ist, das anderen Menschen Schaden zufügt. Nur geht das in die Köpfe manch verblendeter Idioten einfach nicht rein. Was jetzt kein Statement gegen Ballerspiele sein soll, sondern eben gegen Leute, die andere Menschen ausgrenzen. Und für Multikulti. Multikulti, das wird in der Dortmunder Nordstadt gelebt, insbesondere in der Münsterstraße, und dorthin begeben wir uns heute: Zum Fest des Friedens und der Solidarität!
Nicht unbedingt ein Punkfestival, aber im Kultursommer 2015 sind wir für alles offen. Wie für dieses folkloristische Ensemble mit Trommeln und Flöte-deren-Namen-ich-nicht-weiß. Der Flötenspieler hat ein Lungenvolumen, von dem jeder Apnoetaucher nur träumen kann und die Kapelle entspricht, wie Zwen anmerkt, eigentlich unserer Definition einer soliden Hardcore-Band: sie spielen vor statt auf der Bühne, es gibt nen Circle Pit, unbedingte Stiltreue (a.k.a. "jedes Lied klingt gleich"), die Musiker bewegen sich viel, und die Musik, tja, die ist verblüffenderweise auch fesselnd. Nur mittanzen, das trauen wir uns dann doch nicht.
Nächste Band: THE CRADLEY HEATH. Auf die war ich ja schon ein wenig gespannt, so wie man halt gespannt ist, wenn man sich auf der Straße von dieser frischen jungen Band zuraunt. An Insiderinfos weiß Zwen beizutragen, dass von denen eigentlich nie jemand singen will und zudem der eine Gitarrist nen Arm gebrochen hat, weswegen er genötigt wird, den Gesang zu übernehmen. Ich sach ma so: Mit richtigem Sänger wär das ganz gut. So Garage-Grunge-Rock-Zeug. Aber irgendwie bin ich dann doch froh, als der Band mitgeteilt wird, dass sie gar nicht mehr so viel Zeit hätten.
Die angekündigten "internationalen Speisen und Getränke" sind nett gemeint und Bratwurst und Popcorn auf der Münsterstraße sicherlich auch als exotisch zu bezeichnen, aber eine etwas breitere Auswahl hätten wir uns ja schon vorgestellt. Zum Glück gibt es genug vorzügliche internationale Restaurants und Imbissbuden im näheren Umfeld. Auf dem Veranstaltungsplatz selbst hat so ungefähr jeder, den wir treffen, einen Cocktail in der Hand. Immerhin das mit den internationalen Getränken scheint also zu funktionieren!
Nächste Band: RASENDER STILLSTAND KRIEG. Steht zumindest auf dem Banner, und Banner lügen nicht. Wie immer ein mitreißender Auftritt (ich hab mich ja mittlerweile dran gewöhnt, die jedes Mal besser zu finden, als ichs erwartet hätte). Zu Beginn noch etwas verkrampft aber mit gesunder Anti-Haltung - jemand hat sich wohl erdreistet, den Bandnamen als wenig sinnbehaftet zu bezeichnen. Aber die Band arbeitet halt mit so vielen Meta-Ebenen, da muss man sich erst mal rauswuseln. Vielleicht deswegen der neue Banner.
Schön straighter Auftritt, sowohl von der Musik als auch von der Attitüde her, gefällt. Auch die anwesenden Kids sind begeistert, pogen fleißig die anwesenden "Älteren" um und tanzen freudenstrahlend zur vertonten Revolution. Wie rührend das doch ist!
Das Ganze war als Nachmittagsveranstaltung konzipiert, also haben wir, als kurz nach 20 Uhr das Ende verkündet wird, die freie Wahl, was wir anschließend noch zu tun gedenken. Die Mehrheit entscheidet sich für ne Zugfahrt. Weil, wenn die Zugführer streiken, muss man auch einfach mal ein Zeichen setzen. Gegen zwei Punkte, die ein erschreckend großer Bestandteil der Bevölkerung nicht glauben will. Erstens: Streik ist gut. Zweitens: Es fahren Züge.
Ab ins Rattenloch Schwerte!

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